Wenn plötzlich die Lippe schwillt

Angioödem durch ACE-Hemmer: Kann das auch nach Jahren auftreten?

Du nimmst deinen Blutdrucksenker seit Jahren. Jeden Morgen die gleiche Tablette. Du verträgst sie gut und denkst eigentlich gar nicht mehr darüber nach.

Lippen Schwellung als Zeichen des Angioödems

Und dann stehst du eines Morgens vor dem Spiegel.

Eine Lippe ist angeschwollen. Vielleicht das Kinn oder ein Teil des Gesichts.

Was würdest du denken?

An eine Allergie vielleicht. An etwas, das du gegessen hast. Vielleicht an einen Insektenstich.

Aber an die Blutdrucktablette, die du seit Jahren einnimmst?

Wahrscheinlich eher nicht.

Und genau darin liegt das Problem: Auch ein Medikament, das lange gut vertragen wurde, kann möglicherweise später noch eine Nebenwirkung verursachen.

Ein Beispiel dafür ist das Angioödem.

Was ist ein Angioödem?

Bei einem Angioödem werden kleine Blutgefäße durchlässiger. Flüssigkeit aus dem Blut tritt in das umliegende Gewebe aus.

Dadurch entsteht eine Schwellung.

Besonders auffällig kann das im Gesicht sein. Betroffen sein können beispielsweise die Lippen, das Kinn oder die Zunge. Auch der Rachen und andere Schleimhäute können beteiligt sein.

Sogar Schleimhäute im Magen-Darm-Bereich können betroffen sein. Dann können beispielsweise Bauchbeschwerden auftreten.

Aber Angioödem ist nicht gleich Angioödem.

Histamin oder Bradykinin?

Viele Schwellungen entstehen im Zusammenhang mit einer allergischen Reaktion.

Dabei spielt Histamin eine wichtige Rolle.

Du kennst das vielleicht von einem Wespenstich. Der Körper reagiert auf das Wespengift und setzt unter anderem Histamin frei. Das gehört zunächst zu einer sinnvollen Abwehrreaktion des Körpers.

Es gibt aber noch einen anderen Mechanismus.

Und der ist für bestimmte Blutdruckmedikamente besonders interessant.

Dabei geht es um Bradykinin.

Was ist Bradykinin?

Bradykinin ist eine Substanz, die dein Körper selbst bildet.

Sie kann unter anderem dazu führen, dass sich Blutgefäße erweitern.

Und genau hier kommen bestimmte Blutdruckmedikamente ins Spiel.

ACE-Hemmer greifen in einen Stoffwechselweg ein, der nicht nur für die Regulation des Blutdrucks wichtig ist. Das ACE ist auch am Abbau von Bradykinin beteiligt.

Wird dieses Enzym gehemmt, kann mehr Bradykinin zur Verfügung stehen.

Bei wenigen Menschen kann die Bradykinin-Wirkung so ausgeprägt sein, dass ein Angioödem entsteht.

Warum können ACE-Hemmer ein Angioödem verursachen?

ACE-Hemmer gehören für mich zu den wichtigen Medikamenten in der Behandlung des Bluthochdrucks.

Sie beeinflussen das Renin-Angiotensin-System und haben positive Wirkungen auf Blutdruck, Herz, Gefäße und Nieren.

Gleichzeitig vermindern sie den Abbau von Bradykinin.

Bei den allermeisten Menschen ist das kein Problem.

Bei wenigen kann es jedoch zu einer überschießenden Bradykinin-Wirkung kommen. Dann können plötzlich Lippen, Gesicht oder Zunge anschwellen.

Und das Überraschende ist:

Das muss nicht unmittelbar nach Beginn der Behandlung passieren.

Kann die Nebenwirkung erst nach Jahren auftreten?

Ja.

Genau das wird meiner Erfahrung nach manchmal übersehen.

Wenn du am Montag ein neues Medikament bekommst und am Dienstag plötzlich eine ungewöhnliche Reaktion auftritt, ist der Gedanke an das neue Medikament naheliegend.

Aber was ist mit der Tablette, die du seit fünf oder zehn Jahren einnimmst?

Die wird schnell aus den Überlegungen ausgeschlossen.

Schließlich hast du sie doch immer vertragen.

Aber eine Nebenwirkung kann auch nach längerer Einnahme auftreten.

Deshalb gehört für mich bei neu auftretenden Beschwerden immer auch die Frage dazu:

Welche Medikamente nimmt dieser Mensch eigentlich?

Und was ist mit AT1-Rezeptorblockern?

AT1-Rezeptorblocker greifen an einer anderen Stelle in das Renin-Angiotensin-System ein.

Sie blockieren den AT1-Rezeptor.

Nach meiner klinischen Erfahrung sollte man auch bei diesen Medikamenten einen Zusammenhang mit Bradykinin-vermittelten Beschwerden nicht grundsätzlich ausschließen.

Ich habe in meiner ärztlichen Praxis sowohl entsprechende Schwellungen als auch Husten unter AT1-Rezeptorblockern erlebt.

Das ist selten.

Aber gerade deshalb kann der Zusammenhang übersehen werden.

Solltest du ACE-Hemmer oder AT1-Rezeptorblocker deshalb absetzen?

Nein – jedenfalls nicht eigenmächtig.

Das ist mir bei diesem Thema besonders wichtig.

Diese Folge soll keine Angst vor ACE-Hemmern oder AT1-Rezeptorblockern erzeugen.

Im Gegenteil.

Beide Medikamentengruppen haben die Behandlung des Bluthochdrucks wesentlich verbessert. Sie spielen für viele Menschen auch beim Schutz von Herz und Nieren eine wichtige Rolle.

Wenn du sie gut verträgst und dein Blutdruck damit gut behandelt wird, gibt es keinen Grund, aufgrund dieser Folge plötzlich Angst vor deiner Tablette zu bekommen.

Es geht um etwas anderes:

Du solltest wissen, welche Medikamente du einnimmst und welche Nebenwirkungen grundsätzlich möglich sind.

Was solltest du bei einer Schwellung tun?

Wenn plötzlich eine Lippe oder ein Teil des Gesichts anschwillt, solltest du das nicht einfach ignorieren.

Besprich die Situation mit deinem Arzt und lass überprüfen, ob eines deiner Medikamente möglicherweise eine Rolle spielt.

Möglicherweise muss die Medikation verändert werden.

Aber diese Entscheidung gehört gemeinsam mit deinem Arzt getroffen.

Wann ist ein Angioödem ein Notfall?

Hier gibt es eine klare Grenze.

Wenn dein Gesicht stark anschwillt, insbesondere wenn deine Zunge oder dein Rachen betroffen sind oder du Luftnot bekommst, solltest du nicht auf den nächsten Arzttermin warten.

Dann rufst du sofort 112.

Denn eine zunehmende Schwellung im Bereich der Atemwege kann gefährlich werden und muss unmittelbar medizinisch behandelt werden.

Medikamente kennen statt Medikamente fürchten

Vielleicht ist das der wichtigste Gedanke dieser Folge.

Ein gutes Medikament kann Nebenwirkungen haben.

Das macht es nicht automatisch zu einem schlechten Medikament.

Und das Wissen um mögliche Nebenwirkungen ist kein Grund, eine notwendige Behandlung abzulehnen.

Für mich gehört etwas anderes zur Eigenverantwortung:

Du solltest wissen, was du einnimmst.

Du solltest wissen, warum du es einnimmst.

Und du solltest ungewöhnliche Veränderungen deines Körpers wahrnehmen und mit deinem Arzt besprechen.

Das gilt auch dann, wenn die Tablette schon seit Jahren auf deinem Frühstückstisch liegt.

In der aktuellen Folge meines Podcasts „Runter mit dem Blutdruck“ erkläre ich dir ausführlich, was hinter einem Angioödem steckt, welche Rolle Bradykinin spielt und warum eine Nebenwirkung manchmal erst nach Jahren auffallen kann.

FAQ

1. Kann ein ACE-Hemmer auch nach Jahren noch ein Angioödem verursachen?

Ja. In der Podcastfolge wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Angioödem auch nach jahrelanger Einnahme auftreten kann. Gerade deshalb wird ein Zusammenhang mit dem Medikament manchmal nicht sofort erkannt. 

2. Wie erkenne ich ein Angioödem?

Typisch sind plötzlich auftretende Schwellungen, beispielsweise im Gesicht, an den Lippen oder an der Zunge. Auch Rachen und andere Schleimhäute können betroffen sein. 

3. Welche Rolle spielt Bradykinin bei ACE-Hemmern?

ACE ist am Abbau von Bradykinin beteiligt. Durch die Hemmung des Enzyms kann mehr Bradykinin zur Verfügung stehen. Bei wenigen Menschen kann eine verstärkte Bradykinin-Wirkung mit einem Angioödem verbunden sein. 

4. Können auch AT1-Rezeptorblocker ein Angioödem verursachen?

In der Folge schildert Dr. Harald Messner aus seiner klinischen Erfahrung, dass Angioödeme auch unter AT1-Rezeptorblockern auftreten können, allerdings sehr selten. 

5. Wann muss ich bei einem Angioödem 112 anrufen?

Wenn das Gesicht stark anschwillt, die Zunge oder der Rachen betroffen sind oder Luftnot auftritt, sollte sofort 112 angerufen werden. 

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Transkript

00:00:00 – 00:00:23 
Kann ein Medikament, das du seit Jahren nimmst, dir so spät neue Nebenwirkungen machen? Das ist die Frage, ja, und da will ich zuerst mal genau schildern, was da wirklich passiert. In deinem Gesicht schwillt es plötzlich an, hier am Kinn, oder die Lippen schwellen plötzlich an? Was passiert da?

00:00:24 – 00:00:51 
Da stellen sich die kleinen Gefäße, die sozusagen deine Hautdurchblutung regulieren, weit, und die werden durchlässig. Und der Wasseranteil deines Blutes geht aus dem Gefäß raus und geht in das Gewebe hinein. Das nennt man immer eine Wassereinlagerung, und das nennt man eben halt unter den Medizinern eben halt ein Ödem, und die meisten Menschen wissen schon, was ein Ödem ist.

00:00:51 – 00:01:35 
Aber dieses Ödem entsteht plötzlich in deinem Gesicht, in der Zunge, und es kann auch im Rachen entstehen. Und alle Schleimhäute können betroffen sein, einschließlich der Schleimhäute, die sich in deinem Magen-Darm-Trakt befinden. Also, das kann dann auch zu irgendwelchen Durchfällen oder Bauchschmerzen oder ähnlichen Situationen kommen. Das nennt man Angioödem, weil eben halt aufgrund einer Durchlässigkeit der Gefäße und einer Weitstellung der Gefäße quasi das Wasser raustritt, und das Wasser befindet sich außerhalb der Gefäße, und das nennt man dann ein Ödem.

00:01:36 – 00:02:20 
Dieses Ödem hat in 80 % der Fälle ursächlich etwas mit deiner Histaminreaktion zu tun. Diese 80 % sind dann allergische Geschichten. Du kennst das, wenn dann so eine Wespe kommt und die haut ihren Stachel in deine Haut rein, lustig, also sie sticht dich, und das führt dann zu einer Reaktion des Körpers. Und der setzt erst mal Histamin frei, was ja sinnvoll ist, denn wenn die Freisetzung zu Histamin ermöglicht es den entzündungskämpfenden Zellen, dorthin zu kommen, wo die Wespe gerade ihren Stachel mit dem entsprechenden Wespengift hineinversetzt hat. Also, das ist sinnvoll.

00:02:20 – 00:02:50 
Da gehen also dann die Entzündungszellen hin und versuchen, das, was die Wespe da fälschlicherweise in deiner Haut, in deinem Körper reingespritzt hat, zu behandeln und wegzuschaffen. Das ist also eine sinnvolle Reaktion. Nicht mehr sinnvoll ist die Reaktion, wenn das dann eine größere Fläche betrifft, wenn also dann eine vermehrte Histaminreaktion in deinem Körper auftritt. Das sind aber alles allergische Geschehen.

00:02:50 – 00:03:34 
Und dann gibt es aber auch ein Geschehen, das durch das Bradykinin vermittelt wird. Bradykinin ist eine Substanz, die führt dazu, dass in deinem Körper Gefäße weitgestellt werden. Und Bradykinin bildest du selber. Und ein wichtiger Effekt auch der Wirkung gewisser Blutdruckmedikamente, nämlich der ACE-Hemmer und der AT1-Rezeptorblocker, besteht darin, dass sie eben halt den Bradykinin-Stoffwechsel positiv beeinflussen. Das ist zum Beispiel erst mal dieses Bradykinin. Es kann also deinen Blutdruck senken.

00:03:35 – 00:04:17 
Der ACE-Hemmer tut das, indem er einfach im Prinzip dieses Enzym hemmt, was das Bradykinin in deinem Körper abbaut. Das führt dazu, dass vermehrt Bradykinin in deinem Blut und in deinem Körper zur Verfügung steht. Und der AT1-Rezeptorblocker, der macht das noch fitter. Der geht nämlich her, der blockiert ja den AT1-Rezeptor, deswegen sinkt auch dein Blutdruck. Aber das Angiotensin II, was da dran gehen muss, das geht auch an den AT2-Rezeptor. Und der AD2-Rezeptor, der führt dazu, dass die Bradykinin-Wirkung in deinem Körper erhöht ist.

00:04:17 – 00:04:57 
Das heißt, was passiert jetzt dann, wenn du einen ACE-Hemmer nimmst? Dann ist es bei ganz wenigen Menschen so, dass dann die Bradykinin-Wirkung so stark einsetzt, dass neben der Blutdruckregulation auch dann das Gesicht oder dieses Angioödem entstehen kann. Das ist super selten. Das ist, so würde man sagen, 0,17 % derer, die das Medikament nehmen, bekommen das. Aber diese Situation ist eben halt da, und die ist unangenehm.

00:04:57 – 00:05:22 
Das Gesicht kann anschwellen, und die Zunge kann anschwellen, und es kann im ganzen Körper auch solche Reaktionen geben. Wenn es das unter ACE-Hemmern, die du möglicherweise seit Jahren lang nimmst, auftritt, dann ist das nicht banal. Dann solltest du mit deinem Arzt reden und möglicherweise diesen ACE-Hemmer absetzen.

00:05:23 – 00:05:48 
Da dieser ACE-Hemmer aber so eine supergute Substanz für seinen Blutdruck ist, ist es einfach blöd, zu sagen, man wird jetzt hergehen und auf diese Wirkung dieser Beeinflussung des Angiotensin-Stoffwechsels, das macht ja der ACE-Hemmer, zu verzichten. Weil das ist an der Niere positiv, das ist am Herzen positiv, das ist überall in deinen Gefäßen auch positiv.

00:05:48 – 00:06:21 
Deswegen wird dein Hausarzt dann hergehen und wird sagen: „Komm, wir setzen den ACE-Hemmer ab, dann, wenn du diese Nebenwirkung hast, um dann diesen durch einen AT1-Rezeptorblocker zu ersetzen.“ Das ist in der Regel so, dass dann quasi diese Substanzen gut vertragen werden. Aber ganz, ganz selten tritt dieses Angioödem auch dann auf, wenn du den AT1-Rezeptorblocker nimmst. Aber ganz, ganz selten.

00:06:21 – 00:06:58 
Vielfach wird das übersehen, auch deswegen, weil du diese Medikamente ja schon jahrelang einnimmst, und plötzlich tritt es irgendwann auf. Deswegen denken auch viele Ärzte, aber auch viele Patienten nicht, dass das damit zu tun haben könnte. Aber noch mal: ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorblocker sind die wichtigsten Blutdruckmedikamente, die die Prognose derer, die an einem hohen Blutdruck leiden, in den letzten 30 Jahren wirklich superpositiv beeinflusst haben.

00:06:59 – 00:07:30 
Also, es sind viel, viel weniger Leute an die Dialyse gekommen, haben viel, viel weniger Leute Infarkt bekommen und haben viel, viel weniger Leute Herzminderleistung bekommen, seitdem es diese wirksame Medikamentengruppe der ACE-Hemmer und der AT1-Rezeptorblocker gibt. Deswegen: Absetzen? Nein, nicht alleine, sondern zu deinem Hausarzt gehen und sofort was mit ihm besprechen, wie du auf diese Nebenwirkung reagieren sollst.

00:07:31 – 00:08:09 
Dann gibt es aber auch noch eine mega seltene Erkrankung. Das ist das eigentliche angioneurotische Ödem, und das ist nicht ganz ungefährlich. Es wirkt auch ähnlich über das Bradykinin, aber dem liegt sozusagen eine erbliche Erkrankung zugrunde. Das ist ein C1-Esterase-Inhibitor-Mangel. Vergiss das wieder. Das ist eine Sache, die du nicht behalten musst, aber die tritt viel, viel häufiger auf, in der Kindheit bereits. Denn diese Bradykinin-Wirkung gibt es ja dein ganzes Leben lang.

00:08:09 – 00:08:38 
Und diese C1-Esterase-Inhibitor-Mangel, der führt einfach dazu, dass diese Wirkung unglaublich gesteigert wird, und dann tritt man bereits in der Kindheit dieses angioneurotische Ödem auf. Und dieses angioneurotische Ödem mit dem C1-Esterase-Inhibitor-Mangel, das ist nicht zu vernachlässigen. Das kann so schwer werden, dass im Prinzip deine Zunge anschwellt, der Rachen anschwellt, und du hinterher Luftnot bekommst.

00:08:38 – 00:09:05 
Wenn du also merkst, dass dein Gesicht stark anschwillt, deine Zunge anschwillt und du vielleicht sogar Luftnot bekommst, dann bitte sofort 112 anrufen, denn da muss man sofort reagieren. Das gilt auch bei schweren allergischen Reaktionen. Das gilt aber nicht für die Einnahme des ACE-Hemmers oder des AT1-Rezeptorblockers.

00:09:05 – 00:09:34 
Natürlich kannst du beide Erkrankungen auch haben. Du kannst sowohl den C1-Esterase-Inhibitor-Mangel haben, aber du kannst auch natürlich diese Reaktion auf den ACE-Hemmer und den AT1-Rezeptorblocker haben. Aber wenn du seit der Kindheit solche Themen nicht hattest, ist das sehr, sehr unwahrscheinlich. Also, in der Regel kannst du morgens zu deinem Arzt gehen, wenn du dann aufgewacht bist, und kannst ihm das zeigen, und er wird dann deine Medikation entsprechend verändern.

00:09:35 – 00:09:54 
Aber noch mal: Weder ACE-Hemmer noch AT1-Rezeptorblocker sind Medikamente, auf die wir verzichten können, sondern das sind gute Medikamente. Aber wenn du beide nicht verträgst, dann gibt es einen Haufen andere Pillen, die dir bei der Therapie deines Blutdruckes helfen.

00:09:54 – 00:10:27 
Also, was hat uns die Folge gesagt? Ja, du kannst auch Jahre nach dem erfolgreichen Einnahme eines Blutdruckmedikamentes Nebenwirkungen bekommen, die auf das Blutdruckmedikament zurückzuführen sind. Und deswegen bedeutsam ist es also auch, wenn du längere Zeit Medikamente nimmst, immer zu wissen, was kann sich hinter dieser Situation verstecken, was kann sozusagen eine Nebenwirkung des Medikaments sein, was wieder auftritt.

00:10:28 – 00:11:01 
Auch aus diesem Grunde allein sage ich immer: „Oh, da gibt es ja noch neben den vielen Medikamenten, die man nehmen kann, auch Dinge, die man selbst tun kann, um den Blutdruck zu senken.“ Einmal vielleicht drüber nachdenken: Was stresst mich in meinem Leben? Was macht mir Druck in meinem Leben, dass sozusagen der Druck so steigt, dass ich eben halt nicht mehr zufrieden bin mit meinem Leben, dass ich eine innere Unruhe habe. All diese Dinge, die sind, sich mal ehrlich beantworten, die sind wichtig.

00:11:02 – 00:11:34 
Ja, ich kann mit dem Salz sparen, ich kann das Kalium erhöhen, ich kann eine DASH-Diät machen. Die sind die Möglichkeiten, viele. Und mal ganz ehrlich, die meisten, die ich gefragt habe, die haben gesagt: „Ja, habe ich alles schon gemacht.“ Ja, aber für zwei Tage, und dann war Schluss. Nein, du musst oder darfst diese Dinge langsam selber umsetzen. Und da lade ich dich zu ein, mal die Podcast-Folgen, die ich gemacht habe, mal anzuhören, gucken, was es da alles für verschiedene Möglichkeiten gibt, wie du dein Leben und deinen Blutdruck positiv beeinflussen kannst.

00:11:34 – 00:12:09 
Ach ja, und dann, wo wir beim Bradykinin sind, möchte ich noch erzählen: Bradykinin ist auch die Ursache dieses Hustenreizes, der sowohl beim ACE-Hemmer als auch beim AT1-Rezeptorblocker auftreten kann. Da gibt es auch viele Studien zu: „Wow, da gibt es viele.“ Ja, das kann alles beim AT1-Rezeptorblocker nicht passieren. Alles Quatsch. Ich habe das erlebt, vielfach, dass auch beim AT1-Rezeptorblocker Husten als Nebenwirkung auftritt. Und dann muss man ihn absetzen, denn das ist sehr unangenehm.

00:12:10 – 00:12:54 
Übrigens, Betablocker können auch Husten machen. Das heißt also, auch da sollte man mal vorsichtig gucken, warum habe ich diesen Husten. Aber das kann dein Hausarzt oder kannst du mit deinem Hausarzt gut klären. Also, du sollst niemals Angst haben vor irgendwelchen Medikamenten. Du sollst nur wissen, welche Medikamente du nimmst und was für Nebenwirkungen sie machen können. Das heißt nicht, du lehnst sie ab oder setzt sie ab. Nein, wenn du keine Nebenwirkungen hast, nimm das Zeug. Und wenn dein Blutdruck auch noch sinkt, ist es noch viel besser. Also, das Zeug sollst du nehmen, wenn davon dein Blutdruck sinkt. Das ist der entscheidende Punkt. Sonst musst du was anderes machen.

00:12:54 – 00:13:10 
Also, hergeher und sei dir bewusst, dass Medikamente auch langfristig Nebenwirkungen machen, die einfach da sind, aber die nicht unbedingt schaden, aber die du einordnen solltest. Und dann soll die Medikation entsprechend verändert werden.

00:13:10 – 00:13:53 
Das war wieder eine Medikamenten-Durchlauffolge. Ich würde mich freuen, wenn du eine Bemerkung unter der Folge hinterlässt, wenn du vielleicht sogar den Daumen hoch machst, den Kanal abonnierst, damit immer mehr Menschen in der Lage sind, diese wirklich ganz guten Tipps aus meiner 40-jährigen Blutdrucktherapie-Praxis zu hören, ja, vielleicht auch zu sehen, mit dem AT1-Rezeptorblocker und dem ACE-Hemmer heute. Ich freue mich darauf, denn immer mehr Menschen können dann den Podcast hören. Ich glaube, das habe ich jetzt zweimal gesagt, das macht aber nichts.

00:13:53 – 00:14:50 
Ich glaube, es ist so wichtig, dass wir das immer weiter verbreiten, damit du selber in die Prävention kommst. Denn es ist mein Ziel, dich hier mit diesem Podcast in irgendeiner Folge aufmerksam zu erregen, sondern ich will hergehen mit dieser Podcast-Folge, erreichen, dass vor deiner Tür in deinem Leben niemals der Notarztwagen stehen muss. Und das ist das, was ich Prävention nenne. Das ist kardiovaskuläre Prävention. Und wenn du mich dabei unterstützt, da wäre ich dir sehr, sehr dankbar, indem du das Häkchen irgendwo machst, dass es dir gefällt, vielleicht einen Kommentar hinterlässt. Das kostet dich nichts, aber es bringt viele, viele Menschen dazu, dass sie eben halt länger gesund bleiben. Einen schönen Tag, und ich freue mich bei dir auf die nächste oder mit dir auf die nächste Folge.

Blutdruck trifft Wechseljahre

mit spuerbarschoener.de

Wechseljahre und Bluthochdruck: Ein Weg zur Selbstermächtigung

Die Wechseljahre stellen viele Frauen vor große Herausforderungen. Es ist eine Zeit tiefgreifender Veränderungen, sowohl körperlich als auch psychisch. Häufig begleitet ein erhöhter Blutdruck diese Phase. Doch was steckt dahinter, und wie finden Frauen ihren Weg zu mehr Wohlbefinden? Podcaster Dr. Harald Messner und Expertin Nicole Kaps besprechen die entscheidenden Schritte zur Selbstermächtigung in dieser besonderen Lebensphase.

Gastinformationen

Nicole Kaps

Nicole Kaps, Expertin für Frauengesundheit.

Die oft unbemerkte Verbindung: Wechseljahre und Bluthochdruck

Viele Frauen entwickeln in den Wechseljahren einen erhöhten Blutdruck. Dieser Zusammenhang ist vielfältig. Der sinkende Östrogenspiegel und das abnehmende Progesteron spielen dabei eine Rolle. Diese hormonellen Veränderungen können physiologische Auswirkungen haben, die den Blutdruck beeinflussen.

Dr. Messner weist auf die Bedeutung der Selbstermächtigung hin. Es geht nicht nur darum, Hormone zu ersetzen. Vielmehr ist es wichtig, die eigene Kraft zu entdecken und aktiv mit den Veränderungen umzugehen. Dies ist der Kern eines ganzheitlichen Ansatzes, der weit über medizinische Interventionen hinausgeht.

Eine weibliche Perspektive: Nicole Kaps im Gespräch

Nicole Kaps bringt als Coach und Expertin eine wichtige weibliche Perspektive in dieses Thema ein. Ihre eigene Reise durch die Wechseljahre prägt ihre Arbeit. Sie stellt fest, dass viele Frauen noch im Dunkeln tappen. Es mangelt an Aufklärung über die Symptome und Herausforderungen dieser Zeit.

Nicole Kaps hat zwei Bücher zum Thema veröffentlicht. Sie ist zudem auf verschiedenen Plattformen aktiv. Ihre Expertise zeigt sich in ihrer ganzheitlichen Begleitung von Frauen. Sie hilft ihnen, die Wechseljahre als Chance zur Transformation zu nutzen.

Der Beginn einer Reise: Persönliche Erfahrungen von Nicole Kaps

Nicole Kaps ist 57 Jahre alt und befindet sich mitten in den Wechseljahren. Ihre Reise begann schleichend. Schlafstörungen waren die ersten Anzeichen. Doch ihr Interesse an der menschlichen Psyche reicht viel weiter zurück. Vor 25 Jahren stellte sie sich eine entscheidende Frage: Warum tun wir Dinge, die uns nicht guttun?

Diese Frage führte sie zu zahlreichen Ausbildungen, darunter NLP und systemisches Coaching. Ihr eigener Autounfall war ein Wendepunkt. Er katapultierte sie zurück ins Hier und Jetzt. Dies war der Startschuss für eine tiefere Auseinandersetzung mit sich selbst. Sie erkannte, wie alte Glaubensmuster in den Wechseljahren wieder hochkommen können.

Der Weg zur Selbstfindung: Glaubensmuster und gesellschaftliche Prägung

Viele Frauen tragen Denkmuster in sich, die sie unbewusst übernommen haben. Leistungsdruck, das Bedürfnis nach Anerkennung oder die Rolle des “braven Mädchens” prägen oft das Leben. Diese Muster werden in den Wechseljahren besonders deutlich. Sie können zu innerem Stress und Unzufriedenheit führen.

Nicole Kaps betont, dass diese Zeit eine Gelegenheit ist, diese alten Muster zu erkennen. Es ist wichtig, sich davon zu lösen und den eigenen Bedürfnissen Raum zu geben. Diese Reflexion führt zu einer neuen Freiheit und Klarheit. Es ist ein Prozess des Loslassens und Neudefinierens der eigenen Identität.

Nein sagen lernen: Grenzen setzen

Ein zentrales Thema in der Arbeit mit Frauen ist das Setzen von Grenzen. Viele Frauen finden es schwer, Nein zu sagen. Sie übergehen sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse. Dies kann zu Erschöpfung und verminderter Lebensfreude führen. Das Erlernen von “Nein” ist ein wichtiger Schritt zur Selbstfürsorge und Stärkung des Selbstwerts.

Ganzheitliche Betrachtung: Körper, Geist und Seele

Nicole Kaps betrachtet jede Frau ganzheitlich. Sie glaubt, dass Heilung auf allen Ebenen stattfinden muss. Der Körper benötigt in den Wechseljahren eine andere Unterstützung als in jüngeren Jahren. Dazu gehören ausreichend Schlaf, moderate Bewegung und die richtige Ernährung.

Moderate Bewegung statt Leistungssport

Gerade bei Gewichtszunahme neigen viele Frauen dazu, sich zu überfordern. Sie beginnen mit intensivem Sport, den sie nie zuvor gemacht haben. Nicole Kaps rät stattdessen zu moderater Bewegung. Yoga, Meditationen und Spaziergänge sind oft wirksamer. Sie fördern das Wohlbefinden ohne zusätzlichen Stress.

Geistige Ebene: Glaubenssätze erkennen

Auf geistiger Ebene geht es darum, alte Glaubenssätze zu identifizieren. Viele Frauen glauben, nur durch Leistung geliebt zu werden. Oder sie fühlen sich verpflichtet, ständig zu funktionieren. Diese Denkmuster erzeugen inneren Druck. Sie können den Blutdruck erhöhen und die Lebensqualität mindern.

Seelische Ebene: Gefühle zulassen

Die seelische Ebene erfordert Raum für Gefühle. Viele Frauen haben ihre Emotionen jahrelang unterdrückt. Wut, Trauer oder Freude wurden weggeschoben. In den Wechseljahren ist es wichtig, diese Gefühle zuzulassen. Dies schafft innere Akzeptanz und stärkt die psychische Gesundheit.

Praktische Unterstützung: Wege aus dem Drama

Nicole Kaps konzentriert sich in ihrer Arbeit auf die Zukunft. Sie möchte Frauen aus der Opferhaltung befreien. Es geht darum, neue Energien zu erschließen. Sie setzt auf Körperarbeit, um Emotionen zu lösen. Schweigen und körperliche Berührung können hierbei Wunder wirken.

Ihre Begleitung ist zeitlich begrenzt. Ziel ist es, Frauen schnell in ihre Selbstermächtigung zu bringen. Sie möchte, dass Frauen ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Zusammenarbeit und Eigeninitiative der Klientinnen sind dabei entscheidend.

Die überraschenden Erkenntnisse: Selbstwert und Akzeptanz

Viele Frauen haben ein verzerrtes Selbstbild. Sie nehmen sich selbst nicht als wichtig wahr. Sie übergehen ihre eigenen Bedürfnisse. Der Perspektivwechsel in der Beratung zeigt ihnen, dass ihre Erfahrungen nicht selbstverständlich sind. Es ist ein Aha-Moment, zu erkennen, dass sie sich nicht immer zurückstellen müssen.

Der Begriff “Eigensinn” ist hier zentral. Er bedeutet, dem eigenen Leben einen Sinn zu geben. Nach der Phase der Fürsorge für Familie und Kinder erwacht der Wunsch nach Selbstverwirklichung. Dies ist keine egoistische Haltung, sondern ein wichtiger Schritt zur eigenen Identität.

Gesellschaftliche Vergleiche und ihre Auswirkungen

Die aktuelle Generation von Frauen ist global vernetzt. Der ständige Vergleich mit Schönheitsidealen und perfekten Bildern kann Stress erzeugen. Soziale Medien und KI-optimierte Fotos verstärken diesen Druck. Frauen fühlen sich unattraktiv oder nicht ausreichend.

Dieser Vergleich kann Symptome in den Wechseljahren verstärken. Er manipuliert den Körper. Die damalige Generation hatte weniger Vergleichsmöglichkeiten. Sie lebten in ihren Gemeinschaften. Die Nachbarin sah genauso aus wie sie. Heute ist der Druck, einem Ideal zu entsprechen, immens.

Selbstbewertung: Eine Falle für den Selbstwert

Die Selbstbewertung ist eine Falle. Wer sich selbst schlecht bewertet, ist innerlich instabil. Der Selbstwert sinkt. Wahre Attraktivität kommt von innen. Sie entsteht durch Authentizität und Selbstakzeptanz. Es geht darum, zu wissen, wer man ist, und sich so zu lieben.

Nicole Kaps‘ Credo “Spürbar schöner” bezieht sich nicht auf Äußerlichkeiten. Es geht um das innere Gefühl. Es bedeutet, authentisch zu sein und das Leben zu führen, das man sich wünscht. Dies ist der Weg aus der ständigen Bewertung.

Medikamente und Ursachen: Ein kritischer Blick

Hormontherapien können Symptome der Wechseljahre lindern. Doch sie behandeln oft nicht die Ursache. Nicole Kaps betont, dass jede Frau selbst entscheiden muss. Wichtig ist jedoch, sich über Alternativen zu informieren.

Dr. Messner ergänzt, dass Heilung nur vom Menschen selbst kommen kann. Die Ursache für Beschwerden wie Bluthochdruck liegt oft in inneren Spannungen. Wenn diese erkannt werden, benötigt die Seele das Symptom nicht mehr. Die Arbeit von Nicole Kaps hilft, dieses Bewusstsein zu schaffen.

Freiheit in den Wechseljahren: Eine Definition

Für Nicole Kaps bedeutet Freiheit, nicht nur körperlich beweglich zu sein. Es ist die Fähigkeit, den eigenen Körper als Verbündeten zu erleben. Innere Freiheit bedeutet, Nein sagen zu dürfen, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Es ist die Kraft, Entscheidungen zu treffen, die zum eigenen Wohlbefinden beitragen.

Abschließende Botschaft: Bleibe spürbar schöner

Nicole Kaps’ wichtigste Botschaft an jede Frau in den Wechseljahren lautet: “Bleibe spürbar schöner.” Dieser Satz fasst ihre Philosophie zusammen. Er ermutigt Frauen, sich auf ihre innere Schönheit zu konzentrieren. Er fordert sie auf, ihren Selbstwert zu erkennen und ihr Leben authentisch zu gestalten.

Diese Transformation ist eine Chance. Sie bietet die Möglichkeit, alte Lasten abzuwerfen. Sie eröffnet neue Energien und Perspektiven. Die Wechseljahre sind nicht das Ende, sondern der Beginn eines neuen Kapitels. Ein Kapitel voller Freiheit, Selbstbestimmung und innerer Schönheit.

Themenschwerpunkte

  • Wechseljahre als Transformation: Eine umfassende Veränderung auf psychischer und körperlicher Ebene.
  • Bluthochdruck und Hormone: Zusammenhang zwischen Östrogenabfall und Blutdruck.
  • Selbstermächtigung der Frau: Wichtigkeit, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.
  • Umgang mit Symptomen: Ganzheitliche Strategien wie moderate Bewegung, Yoga und Meditation.
  • Glaubenssätze und Denkmuster: Erkennen und Loslassen alter Überzeugungen.
  • Die Rolle der Selbstfürsorge: Frauen sollen sich selbst in den Fokus rücken.
  • Gesellschaftlicher Vergleich: Einfluss von Schönheitsidealen und medialer Darstellung auf das Selbstwertgefühl.
  • Akzeptanz und Bewertung: Die Bedeutung, sich selbst zu akzeptieren und Bewertungen loszulassen.
  • Medikamente vs. Ursachenbekämpfung: Symptome behandeln reicht nicht aus. Die Ursachen müssen angegangen werden.
  • Freiheit: Freiheit bedeutet, „Nein“ sagen zu können ohne Rechtfertigung.

Zitate

  • “Je mehr Aufklärung passiert, desto besser, weil ich feststelle, dass viele Frauen doch noch in den Wechseljahren ein bisschen im Dunkeln tappen.” – Nicole Kaps
  • “Das Ziel muss sein, in die Selbstermächtigung zu kommen.” – Dr. Harald Messner
  • “Wenn aber man diese Transformation zulässt, dann können ganz neue Energien sich freisetzen.” – Nicole Kaps
  • “Dauerstress und dieses permanente Funktionieren das ganz oft verstärken, eben der Bluthochdruck.” – Nicole Kaps
  • “Bleibe spürbar schöner.” – Nicole Kaps

Häufige Fragen (FAQ)

Kann in den Wechseljahren der Blutdruck ansteigen?

Ja. Bei vielen Frauen steigt der Blutdruck während der Wechseljahre an. Eine Rolle spielen hormonelle Veränderungen, insbesondere der sinkende Östrogen- und Progesteronspiegel. Gleichzeitig können Schlafstörungen, Stress und Veränderungen des Lebensstils den Blutdruck zusätzlich beeinflussen. Deshalb lohnt sich eine regelmäßige Blutdruckkontrolle in dieser Lebensphase.

Warum treten Bluthochdruck und Wechseljahre häufig gemeinsam auf?

Die Wechseljahre sind nicht nur eine hormonelle, sondern auch eine körperliche und psychische Umbruchphase. Schlafprobleme, nächtliches Schwitzen, anhaltender Stress und emotionale Belastungen können dazu beitragen, dass der Blutdruck steigt. Häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.

Sind Schlafstörungen ein frühes Anzeichen der Wechseljahre?

Ja. Viele Frauen berichten, dass Schlafstörungen zu den ersten Veränderungen gehören. Typisch sind häufiges Aufwachen, nächtliches Schwitzen und ein weniger erholsamer Schlaf. Da schlechter Schlaf den Blutdruck ungünstig beeinflussen kann, sollte dieses Symptom ernst genommen werden.

Kann Stress den Blutdruck in den Wechseljahren erhöhen?

Chronischer Stress gilt als wichtiger Einflussfaktor auf den Blutdruck. Viele Frauen erleben in dieser Lebensphase zusätzlich berufliche, familiäre oder persönliche Veränderungen. Wer dauerhaft unter Anspannung steht und sich selbst wenig Raum gibt, kann dadurch auch seinen Blutdruck negativ beeinflussen.

Welche Rolle spielt die Selbstfürsorge in den Wechseljahren?

Im Podcast wird betont, dass viele Frauen jahrzehntelang vor allem für andere da waren. Die Wechseljahre können eine Gelegenheit sein, die eigenen Bedürfnisse wieder stärker wahrzunehmen, Grenzen zu setzen und sich selbst mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dies kann das allgemeine Wohlbefinden verbessern.

Kann ein gesunder Lebensstil den Blutdruck in den Wechseljahren unterstützen?

Ja. Ausreichender Schlaf, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der bewusste Umgang mit Stress gehören zu den wichtigsten Maßnahmen, um Herz und Gefäße zu unterstützen. Im Interview werden insbesondere moderate Bewegungsformen wie Spaziergänge, Yoga oder Meditation als sinnvolle Möglichkeiten angesprochen.

Sollten Frauen in den Wechseljahren sofort eine Hormontherapie beginnen?

Diese Entscheidung sollte immer individuell gemeinsam mit einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt getroffen werden. Im Podcast wird betont, dass Frauen sich umfassend über Nutzen, Risiken und mögliche Alternativen informieren sollten. Eine Hormonersatztherapie kann Beschwerden lindern, ersetzt jedoch nicht einen gesundheitsfördernden Lebensstil.

Können die Wechseljahre auch eine Chance sein?

Ja. Nicole Kaps beschreibt die Wechseljahre als Transformationsphase. Viele Frauen erleben nach dieser Zeit mehr innere Klarheit, mehr Selbstvertrauen und eine größere Freiheit, das eigene Leben nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Dieser Perspektivwechsel kann helfen, die Veränderungen nicht nur als Verlust, sondern auch als Neubeginn zu sehen.

Warum fällt vielen Frauen das Nein-Sagen so schwer?

Im Interview wird beschrieben, dass viele Frauen über Jahre gelernt haben, Erwartungen anderer zu erfüllen und eigene Bedürfnisse hintenanzustellen. Gerade in den Wechseljahren werden solche Verhaltensmuster häufig bewusst. Das Erlernen gesunder Grenzen kann deshalb ein wichtiger Schritt zu mehr Lebensqualität sein.

Können Wechseljahre ohne starke Beschwerden verlaufen?

Ja. Die Beschwerden unterscheiden sich deutlich von Frau zu Frau. Manche erleben kaum Einschränkungen, andere leiden unter ausgeprägten Symptomen. Nach den persönlichen Erfahrungen der Interviewpartnerin scheinen Frauen, die bereits früher gut auf ihre eigenen Bedürfnisse geachtet und chronischen Stress reduziert haben, die Wechseljahre häufig als weniger belastend zu erleben. Diese Beobachtung stellt jedoch keine wissenschaftlich gesicherte Aussage dar.

Warum wird im Podcast von “Selbstermächtigung” gesprochen?

Der Podcast möchte Frauen ermutigen, die Wechseljahre nicht ausschließlich als medizinisches Problem zu betrachten. Ziel ist es, die eigene Gesundheit aktiv mitzugestalten – durch Wissen, bewusste Entscheidungen und einen gesunden Lebensstil. Medikamente können sinnvoll sein, ersetzen jedoch nicht die Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen und Belastungen.

Kann ein gesunder Umgang mit den Wechseljahren auch dem Herzen helfen?

Da Bluthochdruck einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, lohnt es sich, gerade in den Wechseljahren auf Blutdruck, Bewegung, Schlaf und Stressbewältigung zu achten. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diesen Themen kann langfristig zur Herzgesundheit beitragen.

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Bewegungspausen statt Fitnessstudio

Key Takeaways

  • Regelmäßige Bewegung ist entscheidend für die Gesundheit der Blutgefäße, nicht nur wöchentliche Fitnessstudio-Besuche.
  • Hoher Blutdruck entsteht hauptsächlich in den kleinen Widerstandsgefäßen, die flexibel bleiben müssen.
  • Stickstoffmonoxid in unserem Körper entspannt die Gefäße, wird aber schnell abgebaut, daher braucht es regelmäßige Aktivierung.
  • Sitzen stellt ein Gesundheitsrisiko dar, da es die Produktion von Stickstoffmonoxid und die Flexibilität der Gefäße verringert.
  • Kleine Bewegungspausen wie Aufstehen oder kurze Spaziergänge alle 50 Minuten können Bluthochdruck durch Bewegungspausen natürlich senken.

Viele Menschen glauben, Gesundheit sei eine Frage von Disziplin. Ein- oder zweimal pro Woche ins Fitnessstudio gehen, ordentlich schwitzen und dann einen Haken hinter das Thema Bewegung machen. Doch unsere Blutgefäße denken anders.

Stell dir zwei Menschen vor.

Fitnessstudio Cross Trainer

Der erste besitzt ein teures Fitnessstudio-Abo. Einmal pro Woche trainiert er 45 Minuten intensiv. Danach verbringt er jedoch die meiste Zeit sitzend: im Auto, im Büro, in Besprechungen oder auf dem Sofa.

Bürogymnastik

Der zweite besitzt kein Fitnessstudio-Abo. Dafür bewegt er sich regelmäßig. Er steht jede Stunde kurz auf, nutzt Treppen, geht kurze Wege zu Fuß und macht kleine Bewegungspausen während des Arbeitstags.

Welcher von beiden tut langfristig mehr für seine Gefäße?

Die Antwort überrascht viele Menschen.

Warum Blutdruck vor allem in den Gefäßen entsteht

Die meisten Menschen glauben, ihr Herz sei für den hohen Blutdruck verantwortlich. Tatsächlich entsteht der größte Teil des Blutdrucks jedoch in den kleinen Widerstandsgefäßen.

Sind diese Gefäße eng gestellt, steigt der Druck.

Sind sie entspannt und weit gestellt, sinkt der Druck.

Die Fähigkeit dieser Gefäße, sich flexibel zusammenzuziehen und wieder zu entspannen, ist daher ein entscheidender Faktor für deine Gesundheit.

Das Wundermolekül Stickstoffmonoxid

Unser Körper produziert selbst eine Substanz, die Blutgefäße entspannen kann: Stickstoffmonoxid.

Dieses Molekül wirkt direkt auf die Gefäßmuskulatur. Die Gefäße erweitern sich, der Widerstand sinkt und der Blutdruck kann sich verbessern.

Das Besondere daran:

Stickstoffmonoxid wirkt nur sehr kurz. Es wird schnell gebildet und genauso schnell wieder abgebaut.

Genau deshalb reicht eine einzelne Trainingseinheit pro Woche nicht aus, um dauerhaft von diesem Effekt zu profitieren.

Das Endothel – dein größtes Organ

Die Innenwand aller Blutgefäße wird von einer dünnen Zellschicht ausgekleidet: dem Endothel.

Diese Endothelzellen gehören zu den wichtigsten Gesundheitsmanagern deines Körpers.

Sie entscheiden mit darüber:

Leider wird das Endothel täglich belastet.

Hohe Blutzuckerwerte, Rauchen, chronische Entzündungen, oxidativer Stress und hoher Blutdruck können diese empfindlichen Zellen schädigen.

Warum Sitzen ein Gesundheitsrisiko ist

Der gefährlichste Sport der Welt ist möglicherweise gar kein Sport.

Es ist das Dauersitzen.

Wenn du stundenlang nahezu bewegungslos sitzt, erhält dein Gefäßsystem kaum Aktivierungssignale.

Die Folge:

Die Produktion von Stickstoffmonoxid nimmt ab.

Die Gefäße verlieren langfristig einen Teil ihrer Flexibilität.

Der Stoffwechsel verlangsamt sich.

Viele Menschen verbringen heute zehn oder mehr Stunden täglich sitzend. Für unsere evolutionär auf Bewegung ausgelegte Biologie ist das eine Herausforderung.

Warum Bewegungspausen so wirksam sind

Entscheidend ist nicht nur die Menge der Bewegung.

Entscheidend ist die Häufigkeit.

Bereits kurze Bewegungsunterbrechungen können die Gefäße stimulieren.

Dazu gehören:

  • Aufstehen und Strecken
  • Schulterkreisen
  • Treppensteigen
  • kurze Spaziergänge
  • Wadenbewegungen im Sitzen
  • bewusstes tiefes Atmen

Jede dieser Aktivitäten aktiviert Muskulatur, verbessert die Durchblutung und setzt neue Reize für die Bildung von Stickstoffmonoxid.

Die 50-Minuten-Regel

Eine einfache Strategie lautet:

Stehe spätestens alle 50 bis 60 Minuten auf.

Bewege dich 10 bis 60 Sekunden.

Das genügt häufig bereits, um neue Aktivierungssignale für die Gefäße zu setzen.

Du musst dabei weder schwitzen noch Sportkleidung tragen.

Wichtig ist lediglich die Regelmäßigkeit.

Der Spaziergang nach dem Essen

Besonders wertvoll ist Bewegung nach Mahlzeiten.

Ein kurzer Spaziergang von etwa 10 Minuten unterstützt:

Diese Maßnahme gehört zu den einfachsten und gleichzeitig wirkungsvollsten Gesundheitsgewohnheiten überhaupt.

Praktische Ideen für den Alltag

  • Telefonate im Gehen führen
  • Drucker weiter entfernt aufstellen
  • Wasserflasche nicht auf den Schreibtisch stellen
  • Treppen statt Aufzug nutzen
  • Nach jeder längeren E-Mail kurz aufstehen
  • Während Besprechungen Füße bewegen
  • Hände 10 Sekunden gegeneinander drücken

Jede einzelne Bewegung zählt.

Fazit

Vielleicht brauchst du keinen perfekten Trainingsplan.

Vielleicht brauchen deine Gefäße vor allem Regelmäßigkeit.

Dein Körper produziert seinen eigenen Blutdrucksenker – Stickstoffmonoxid.

Dafür benötigt er keine teuren Geräte, keine Nahrungsergänzungsmittel und kein Fitnessstudio.

Er benötigt immer wieder Bewegung.

Nicht nur einmal pro Woche.

FAQ

Können Bewegungspausen den Blutdruck senken?

Ja. Regelmäßige Bewegungspausen fördern die Gefäßfunktion und können dazu beitragen, den Blutdruck zu verbessern.

Wie oft sollte ich Bewegungspausen machen?

Ideal sind kurze Bewegungspausen alle 50 bis 60 Minuten.

Ist ein Fitnessstudio für gesunde Gefäße notwendig?

Nein. Regelmäßige Alltagsbewegung kann für die Gefäßgesundheit sehr wertvoll sein.

Warum ist Sitzen problematisch?

Langes Sitzen reduziert die Aktivität der Muskulatur und kann die Gefäßfunktion beeinträchtigen.

Was ist Stickstoffmonoxid?

Stickstoffmonoxid ist ein körpereigener Botenstoff, der Blutgefäße erweitert und die Durchblutung verbessert.

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Transkript

Zwei vollkommen unterschiedliche Menschen oder Verhaltensweisen sind heute das Thema dieser Podcast-Folge.

Nummer 1, Nummer 1 hat ein teures High-End-Fitnesscenter-Abo. Er geht einmal, und zwar dienstags abends, 45 Minuten lang in die Fitnessbude, arbeitet sich auf dem Crosstrainer ab, bis der Schweiß überall hinrennt, geht dann unter die Dusche und fällt zu Hause quasi ins Bett. An den anderen 6 Tagen in der Woche ist er aber eher hinter dem Schreibtisch, er sitzt häufig im Auto, er sitzt häufig in Sitzungen, und wenn er abends nach Hause kommt, dann schläft er auf der Couch vor dem Fernseher ein. Aber er hat das teure Fitnessabo, und der andere, der hat kein Fitnessabo, der gibt kein Geld für die Fitness aus, aber was er macht: Der geht her und macht alle 50 Minuten einfach eine einfache Bewegung, der rotiert bei der Schulter, streckt mal die Arme für 10 Sekunden und arbeitet dann weiter.

Und auch sonst im Laufe des Tages nutzt er die Treppe, oder er geht zu Fuß zur Arbeit, oder einen großen Teil des Weges zu Fuß zur Arbeit, mindestens die letzten 100 oder 200 Meter, und auch im Laufe der Woche so bewegt er sich zu Hause, hat immer was zu tun, und macht immer leichte Belastungen. Und jetzt darfst du mal raten, wem es gefäßmäßig langfristig besser geht, und das ist eine spannende Folge, und ich freue mich drauf, dir das erklären zu können.

Ja, ich bin Dr. Harald Messner, ja, ich bin Tannist, Nephrologe, und ich nenne mich mal Präventionsmediziner, nämlich das ist der Grund, warum ich diese Podcast-Folgen für dich mache. Ich will verhindern, dass bei dir einmal der Notarzt vor der Tür stehen muss und dich wegen einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus bringen muss. Und heute erzähle ich dir was über das Stickstoffmonoxid. Du wunderst dich, was hat das zu tun mit diesen beiden Menschen, die ich dir zu Anfang vorgestellt habe, aber ich erkläre dir das jetzt.

Das Stickstoffmonoxid ist ein sehr, sehr wichtiges Molekül in deinem Körper. Dieses Stickstoffmonoxid ist in der Lage, die Muskulatur deiner Gefäße zur Erschlaffung zu bringen. Das heißt, wenn die Gefäße erst eng sind, werden sie durch das Stickstoffmonoxid weit gestellt. Das heißt, das Stickstoffmonoxid ist in der Lage, wenn wir noch mal das mit dem Blutdruck betrachten, deinen Blutdruck zu reduzieren, weil die Gefäße weiter werden und dann der Druck in den Gefäßen eben halt sinkt, so wie ich es in vielen Podcast-Folgen dir schon gesagt habe. Also, der Druck in deinem Körper entsteht nicht durch das Herz, sondern der Druck entsteht durch die Widerstandsgefäße, die sich eben halt zusammenziehen. Und wenn du Stickstoffmonoxid regelmäßig bildest, dann ist dein Blutdruck einfach niedriger.

Ja, was machen wir denn jetzt mit Stickstoffmonoxid? Ja, gibt’s eine Pille dafür? Können wir die irgendwie einnehmen? Nee, es gibt keine Pille für Stickstoffmonoxid. Wir brauchen auch keine Nahrungsergänzungsmittel, um unser Stickstoffmonoxid zu erhöhen. Wir brauchen auch keinen Guru auf Bali, der dann mit irgendeiner Maßnahme das Stickstoffmonoxid erhöht. Nein, wir brauchen einfach nur Bewegung. Und wir brauchen auch nicht mal ein Hochleistungskonzept, wir müssen nicht in die Muckimude gehen, sondern wir müssen einfach nur regelmäßig uns bewegen.

Die vielen Menschen meinen ja, genauso wie unser erster Proband, den ich eben erzählt habe: „Wow, wenn ich einmal in der Woche für 45 Minuten mich sozusagen der körperlichen Fitness, bis der Arzt kommt, widme, dann habe ich auch alles für meinen Körper getan und habe ich alles Gesundheitliche gemacht. Dann darf ich mir ja in der restlichen Woche auch sozusagen, ja, hinter dem Schreibtisch meine Probleme lösen, ich kann mich abends auf die Couch setzen an den anderen 6 Tagen, und ich brauche mich auch sonst nicht mehr zu bewegen.“

Jetzt kommen wir aber zum Stickstoffmonoxid. Dieses Stickstoffmonoxid ist keine Substanz, die man einmal ausscheidet, und dann wirkt die 10 Stunden. Nee, das Stickstoffmonoxid wirkt nur ganz kurz und wird sofort wieder abgebaut und verschwindet sofort wieder. Das ist ja auch logisch, weil der Körper ja hergehen muss, die Gefäßweite immer wieder den aktuellen Anlassen entsprechend anpassen muss. Das heißt, das Stickstoffmonoxid wird kurzfristig sezentiert, und dann ist es hinterher schnell wieder weg.

Und das ist genau das Thema bei dem Hochleistungssport. Du machst dann in diesen 45 Minuten, knallst du Stickstoffmonoxid auf deine Gefäße, weil alle Muskelgefäße weit sind, und dann ist auch dein Blutdruck im Anschluss an deine 45-minütige Sparringsmaßnahme auch super gut. Aber wenn dann das Stickstoffmonoxid wieder weg ist, dann ist diese Wirkung auch wieder weg. Was bedeutet das für dich? Die 45 Minuten dienstags abends, die sind zwar für deine Fitness möglicherweise ganz gut, aber die sind nichts, womit du deinen Gefäßen einen Gefallen tun kannst. Und das liegt daran, weil diese Gefäße eben halt auf das kurzfristige Stickstoffmonoxid-Vorhandensein reagieren, denn es ist wieder weg. Deswegen müssen wir hergehen, müssen das Stickstoffmonoxid immer wieder neu bilden lassen. Und wie wir das machen, das erzähle ich gleich, aber erst will ich dir noch mal die Wirkung dieses Endothels erklären.

Das Endothel ist das größte Organ in unserem Körper. Du musst dir vorstellen, alle deine Gefäße von den kleinsten Kapillaren bis über die größten Arterien der Aorta und auch im Herzen innen drin und auch in den Venen, alles das ist, da die Auskehrung ist alles Endothel, also das größte Organ in deinem Körper. Und dieses Endothel gerät auch immer mehr in den Blickpunkt der Forschung, weil nämlich in diesem Endothel entscheidend Prozesse ablaufen, die unsere Gefäßgesundheit maximal beeinflussen. All die Dinge, die wir so als Risikofaktoren kennen, die baggern an dem Endothel. Da kommt jetzt der Begriff, alle haben ihn schon mal gehört, der chronischen Entzündung. Da ist dieses chronische Entzündung, dieses Endothel, das kannst du nicht messen, die ist so wenig Entzündung, aber sie ärgert deine Endothelzelle zum Beispiel. Oder wenn du sehr viel oxidative Substanzen zuführst oder wenn dein Zucker hoch ist oder wenn du rauchst oder wenn der Blutdruck hoch ist, all das führt zu Oxidationen, Veränderungen an diesen Endothelzellen. Und diese Endothelzellen, die vermitteln dann zwischen dem, was sich im Blut befindet, und dem Gewebe drumrum, und das ist genau das Thema. Und wenn die Endothelzelle durch eben halt die Schädigungen, die wir ihr zufügen, nicht mehr in der Lage ist, endogenes Nitro zu produzieren, dann kann die Endothelzelle auch nicht mehr hergehen und die Gefäße entspannen. Das bedeutet, die Endothelzelle ist eine entscheidende Zelle, die was die entscheidet, wie gefäßgesund du bist.

So, jetzt kommen wir mal wieder zu der Frage: Warum und wann wird denn die Endothelzelle endogenes Nitro produzieren? Und sie produziert das einfach auf Bewegung, Belastung und auf Anforderung durch Bewegungen. Das heißt, der Reiz, sich zu bewegen und den Muskel und die Gelenke und das alles zu bewegen, führt dazu, dass diese Endothelzelle dieses endogene Nitro bildet, dieses Stickstoffmonoxid bildet, um dann deine Gefäße quasi zu erschlaffen.

So, was passiert jetzt im Fitnessstudio? 45 Minuten voll Dampf für das endogene Nitro, aber dann ist den restlichen 24 Stunden und 6 Tagen Schluss mit endogenem Nitro, wenn ich nämlich nur auf der Couch oder hinter dem Schreibtisch sitze. Und jetzt sage ich dir mal, was der gefährlichste Sport überhaupt ist. Der gefährlichste Sport ist das Dauersitzen. Und wenn du dauerhaft hinter deinem Schreibtisch sitzt und dich nicht bewegst, der Popo ist auf der Unterfläche, du strengst nichts an, dann bildet sich kein endogenes Nitro. Und wir wissen, dass das dazu führt, dass langfristig die Gefäße nicht mehr so flexibel sind. Und es gibt sehr schöne Untersuchungen, und deswegen erzähle ich dir heute etwas zu diesem Thema, die nämlich beweisen, dass wenn du regelmäßig alle 50 Minuten ein oder zwei Bewegungen 10 Sekunden mit den Füßen strampeln oder 10 Sekunden mit dem Oberkörper treten oder einmal um den Schreibtisch gehen machst, senkst du deinen diastolischen Blutdruck um 5, in manchen Fällen sogar um 10 Millimeter hg. Deswegen sind kurze Bewegungspausen ganz entscheidend.

Eigentlich müsste ich jetzt schon wieder, wo ich jetzt hier den zweiten Versuch mache, diese Podcast-Folge aufzusprechen, einmal hier um das Wohnmobil, in dem ich sitze, hier laufen, tue ich aber nicht, weil ich erst diesen Podcast, diese Podcast-Folge zu Ende mit dir besprechen müsste. Deswegen sage ich ganz klar: Bewege dich regelmäßig.

Ein ganz wichtiger Punkt hatte ich ja auch schon mal besprochen: Nach jeder Mahlzeit oder nach glukosehaltigen Mahlzeiten steh auf und geh 10 Minuten spazieren. Und dann alle anderen Dinge machst du einfach nur 10 Sekunden. Du aktivierst 10 Sekunden die Muskulatur, du verbesserst quasi deine Haltung, weil du dich mal wieder gerade hinsetzt, du veränderst deine Atmung und du hast plötzlich mal kurzfristig, ein ganz entscheidender Effekt, einen komplett anderen Fokus als das, was da auf deinem Bildschirm vor im bei deinem Computer passiert und was deine Aufgaben sind. Also, du gehst auch her und machst was ganz anderes für 10 Sekunden und bist dann vollständig wach.

Und dann gibt es auch noch solche Aktivierungen, die finden unterhalb der Schreibtischoberfläche statt, nämlich du kannst immer mit den Füßen wippen und kannst auf und runter gehen mit den Oberschenkeln, Unterschenkeln und auch mal den Po zusammenkneifen. Das kannst du auch machen, wenn du in Sitzungen sitzt, langen Sitzungen sitzt, bewege deine Füße einfach mal. Das muss nicht dazu führen, dass die Leute denken, du bist unruhig. Nein, das ist einfach dazu, das macht dich sofort wach, weil du nämlich geistig dann eben halt kurzfristig in der Auszeit bist und plötzlich dein endogenes Nitro wieder aktivierst.

Also, das solltest du auf jeden Fall tun, regelmäßig diese Sachen, also alle Stunde oder alle 50 Minuten für 10 oder 20 Sekunden was zu machen. Dann auch ganz wichtig: Isometrische Übungen, die kurzfristig sind, wo du einfach nur deine Hände zum Beispiel zusammennimmst und feste zueinander drückst und hältst das 10 Sekunden und machst die anschließend wieder locker und guck mal, was du dann fühlst, wie aufrecht und gerade du sitzt, und du hast wahnsinnig viel endogenes Nitro gebildet, was deine Gefäße weit macht. Und natürlich das tiefe Ein- und Ausatmen, das ist genau der entscheidende Punkt.

Und dann eins darfst du mitnehmen: Es geht nicht um die Dauer dieser Übung, sondern ob du das jetzt zum Beispiel eine Stunde machst oder 20 Minuten, darum geht es nicht. Es geht um die Frequenz dieser Übung. Das heißt also, wenn du es jede Stunde kurzfristig machst, dann hast du eine höhere Frequenz als der, der einmal für 45 Minuten in der Woche das teure Fitnessstudio aufsucht. Natürlich ist es nicht dein Ziel, herzugehen mit dieser Nummer, Gewicht abzunehmen, aber ganz entscheidend ist, du arbeitest an deiner Gefäßerweiterung, du arbeitest an der Flexibilität deiner Gefäße. Und ich sage dir, das macht Spaß, Mann, du hast nicht das Thema, dass du hergehen musst und dich quälen musst in einem Fitnessstudio, sondern du brauchst einfach nur kurz Übungen machen. Und wenn du das regelmäßig machst, verspreche ich dir, du hast einen verbesserten Schlaf, du hast eine verbesserte Nahrungsaufnahme und du hast eine verbesserte Atmung. Und deswegen schlage ich dir vor, das regelmäßig zu machen.

Geh beim Telefonieren einfach mal aus der Sitzhaltung auf, lauf durchs Zimmer, wenn du das kannst, mach jede Stunde 2 Minuten gehen, geh, mach, stell den Drucker weiter von deinem Sitz weg, nimm die Treppe, wenn du ähm in die zweite oder dritte Etage steigen musst und dann mach nach jeder E-Mail, die du lange beantwortet hast, eine kurze Bewegungspause und dann gehst du her. Und dann stell dir in deinem Büro die Flasche Wasser nicht direkt auf den Schreibtisch, sondern stell sie ein Stückchen weiter weg, damit du aufstehen musst. Und natürlich, ich hatte es bereits erwähnt, der Spaziergang nach den Mahlzeiten ist essentiell.

Vielleicht brauchst du gar keinen perfekten Trainingsplan, um dich und deinen Körper gesund zu halten, sondern du brauchst einfach nur regelmäßige Bewegung, die dir auch Spaß macht und die dir sozusagen Wachheit im Laufe des Tages schenkt. Und da brauchst du kein Power Nap, wenn du das zwischendurch gemacht hast oder dich so zwischendurch bewegt hast, bist du wieder vollständig bei dir und bist vollständig bewusst und kannst dich vollständig auf deine Arbeit kontrollieren.

Also, wenn dir diese Podcast-Folge gefallen hat, dann würde ich dich bitten, dass du sie gerne mit anderen Menschen teilst, damit sie eben halt auch in die Lage kommen, das durchzuführen, was du jetzt hier alles von mir gehört hast und dass deren Gefäße auch gesünder sind. Und wenn du es jetzt anfängst, mal zu machen, dann würde ich mich freuen, wenn du mir berichtest, ob dir jetzt diese Übungen auch an Wachheit und an deinem Blutdruck geholfen haben. Ja, und sonst sehen wir uns bei einer der nächsten Podcast-Folgen. Ich freue mich darauf.

Gehirn schützen beginnt bei Deinem Blutdruck

Blutdruck und Gehirn: Ein entscheidender Faktor für Deine geistige Gesundheit

Kannst du dein Gehirn allein durch Kreuzworträtsel oder Sudokus fit halten? Viele Menschen glauben das. Doch es gibt einen weitaus entscheidenderen Faktor, der deine geistige Gesundheit maßgeblich beeinflusst. Dein Blutdruck ist hier der Schlüssel. Ein gut eingestellter Blutdruck schützt deine Gefäße und damit dein Gehirn vor langfristigen Schäden.

Entwicklung zur Demenz
Entwicklung zur Demenz

Die Rolle Deiner Gefäße

Wir wissen heute, dass der Blutdruck eine Rolle für die Gefäßgesundheit im Gehirn spielt. Die kleinen Gefäße in Deinem Gehirn passen sich dem Druck an, der in ihnen herrscht. Wenn Dein Blutdruck dauerhaft zu hoch ist, werden diese Gefäße steifer. Sie verändern sich, um dem erhöhten Druck standzuhalten.

Diese Versteifung hat weitreichende Folgen. Versteifte Gefäße werden oft nicht mehr ausreichend durchblutet. Dies kann zu Problemen führen. Es können sich auch verhärtete Ablagerungen lösen und ins Gehirn gelangen. Diese Ablagerungen können dann Schäden verursachen.

Bluthochdruck und Demenz: Der Zusammenhang

Langfristig hoher Blutdruck hat gravierende Auswirkungen. Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und dem Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken. Je besser dein Blutdruck über die Jahre eingestellt war, desto geringer ist das Risiko für Demenz im hohen Alter. Es ist also wichtig, Dich frühzeitig um deinen Blutdruck zu kümmern.

Alzheimer

Wir müssen hier zwischen Alzheimer und vaskulärer Demenz unterscheiden. Diese beiden Erkrankungen werden oft miteinander verwechselt. Sie sind aber nicht das Gleiche. Alzheimer Demenz ist durch Ablagerungen im Gehirn gekennzeichnet, die Nervenzellen stören. Diese Ablagerungen behindern die Zusammenarbeit der Nervenzellen.

Vaskuläre Demenz

Bei der vaskulären Demenz, also der gefäßbedingten Demenz, gibt es keine solchen Ablagerungen. Hier liegt das Problem in Durchblutungsstörungen. Diese Störungen entstehen durch die beschriebenen Gefäßveränderungen. Sie können die Erinnerungs- und Merkfähigkeit beeinträchtigen. Auch die geistige Flexibilität im Alter kann darunter leiden.

Vaskuläre Demenz: Prävention durch Blutdruckkontrolle

Es ist unklug, den Blutdruck zu vernachlässigen. Forschungen zeigen, dass ein gut eingestellter Blutdruck ab dem 40. Lebensjahr das Risiko für vaskuläre Demenz deutlich senkt. Die Wahrscheinlichkeit, an einer gefäßbedingten Erinnerungsstörung zu leiden, nimmt ab.

Daher sollten wir uns aktiv um die Einstellung des Blutdrucks kümmern. Ein Wert von 135 zu 85 mmHg morgens an der Bettkante ist ein guter Richtwert. Dieser Wert hält den Blutdruck im Normbereich. Er schützt auch die Gefäße. Die Langzeitwirkung eines normalen Blutdrucks ist für das Gehirn von großer Bedeutung.

Es gibt verschiedene Ansätze zur Blutdrucksenkung. Viele Menschen denken sofort an Medikamente. Doch es gibt auch andere wichtige Faktoren, die man beachten sollte. Eine gesunde Lebensweise ist hierbei unverzichtbar. Sie kann den Blutdruck positiv beeinflussen.

Medikamente und Gehirnschutz: Eine neue Perspektive

Es stellt sich die Frage, ob verschiedene Blutdruckmedikamente unterschiedliche Schutzmechanismen für das Gehirn bieten. Sind alle blutdrucksenkenden Medikamente gleich wirksam? Können sie Gefäßveränderungen im Gehirn gleichermaßen verhindern? Und beugen sie vaskulärer Demenz vor?

Eine aktuelle Studie gibt hier neue Einblicke. Medikamente, die den AT2-Rezeptor stimulieren, könnten einen Vorteil haben. Sie könnten wirksamer sein als Medikamente, die den AT2-Rezeptor hemmen. Dies ist ein wichtiger Punkt für die Gehirngesundheit.

Angiotensin-Rezeptoren: Gut und Böse

Um dies zu verstehen, betrachten wir die Angiotensin-Rezeptoren. Diese Rezeptoren sollen den Blutdruck regulieren. Wenn man sie blockiert, soll der Blutdruck sinken. Es gibt den Angiotensin-I-Rezeptor (AT1) und den Angiotensin-II-Rezeptor (AT2).

Der AT1-Rezeptor ist der „böse“ Teil. Wird er stimuliert, steigt der Blutdruck. Medikamente wurden entwickelt, um diesen AT1-Rezeptor zu hemmen. Das blockiert den blutdrucksteigernden Effekt.

Wenn der AT1-Rezeptor blockiert ist, kann Angiotensin an den AT2-Rezeptor binden. Dieser AT2-Rezeptor scheint eine schützende Bedeutung für das Gehirn zu haben. Er ist auch an der Bildung von Bradykinin beteiligt. Hohe Bradykininspiegel können Husten verursachen. Dies ist ein bekannter Nebeneffekt von ACE-Hemmern und leider auch AT1 Rezeptorblockern.

Die erwähnte Untersuchung deutet darauf hin, dass AT1-Rezeptor-Blocker vaskulärer Demenz vorbeugen können. Dies geschieht, indem sie den AT2-Rezeptor freilassen. Der AT2-Rezeptor wird aktiviert. Er schützt dann die Gefäße im Kopf.

Wichtig ist: Es handelt sich hierbei um eine einzelne Studie. Wir können daraus noch keine definitive Empfehlung ableiten. Weitere Untersuchungen sind nötig. Diese müssen den Zusammenhang bestätigen. Doch es ist ein vielversprechender Hinweis für die Zukunft.

Dein Weg zu einem gesunden Gehirn

Die Normalisierung des Blutdrucks ist das oberste Ziel. Ein normaler Blutdruck sorgt dafür, dass deine Gefäße im Gehirn gesund bleiben. So kannst du bis ins hohe Alter deine volle Hirnfunktion erhalten. Dein Gehirn und dein Nervensystem sind wichtige Bestandteile deines Lebens. Sie ermöglichen dir Lebensqualität.

Es ist nicht nur für Deine Nieren und Dein Herz klug. Es ist auch für Dein Gehirn klug, wenn Dein Blutdruck normal ist. Lass Deinen Blutdruck normalisieren. Miss ihn aber richtig. Nicht beim Arzt nebenbei. Miss ihn in Ruhe. Miss ihn niemals unter nervlicher Belastung.

Andernfalls misst Du ihn falsch hoch. Das könnte zur Verordnung unnötiger Medikamente führen. Ein weiterer unterschätzter Faktor ist innerer Stress. Dauerhafter Stress erhöht Dein Cortisol. Dies wiederum erhöht Deinen Blutdruck.

Du kannst an vielen Stellschrauben arbeiten, nicht nur an Medikamenten. Reduziere Deinen Stress. Achte auf Deine Lebensweise. Sorge selbst dafür, dass Dein Blutdruck in Ordnung ist. Es gibt viele Möglichkeiten, Deinen Blutdruck positiv zu beeinflussen.

Fazit: Blutdruckkontrolle ist Gehirnschutz

Ein normaler Blutdruck ist für Deine Gehirngesundheit unerlässlich. Er schützt vor vaskulärer Demenz und erhält Deine kognitiven Fähigkeiten. Moderne Forschung weist auf die Rolle spezifischer Medikamente hin. Doch die wichtigste Maßnahme bleibt die konsequente Blutdruckkontrolle.

Kümmere Dich um deinen Blutdruck. Das ist ein wichtiger Schritt für ein langes, gesundes und geistig fittes Leben. Dein Gehirn wird es Dir danken.


FAQ Modul

1. Kann Bluthochdruck Demenz verursachen?
Ja, dauerhaft erhöhter Blutdruck kann Gefäße im Gehirn schädigen und so eine vaskuläre Demenz begünstigen.

2. Ist Alzheimer das gleiche wie vaskuläre Demenz?
Nein, Alzheimer entsteht durch Ablagerungen, vaskuläre Demenz durch Durchblutungsstörungen.

3. Kann man Demenz durch Blutdrucksenkung verhindern?
Eine gute Blutdruckeinstellung kann das Risiko deutlich reduzieren.

4. Wann sollte ich meinen Blutdruck kontrollieren?
Am besten morgens in Ruhe, nicht unter Stress.

5. Sind Medikamente allein ausreichend?
Nein, Lebensstil und Stressmanagement sind entscheidend.

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Transkript

Sag mal, denkst Du auch eigentlich, Du könntest Dein Gehirn gesund halten, wenn Du ganz viele so Dokus löst oder wenn Du hergehst und Kreuzworträtsel machst? Hmm, ich kenne doch einen entscheidenderen Faktor, der Dir erlaubt, Dein Gehirn gesund zu halten, und darüber sprechen wir beide jetzt gleich.

Ja, der entscheidende Faktor, und Du wirst es kaum glauben, und deswegen erzähle ich es auch von Dir, für Dich, Entschuldigung, es ist Dein Blutdruck. Ja, wir wissen inzwischen, dass der Blutdruck ganz entscheidende Rolle spielt, weil der Gefäßgesundheit im Gehirn und die Gefäße, die kleinen Gefäße, die passen sich dem Druck, der von ihnen in ihnen herrscht, an. Und wenn der Blutdruck hoch ist, dann werden die Gefäße steifer und die verändern sich, um diesen Druck quasi auszuhalten. Und wenn Du dann versteifte Gefäße im Gehirn hast, dann sind die Gefäße auch manchmal nicht mehr richtig gut durchblutet, und das hat eine Folge, oder es lösen sich Anteile von irgendwelchen verhärteten Veränderungen und sausen dann ins Gehirn. Und das sind dann die Dinge, die Dir dann Probleme bereiten können. Und wir wissen, wenn wir die Menschen mit langfristig hohem Blutdruck haben, sehr gut verfolgen können, dann haben wir festgestellt, dass in vielen Studien sich gezeigt hat, je besser der Blutdruck eingestellt war, desto geringer ist die Demenz im hohen Alter. Das bedeutet, Du darfst Dich um Deinen Blutdruck kümmern.

Man muss zur Demenz sagen, das vermischt man sehr schnell mit dem Thema Alzheimer, aber dieses ist eben halt nicht das Gleiche. Bei Alzheimer kommt es zu einer Ablagerung im Gehirn, die offensichtlich die Nervenzellen stört und da die Zusammenarbeit der Nervenzellen unterbindet. Und bei der anderen Art von Demenz, wir nennen sie jetzt mal vaskuläre, also gefäßbedingte Demenz, da gibt es keine Ablagerungen, da gibt es aber Durchblutungsstörungen. Und diese Gefäßveränderungen offensichtlich, die machen es so, dass Deine Erinnerungsfähigkeit, Deine Merkfähigkeit, aber auch Deine Flexibilität im Alter eingeschränkt werden kann. Und das ist ziemlich unklug. Also wissen, je besser der Blutdruck so ab dem 40. Lebensjahr eingestellt ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du an so einer vaskulären Demenz, also gefäßbedingten Erinnerungsstörung, leiden kannst. Und deswegen wissen wir bereit, also müssen wir uns auch darum kümmern, dass Dein Blutdruck in der Zeit dann wirklich eigentlich ganz gut eingestellt ist. Und da reichen also morgens auf der Bettkante, das habe ich Dir jetzt schon ein paar tausend Mal erzählt, 135 zu 85 aus, um Deinen quasi Blutdruck im Prinzip im Normbereich zu halten und auch für Deine Gefäße im Normbereich zu halten.

Und dann kann man natürlich auch die Frage stellen, gibt es vielleicht unter den Medikamenten, die wir einnehmen, unterschiedliche Schutzmechanismen für Dein Gehirn? Also sind alle Medikamente, die den Blutdruck senken, gleich effektiv, um Deine Gefäßveränderungen im Gehirn zu verhindern und sozusagen dieser vaskulären Demenz vorzubeugen? Und da gab es jetzt, und das ist auch der Grund für diesen Podcast, eine sehr schöne Studie, die herausgefunden hat, dass gerade Medikamente, die dazu führen, dass der AT2-Rezeptor stimuliert werden kann, einen gewissen Vorteil gegenüber den Medikamenten haben, in denen der AT2-Rezeptor gehemmt wird.

Jetzt habe ich Euch oder Dir einiges über Rezeptoren erzählt, aber ich will Dich kurz mitnehmen. Es gibt diese Angiotensin-Rezeptoren, die sollen verhindern, dass der Blutdruck steigt, und die sollen, wenn man die blockiert, dazu führen, dass der Blutdruck sinkt. Aber da gibt es den Angiotensin-I-Rezeptor und den Angiotensin-II-Rezeptor. Und der Angiotensin-I-Rezeptor, der ist der böse Mann oder die böse Frau, egal, der böse Teil, der eben halt, wenn er richtig stimuliert wird, dann wird der Blutdruck steigen. Und deswegen hat man Medikamente entwickelt, die sozusagen den AT1-Rezeptor hemmen. Aber da noch Angiotensin und Angiotensin da ist, darf dann das Angiotensin an den Angiotensin-II-Rezeptor. Und der Angiotensin-II-Rezeptor, der hat offensichtlich eine Bedeutung in Bezug auf den Schutz für das Gehirn. Wir wissen inzwischen, dass der Angiotensin-II-Rezeptor auch sehr schön an der Bildung von Bradykinin beteiligt ist, also die Bradykininspiegel sind hoch. Das führt in der Regel oder bei vielen Menschen auch, gerade wie bei den ACE-Hemmern ähnlich, zu einer Hustenneigung unter der Einnahme von Angiotensin-I-Rezeptor-Blockern, weil der Angiotensin-II-Rezeptor nicht blockiert wird und da ordentlich Angiotensin dran kann.

Jetzt scheint aber nach der Untersuchung, einmaligen Untersuchung, herausgekommen zu sein, dass gerade die, die eben halt den Angiotensin-II-Rezeptor ordentlich mit Angiotensin versehen, das tut nämlich der AT1-Rezeptor-Blocker, dass die offensichtlich einer vaskulären Demenz, nicht einem Alzheimer, vorbeugen können. Also ein Alzheimer hat mit der vaskulären Demenz nichts zu tun, aber es gibt Hinweise, dass eben halt diese Angiotensin-I-Rezeptor-Blockern den Angiotensin-II-Rezeptor freilassen, und die Freilassung führt dazu, dass der Angiotensin-II-Rezeptor angeschmissen wird und in Deinem Kopf die Gefäße schützt. Jetzt müssen wir aber sagen, es ist eine Studie. Das heißt, wir dürfen jetzt nicht die Schlussfolgerung machen: „Oh, Herr Doktor, ich möchte jetzt dringend auch einen Angiotensin-I-Rezeptor-Blocker nehmen, weil es in meiner Birne langfristig gut gehen soll.“ Nein, wir wissen, bisher ist ein kleiner Hinweis, und dieser muss sicherlich noch durch zusätzliche Untersuchungen bestätigt werden. Aber was sicher ist, jede Blutdrucknormalisierung führt dazu, dass es in Deinem Gehirn nicht regnet, dass in Deinem Gehirn sozusagen die Gefäße so bleiben, wie sie sind, und dass Du bis ins hohe Alter mit voller Hirnfunktion rechnen kannst.

Also das primäre Ziel ist die Senkung oder Einstellung Deines Blutdrucks für Dein Gehirn. Und Dein Gehirn und Dein Nervensystem sind ein wichtiger Bestandteil von Deinem Leben, die Dir auch Lebensqualität ermöglichen. Natürlich ist die Pumpe immer im Vordergrund von jedem kardiovaskulär denkenden Menschen, aber auch das Gehirn muss betrachtet werden. Und deswegen sage ich Dir, es ist nicht nur klug für Deine Nieren, nicht nur klug für Dein Herz, sondern vor allen Dingen auch klug für Dein Gehirn, wenn Dein Blutdruck normal ist. Und deswegen lass Deinen Blutdruck normalisieren, aber miss ihn richtig, nicht wie das in vielen Untersuchungen gemacht wird, mal eben vom Arzt nebenbei, sondern miss Deinen Blutdruck in Ruhe und nicht unter einer nervlichen Belastung. Denn dann misst Du den falsch hoch, und dann gibt es Medikamente, die noch gar nicht notwendig wären. Und was auch viel zu wenig betont wird, ist nicht die Medikamenteneinnahme, sondern Dein innerer Stress, den Du hast. Und dieser innere Stress, wenn der dauerhaft da ist, hast Du dauerhaft Cortisol hoch, und Dein Blutdruck ist auch hoch. Also Du kannst an vielen Stellschrauben, nicht nur an der Pille, selber arbeiten und dafür sorgen, dass Dein Blutdruck in diesen Phasen wirklich in Ordnung ist. Und da kannst Du an vielen Stellschrauben drehen, und dann empfehle ich Dir alle meine Podcasts, damit Du was lernen kannst, wie es mit Deinem Blutdruck aussieht.

Und wenn Du noch Fragen hast, würde ich Dich bitten, stell sie mir, schreib es mir unter info@runtermitdemblutdruck.de. Ich wiederhole es nochmal: info@runtermitdemblutdruck.de. Dann kann ich Dir darauf eine Antwort geben, wenn ich sie weiß. Und wenn Du jetzt unter dem Video vielleicht bei YouTube einen Kommentar hinterlässt oder eine positive Nachricht oder auch mir dort schreibst, wäre ich Dir sehr dankbar, denn das ist meine Entlohnung dafür, dass meine Arbeit mir weiterhin Spaß macht und ich Dir zeigen kann, wie Du mit Deinem Blutdruck für Dein Gehirn, für Dein Herz und für Deine Nieren und natürlich für Dein größtes Organ, nämlich die Gefäße, all das tust, was vernünftig ist, was für Dich richtig ist. Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag und sage: Bis bald!

200 Folgen Prävention – Warum ich diesen Podcast mache

Stell dir vor, ich würde dir heute eine Pille anbieten. Kostenlos. Nebenwirkungsfrei. Und sie würde dein Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall um 10 % senken. Du würdest sofort fragen, wo du unterschreiben kannst.

Pille

Diese Pille existiert. Sie heißt Eigenverantwortung.

Heute ist die 200. Folge von RuntermitdemBlutdruck.de. Zweihundertmal Mikrofon an. Zweihundertmal die gleiche Frage im Hinterkopf: Warum mache ich das eigentlich?

Ich bin Nephrologe. Ich habe unzählige Menschen an der Dialyse betreut. Dialyse rettet Leben – das steht außer Frage. Aber jedes Mal habe ich gedacht: Wie viele dieser Verläufe hätten wir verhindern können? Wie viele Gefäße hätten wir schützen können, bevor sie zerstört wurden?


Warum ich lieber 1000 Notfälle verhindere als einen Patienten dialysiere

Ich möchte lieber 1000 Menschen vor einem kardiovaskulären Notfall bewahren, als einen einzigen Menschen an die Dialyse anschließen.


Medizinischer Fortschritt – und trotzdem mehr Bluthochdruck

Medizinisch sind wir hervorragend aufgestellt. Herzkatheter, Stroke Units, Intensivmedizin – Weltklasse. Und doch explodiert die Zahl der Menschen mit Bluthochdruck. In 20 Jahren verdoppelt. Auch bei Kindern. Bewegungsmangel, Übergewicht, gesüßte Getränke – das ist kein Fortschritt. Das ist ein Warnsignal.

5 mmHg: Die unterschätzte Größe in der Prävention

Und jetzt kommt mein Lieblingsfakt:

5 mmHg weniger systolischer Blutdruck bedeuten 10 % weniger kardiovaskuläres Risiko.

Fünf. Nicht fünfzig.

Diese fünf mmHg können kommen durch:

Das ist keine Magie. Das ist Biologie.

Leitlinien verändern Grenzwerte. Das ist notwendig und richtig. Aber mein Ansatz ist ein anderer: Du bist nicht machtlos. Du kannst handeln – bevor die zweite oder dritte Tablette kommt. Bevor Resignation einzieht.

Prävention hat kein Blaulicht – aber enorme Wirkung

Prävention hat kein Blaulicht. Sie kommt nicht mit Tatütata. Niemand feiert, dass er heute Morgen nicht kollabiert ist. Und doch passiert genau das – jeden Tag, still und wirksam.

Ich möchte nicht mit Angst überzeugen. Ich möchte mit Verständnis überzeugen. Wenn nach einer Folge jemand sagt: „Jetzt verstehe ich meinen Körper besser“, dann hat sich meine Arbeit gelohnt.

Kleine Veränderungen retten große Gefäße.

Und wenn du diese Botschaft weiterträgst, dann beginnt Prävention zu wirken – nicht nur bei dir, sondern bei vielen anderen.

Wir fangen gerade erst an.

Die häufigsten Fragen oder FAQs:

FAQ 1: Worum geht es in der 200. Folge von RuntermitdemBlutdruck.de?

In der 200. Folge geht es um Prävention: warum kleine Veränderungen im Alltag (Bewegung, Gewicht, Salz, Verständnis für den eigenen Körper) das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall messbar senken können – und warum Dr. Harald Messner diesen Podcast macht.

FAQ 2: Warum ist Prävention bei Bluthochdruck so wichtig?

Prävention verhindert Folgeschäden, bevor sie entstehen. Bluthochdruck bleibt oft lange unbemerkt, kann aber Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Vorhofflimmern begünstigen. Frühzeitiges Handeln schützt Gefäße und Organe.

FAQ 3: Was bedeutet „5 mmHg weniger Blutdruck“ konkret?

Schon 5 mmHg weniger systolischer Blutdruck können das kardiovaskuläre Risiko um etwa 10 % senken. Es geht also nicht um „alles oder nichts“, sondern um realistische Schritte mit großer Wirkung.

FAQ 4: Wie kann ich meinen Blutdruck um etwa 5 mmHg senken – ohne alles umzukrempeln?

Typische Hebel sind z. B. 10 Minuten Bewegung am Morgen, moderater Gewichtsverlust (z. B. 5 kg) und ein bewusster Umgang mit Salz. Bei Bedarf kann auch ein Medikament einen messbaren Beitrag leisten.

FAQ 5: Warum nimmt Bluthochdruck trotz guter Medizin zu?

Obwohl Akutmedizin (z. B. Herzkatheter, Stroke Units) sehr stark ist, steigen Risikofaktoren im Alltag: Bewegungsmangel, Übergewicht und ungünstige Ernährung – zunehmend auch bei Kindern und Jugendlichen.

FAQ 6: Sind Leitlinien-Grenzwerte beim Blutdruck nicht wichtig?

Leitlinien sind wichtig und hilfreich. Gleichzeitig können Grenzwerte sich ändern, während Lebensstiländerungen Zeit brauchen. Der Ansatz dieser Folge: nicht resignieren, sondern verstehen, was du selbst beeinflussen kannst – bevor die Medikamentenliste länger wird.

FAQ 7: Was ist die zentrale Botschaft der Folge 200?

„Kleine Veränderungen retten große Gefäße.“ Wissen allein reicht nicht – entscheidend ist, dass du ins Handeln kommst und aus kleinen Schritten eine stabile Routine machst.

FAQ 8: Für wen ist diese Jubiläumsfolge besonders geeignet?

Für alle, die Bluthochdruck haben oder befürchten, sich von Zahlen verunsichern lassen, Medikamente reduzieren möchten (ärztlich begleitet) oder verstehen wollen, wie Prävention im Alltag praktisch funktioniert.

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Transkript:

Stell dir vor, du bekommst heute eine Pille. Kostenlos, nebenwirkungsfrei, und sie senkt dein Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall um glatte 10%. Du würdest fragen: „Wie wo kann ich unterschreiben, wo kriege ich die Pille?“ Gute Nachricht: Die Pille existiert. Die schlechte Nachricht ist: Sie heißt Eigenverantwortung. Und genau darüber reden wir heute. Willkommen zur 200. Folge von RuntermitdemBlutdruck.de, ich freue mich auf dich.

200 Folgen, 200 Mal Mikrofon an. 200 Mal die gleiche Frage im Kopf: Warum mache ich mir diese Mühe eigentlich? Unbezahlt, regelmäßig, und manchmal denke ich sogar da auch nachts drüber nach. Die Antwort nach Überlegung ist einfach simpel: Ich möchte lieber 1000 Menschen vor einem kardiovaskulären Notfall bewahren, als einen einzigen Menschen an die Dialyse anzuschließen. Denn ich bin Nephrologe und das habe ich mein Leben lang gemacht. Ich weiß, Dialyse die rettet Leben, keine Frage. Aber Prävention verhindert Leid. Und Leid, bevor es entsteht. Und genau dafür habe ich diese Podcast-Folgen und diesen Podcast gegründet.

Jetzt wird’s erstmal paradox: Wir sind medizinisch so gut wie nie zuvor, wenn wir unser Gesundheitssystem betrachten. Herzkatheter Weltklasse, Schlaganfallversorgung hochpräzise, wir haben überall Stroke Units. Und trotzdem: Die Anzahl der Menschen, die an Bluthochdruck leidet, explodiert exponentiell. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Betroffenen verdoppelt. Nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei den Kindern und den Jugendlichen. Die sind einfach immer weniger beweglich, sie sind immer mehr darauf fixiert, eben halt in das Handy zu gucken und nicht mehr draußen zu spielen. Und die Angebote an ja gesüßten Getränken sind eben gut und deswegen steigt einfach natürlich die Inzidenz fürs hohen Blutdruckes, weil auch die Kinder schon übergewichtig sind.

Ja mal ganz ehrlich: Das ist doch kein Fortschritt in unserer Medizin. Das ist für mich ein Alarmsignal mit einer hohen Herzfrequenz, ich würde sie bei 180 ansiedeln. Also: Kurzer Realitätsscheck, versprochen, ohne Statistik-Narkose, aber ihr solltet es wissen: Todesfälle durch HK, also durch eine koronare Herzkrankheit und Schlaganfalle sind rückläufig. Ich wiederhole das nochmal: Todesfälle durch Schlaganfall oder eine koronare Herzkrankheit, also Infarkt, sind rückläufig, das sind gute Nachrichten. Todesfälle im Zusammenhang aber mit Bluthochdruck sind gestiegen und zwar von 8,3 auf 10,8 pro 100.000. Und dazu kommen immer häufiger noch andere Dinge wie z.B. das Auftreten einer Herzminderleistung oder Vorhofflimmern, die wieder indirekt zu erneuten Erkrankungen führen. Und wir können jetzt mal feststellen: Wir löschen Brände auf der einen Seite, aber wir legen immer mehr Zündschnure auf der anderen Seite.

Und jetzt kommt mein Lieblingsfakt, wirklich es ist wirklich mein Lieblingsfakt: 5 mmHg weniger systolischer Blutdruck bedeutet für dich 10% weniger kardiovaskuläres Risiko. Das heißt 5, nicht 50. Nicht Lebensstil komplett neu erfinden, nein, einfach nur 5 mmHg weniger. Und jetzt halte dich mal fest: Woher diese 5 mmHg kommen können? Ein Medikament alleine senkt deinen Blutdruck um 5 mmHg. 10 Minuten Bewegung am Morgen etwa 5 mmHg. Ich wiederhole das: 10 Minuten Bewegung am Morgen. Kein Dauerlauf, einfach Bewegung 5 mmHg. 5 kg weniger Gewicht etwa 5 mmHg. Und das Salz klug austauschen, indem man einfach 30% Kaliumchlorid in das Salz tut, dann hat man einen messbaren Infekt auf die Schlaganfallrate und die Inzidenz einer koronaren Herzkrankheit. Und genommen, das ist keine Magie, das ist Biologie mit gesundem Menschenverstand. Da muss man keine Zuckersteuer einrichten, da muss man überzeugt von sein.

Und jetzt ein Wort zu den Leitlinien. Ich liebe diese Leitlinien, ehrlich, aber sie haben einen kleinen Tick. Sie senken die Grenzwerte schneller, als Menschen ihren Lebensstil ändern können. Ganz ehrlich: Natürlich nimmt die Inzidenz der arteriellen Hypertonie zu, wenn ich in den Leitlinien die Werte senke, die für die Bestimmung oder für die Diagnose des hohen Blutdruckes verantwortlich sind. Plötzlich bist du krank, weil eine Zahl beschlossen hat, dass sie heute anders sein möchte. Mein Ansatz hier im Podcast ist ein anderer: Nein, du bist nicht krank, sondern du kannst was tun. Und zwar VOR der 2. Tablette oder der 3. Tablette ODER dem resignierten Schulterzucken, es sind meine Gene.

Nein, ich will noch was anderes sagen: Prävention hat ein echtes Marketingproblem. Ein Marketingproblem deswegen, weil Prävention ist kein Drama. Prävention kommt nicht her Tatütata, nein, Prävention hat kein Blaulicht. Und mit Prävention bläst auch nicht die Heldenmusik. Das heißt, wenn ich von Prävention rede, dann werde ich relativ schnell weggewischt, weil da muss ich ja was ändern. Niemand sagt: „Wow, dank 10 Minuten Bewegung bin ich heute Morgen nicht kollabiert.“ Hä? Aber genau das ist passiert jeden Tag. Still, unauffällig und wirksam. Und genau deshalb habe ich diesen Podcast genannt.

Ich möchte mein Geld nicht mit Angst verdienen und auch nicht mit diesem Podcast. Nicht mit Panik möchte ich überzeugen, ich möchte vor allen Dingen aber auch nicht mit Abhängigkeit überzeugen. Ich verdiene es lieber damit, dass Menschen verstehen, warum ihr Blutdruck tut, was er tut und was sie selbst daran beeinflussen können. Und das war auch meine Maxime während meiner Zeit, als ich noch als Arzt in meiner Praxis tätig war. Und deswegen sage ich: Wenn nach einer Folge jemand sagt: „Jetzt verstehe ich meinen Körper besser“, dann hat sich diese Folge für mich dicke gelohnt. Das muss nur einer sagen. Und wenn jemand keinen Notarzt braucht, weil er früher gehandelt hat, dann wäre ich unbezahlbar, dann wäre diese Folge fantastisch.

Also, wenn du heute nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Kleine Veränderungen retten große Gefäße. Ich wiederhole das gerne nochmal: Kleine Veränderungen retten große Gefäße. Wissen senkt Blutdruck, manchmal effektiver als Tabletten, wenn du in die Handlung kommst. Und ich bitte dich: Teile diese Folge, empfiehl sie weiter, nicht mir zuliebe, sondern den Menschen, die noch glauben, Bluthochdruck sei Schicksal zuliebe. Ich danke dir für deine Zuhörerschaft, das war die Folge 200 von RuntermitdemBlutdruck.de. Ich wiederhole das nochmal: RuntermitdemBlutdruck.de. Und wir fangen gerade erst an.