No carb ist auch keine Lösung

oder alles was im Mund schon süß schmeckt ist ?

Mit Carb sind die carbohydrates oder besser Kohlenhydrate gemeint, die du bei deiner Ernährung täglich zu dir nimmst. Deine Ernährung besteht idealer Weise zu 55-60% aus Kohlenhydraten, zu 30% aus Fett und 15% aus Eiweiß. Die Kohlenhydrate haben auch eine Wirkung auf deinen Blutdruck! Denn die große Menge Insulin, das die carbs von deiner Bauchspeicheldrüse anfordern, um sie aus dem Blut in die Zelle zu transportieren, erhöht indirekt deinen Blutdruck!

Deine Körperwaage zeigt dir auch schnell, dass sich in deiner Nährstoffbilanz ein Fehler eingeschlichen hat. Zu viele Kohlenhydrate, die du nicht sofort zur Energiegewinnung einsetzen kannst, können nur in geringen Mengen gespeichert werden. Die übrigen carbs verwandelst du dann in Fett, um deine Taille zu formen.

Diese Erkenntnis hat zu der sogenannten low carb Ernährung geführt! Sie erfordert die Begrenzung der täglichen Zufuhr an Kohlenhydrate auf 15-30 % je nach Autor.

Jetzt haben viele Studien gezeigt, dass sowohl eine dauerhafte low carb als auch eine dauerhafte high carb Ernährung die Prognose verschlechtern. Aus diesem Grund berichte ich dir in dieser Podcastfolge von einer neuen Studie.

Jenkins und Mitarbeiter konnten zeigen, dass die Art der Kohlenhydrate, die du zuführst, entscheidend für deine Prognose und deinen Blutdruck ist!

Kohlenhydrate bestehen aus Glukosemolekülen (Traubenzucker), die untereinander verbunden sind. Wenn zwei Glukosemoleküle verbunden sind nennt man sie Disacharide und wenn ganz viele Glukosemoleküle verbunden sind, nennt man sie Polysaccharide. Stärke ist zum Beispiel so ein Polysacharid oder Mehrfachzucker.

Wenn du Traubenzucker in den Mund nimmst, schmeckst du die Süße sofort und den Traubenzucker nimmst du schon über die Mundschleimhaut auf und er gelangt sofort in dein Blut. Die Mehrfachzucker – wie zum Beispiel Stärke -schmecken nicht süß. Behälst du sie aber länger im Mund, schmecken sie langsam süß. In deinem Mundspeichel befindet sich nämlich die Amylase. Sie ist eine kleine Chemiefabrik, die die Traubenzuckermoleküle aus der Stärke abtrennt. Je länger du kaust, desto süßer wird es in deinem Mund.

Die Kohlenhydrate haben also je nach ihrer Beschaffenheit eine unterschiedlich schnelle Wirkung auf deinen Blutzucker und damit natürlich auf deinen Insulinbedarf: Mehrfachzucker haben einen geringeren Insulinbedarf als die Einfachzucker.

Natürlich ist auch die Art und Weise, wie die Kohlenhydrate im Nahrungsmittel verpackt sind, entscheidend für die Resorptionsgeschwindigkeit oder Bioverfügbarkeit. Man misst diese Eigenschaft der Kohlenhydrate mit dem glykämischen Index.

Der Glykämische Index (kurz GI) gibt Informationen über die Auswirkungen von Nahrungsmitteln auf den Blutzuckerspiegel. Ermittelt wird der Glykämische Index eines Nahrungsmittels, indem die Blutzuckerreaktion auf die Einnahme von 50 g Kohlenhydraten aus diesem Nahrungsmittel bestimmt wird. Dieser Wert wird in Relation gestellt zur Blutzuckerreaktion auf 50 g Glucose (Traubenzucker).

Das Ergebnis der Studie: je niedriger der Glykämische Index der Kohlenhydrate in deiner Ernährung, desto besser ist deine Prognose bezüglich Herzkreislauferkrankungen.

Oder umgekehrt: dein Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben ist, um 25 % erhöht, wenn deine carbs im Mund immer schon süß schmecken. Noch deutlicher wird das Risiko, wenn du bereits einen Herzinfarkt hattest: da steigt das Risiko auf 50 % an.

Schlussfolgerung: 

Die low carb Diät ist vorübergehend zur Gewichtsreduktion durchaus geeignet. Aber sie kann keine dauerhafte Ernährung sein. 

Die Qualität der Kohlenhydrate entscheidet über ihre postive oder negative Wirkung.

Eiweiss und Fette werden vornehmlich über tierische Nahrungsmittel aufgenommen. Sie sind aber mit einer katastrophalen ökologischen Bilanz verknüpft. Siehe Podcastfolge: Günter rettet die Welt!

Eine gute Ernährung für dich ist die DASH Diät, die vornehmlich aus Gemüse und Obst und wenig Salz besteht. 

Alles, was in deinem Mund schon süß schmeckt, ist nicht gesundheitsdienlich und nicht „blutdruckdienlich“!

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