Die solltest du kennen, denn sie sind kostenlos, überall und sofort erhältlich.
Warum Naturheilmittel?
Die Chemie der Pharmakologen aus deinem Körper zu verbannen, ist möglicherweise dein Bestreben, wenn du diese Podcastfolge hörst. Nahrungsergänzungsmittel, Homöopathie, pflanzliche Extrakte, Gewürze und viele andere Mittel stehen dir da zur Verfügung. Sie alle versprechen dir, auf möglichst natürlichem Weg, deinen Blutdruck zu senken. Dein Wunsch nach der einen Pille, die alles regelt und deinen Körper wieder in deinen gewünschten Zustand versetzt, steht hier genauso im Vordergrund, wie bei der Medikation deines Hausarztes. Und zusätzlich stammen diese Mittel ebenfalls aus einer chemischen Industrie. In beiden Fällen bekommt dein Körper ein chemisches Produkt, das er selbst nicht herstellt. Dafür darfst du auch noch dein Portemonnaie öffnen.
Nimm immer deinen Hausarzt mit ins Boot!
Alle diese Mittel haben ihre Berechtigung und ihre individuellen Erfolge bei dir. Aber setze niemals, ohne deinen Hausarzt zu fragen, ein Medikament ab, um es durch ein anderes zu ersetzen. Greife nur nach Rücksprache mit ihm auf die o. g. Medikamente zurück, denn auch sie haben Nebenwirkungen. Ein verständnisvoller Hausarzt wird dir helfen.
Gibt es kostenlose Naturheilmittel in dir?
Die preiswertesten Naturheilmittel sind bereits in deinem Körper vorhanden. Sie tauchen mit folgender Erkenntnis in dir auf:
Wenn ich in meinem Leben nichts ändere, kann ich auch nicht erwarten, dass sich in meinem Er-Leben etwas ändert.
Dein Lebenstil hat in deinem Körper den Blutdruck erhöht. Dein Körper ist das einzige Fahrzeug, das dir für dieses Leben zur Verfügung steht. Er ist so intelligent, dass er weiß, wie er seinen Blutdruck regulieren kann. Nur darfst du ihm dazu die Gelegenheit bieten.
Alle diese Maßnahmen senken deinen Blutdruck über das endogene Nitrat, das deine Gefäße erweitert und damit deinen Blutdruck senkt.
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Halt! Stop! Da sollten wir uns erst mal einigen, wann das hohe Alter denn beginnt.
Definitionen des Alters und des Alterns:
Er umschreibt den Lebensabschnitt, der deutlich vor Erreichung der mittleren Lebenserwartung anfängt.
Europarat: 65 Jahre und älter
Die UNO setzt die Grenze etwas tiefer an, nämlich bei 60 Jahren.
WHO differenziert junge Alte: 60- bis 74-Jährige Betagte und Hochbetagte: 75- bis 89-Jährige
Max Planck Institut Biologie des Alterns: Die klassischen, nachweisbaren Alterungsprozesse wie das Auftreten von Falten und die Abnahme von Leistungsfähigkeit und Ausdauer treten etwa ab einem Alter von 20 Jahren auf.
Bluthochdruck und Morbidität im Alter
Ab dem 50. Lebensjahr leiden 50 % der Männer unter einem hohen Blutdruck. Wenn die Menschen also auch die Frauen das 80. Lebensjahr erreicht haben, leiden sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 74 % unter einem hohen Blutdruck. Die Frage ist, ob sie leiden oder nicht! Denn bekanntlicherweise macht ja der hohe Blutdruck bei den meisten Menschen keine Beschwerden. Nur die Folgen des hohen Blutdrucks – wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Gefäßerkrankungen – verschlechtern die Prognose. Nur die Prognose bei bei betagten Menschen ist natürlich durch viele Erkrankungen zusätzlich eingeschränkt. Und das macht die Beurteilung der Sinnhaftigkeit einer medikamentösen Therapie schwierig.
Konservative Bluthochdrucktherapie im Alter
Eins ist allerdings klar: jede nicht medikamentöse Therapie des hohen Blutdrucks, die auf Verhaltensänderungen basiert, ist auch im hohen Alter sinnvoll.
Verhaltensweisen wie Salz zu sparen, sich täglich zu bewegen, den Alkoholkonsum zu reduzieren und vielleicht auch das Körpergewicht in gewissen Grenzen zu halten, gehören unumstritten zur Blutdrucktherapie jeden Alters.
In diese Podcast Folge bespreche ich mit dir zwei wichtige Untersuchungen (DANTE, HYVET)die ich zu folgenden Schlussfolgerungen zusammenfassen:
Altern ist ein natürlicher zellulärer Prozess. Die immanente Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit kann mit Gewinn an Erfahrung, Erkenntnis, Weisheit und durch Ökonomisierungsstrategie bis ins hohe Alter ausgeglichen werden.
75% der Menschen im hohen Alter haben einen Blutdruck über 140/90 mmHg oder nehmen Blutdruckmedikamente.
Die Therapie des hohen Blutdrucks ist besonders im Alter eine Individualtherapie. Sie ist nicht durch klassische medizinische Studien belegt und fordert die medizinische und ärztlich ethische Kompetenz in der Zusammenarbeit mit dem Patienten.
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Sein Krankenhausarzt riet ihm: „Herr Kunze, Sie müssen an Ihrem Leben etwas ändern, sonst sind Sie in kurzer Zeit wieder hier!“ Nach dem beunruhigenden Gesicht der jungen Krankenhausärztin bei seiner stationären Aufnahme und den Worten des Chefarztes beschloss Stephan Kunze, sein Leben auf den Prüfstand zu stellen. Mit dem festen Willen,
seine Gesundheit unter Kontrolle zu bekommen, machte er sich auf die ganz persönliche Suche.
Nach seinem Jurastudium war er als Musikjournalist und eigenem Musiklabel mit Künstlermanagement tätig. 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche war er auf allen Veranstaltungen, Feiern oder in den sozialen Medien unterwegs. Seine Präsenz und die Annehmlichkeiten seines Bekanntheitsgrades waren für ihn die Grundlage seines subjekiven Erfolges und leider auch seines Bluthochdrucks.
Weniger ist mehr!
Der Journalist greift zu den Büchern! Als Mann der Schriftsprache durchforstete Stephan Kunze die Literatur. Die erste Maßnahme führte in kurzer Zeit über salzarme und angepasste Ernährung zur Gewichtsabnahme. Alkohol gehörte nicht mehr in seinen Speiseplan und die meisten Feierlichkeiten sagte er ab. Er reduzierte seinen Terminkalender und sein Engagement in den sozialen Medien. Mit jedem Loslassen wuchs sein innere Frieden.
Sein Studium führte ihn folgerichtig zu den Grundlagen des Buddhismus. Ein Leben ohne Meditation und Selbsterfahrung ist für ihn heute undenkbar. Mit seinem Lebensstil, den er als Zen Style bezeichnet, will er bewusst nicht aus der Gesellschaft und den beruflichen Anforderungen aussteigen, sondern seine Kraft den wirklich erforderlichen Dingen im Alltag sowohl beruflich als auch privat widmen. Er hat dir gezeigt, dass du auch diesen Weg ohne Einbrüche in deiner Laufbahn suchen kannst. Du darfst es nur umsetzen.
Aus meiner Sicht beschreibt er den zukünftigen Weg der Gesellschaft:
weg vom Ego, hin in die Vernetzung,
weg vom Haben, hin zum Sein,
weg von der Fremdbestimmtheit, hin zur Faszination
So kannst du die Herausforderungen deines Lebens mit großer Leichtigkeit, Achtsamkeit und Frieden in dir meistern. Ich wünsche dir viele Erkenntnisse bei dem Interview und beim Studium seines Buches.
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Wie bei jeder Filtration benötigen auch deine Nieren einen Blutdruck, damit aus 1800 Liter Blut am Tag 180 Liter Primärharn am Tag entstehen können.
Ohne Druck nichts los!
Die Nierenfunktion ist auf einen konstanten Blutfluss durch die Nierenkörperchen und entlang der Wiederaufbereitungsanlage angewiesen. Dein Körper benötigt aber schwankende Blutdrücke. Zum Beispiel fordern körperliche Belastungen eine steigenden Blutdruck, um alle Muskeln in Aktionsbereitschaft zu versetzen. Um diese schwankenden Kreislaufsituationen abzufedern, hat die Niere eine eigene Blutdruckregulation. Sie kann im Bereich eines Angebotes von 80-180 mmHg ihre Durchblutung konstant halten. Durch diese Autoregulation stellt sie auch bei schwankendem Blutdruckangebot ihre Versorgung und ihre Funktion sicher, ohne Schaden zu nehmen.
Das Nephron reagiert sehr sensibel auf dauerhafte Blutdruckerhöhung und Schock bedingtem Kreislaufversagen!
Bluthochdruck schädigt die Nieren
Wenn die Nieren bis 180 mmHg Blutdruck ihre Arbeit problemlos verrichten können, warum schädigt dann Bluthochdruck die Nieren? Normalerweise treten Blutdruckspitzen im täglichen Leben nur kurzdauernd auf. Nach körperlichen Belastungen sinken die Drücke rasch wieder ab. Bei chronisch hohem Blutdruck reagiert das Nierengewebe mit einer Anpassung der Regulationsgefäße. Sie verhärten sich und ändern ihre Struktur und öffnen damit den Weg zu einer chronischen Verhärtung dieser kleinen Gefäße. Diese Veränderungen öffnen die Tür zu einem chronischen Nierenschaden. Es gelingt dann dem Glomerulus nicht mehr, seinen Filter zu regenerieren und Eiweiß kann im Urin erscheinen.
Die Autoregulation der Nieren hat ihre physiologischen Grenzen. Daher sollte dein Blutdruck nicht dauerhaft erhöht sein. Aus diesem Grund ist zum Beispiel die Normalisierung des Blutdrucks bei allen Nierenerkrankungen der wichtigste Schritt, um ein fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Und wenn der Blutdruck viel zu niedrig ist?
Kurzdauernde Blutdruckabfälle, wie du sie beim schnellen Aufstehen häufig in der Pubertät erfahren hast, schaden den Nieren nicht. Nur wenn der Kreislauf komplett versagt, wird die Nierendurchblutung zu Gunsten der Durchblutung des Gehirns und des Herzens reduziert. Diese Situation nenn man dann auch Schock. Wenn dieser länger anhält, kann es zum akuten Nierenversagen führen. Da der Urin in der Wiederaufbereitungsanlage der Nieren stehen bleibt, verstopfen die Tubuli. Hält die Situation länger an, dann sind die Selbstheilungskräfte der Nieren schnell erschöpft und ein chronisches Nierenversagen droht. Diese Situation tritt aber nur im schweren Kreislaufschock auf, der dann auch intensivmedizinisch betreut werden muss.
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Das Thema Sexualität ist in Verbindung mit einer Bluthochdruckerkrankung häufig negativ belegt, aber vollkommen zu Unrecht.
Bluthochdruck beeinflusst sexuelle Aktivität nicht
Große Untersuchungen haben gezeigt, dass die Häufigkeit und das Verlangen nach sexueller Betätigung unabhängig in allen Gruppen altersentsprechend identisch ist: egal, ob ein hoher Blutdruck vorliegt oder nicht und egal, ob eine Behandlung des Bluthochdrucks besteht oder nicht.
Regelmäßige sexuelle Aktivität senkt den Blutdruck
Sowohl bei Männern als auch bei Frauen besteht häufig die Vorstellung, dass der Blutdruckanstieg während des Liebesspiels zu Zwischenfällen führen kann. Ganz im Gegenteil zu dieser Befürchtung ist sehr gut belegt, dass regelmäßige sexuelle Aktivität den Blutdruck sogar senkt.
Orgasmus endet mit Muss
Die sexuelle Aktivität auf den Orgasmus zu reduzieren, wird der komplexen Wirkung der Zärtlichkeit auf das Wohlbefinden durch das Liebesleben nicht gerecht. Der absichtslose, liebevolle und achtsame Körperkontakt zum Partner eröffnet die Sinne und das Gefühl einer wirklichen Intimität. Diese Form des erotischen Zusammenseins bedarf keinerlei Hilfsmittel und schon lange nicht einer blauen Pille. Orgas muss nicht sein, aber kann. Liebe ist nicht abhängig von einer Leistung.
Statt Ver-lassen, Zu-lassen und Ver-trauen
„Wenn ich jetzt Medikamente benötige, um meinen Blutdruck zu kontrollieren, hat meine Gesundheit mich verlassen. Ich kann mich auf meinen Körper nicht mehr verlassen.“ Diese oder ähnlich Gedanken rauben manchen Betroffenen ihre Lebensqualität. Nein dein Körper ist noch da, er hat dich nicht verlassen. Du musst nur die Vorsilbe „Ver“ durch „Zu“ ersetzen. Du darfst wieder zulassen und ins Trauen und damit ins Vertrauen kommen.
Medikamente reduzieren dein Erleben nicht
Gerade ACE Hemmer und AT1 rezeptorblocker sind offensichtlich in der Lage die sexuelle Lust zu steigern. ß Blocker und ggf. Diuretika sollen die Erektionsfähigkeit reduzieren, aber nur wenige Betroffene berichten das. Alle anderen Medikamente haben keinen Einfluss auf die Qualität der Sexualität.
Frage deinen Hausarzt
Zusätzliche Erkrankungen wie eine Herzminderleistung, ein Herzinfarkt, eine Durchblutungsstörung oder ein Schlaganfall sind Ursachen, die deine sexuelle Aktivität beeinflussen können. Wenn du unsicher bist, besprichst du das vertrauensvoll mit deinem Hausarzt. Bei der Verordnung der blauen Pille (Sildenafil etc.) habe ich die Erfahrung gemacht, dass nach einmaligem Gebrauch das Vertrauen in die Erektionsfähigkeit eine weitere Verordnung unnötig machte.
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Transkript:
Hallo, hier ist wieder Harald Messner vom Podcast „Runter mit dem Blutdruck“. Schön, dass du eingeschaltet hast.
Heute wollen wir mal ein ganz heißes Thema anpacken. Das Thema wird eigentlich viel zu heiß gekocht. Ich würde eher sagen, das Thema sollte warm zubereitet werden, nur leider wird es viel zu selten zubereitet, weil da Bereiche angegangen werden, über die man nicht so gerne spricht, und das vor allen Dingen in einer Leistungsgesellschaft nicht so gerne spricht.
Ja, es geht hier um Sexualität und Bluthochdruck und Sexualität bei Erkrankungen im Allgemeinen. Ich wünsche dir viel Spaß dabei.
Sexualität und Bluthochdruck, dieses Thema wird häufig totgeschwiegen. Aber ich möchte nicht, dass dieses Thema auch im Rahmen dieser Podcast-Reihe totgeschwiegen wird, und ich möchte vor allen Dingen nicht, dass das Thema Sexualität und Bluthochdruck hier allein auf die Erektionsstörung und die Applikation von Viagra und die möglicherweise Nebenwirkungen von Bluthochdruckmedikamenten in Bezug auf die Sexualität reduziert wird.
Wir sind zwar immer leider noch in einer Leistungsgesellschaft, aber das Blödeste, was man in Bezug auf die Sexualität machen kann, ist, sie in den Graden oder in die Leistungsgesellschaft oder in das persönliche Leistungsprofil einführen zu wollen. Denn Sexualität besteht nicht nur aus der Erektion und der Abgabe, sondern Sexualität ist ein weitaus komplexeres Thema und wird auch dann nicht gerecht der Situation, wenn man das allein auf die Erektion reduziert, sondern Sexualität gehört auch Hingabe dazu, auf die Berührung des Partners zu empfinden und dies als schön zu empfinden und dies als herausfordernd zu empfinden und das zu genießen. Und dieser Effekt geht leider in der Diskussion häufig über das, was man in der aktuellen Gesellschaft so unter Sexualität versteht, verloren.
Ja, gerade auch diese entsprechenden pornografischen Seiten, die man jetzt überall auf dem Internet sozusagen sich ansehen kann, vermitteln ein vollkommen falsches Bild von dem, was sich in der Gesellschaft oder was sich wünschenswerterweise an Sexualität abspielt und was für jeden Einzelnen Sexualität bedeutet. Das kann ganz, ganz unterschiedliche Auswirkungen haben und muss nicht par excellence und immer wieder in dem Orgasmus oder in dem Erlebnisorgasmus allein bestehen. Und mir sind da in Bezug auf den hohen Blutdruck ein paar Punkte wichtig, die du wissen solltest, die dich oder deine Partner oder deine Partnerin anleiten können, dass ihr gemeinsam eine, sage ich mal, befriedigende Sexualität habt. Dazu bildet sicherlich auch ein Blick auf die wissenschaftlichen Untersuchungen, die in diesem Bezug gemacht worden sind, eine wichtige Rolle. Und die letzte sehr große Untersuchung ist 2013 erschienen und die hat wirklich ein bisschen aufgeräumt mit dem, was man so unter dem generellen Verständnis von Sexualität in Bezug auf den Bluthochdruck alleine, aber auch im Besonderen bisher die Blicke verfälscht hat.
Erstmal war klar bei der Untersuchung, dass die sexuelle Aktivität in allen Gruppen identisch ist. Wenn man betrachtet diese Gruppen, die keinen hohen Blutdruck haben, die einen unbehandelten hohen Blutdruck haben oder die einen behandelten hohen Blutdruck hatten: Die Häufigkeit und auch die Zufriedenheit mit der Sexualität war in allen Gruppen gleich. Das bedeutet für dich, der du vielleicht einen hohen Blutdruck hast und der jetzt behandelt wird: Auch da bist du in einer Situation, wo du jederzeit auch eine befriedigende Sexualität haben kannst.
Das zweite Wichtige ist: Ah, man denkt, der die Sexualität erhöht den Blutdruck. Falsch. Regelmäßige Sexualität und regelmäßige sexuelle Aktivität senkt den Blutdruck. Und nicht umsonst hat ein südamerikanischer Staatspräsident, dessen Namen ich mich jetzt nicht mehr erinnere oder an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere, sein Volk aufgefordert, zu erhöhter sexueller Aktivität zu greifen, um seine Volksgesundheit der Menschen in seinem Land zu verbessern. Denn er wusste genau, dass sexuelle Aktivität natürlich auch eine körperliche Aktivität ist und diese körperliche Aktivität und die regelmäßige körperliche Aktivität fördert die Gesundheit. Also senkt sie auch den Blutdruck und das ist studienmäßig auch nachgewiesen.
Die sexuelle Aktivität wird häufig auch in Verbindung gebracht mit dem plötzlichen Herztod oder einem plötzlichen Herzinfarkt. Auch diese Mär muss einfach mal beendet werden. Die sexuelle Aktivität fördert nicht den plötzlichen Herztod und fördert auch nicht den plötzlichen Herzinfarkt. Ganz einfach.
Die sexuelle Aktivität wird sowohl bei Männern als auch bei Frauen gleichmäßig beeinflusst durch eine Erkrankung, also auch durch den hohen Blutdruck. Deswegen sind die Männer in Bezug auf ihre Erektionsfähigkeit und damit auch deren Antrieb, sexuellen Verkehr zu haben, nicht schlechter oder besser darangestellt, als es eben halt die Frauen gleichen Alters mit gleichen Grunderkrankungen sind.
Und nicht zuletzt: Fünftens, die sexuelle Aktivität auf die Erektionsfähigkeit des Mannes allein zu reduzieren, ist zu einseitig und wird meines Erachtens dem komplexen Empfinden der komplexen Bedeutung der intimen Beziehung, der Berührung und des Beisammenseins nicht gerecht.
Und da sind wir wieder bei dem Ausgangspunkt, den ich anfangs gesagt habe, dass wir in einer Leistungsgesellschaft sind und das passt zu dieser Leistungsgesellschaft, sage ich, wie Deckel auf Topf. Ich hätte fast was anderes gesagt, also wie Deckel auf Topf, dass man da ein Medikament erfindet oder ein Medikament bekommen muss, wo eben halt die Erektionsfähigkeit des Mannes zu jedem Zeitpunkt gesichert ist, damit eben halt immer ein Geschlechtsverkehr auf normalem Wege stattfinden kann und damit auch das Selbstbild des Mannes, eines potenten Mannes im Sinne unserer Leistungsgesellschaft wieder aufrechterhalten wird.
Das sind Dinge, die verlassen wir jetzt gerade. Wir sind nicht mehr in dem Zeitalter des Steinbocks, wo es nur um das Ich und die Leistungsfähigkeit geht, sondern wir gehen her und gehen in das Vernetzen und gehen in die gegenseitige Akzeptanz der Situation des anderen. Und die Akzeptanz ist ein ganz wichtiger Gesichtspunkt.
Die Akzeptanz, dass jetzt zumindest zu dem Zeitpunkt, wo du deinen Hausarzt verlassen hast und der dir jetzt zum ersten Mal ein Blutdruckmedikament aufgeschrieben hat, das du dein Leben lang nehmen sollst, weil dein Körper nicht mehr so funktioniert ohne dieses Medikament und weil ohne dieses Medikament offensichtlich dein Blutdruck nicht mehr zu kontrollieren ist. Das macht was in deinem Kopf. Das reduziert die Verlässlichkeit deines Körpers. Er kommt ohne dieses Medikament offensichtlich nicht mehr aus. Und deswegen ist auch immer das Ziel: Hey, ich muss weg von diesen Medikamenten, weil das Medikament ist ja eine Krücke und ich will nicht ohne Krücken durch diese Welt gehen. Ich bin da nicht mehr so leistungsfähig und ich kann mich auf meinen Körper nicht mehr verlassen.
Diese Veränderung in deinem Kopf führt auch dazu, dass du alle deine Bereiche, in denen du lebst, in denen du aktiv bist, untersuchst und guckst: Hey, wie leistungsfähig bin ich denn auf diesen anderen Bereichen auch noch? Und das führt dazu, dass du Angst hast, dass du dich auf deinen Körper nicht mehr verlassen kannst. Deine Gesundheit hat dich verlassen. Was kannst du da tun? Wie kommst du aus der Falle raus?
Ganz einfach: Du streichst das „ver“ von dem „lassen“ einfach mal weg und ersetzt das durch das „zu“ davor. Und zwar: Du gehst nicht mehr „verlassen“, sondern du lässt wieder zu. Und das bedeutet, dass du mit deinem Partner über ganz andere Gesichtspunkte auf die Sexualität zugehen kannst. Du lässt nämlich dann erstmal wieder eine intime Berührung zu und erlebst diese intime Berührung deines Partners plötzlich ganz anders und kannst sie auch wieder zulassen und kommst in die Hingabe. Und wenn du in die Hingabe, in das Empfinden der intimen Berührung bekommst, dann bist du wieder in dem Bereich der Sexualität, der sicherlich auch und vor allen Dingen zu der Zweisamkeit, dem Wohlbefinden, der Erkenntnis: Hey, mein Partner liebt mich so, wie ich bin, und die Eigenakzeptanz hineinführt.
Das bedeutet: Wenn du weg vom Gefühl des Verlassens in das Gefühl des Zulassen kommst, kommst du in die Hingabe und du kommst zu einer befriedigenden Sexualität. Die muss nicht darin bestehen, allein sozusagen den dritten oder vierten Orgasmus am Abend erlebt zu haben oder sogar den zweiten. Nein, darum geht es gar nicht. Es geht darum, dass du in einer Situation bist, in dem du die intime Berührung dessen, was man sich – Zuwendung, Liebe, Streicheln – all das wieder empfinden kannst. Und das ist die hohe Schule der Sexualität in dieser Situation und nicht die einfache Schule des Orgasmuserzeugens um „Teufel komm raus“.
Also heißt für dich: Sexualität ist auf keinen Fall irgendetwas, was du mit dem Auftreten des Bluthochdruckes in deinem Leben verlassen musst. Nein. Du wirst dir eine Sexualität erleben, die das Zulassen wieder akzeptiert und dann bekommst du auch ein Selbstvertrauen.
Ja, aus langer Erfahrung als ähm Arzt, der sich um den hohen Blutdruck bei den Menschen gekümmert hat, kann ich sagen, dass viele Männer, die sich die Verschreibung von Viagra erbeten haben, um ihre sexuelle Leistungsfähigkeit sicherzustellen nach einem kardialen oder auch nach der Diagnose eines Hypertonus, nicht das zweite Rezept haben ausstellen lassen hinterher. Nicht, weil sie sich das auf dem Schwarzmarkt besorgt haben. Nein, nein, nein. Ganz im Gegenteil: Sie brauchten einfach das Medikament, nicht mehr das Viagra, um die Erektion oder auch eine befriedigende Sexualität sicherzustellen.
Das bedeutet für dich: Wenn du jetzt einen Hypertonus hast und du eigentlich ein Medikament zur Kontrolle des Blutdruckes nehmen musst, muss sich an deiner Sexualität nichts ändern. Denn vielleicht muss sich auch nur was in deinem Kopf verändern, nämlich dass du dich nicht verlassen fühlst von deinem Körper, sondern in deinem Körper zeigst, dass er wieder zulassen kann, nämlich die intime Berührung mit dem positiven sexuellen Erlebnis.
Vielleicht muss ich auch noch einiges hinzufügen: Es gibt natürlich zahlreiche Studien, in denen Medikamente ausprobiert wurden und deren Einfluss auf die mögliche Erektionsstörung, aber auch auf den Antrieb zur Sexualität untersucht wurden. Und man konnte eigentlich keine konsistenten Ergebnisse finden. Das heißt also: Es gab eigentlich keine richtig, wirklich über alle Menschen hingreifenden Befunde, die zeigten, dass irgendein Medikament eine besonders starke hemmende Wirkung auf die Erektionsfähigkeit des Mannes, aber auch die Bereitschaft der Frau, sich sexuellem Verlangen hinzugeben, haben.
Was sicher ist, ist: Betablocker, dem wird es nachgesagt, dass er eine Erektionsstörung machen kann. Da muss man dann wirklich überlegen, ob das das einzige Medikament ist, was man dann absetzen kann oder in der Dosis reduzieren kann oder durch ein anderes Medikament ersetzen kann. Das muss man mit deinem Hausarzt besprechen und da muss dein Hausarzt dir behilflich sein. Alle anderen Medikamente haben keinen negativen Einfluss. Es gibt sogar einige, die sollen angeblich einen positiven Einfluss haben. Das sind eigentlich auch gleich die besten Blutdruckmedikamente, nämlich das sind die ACE-Hemmer und die AT1-Rezeptorblocker, die offensichtlich in Bezug auf die Erektionsfähigkeit und den Antrieb, Sexualverkehr zu haben, eher eine positive Wirkung haben.
Ja, ich hoffe, dir mit dem Podcast gedient zu haben. Ich bin sicherlich kein Sexualtherapeut, der da im Detail dir noch mehr zu sagen kann, aber ich kann dich nur aufrufen: Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil deines Lebens und deines Erlebens und sie wieder zuzulassen und dich auf deinen Körper zu verlassen, ist sicherlich ein wichtiger Aufruf und sie trägt auch sicherlich zu deinem Wellbeing und deiner Gesundheit, deinem Wohlfühlen bei. Und deswegen wäre es fatal, sich nicht auch diesem Thema im Rahmen des Podcasts, aber auch im Rahmen deines Lebens zuzuwenden. Ich danke für deine Aufmerksamkeit und wünsche dir noch einen schönen Tag.