Was senkt deinen Bluthochdruck?

Alles ist richtig, wenn es dir hilft!

Welche Anforderung an eine Therapie solltest Du haben?

Vier Ziele sollte deine Blutdrucktherapie haben:

  1. Dein Blutdruck sollte sich am Normbereich orientieren!
  2. Die Blutdrucktherapie sollte deine Prognose verbessern!
  3. Die Therapie sollte nicht schaden und Deine Lebensqualität verbessern!
  4. Die Nebenwirkungen sollten nicht vorhanden sein oder so gering sein, dass sie im Verhältnis zu der Wirkung akzeptabel sind.
Paar mit Eigensinn

Beeinflusst die Therapie auch Deine Prognose?

Natürlich sollte dein Blutdruck sinken. Aber wir wissen von vielen Therapien auch, dass sie zwar effektiv sind, ihnen aber die Wirksamkeit fehlt. Die Wirksamkeit setzt den Effekt der Blutdrucksenkung voraus. Sie fordert aber auch die Verbesserung der Prognose. Sie erfüllt also Punkt eins und zwei!

Bitte nicht schaden!

Die Therapie sollte aber auch keinesfalls schaden. Und die Nebenwirkungen sollten am liebsten gar nicht vorhanden sein. Wenn Nebenwirkungen dennoch auftreten, sollten Sie so gering sein, dass sie im Verhältnis zu der erwartenden Wirkung des Pharmakons oder der Maßnahme akzeptabel gering sind.

In dieser Podcastfolge überprüfe ich mit dir gemeinsam, inwieweit die unterschiedlichen Therapien den oben genannten Punkten entsprechen.

Du hast unendliche Optionen!

Du wirst feststellen, dass dir viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um deinen Blutdruck erfolgreich zu kontrollieren. Nur leider gibt es keine Maßnahme oder kein Medikament, dass nicht irgendeine Nebenwirkung hat.

Am Ende gilt folgende wichtige Feststellung:

Wenn du in deinem Leben nichts änderst, kannst du nicht erwarten, dass sich etwas in deinem Leben ändert!

Viel Spaß beim Hören!

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Transkript:

Hallo, hier spricht wieder Harald Messner vom Podcast „Runter mit dem Blutdruck“. Schön, dass du eingeschaltet hast.

Ja, kannst du dich noch erinnern an die letzte Folge? Wir haben dort über die Reanimation gesprochen, und Anlass war diese gut verlaufende Reanimation vom Christian Eriksson während des Spiels Finnland gegen Dänemark bei der Europameisterschaft. Dem Herrn Eriksson geht es wieder gut, und er hat inzwischen auch eine adäquate Therapie bekommen und kann dann wieder nach Hause fliegen. Und vielleicht kann er sogar wieder am Leistungssport teilnehmen.

Ja, es gibt einige Leistungssportler, die haben so ein Defi, wie ihn der Christian Eriksson eingebaut bekommen hat, bereits in sich und treiben damit Leistungssport. Das funktioniert heute alles. Es gibt schon wirklich gute Dinge, die sozusagen den Tod verringern, verhindern können und die wir den Patienten heutzutage anbieten können. Da können wir froh sein, und da können wir alle von profitieren. Und das ist sicherlich eine tolle Erkenntnis.

Heute geht es mal darum: Was hilft genau dir bei dem hohen Blutdruck? Viel Spaß dabei.

Heute werde ich mal etwas theoretisch, aber du wirst merken, am Ende des Podcasts wird es sehr, sehr, sehr klinisch und sehr bedeutsam für dich.

Welche Anforderungen muss man an eine medizinische Maßnahme stellen? Erstens, man muss die Anforderung stellen, dass diese Maßnahme genau das erzielt, was man eigentlich erzielen möchte. Zum Beispiel bei dem Blutdruck möchte man den Blutdruck senken, und der Blutdruck muss bedeutsam gesenkt werden. Und jede Maßnahme, die den Blutdruck deutlich senkt, die ist effektiv.

Zusätzlich zu der Effektivität muss man aber auch was anderes fordern, nämlich diese Maßnahme muss nicht nur effektiv sein, sondern sie muss auch deine Prognose verbessern. Es nutzt also nichts, einfach nur den Blutdruck zu senken und nicht zu schauen, ob damit auch deine Prognose verbessert wird. Und wenn diese mit dieser Maßnahme, die du ergreifst, deine Prognose verbessert wird, dann ist sie auch wirksam und erfüllt damit eigentlich die Kriterien der Wirksamkeit. Zusammengefasst: Eine Maßnahme muss effektiv sein, das heißt, der Blutdruck muss gesenkt werden, aber auch in der langfristigen Prognose muss eine Verbesserung in deinem Leben eintreten. Es muss Verlängerung an Lebenszeit oder Verbesserung an Lebensqualität hinzukommen. Und das nennt man dann der Nachweis der Wirksamkeit.

Ein dritter Faktor ist aber auch wichtig: Das Medikament darf dir in keiner Form oder die Maßnahme darf dir nicht schaden. Das bedeutet auch: Natürlich hat das Einfluss auf die Prognose, also auf die Wirksamkeit, aber nebenbei kann das Medikament in anderen Bereichen auch Schaden zufügen. Und diese Medikamente oder diese Maßnahmen dürfen keine Schäden hervorrufen.

Und als viertes wichtiges Kriterium für die Anforderungen an eine medizinische Maßnahme ist die Anzahl oder die Wichtigkeit oder die Bedeutung der Nebenwirkungen. Die Nebenwirkungen einer solchen Maßnahme müssen sehr gering sein oder sie müssen im Verhältnis zu dem, was sie an Wirkung haben, vertretbare oder akzeptable Nebenwirkungen haben. Das bedeutet zum Beispiel, wenn eben halt eine schwierige Therapie vorsteht, die dein Leben rettet, wird man sich eher zu einer Maßnahme entscheiden können, die eben erhebliche Nebenwirkungen hat, aber auch dein Leben rettet. Das heißt, der Effekt oder die Wirksamkeit einer Maßnahme muss in einem vernünftigen Verhältnis zu den Nebenwirkungen stehen. Und das sind die 4 hauptsächlichen Kriterien, die man an eine medizinische Maßnahme stellen muss.

Und da kommt schon der Faktor der Subjektivität hinein. Also das, was du in der Lage bist zu tolerieren, das heißt auch das, was du in der Lage bist, sagen wir mal, das ist eine Nebenwirkung, die akzeptiere ich, oder das ist eine Nebenwirkung, die akzeptiere ich nicht. Und ich mache diesen Podcast oder diese Podcastfolge deswegen, weil es zunehmend Diskussionen gerade in diesen Foren mit den in den sozialen Medien gibt, wo eben halt die unterschiedlichen Menschen sagen: „Ja, diese Therapie ist effektiv“ oder „Diese Therapie ist effektiv“ und dann werden Therapien, die eben halt nicht medikamentös sind, verbannt und werden an den Pranger gestellt oder Medikamente werden an den Pranger gestellt.

Jeder Mensch hat seine eigene Philosophie und jeder Mensch hat das Recht, seine eigene subjektive Therapie zu wählen, mit der er seiner Erkrankung begegnen möchte. Und das ist Aufgabe deines Arztes, mit dir zusammen für dich diese subjektive Therapie zu erarbeiten. Und da gehört alles dazu. Da gehören alle Erscheinungen oder alle Dinge dazu, die in der Lage sind, den Blutdruck zu senken. Und natürlich muss man fordern, dass sie auch wirksam sind. Und du hast dich kannst dich erinnern, was Wirksamkeit ist. Wirksamkeit bedeutet, dass diese Maßnahme auch deine Prognose verbessern muss.

Unter diesem Aspekt möchte ich mit dir jetzt mal die einzelnen offensichtlichen Maßnahmen erläutern. Das sind zum ersten die Maßnahmen, die du selbst ergreifen kannst, die immer wieder von mir wiederholt werden, aber sie sind in der Betrachtung schon wichtig. Da fangen wir zuerst einmal mit einem ganz was Einfachem an: die Gewichtsreduktion. Da darf ich schon nicht einfach sagen, weil die Gewichtsreduktion ist bei vielen Menschen schwierig. Denn was muss man tun? Und das ist die erste wichtige Nebenwirkung der Gewichtsreduktion: Man muss seine Gewohnheiten verändern. Man muss sein Leben verändern. Man muss das, was man gerne gemacht hat – die Salami gegessen, die Fleischwurst gegessen oder sogar eben halt sehr fett gegessen – das muss man lassen. Man muss dann diese Nebenwirkung, dass man sein Leben verändern muss, akzeptieren.

Und dann guckt man mal, wie effektiv die Maßnahme ist. Wenn man dein Gewicht um 10 Kilo senkt, dann kann man davon ausgehen oder kannst du davon ausgehen, dass dein Blutdruck um 10 mmHg sinkt nach 6 bis 8 bis 10 Wochen. Das heißt also, die Maßnahme ist effektiv. Und das Tolle daran ist: Die Maßnahme ist sogar wirksam, weil mit deiner Gewichtsreduktion verbessert sich auch deine Lebensprognose. Aber nur dann, wenn du vorher wirklich übergewichtig warst. Nehmen wir mal an, du bist normgewichtig, dann bringt die Umstellung oder die Gewichtsreduktion keine Verbesserung deiner Prognose und sehr wahrscheinlich oder ganz sicher auch keine Verbesserung deines Blutdrucks oder nur eine geringe Verbesserung deines Blutdrucks. Aber du verlierst, wenn du normgewichtig bist, durch die Maßnahme dann Muskelmasse und du verlierst dann an Lebensqualität. Also ist diese Maßnahme zwar effektiv in der Situation – bei Normgewichtigkeit senkst du ein bisschen den Blutdruck – aber sie ist bezogen auf deine Prognose nicht wirksam. Das heißt also, die Befunde, mit denen du in die Blutdrucktherapie hineingehst, bestimmen auch die Wirksamkeit der therapeutischen Maßnahme.

Eine nächste Frage: der Alkoholkonsum. Wenn du viel Alkohol trinkst, also sprich über eine Flasche Bier am Tag, dann ist das einfach eine Menge Alkohol und diese Menge Alkohol erhöht deinen Blutdruck. Wenn du auf den Alkohol verzichtest, wird dein Blutdruck senken. Und wir wissen auch: Wenn du auf diese Menge Alkohol verzichtest, wird auch deine Prognose besser. Das heißt, die Maßnahme ist effektiv und sie ist wirksam und sie erfüllt die Kriterien der Wirksamkeit. Sie schadet nicht, aber sie hat die Nebenwirkung, dass du dein Leben verändern musst. Und deswegen bleiben die Leute nicht dabei oder bleibst du nicht dabei, weil du sagst: „Nö, auf das Feierabendbierchen, da möchte ich nicht verzichten und das ist meine regelmäßige Gewohnheit und da möchte ich lieber was anderes machen.“ Also diese Maßnahmen, wo man sagt, die haben eigentlich keine Nebenwirkungen, die haben schon Nebenwirkungen, weil du dein Leben verändern musst und auf etwas verzichten musst.

Das Thema Salz geht in die gleiche Richtung. Ist du von vornherein schon salzarm, wird eine weitere Reduktion des Salzes in deiner Ernährung nicht den Blutdruck senken. Das heißt also, diese Maßnahme ist nicht effektiv. Und wenn du sie trotzdem durchführst, wird deine Prognose eher schlechter, denn ein zu wenig an Natrium ist nicht gut für deinen Körper. Das kann man sicher mal in einer separaten Podcastfolge erklären, aber ich glaube, ich habe es schon mal erklärt. Muss man mal gucken in den vorigen Podcastfolgen, wo ich mich über Natrium mit dir unterhalten habe.

Das nächste Thema ist Bewegung. Bewegung senkt effektiv deinen Blutdruck. Sie muss nur regelmäßig und mindestens 20 bis 30 Minuten am Tag sein. Das muss kein Hochleistungssport sein. Das über ein halbes Jahr durchgeführt, regelmäßig, führt dazu, dass dein Blutdruck auch um 10 mmHg sinkt. Das ist effektiv.

Es ist auch wirksam, weil zwei Dinge passieren: Wenn die Bewegung dir Freude macht, dann wird es passieren, dass deine Prognose verbessert wird. Und wenn die Bewegung dir Freude macht, wird auch das passieren: Deine Beweglichkeit wird besser und damit steigt deine Lebensqualität.

Sie schadet dir nicht, diese Maßnahme, aber sie hat die Nebenwirkung: Du musst aus der Couch aufstehen und dich bewegen oder du musst dein Auto eben halt 1 km oder 500 m vor deiner Arbeitsstelle irgendwo parken und den Rest zu Fuß gehen, um dann Entspannung zu machen. Das ist die entscheidende Sache. Also du hast wieder eine Nebenwirkung: Du musst deine Gewohnheit verändern und das musst du auch machen, wenn es mal regnet. Musst einen Schirm mitnehmen oder musst hergehen und musst dir entsprechende Regenkleidung besorgen. Auch diese Maßnahme hat Nebenwirkungen und darüber wird man sich nicht im Klaren. Bei Medikamenten sagt man sofort: „Oh, das toleriere ich nicht, da sind Nebenwirkungen da, das nehme ich nicht weiter.“ Aber das Gleiche passiert auch bei dir bei den Bewegungsmaßnahmen.

Dann die nächste Frage ist: Was ändert dein seelisches Konstrukt an dem Blutdruck? Sprich, es gibt den Satz: „Wenn du hohen Blutdruck hast, musst du dich fragen, was drückt dich.“ Und da kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Ich hatte eine Situation, wo ich mir gedacht habe, ich ziehe nach Berlin und habe mir auch scheinbar ein Haus ausgesucht. Aber dann kamen bei mir innere Zweifel und ich hatte schon einen Vorvertrag unterschrieben und dann kamen innere Zweifel von mir und diese inneren Zweifel haben mich so aufgewühlt, dass ich nachts mit einem hohen Blutdruck, was ganz selten ist, aufgewacht bin. Bedeutet, das hat mich gedrückt, das muss man beseitigen. Das heißt, auch diese Maßnahme ist effektiv. Ob sie in Studien irgendwas mit der Wirksamkeit her tut, ist eine Frage, die ich dir nicht beantworten kann.

Aber diese Maßnahme hat die Nebenwirkung gehabt, dass ich mein Leben und meine Lebensplanung verändern musste, um herzugehen und wieder einen normalen Blutdruck zu haben. Und diese Lebensplanung habe ich geändert und damit hatte ich einen normalen Blutdruck wieder. Das bedeutet für dich: Wenn du irgendetwas mit dir rumschleifst, wo du dich ständig drüber ärgerst, was dich ständig bewegt, wo du nicht in der Mitte deines Lebens bist, nicht in der Freude deines Lebens bist, dann musst du diese Maßnahme ergreifen, um das zu verändern. Und diese Veränderungen sind schwierig und diese Veränderungen gehen immer mit Nebenwirkungen einher. Es gibt sicher Studien, wo man ganz klar sagt: Auch wenn man den Stress senkt, verändert man deine Prognose.

Das heißt, die Psyche oder das, was du an Seele oder an Gedanken oder an Unruhefaktoren in dir trägst, ist in der Lage, deine Prognose zu verschlechtern. Das bedeutet, du musst dein Leben ändern, damit du nicht mehr den Druck verspürst. Und diese Veränderung des Druckes in dir schafft dir Ruhe, Gewissheit und Klarheit und Freude. Und mit Ruhe, Gewissheit und Klarheit und Freude wird dein Blutdruck wieder normal werden. Hier musst du dein Leben verändern. Das ist die Nebenwirkung.

Dann gibt es besondere Ernährungsformen wie vegan und vegetarisch. Auch diese Maßnahmen sind in der Lage, den Blutdruck zu senken, weil sie eben halt deine Ernährung in einer anderen Situation beeinflussen. Du musst es nur wollen. Wenn du meinst, du kannst dich vegan oder vegetarisch ernähren, tust du erstens was für die Umwelt. Aber wenn du den Salzkonsum dabei genauso im Rahmen hältst, dann tust du etwas für dein Gewicht, du tust etwas für deinen Blutdruck. Die vegetarische Ernährung ist sicherlich eine Ernährung, die deine Prognose beeinflusst. Da gibt es sehr schöne Untersuchungen. Die höchste Lebenserwartung haben Staaten und Länder, in denen vornehmlich vegetarische Ernährung gepflegt wird und in denen natürlich viel Bewegung gefordert wird.

Also hier hast du auch wieder die Nebenwirkung: Ich muss etwas ändern in meinem Leben. Aber du hast den Gewinn, dass diese Maßnahme die Wirksamkeit bezogen auf den Blutdruck nachweisen kann.

Dann gibt es eine Reihe Ernährungsergänzungsstoffe. Da bin ich nicht so fit drin, genauso wenig wie ich bei den heilpraktischen und homöopathischen Maßnahmen bezüglich deiner Blutdrucktherapie fit bin. Ich kenne keine Studie, in der eben halt die langfristige Prognose solcher Maßnahmen beeinflusst wird, also die Wirksamkeit. Aber da werden andere Menschen fitter sein als ich und da kannst du fragen: Dein Heilpraktiker wird eigentlich die Prognose von mir damit beeinflusst? Musst aber auch fragen: Wird nicht nur der Blutdruck gesenkt, sondern wird auch meine Prognose damit beeinflusst? Und dann musst du natürlich auch fragen: Schadet mir die Maßnahme in irgendeinem besonderen Fall? Und dann würdest du auch sagen: Nee, das akzeptiere ich nicht und ich möchte lieber dann die Maßnahme haben, die meine Prognose verbessert. Also das ist immer wieder eine individuelle Entscheidung.

Und jetzt kommen wir noch mal ganz kurz zu den Medikamenten. Bei der Chemie, bei den Medikamenten, die jetzt schon seit 20 oder 30 Jahren zugelassen sind, wissen wir sehr genau, wie diese Medikamente wirken. Und wir wissen auch sehr genau, welche Nebenwirkungen die Medikamente haben. Und ich greife einfach nur mal zwei wichtige Medikamente raus.

Das erste Medikament, was mir dazu einfällt, ist der ACE-Hemmer. Und jeder weiß, der einen ACE-Hemmer nimmt, dass dieser ACE-Hemmer als häufigste Nebenwirkung diesen trockenen Husten hat. Wenn dieser trockene Husten da ist, dann muss dieses Medikament abgesetzt werden. Aber nicht jeder, der einen ACE-Hemmer nimmt, bekommt diesen trockenen Husten. Wenn du also den trockenen Husten bekommst, dann ist dieser ACE-Hemmer nicht in der Lage, deinen Blutdruck so zu behandeln, dass es ohne Nebenwirkung passiert. Also musst du mit deinem Hausarzt besprechen: Hey, ich muss den ACE-Hemmer absetzen und möglicherweise durch einen AT1-Blocker ersetzen.

Die Maßnahme, die Einnahme des ACE-Hemmers, war möglicherweise effektiv. Er hat auch sicher deine Prognose beeinflusst, aber du hast Nebenwirkungen gehabt, die haben dir so geschadet, dass du einfach gesagt hast: Nee, das möchte ich nicht. Und deshalb hast du das Recht drauf. Und wir haben so viele Medikamente und so viele therapeutische Maßnahmen alleine, die ich dir jetzt schon vorher erklärt habe, dass es einfach sicher sinnvoll ist, dann mit deinem Arzt zu besprechen: Hey, ich möchte jetzt lieber von dem ACE-Hemmer weg, weil ich husten muss.

Dann möchte ich noch ein zweites wichtiges Medikament oder eine Gruppe aufgreifen. Das sind die Kalziumantagonisten. Und die Kalziumantagonisten, die wirken, das weißt du noch aus den vorigen Podcastfolgen, die wirken an den kleinen Widerstandsgefäßen. Und weil sie die kleinen Widerstandsgefäße aufmachen, fließt viel Blut in die Haut rein und ins Hautgewebe. Und dieses viele Blut führt dazu, dass es nicht so schnell abtransportiert werden kann. Gerade wenn du rumläufst, stehst oder sitzt, dann entstehen Ödeme, also Wassereinlagerungen in den Beinen.

Einige Menschen leiden da mehr drunter als andere. Einige haben gar keine Ödeme. Dann spielt dieser Kalziumantagonist in seinem Nebenwirkungspotenzial für den, der keine Ödeme hat, keine große Rolle. Das heißt also, die Maßnahme ist effektiv, sie senkt nämlich den Blutdruck, sie verbessert deine Prognosen und du hast keine Nebenwirkungen.

Hast du allerdings die Ödeme als Nebenwirkung, dann musst du mit deinem Arzt besprechen: Hey, das ist nicht meine subjektive Therapie. Vielleicht kann man da was umstellen. Helfen Sie mir, damit mein Blutdruck runtergeht und die Prognose verbessert wird und ich so geringe Nebenwirkungen oder gar keine Nebenwirkungen habe, wie möglich so geringe Nebenwirkungen wie möglich oder gar keine Nebenwirkungen habe.

Was habe ich hier in diesem Podcast gesagt? Bezogen auf den Blutdruck gilt Folgendes: Wenn du einen hohen Blutdruck hast, musst du etwas tun. Wenn du nichts änderst in deinem Leben, kannst du nicht erwarten, dass sich in deinem Leben etwas ändert. Das heißt, dein hoher Blutdruck hat dir gezeigt: Ich stopp, jetzt kann ich nicht mehr so weitermachen in meinem Leben. Ich muss etwas ändern. Wenn du dich entschließt, nichts zu ändern, wird sich auch nichts ändern und dein Blutdruck wird nicht beeinflusst sein. Damit kannst du auch leben. Das ist aber deine persönliche Entscheidung.

Und als Zweites ist: Zunächst solltest du alle die Maßnahmen ausprobieren, die möglichst wenig Nebenwirkungen vor sich haben und die keine Chemie beinhalten. Und da hatte ich dir die ersten Maßnahmen sicherlich erzählt. Sie haben natürlich Nebenwirkungen, aber die Nebenwirkungen passieren diesmal nur in deinem Kopf. Sie sind in deinem Kopf. Du musst etwas ändern in deinem Leben. Und wenn du bereit bist, etwas zu ändern, wirst du diese Maßnahmen ohne Nebenwirkungen, ohne bedeutsame Nebenwirkungen und möglicherweise sogar mit einem Lebensqualitätsgewinn ergreifen wollen.

Und als Drittes ganz wichtiger Punkt: Wähle nur Maßnahmen deiner Blutdrucksenkung, die sowohl effektiv sind als auch eine nachgewiesene Wirksamkeit haben. Also Maßnahmen, die auch deine Prognose verbessern. Denn die anderen Maßnahmen erleichtern nur dein Portemonnaie oder sie helfen dir nicht in Bezug auf dein Leben.

Ich freue mich, dass du zugehört hast und möchte mich noch bei Hendrik Messner bedanken, der den Podcast wieder in eine vernünftige, hörbare Fasson gebracht hat. Und wenn es dir Spaß macht oder dir geholfen hat, dann würde ich dich bitten, bei Apple Podcast eine positive Bemerkung zu hinterlassen. Und das freut uns, weil der Podcast dann von mehreren Menschen gehört wird. Ja, es sind jetzt schon die Folge Nummer 72 und da bin ich auch ganz stolz drauf. Und danke auch für die vielen Anregungen der Menschen, die diesen Podcast hören und auch die Feedback. Die ermuntern mich, doch immer weiterzumachen und das freut mich schön. Und mir macht es einfach tierischen Spaß, mein Wissen, was ich in den 40 Jahren Blutdrucktherapie erworben habe, an dich weiterzugeben. Einen schönen Tag dir.

Du kannst Leben retten

Die sofortige Hilfe ist dein größer Erfolg!

Die Fußballeuropameisterschaft 2020 (eigentlich 2021) wird sehr wahrscheinlich den meisten Menschen durch den unerwarteten Kollaps von Christian Eriksen in Erinnerung bleiben. Ein gut trainierter und ärztlich untersuchter Leistungssportler liegt ohne Fremdeinwirkung plötzlich reglos auf dem Fußballplatz. Der beherzten und sofortigen Hilfe seiner Mitspieler und der Verfügbarkeit eines Defibrillators verdankt Christian Eriksen sein Leben.

Auch du kannst Leben retten! Es ist einfach, und dein größter Erfolg ist, unverzüglich zu helfen!

Was war geschehen: Christian Eriksen bekam plötzlich eine ventrikuläre Tachykardie oder Kammerflimmern. Sein Herz schlug plötzlich so schnell, dass es sich zwischen 2 Schlägen nicht mehr füllen konnte und damit kein Blut mehr für die Sauerstoffversorgung seiner Organe zur Verfügung stand. Sehr schnell verloren dann auch die Herzmuskelzellen ihre Synchronisation. Die Herzkammern flimmerten.

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In solchen Fällen reagiert das Gehirn am empfindlichsten auf den Sauerstoffmangel. Es tritt sofortige Bewusstlosigkeit ein. Dauert der Zustand länger als 3 Minuten an, dann drohen Veränderungen des Gehirns, die möglicherweise nicht mehr rückgängig zu machen sind.

Die Mitspieler von Christian Eriksen haben sofort reagiert und mit der Herzdruckmassage begonnen. Hierbei wird der Patient in Rückenlage gebracht und das mittlere Drittel des Brustbeins regelmäßig mit einer Frequenz von 100-120/min ca 5 cm eingedrückt. Das Zusammendrücken des Brustkorbs führt dann zu einer Durchblutung der lebenswichtigen Organe. Der Restsauerstoff im Blut reicht dafür erst mal aus. Im Idealfall sollte nach 30 Herzmassagen 2 Mal über den Mund beatmet werden. Wenn du nicht beatmen kannst, dann mach die Herzdruckmassage einfach weiter, bis Hilfe kommt.

Patient und Retter während der Herzdruckmassage 100-120/min

Die Herzdruckmassage ist einfach durchzuführen und du kannst dabei nichts falsch machen. Dein größter Erfolg ist deine sofortige Hilfe! Nutze deine Chance!

In dem folgenden Video siehst du, wie. einfach das ist.

Die Prüfung, ob ein Herzkreislaufstillstand vorliegt oder nicht geht schnell:

  1. Patient sofort in Rückenlage und nicht in stabile Seitenlage!!
  2. Ist der Mensch erweckbar? ja – kein Herzkreislaufstillstand
    wenn nein dann
  3. Atmet er ? ja – kein Herzkreislaufstillstand
    wenn nein
  4. dann Herzkreislaufstillstand
  5. dann 112 informieren: wichtig Ortsangabe !!
  6. Herzdruckmassage beginnen 100/min
  7. wenn du Mund zu Mund Beatmung kannst, dann nach 30 Herzdruckmassagen 2 mal beatmen. Wenn du es nicht kannst, ununterbrochen weiter Herzdruckmassage durchführen bis die Nitfallrettung kommt. Eventuell kannst du andere Passanten um Hilfe bitten. Niemals die Herzdruckmassage unterbrechen außer für die kurze Beatmung.

Du kannst Leben retten! Es gibt nichts schöneres, als Lebenszeit zu schenken!

Wenn ein Laiendefibrillator vorhanden ist, dann lass ihn von einer anderen Person holen! Niemals die Herzdruckmassage unterbrechen!

Ist der Defibrillator verfügbar, lass ihn einschalten und fahr unverändert mit der Herzdruckmassage fort. Ein anderer Helfer führt dann genau das aus, was das Gerät ihm nach dem Einschalten sagt. Dein Helfer klebt die Elektroden auf den Brustkorb und das Gerät beginnt nach Bestätigung mit der Diagnostik. Es sagt dir genau, wann du mit der Herzdruckmmassage aufhören sollst, und wann du kurz den Patienten nicht berühren sollst. Bei Kammerflimmern wird das Geräte einen Stromstoß in den Patienten geben, mit dem die Herzmuskelzellen wieder synchronisiert werden. Nach dem Stromstoß setzt du die Herzdruckmassage fort und wartest auf die Ansage des Defibrollators. Im besten Fall beginnt der Patient wieder mit der Atmung und er wird sich gegen die Herzdruckmassage wehren.

Das Gerät sagt die immer genau, was du tin musst. Du kannst hier nichts falsch machen!

Immer wieder: der größter Erfolg ist deine sofortige Hilfe!

Das Gefühl, alles für den Patienten getan zu haben, ist unbeschreiblich und vermittelt dir ein Erfolgsgefühl, das du so schnell nicht vergessen wirst.

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Bei den folgenden Organisationen findest du sicher eine Möglichkeit, praktische Übungen unter Anleitung durchzuführen:

https://www.johanniter.de/johanniter-unfall-hilfe/

https://www.malteser.de

https://www.asb.de

Aufforderungen zu Corona Impfungen auf diesen Seiten entsprechen nicht meiner Intention! Hier solltest du auf dein Bauchgefühl hören! Denn andere Parameter für die Entscheidung hat die Wissenschaft leider zur Zeit nicht!

Dein Blutdruck und dein Mikrobiom

Dein Darm und alles, was in ihm lebt, beeinflusst deinen Blutdruck!

In dieser Podcastfolge erzähle ich dir Neuigkeiten aus der aktuellen Forschung.

In deinem Darm befinden sich in etwa soviel Bakterien wie du Zellen in deinem Körper hast. Das Verhältnis zwischen deinen Körperzellen und den Bewohnern deines Darms ist also annähernd 1:1. Diese Bewohner, deren Bedeutung und Absichten zu kennen, ist daher von großem Interesse.

Die Summe der Mikroorganismen in deinem Darm nennt man Mikrobiom. Das Zusammenleben deines Körpers mit dem Mikrobiom ist für deine Gesundheit von erheblicher Bedeutung. Du musst dich nicht nur vor den Bakterien schützen, denn sie leisten auch viele Dinge für dich. Auch dein Blutdruck steht nach neueren Untersuchungen unter dem Einfluss dieses Zusammenlebens.

Ich erläutere dir, wie offensichtlich der Blutdruck von den Bakterien in deinem Darm geregelt wird. Welchen Einfluss die Gallensäuren im Dickdarm für die Erweiterung deiner Blutgefäße haben. Möglicherweise ergeben sich durch diese Forschung neue physiologische Therapieansätze deines Bluthochdrucks.

Ja du bist, was du isst!

Die Erkenntnis, dass dein Kochsalz im Laufe des Tages vor allen Ding am Vormittag ausgeschieden wird, wird mittelfristig die Pharmakotherapie beeinflussen.

Du siehst, es gibt neben der Corona Forschung, die laut offen widersprüchlich diskutiert wird, auch leise Forschung, die uns auf viel wichtigeren Feldern weiter bringt. Denn am hohen Blutdruck sterben jährlich mehr Betroffene als an einer Corona Infektion. Das wird leicht vergessen.

Wenn er nicht runtergeht!

Dann musst du mit deinem Arzt nach den Ursachen suchen!

Vor 40 Jahren hatten wir nur wenige Medikamente für die Blutdrucksenkung zur Verfügung. Und diese hatten auch bei Ausnutzung der Maximaldosen intolerable Nebenwirkungen. Sie wurden daher häufig von den Patienten abgesetzt. Schnell sprachen die Ärzte von einer therapierefraktären oder therapieresistenten Hypertonie. In vielen Untersuchungen ist gut belegt, dass die Prognose dieser Patienten sehr schlecht ist.

Heute stehen dir aber sehr gut untersuchte und vor allen Dingen nebenwirkungsarme Pharmaka zur Verfügung, die deinen Blutdruck verlässlich senken. Je nach Studiendesign ist die Häufigkeit der therapierefraktären oder therapieresistenten Hypertonie erfreulicherweise stark auf unter 1 Prozent gesunken.

Wann sprechen wir denn von einem nicht kontrollierbarem Bluthochdruck?

Definition der therapieresistenten Hypertonie:
Keine Senkung des Ruheblutdrucks

  • unter 140/90 mm Hg beziehungsweise
  • unter 160 mm Hg systolisch bei isolierter systolischer Hypertonie 
  • trotz Dreierkombination in maximaler Dosierung unter Einschluss eines Diuretikums 

Voraussetzung:

  • Regelmäßige Einnahme der Antihypertensiva 
  • Adäquate nicht-medikamentöse Maßnahmen
  •  Ausschluss sekundärer Hochdruckursachen 

Die vielen Fehlerquellen, die es auszuschließen gilt, bevor dein Blutdruck als therapieresistent einzuordnen ist, erörtere ich dir in dieser Podcastfolge.

Vorab aber: zwei der wichtigsten Ursachen sind:

die unzureichende Bestimmung deines Ruheblutdrucks und

das Vernachlässigen der Konservativen nicht medikamentösen Maßnahmen

dein Übergewicht, deine Salzkonsum, deine Bewegungsarmut und dein Alkoholkonsum!

Die anderen spannenden Ursachen erzähle ich dir in dieser Podcastfolge! Viel Spaß dabei!

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Bluthochdruck durch Medikamente?

Ja darauf solltest du unbedingt verzichten!

Eine neuere Untersuchung hat ergeben, dass ca 20% der Patienten, die wegen ihres hohen Blutdruck Medikament einnehmen, zusätzlich Medikamente regelmäßig zuführen, die selbst den Blutdruck erhöhen.

Von 27.599 Personen, die zwischen 2009 und 2018 an einer großen Ernährungs- und Gesundheitsstudie teilgenommen hatten, hatte etwa die Hälfte Bluthochdruck. Von ihnen gaben 19 Prozent an, ein blutdruckerhöhendes Medikament zu verwenden, und vier Prozent nannten gleich mehrere. Die neuen Forschungsergebnisse wurden auf der 70. Jahrestagung des American College of Cardiology vorgestellt.

Am häufigsten handelte es sich um Medikamente gegen Depressionen, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), zu denen Ibuprofen und ASS zählen, und Kortison-verwandte Arzneimittel. Aber auch andere Medikamente können den Blutdruck erhöhen, beispielsweise Antipsychotika, bestimmte orale Verhütungsmittel und abschwellende Wirkstoffe in Nasensprays, die bei Erkältungen oder Allergien verwendet werden. „Es sind Medikamente, die wir häufig einnehmen – sowohl rezeptfreie als auch verschriebene Medikamente“,  sagte Studienautor Dr. John Vitarello vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston. Er machte darauf aufmerksam, dass selbst geringe Blutdruckerhöhungen bedeutende Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben können.

Sicher lassen sich einen Blutdruck senkende Pharmaka absetzen, wenn man diese Blutdruck erhöhenden Präparate weglässt.

Häufig sind das auch Medikamente, die du frei kaufen kannst:

Erkältungsmedikamente, fiebersenkende Medikamente, Schmerzmedikamente!

Dein Hausarzt muss diese Medikamente kennen, bevor er dir andere Medikamente zur Blutdrucksenkung verordnet, weil die Blutdruckwerte noch zu hoch sind.

Hier ein paar Beispiele:

Abschwellende Nasentropfen und Gele,
Cortisonhaltige Nasensalben,
Rhinopront etc
Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Diclofenac auch als externes Gel oder Salbe

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