In dieser Folge zeige ich dir, warum dein Blutdruck nicht nur etwas mit Herz und Gefäßen zu tun hat, sondern warum dein Knochen ein unterschätztes Stoffwechsel- und Hormonorgan ist. Du erfährst, wie Osteocalcin entsteht, warum Bewegung den Knochen aktiviert und wie bereits einfache Belastungen wie Spaziergänge nach dem Essen deine Gefäße, deinen Zuckerstoffwechsel und deinen Blutdruck positiv beeinflussen können.
Einfache Bewegung regt deine Knochen an, Osteocalcin auszuschütten, was Blutdruck senkt, Insulinempfindlichkeit verbessert und Gefäße elastischer macht.
Top 3 Highlights:
Osteocalcin-Power: Durch Bewegung und Belastung produziert dein Knochen ein Hormon, das Blutdruck und Insulinwerte positiv beeinflusst.
Bewegung als Medizin: Schon 10 Minuten Gehen nach dem Essen aktiviert die knochenaufbauenden Zellen und fördert die Osteocalcin-Ausschüttung.
Ganzheitliche Gesundheit: Osteocalcin schützt nicht nur vor Bluthochdruck und Diabetes, sondern stärkt auch die Knochen gegen Brüche.
Episoden-Navigation:
00:00 Bluthochdruck: Knochen als unerwarteter Faktor 03:12 Osteocalcin: Hormonelle Wirkung der Knochen 06:22 Einfache Bewegung: Diabetes und Knochengesundheit 09:44 Zusammenfassung und Call to Action
Was Du tun kannst!
Gehe nach jeder Mahlzeit 10 Minuten spazieren, um deine Knochen zu aktivieren und deine Gesundheit zu verbessern!
Hier habe ich ein Beispiel einer täglichen Osteocacin Gymnastik gefunden:
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🩺 Dein Blutdruck zu hoch? Dein Knochen hat die Lösung! Ich erkläre, wie einfache Bewegung Osteocalcin freisetzt und deine Gesundheit revolutioniert. Hör jetzt rein! #Blutdruck #Osteokalzin #Gesundheit #Bewegung
FAQ :
Was bewirkt Osteocalcin im Körper?
Osteocalcin ist ein Hormon aus dem Knochenstoffwechsel. Es beeinflusst die Insulinempfindlichkeit, den Zuckerstoffwechsel und möglicherweise die Gefäßfunktion.
Kann Bewegung die Osteocalcin-Produktion erhöhen?
Ja. Belastung durch Gehen, Treppensteigen oder Kraftübungen aktiviert knochenaufbauende Zellen und fördert die Ausschüttung von Osteocalcin.
Hilft Osteocalcin gegen Bluthochdruck?
Osteocalcin kann indirekt die Gefäßgesundheit und den Stoffwechsel unterstützen. Bewegung bleibt ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Blutdruckregulation.
Muss ich intensiven Sport machen?
Nein. Bereits regelmäßige Spaziergänge oder leichte Belastungen können positive biologische Effekte auslösen.
Warum sind Spaziergänge nach dem Essen sinnvoll?
Bewegung nach dem Essen unterstützt die Zuckeraufnahme in die Zellen und kann Stoffwechselprozesse positiv beeinflussen.
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Transkript:
Du gehst zu deinem Arzt, um eine Gesundheitsuntersuchung machen zu lassen (kleine Bemerkung noch gibt’s hier), und dein Arzt misst deinen Blutdruck. Die Manschette wird aufgepumpt, der Arzt schaut sehr konzentriert auf das Blutdruckmessgerät, und er lässt dann langsam die Luft aus der Manschette, und das Gesicht deines Hausarztes wird immer sorgenvoller, und du spürst: „Wow, wow, wow, mein Blutdruck ist offensichtlich zu hoch.“
Und dann bestätigt er dir das auch: „Ja, Ihr Blutdruck ist zu hoch.“
Und was du da jetzt ausnahmsweise mal was ganz anderes gegen tun kannst oder für deinen guten Blutdruck tun kannst, das erzähle ich dir gleich.
Ja, du denkst: „Wow, wenn der Blutdruck zu hoch ist, muss es wohl mein Herz sein. Mein Herz ist krank, ich muss es untersuchen lassen.“ Aber wir gucken vielleicht mal woanders.
Ja, es könnten deine Gefäße sein, ja, die sind da auch mit dran beteiligt, aber sie sind nicht sozusagen das Basisding, sondern es gibt noch was ganz anderes, was wir überhaupt bisher nicht auf dem Schirm hatten, und das ist dein Knochen.
Du denkst jetzt: „Der Messner spinnt.“ Nein, der Messner spinnt nicht, denn er weiß, dass dein Knochen zwar die Funktion hat, dass du aufrecht stehen kannst, dass du nicht wie so ein Auster über den Tisch laufen musst, sondern du kannst gerade gehen, dein Knochen trägt dich. Aber beim Tragen, da hat der Körper und dein Knochen plötzlich eine noch ganz andere Funktion.
Diese andere Funktion ist eine hormonelle Funktion. Ja, du hast richtig gehört: Dein Knochen scheidet eine hormonell aktive Substanz aus, und diese hormonell aktive Substanz beeinflusst deinen Insulinwert, beeinflusst deine Insulinempfindlichkeit und beeinflusst vor allen Dingen die Elastizität deiner Gefäße. Und damit kann diese Substanz deinen Blutdruck senken.
Und ich will jetzt nicht länger hinter dem Berg halten: Diese Substanz ist das Osteokalzin. Dieses Osteokalzin wird aber nicht ausgeschieden, wenn du den ganzen Tag auf der Couch sitzt und deinen Körper und deinen Knochen nicht belastest, sondern dieses Osteokalzin wird dann ausgeschieden, wenn du deinen Körper belastest. Das heißt, wenn dein Knochen Signale spürt, dass eben halt an ihm gezogen und gedrückt und bewegt wird. Und das ist die Grundlage Entschuldigung der Ausscheidung dieses Osteokalzins.
Und dieses Osteokalzin kommt – und das ist das Verrückte, was super gut passt – kommt aus den Zellen, die den Knochen aufbauen. Das heißt, du siehst: Wenn du dich belastest, aktivierst du die Zellen, die in deinem Knochen Knochen aufbauen, und diese senden gleichzeitig Hormone aus, die deine Insulinwerte verbessern, deine Insulinempfindlichkeit erhöhen und die Elastizität deiner Gefäße positiv beeinflussen.
Das bedeutet aber nicht, dass du jetzt denkst: „Wow, ich muss jetzt in die Muckibude“, so wie man das normalerweise immer so sagt. Nein, es reicht aus, wenn du z.B. nach dem Essen für 10 Minuten spazieren gehst. Dabei kommt Druck und Zug auf die Knochen bei einfachem Gehen.
Wenn du dich bewegst, wenn du hergehst, z.B. Kniebeugen machst oder was hebst oder mit Gewicht hebst oder die Muskeln anstrengst – selbst die Anstrengung der Muskeln führt ja zum Zug oder Druck auf dem Knochen. Und dieser Zug oder Druck auf dem Knochen, die führen dazu, dass diese Zellen, die den Knochen aufbauen, aktiviert werden und die führen dann dazu, dass du vermehrt dieses Osteokalzin ausscheidest.
Und damit sinkt dein Blutdruck, sinkt dein Insulin, weil deine Insulinempfindlichkeit erhöht wird und du kannst besser deinen Zucker verdauen. Und wo wir gerade beim Zucker sind: Wenn wir den Zucker besser verdauen können, die Zellen ihn also schneller aufnehmen können, dann senken wir damit das Risiko für einen Typ-2-Diabetes.
Das bedeutet: Wenn du regelmäßige Bewegung machst, dich deinen Knochen, deinen Körper regelmäßig das Signal gibst: „Du darfst mich tragen“, dann sendet dein Körper ein Hormon aus, der deine Blutzuckerwerte in der Lage ist zu senken. Und du musst nicht hergehen und wie ein Bekloppter auf dem Laufband zubringen, sondern du musst nur einfache Übungen machen oder einfach nur spazieren gehen oder mal ein Gewicht heben.
Das bedeutet auch für dich: Du beeinflusst damit dramatisch deine Lebensqualität. Denn wenn du isometrische Übungen machst, also Übungen, bei denen der Körper sich nicht bewegen muss, sondern der muss nur Zug und Druck auf den Knochen aufbauen, dann ist das zusätzlich ein Reiz für deinen Körper, dass die Knochen stabiler sind und damit beugst du Frakturen, also Brüchen im späteren Leben sehr vor und du beugst auch einer Knochenentkalkung vor.
Das bedeutet für dich: Du solltest auf jeden Fall immer in deinem Leben ein bisschen in Bewegung bleiben, also nicht mit der Rente den ganzen Tag Netflix gucken, sondern aufstehen, spazieren gehen und den Knochen belasten. Und das ist der entscheidende Punkt, den wir heute mitnehmen: Dein Knochen ist in der Lage, dir dir zu helfen, mit deinen hormonellen Werten deinen Diabetes zu verhindern und deinen Blutdruckgesund zu halten, indem deine Gefäßegesund gehalten werden.
Und die Bewegung, die du deinem Körper damit zumutest, ist das Signal an deinen Knochen: Du sagst dem: „Bitte sende dieses Osteokalzin aus, damit mein Körper gesund bleibt.“ Das heißt: Der Körper hat die eigene Heilkraft in sich selber und kann das sehr gut für sich selber beeinflussen.
Und es ist nicht so, wie man früher immer gesagt hat: „Boah, du musst jetzt irgendwie auf die in die Muckibude gehen und sehr viel arbeiten, ganz starke Muskelanstrengungen machen, möglicherweise auch noch so weit dich belasten, dass deine Herzfrequenz nach oben geht.“ Alles sinnlos in Bezug auf die Osteokalzin-Produktion, sondern lediglich eine ruhige Belastung mit Zug und Druck auf deinen Knochen. Wenn du spazieren gehst, regelmäßig 10 Minuten nach den Mahlzeiten, ist das die halbe Miete.
Also: Osteokalzin senkt deinen Blutdruck, verbessert deine Insulinempfindlichkeit und erhöht die Elastizität der Gefäße. Und das solltest du mitnehmen, wenn du dich um deinen Blutdruck weiter kümmern musst. Also nicht immer sofort Pille, sondern das zusätzlich – auch wenn du schon Pillen nimmst – kannst du das auch schon zusätzlich machen und das wird deine Gesundheit dramatisch beeinflussen.
Ich danke dir, dass du bis hierher zugehört hast. Ich würde mir wünschen, dass du vielleicht bei den Videos ein Like hinterlässt oder vielleicht sogar einen Kommentar. Dann kommen immer mehr Leute in die Lage, auch diese Podcast-Folge zu hören. Und das ist das Geschenk an mich, dass ich hier dir quasi umsonst, ohne irgendwelche Kosten für dich, von die Informationen liefere, die für deine Gesundheit, deinen Blutdruck von ja schon erheblicher Bedeutung sind.
Also: Ich schenke es dir gerne. Ich wünsche dir einen schönen Tag noch und freue mich auf unsere nächste Folge.
Zuckerhaltige Getränke erhöhen den Blutdruck erheblich, nicht nur wegen der Kalorien, sondern aufgrund eines komplexen biochemischen Prozesses.
Fruktose in diesen Getränken wird in der Leber zu Harnsäure umgewandelt, welche Stickstoffmonoxid hemmt.
Stickstoffmonoxid ist entscheidend für die Entspannung und Elastizität der Blutgefäße sowie für die Regulierung des Blutdrucks.
Ein Mangel an Stickstoffmonoxid führt zu verengten und steifen Blutgefäßen, was den Blutdruck steigen lässt und den Blutfluss ineffizient macht.
Regelmäßiger Konsum zuckerhaltiger Getränke sendet ein konstantes schädliches Signal an den Körper, das die Gefäßsteifigkeit dauerhaft erhöht.
Der beste Weg, diesen Effekten entgegenzuwirken, ist der Verzicht auf zuckerhaltige Getränke und der Umstieg auf ungesüßten Tee oder Wasser.
🔍 Zusammenfassung
Zuckerhaltige Getränke und Blutdruck Zuckerhaltige Getränke sind nicht nur ein Problem für das Körpergewicht, sondern vor allem ein Blutdruckproblem. Die meisten Menschen nehmen an, dass diese Getränke nur wegen ihres Kaloriengehalts schädlich sind und zur Gewichtszunahme führen. Das Hauptproblem liegt jedoch in einem perfiden Mechanismus, der die Blutgefäße zerstört. Fruktose, ein Hauptbestandteil vieler dieser Getränke, wird in der Leber schnell umgewandelt. Bei diesem Prozess entsteht leider nicht nur Zucker, sondern auch Harnsäure, die für die schädlichen Auswirkungen verantwortlich ist.
Die Rolle der Harnsäure und Stickstoffmonoxid Harnsäure wird normalerweise über die Nieren ausgeschieden. Sie ist nicht nur für Nierensteine oder Gichtanfälle verantwortlich, sondern hemmt auch Stickstoffmonoxid (NO). Stickstoffmonoxid ist eine Substanz, die die Weite und Elastizität der Blutgefäße im Körper reguliert. Je mehr Stickstoffmonoxid vorhanden ist, desto weiter und elastischer sind die Gefäße und desto niedriger ist der Blutdruck. Sinkt das Stickstoffmonoxid aufgrund des Konsums fruktosehaltiger Getränke, ziehen sich die Blutgefäße zusammen, der Blutdruck steigt, und der Blutfluss wird ineffizienter. Die Gefäße werden steifer und können sich nicht mehr zusammenziehen, was den Blutfluss insgesamt reduziert. Dies ist ein schleichender Prozess, den man nicht sofort spürt, aber der Körper reagiert darauf.
Langfristige Folgen und Abhilfe Der tägliche Konsum von zuckerhaltigen, fruktosehaltigen Erfrischungsgetränken sendet ein konstantes schädliches Signal an den Körper. Dies führt dazu, dass die Gefäße mit der Zeit immer steifer werden und ihre Fähigkeit zur Entspannung und Kontraktion verlieren. Infolgedessen steigt der Blutdruck kontinuierlich an, was das Herz-Kreislauf-Risiko erhöht. Dieses Risiko entsteht nicht durch die Kalorien, sondern durch die Harnsäure, die Stickstoffmonoxid hemmt – den “Weichmacher” der Gefäße. Unsere Biologie ist für einen gelegentlichen Zuckerschub ausgelegt, nicht für einen kontinuierlichen Fluss. Der permanente hohe Konsum süßer Getränke überfordert das System. Es bedarf keines komplexen neuen Plans oder von Nahrungsergänzungsmitteln. Es genügt, zuckerhaltige Getränke wegzulassen und durch ungesüßten Tee oder Wasser zu ersetzen, um den Blutdruck zu regulieren und die Gefäßgesundheit zu verbessern. Jedes zuckerhaltige Getränk sendet ein Signal an die Blutgefäße, und die tägliche Exposition verursacht den eigentlichen Schaden.
1. Erhöhen Softdrinks wirklich den Blutdruck? Ja, über Harnsäure und Gefäßverengung.
2. Ist Fruchtzucker besser als normaler Zucker? Nein, Fruktose kann den Blutdruck besonders beeinflussen.
3. Wie schnell wirkt sich das aus? Kurzfristig leicht, langfristig deutlich.
4. Reicht gelegentlicher Konsum? Gelegentlich ist unproblematisch – täglich nicht.
5. Was sollte ich stattdessen trinken? Wasser und ungesüßter Tee sind ideal.
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Blutdruck und Gehirn: Ein entscheidender Faktor für Deine geistige Gesundheit
Kannst du dein Gehirn allein durch Kreuzworträtsel oder Sudokus fit halten? Viele Menschen glauben das. Doch es gibt einen weitaus entscheidenderen Faktor, der deine geistige Gesundheit maßgeblich beeinflusst. Dein Blutdruck ist hier der Schlüssel. Ein gut eingestellter Blutdruck schützt deine Gefäße und damit dein Gehirn vor langfristigen Schäden.
Wir wissen heute, dass der Blutdruck eine Rolle für die Gefäßgesundheit im Gehirn spielt. Die kleinen Gefäße in Deinem Gehirn passen sich dem Druck an, der in ihnen herrscht. Wenn Dein Blutdruck dauerhaft zu hoch ist, werden diese Gefäße steifer. Sie verändern sich, um dem erhöhten Druck standzuhalten.
Diese Versteifung hat weitreichende Folgen. Versteifte Gefäße werden oft nicht mehr ausreichend durchblutet. Dies kann zu Problemen führen. Es können sich auch verhärtete Ablagerungen lösen und ins Gehirn gelangen. Diese Ablagerungen können dann Schäden verursachen.
Bluthochdruck und Demenz: Der Zusammenhang
Langfristig hoher Blutdruck hat gravierende Auswirkungen. Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und dem Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken. Je besser dein Blutdruck über die Jahre eingestellt war, desto geringer ist das Risiko für Demenz im hohen Alter. Es ist also wichtig, Dich frühzeitig um deinen Blutdruck zu kümmern.
Alzheimer
Wir müssen hier zwischen Alzheimer und vaskulärer Demenz unterscheiden. Diese beiden Erkrankungen werden oft miteinander verwechselt. Sie sind aber nicht das Gleiche. Alzheimer Demenz ist durch Ablagerungen im Gehirn gekennzeichnet, die Nervenzellen stören. Diese Ablagerungen behindern die Zusammenarbeit der Nervenzellen.
Vaskuläre Demenz
Bei der vaskulären Demenz, also der gefäßbedingten Demenz, gibt es keine solchen Ablagerungen. Hier liegt das Problem in Durchblutungsstörungen. Diese Störungen entstehen durch die beschriebenen Gefäßveränderungen. Sie können die Erinnerungs- und Merkfähigkeit beeinträchtigen. Auch die geistige Flexibilität im Alter kann darunter leiden.
Vaskuläre Demenz: Prävention durch Blutdruckkontrolle
Es ist unklug, den Blutdruck zu vernachlässigen. Forschungen zeigen, dass ein gut eingestellter Blutdruck ab dem 40. Lebensjahr das Risiko für vaskuläre Demenz deutlich senkt. Die Wahrscheinlichkeit, an einer gefäßbedingten Erinnerungsstörung zu leiden, nimmt ab.
Daher sollten wir uns aktiv um die Einstellung des Blutdrucks kümmern. Ein Wert von 135 zu 85 mmHg morgens an der Bettkante ist ein guter Richtwert. Dieser Wert hält den Blutdruck im Normbereich. Er schützt auch die Gefäße. Die Langzeitwirkung eines normalen Blutdrucks ist für das Gehirn von großer Bedeutung.
Es gibt verschiedene Ansätze zur Blutdrucksenkung. Viele Menschen denken sofort an Medikamente. Doch es gibt auch andere wichtige Faktoren, die man beachten sollte. Eine gesunde Lebensweise ist hierbei unverzichtbar. Sie kann den Blutdruck positiv beeinflussen.
Medikamente und Gehirnschutz: Eine neue Perspektive
Es stellt sich die Frage, ob verschiedene Blutdruckmedikamente unterschiedliche Schutzmechanismen für das Gehirn bieten. Sind alle blutdrucksenkenden Medikamente gleich wirksam? Können sie Gefäßveränderungen im Gehirn gleichermaßen verhindern? Und beugen sie vaskulärer Demenz vor?
Eine aktuelle Studie gibt hier neue Einblicke. Medikamente, die den AT2-Rezeptor stimulieren, könnten einen Vorteil haben. Sie könnten wirksamer sein als Medikamente, die den AT2-Rezeptor hemmen. Dies ist ein wichtiger Punkt für die Gehirngesundheit.
Angiotensin-Rezeptoren: Gut und Böse
Um dies zu verstehen, betrachten wir die Angiotensin-Rezeptoren. Diese Rezeptoren sollen den Blutdruck regulieren. Wenn man sie blockiert, soll der Blutdruck sinken. Es gibt den Angiotensin-I-Rezeptor (AT1) und den Angiotensin-II-Rezeptor (AT2).
Der AT1-Rezeptor ist der „böse“ Teil. Wird er stimuliert, steigt der Blutdruck. Medikamente wurden entwickelt, um diesen AT1-Rezeptor zu hemmen. Das blockiert den blutdrucksteigernden Effekt.
Wenn der AT1-Rezeptor blockiert ist, kann Angiotensin an den AT2-Rezeptor binden. Dieser AT2-Rezeptor scheint eine schützende Bedeutung für das Gehirn zu haben. Er ist auch an der Bildung von Bradykinin beteiligt. Hohe Bradykininspiegel können Husten verursachen. Dies ist ein bekannter Nebeneffekt von ACE-Hemmern und leider auch AT1 Rezeptorblockern.
Die erwähnte Untersuchung deutet darauf hin, dass AT1-Rezeptor-Blocker vaskulärer Demenz vorbeugen können. Dies geschieht, indem sie den AT2-Rezeptor freilassen. Der AT2-Rezeptor wird aktiviert. Er schützt dann die Gefäße im Kopf.
Wichtig ist: Es handelt sich hierbei um eine einzelne Studie. Wir können daraus noch keine definitive Empfehlung ableiten. Weitere Untersuchungen sind nötig. Diese müssen den Zusammenhang bestätigen. Doch es ist ein vielversprechender Hinweis für die Zukunft.
Dein Weg zu einem gesunden Gehirn
Die Normalisierung des Blutdrucks ist das oberste Ziel. Ein normaler Blutdruck sorgt dafür, dass deine Gefäße im Gehirn gesund bleiben. So kannst du bis ins hohe Alter deine volle Hirnfunktion erhalten. Dein Gehirn und dein Nervensystem sind wichtige Bestandteile deines Lebens. Sie ermöglichen dir Lebensqualität.
Es ist nicht nur für Deine Nieren und Dein Herz klug. Es ist auch für Dein Gehirn klug, wenn Dein Blutdruck normal ist. Lass Deinen Blutdruck normalisieren. Miss ihn aber richtig. Nicht beim Arzt nebenbei. Miss ihn in Ruhe. Miss ihn niemals unter nervlicher Belastung.
Andernfalls misst Du ihn falsch hoch. Das könnte zur Verordnung unnötiger Medikamente führen. Ein weiterer unterschätzter Faktor ist innerer Stress. Dauerhafter Stress erhöht Dein Cortisol. Dies wiederum erhöht Deinen Blutdruck.
Du kannst an vielen Stellschrauben arbeiten, nicht nur an Medikamenten. Reduziere Deinen Stress. Achte auf Deine Lebensweise. Sorge selbst dafür, dass Dein Blutdruck in Ordnung ist. Es gibt viele Möglichkeiten, Deinen Blutdruck positiv zu beeinflussen.
Fazit: Blutdruckkontrolle ist Gehirnschutz
Ein normaler Blutdruck ist für Deine Gehirngesundheit unerlässlich. Er schützt vor vaskulärer Demenz und erhält Deine kognitiven Fähigkeiten. Moderne Forschung weist auf die Rolle spezifischer Medikamente hin. Doch die wichtigste Maßnahme bleibt die konsequente Blutdruckkontrolle.
Kümmere Dich um deinen Blutdruck. Das ist ein wichtiger Schritt für ein langes, gesundes und geistig fittes Leben. Dein Gehirn wird es Dir danken.
5. Sind Medikamente allein ausreichend? Nein, Lebensstil und Stressmanagement sind entscheidend.
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Transkript
Sag mal, denkst Du auch eigentlich, Du könntest Dein Gehirn gesund halten, wenn Du ganz viele so Dokus löst oder wenn Du hergehst und Kreuzworträtsel machst? Hmm, ich kenne doch einen entscheidenderen Faktor, der Dir erlaubt, Dein Gehirn gesund zu halten, und darüber sprechen wir beide jetzt gleich.
Ja, der entscheidende Faktor, und Du wirst es kaum glauben, und deswegen erzähle ich es auch von Dir, für Dich, Entschuldigung, es ist Dein Blutdruck. Ja, wir wissen inzwischen, dass der Blutdruck ganz entscheidende Rolle spielt, weil der Gefäßgesundheit im Gehirn und die Gefäße, die kleinen Gefäße, die passen sich dem Druck, der von ihnen in ihnen herrscht, an. Und wenn der Blutdruck hoch ist, dann werden die Gefäße steifer und die verändern sich, um diesen Druck quasi auszuhalten. Und wenn Du dann versteifte Gefäße im Gehirn hast, dann sind die Gefäße auch manchmal nicht mehr richtig gut durchblutet, und das hat eine Folge, oder es lösen sich Anteile von irgendwelchen verhärteten Veränderungen und sausen dann ins Gehirn. Und das sind dann die Dinge, die Dir dann Probleme bereiten können. Und wir wissen, wenn wir die Menschen mit langfristig hohem Blutdruck haben, sehr gut verfolgen können, dann haben wir festgestellt, dass in vielen Studien sich gezeigt hat, je besser der Blutdruck eingestellt war, desto geringer ist die Demenz im hohen Alter. Das bedeutet, Du darfst Dich um Deinen Blutdruck kümmern.
Man muss zur Demenz sagen, das vermischt man sehr schnell mit dem Thema Alzheimer, aber dieses ist eben halt nicht das Gleiche. Bei Alzheimer kommt es zu einer Ablagerung im Gehirn, die offensichtlich die Nervenzellen stört und da die Zusammenarbeit der Nervenzellen unterbindet. Und bei der anderen Art von Demenz, wir nennen sie jetzt mal vaskuläre, also gefäßbedingte Demenz, da gibt es keine Ablagerungen, da gibt es aber Durchblutungsstörungen. Und diese Gefäßveränderungen offensichtlich, die machen es so, dass Deine Erinnerungsfähigkeit, Deine Merkfähigkeit, aber auch Deine Flexibilität im Alter eingeschränkt werden kann. Und das ist ziemlich unklug. Also wissen, je besser der Blutdruck so ab dem 40. Lebensjahr eingestellt ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du an so einer vaskulären Demenz, also gefäßbedingten Erinnerungsstörung, leiden kannst. Und deswegen wissen wir bereit, also müssen wir uns auch darum kümmern, dass Dein Blutdruck in der Zeit dann wirklich eigentlich ganz gut eingestellt ist. Und da reichen also morgens auf der Bettkante, das habe ich Dir jetzt schon ein paar tausend Mal erzählt, 135 zu 85 aus, um Deinen quasi Blutdruck im Prinzip im Normbereich zu halten und auch für Deine Gefäße im Normbereich zu halten.
Und dann kann man natürlich auch die Frage stellen, gibt es vielleicht unter den Medikamenten, die wir einnehmen, unterschiedliche Schutzmechanismen für Dein Gehirn? Also sind alle Medikamente, die den Blutdruck senken, gleich effektiv, um Deine Gefäßveränderungen im Gehirn zu verhindern und sozusagen dieser vaskulären Demenz vorzubeugen? Und da gab es jetzt, und das ist auch der Grund für diesen Podcast, eine sehr schöne Studie, die herausgefunden hat, dass gerade Medikamente, die dazu führen, dass der AT2-Rezeptor stimuliert werden kann, einen gewissen Vorteil gegenüber den Medikamenten haben, in denen der AT2-Rezeptor gehemmt wird.
Jetzt habe ich Euch oder Dir einiges über Rezeptoren erzählt, aber ich will Dich kurz mitnehmen. Es gibt diese Angiotensin-Rezeptoren, die sollen verhindern, dass der Blutdruck steigt, und die sollen, wenn man die blockiert, dazu führen, dass der Blutdruck sinkt. Aber da gibt es den Angiotensin-I-Rezeptor und den Angiotensin-II-Rezeptor. Und der Angiotensin-I-Rezeptor, der ist der böse Mann oder die böse Frau, egal, der böse Teil, der eben halt, wenn er richtig stimuliert wird, dann wird der Blutdruck steigen. Und deswegen hat man Medikamente entwickelt, die sozusagen den AT1-Rezeptor hemmen. Aber da noch Angiotensin und Angiotensin da ist, darf dann das Angiotensin an den Angiotensin-II-Rezeptor. Und der Angiotensin-II-Rezeptor, der hat offensichtlich eine Bedeutung in Bezug auf den Schutz für das Gehirn. Wir wissen inzwischen, dass der Angiotensin-II-Rezeptor auch sehr schön an der Bildung von Bradykinin beteiligt ist, also die Bradykininspiegel sind hoch. Das führt in der Regel oder bei vielen Menschen auch, gerade wie bei den ACE-Hemmern ähnlich, zu einer Hustenneigung unter der Einnahme von Angiotensin-I-Rezeptor-Blockern, weil der Angiotensin-II-Rezeptor nicht blockiert wird und da ordentlich Angiotensin dran kann.
Jetzt scheint aber nach der Untersuchung, einmaligen Untersuchung, herausgekommen zu sein, dass gerade die, die eben halt den Angiotensin-II-Rezeptor ordentlich mit Angiotensin versehen, das tut nämlich der AT1-Rezeptor-Blocker, dass die offensichtlich einer vaskulären Demenz, nicht einem Alzheimer, vorbeugen können. Also ein Alzheimer hat mit der vaskulären Demenz nichts zu tun, aber es gibt Hinweise, dass eben halt diese Angiotensin-I-Rezeptor-Blockern den Angiotensin-II-Rezeptor freilassen, und die Freilassung führt dazu, dass der Angiotensin-II-Rezeptor angeschmissen wird und in Deinem Kopf die Gefäße schützt. Jetzt müssen wir aber sagen, es ist eine Studie. Das heißt, wir dürfen jetzt nicht die Schlussfolgerung machen: „Oh, Herr Doktor, ich möchte jetzt dringend auch einen Angiotensin-I-Rezeptor-Blocker nehmen, weil es in meiner Birne langfristig gut gehen soll.“ Nein, wir wissen, bisher ist ein kleiner Hinweis, und dieser muss sicherlich noch durch zusätzliche Untersuchungen bestätigt werden. Aber was sicher ist, jede Blutdrucknormalisierung führt dazu, dass es in Deinem Gehirn nicht regnet, dass in Deinem Gehirn sozusagen die Gefäße so bleiben, wie sie sind, und dass Du bis ins hohe Alter mit voller Hirnfunktion rechnen kannst.
Also das primäre Ziel ist die Senkung oder Einstellung Deines Blutdrucks für Dein Gehirn. Und Dein Gehirn und Dein Nervensystem sind ein wichtiger Bestandteil von Deinem Leben, die Dir auch Lebensqualität ermöglichen. Natürlich ist die Pumpe immer im Vordergrund von jedem kardiovaskulär denkenden Menschen, aber auch das Gehirn muss betrachtet werden. Und deswegen sage ich Dir, es ist nicht nur klug für Deine Nieren, nicht nur klug für Dein Herz, sondern vor allen Dingen auch klug für Dein Gehirn, wenn Dein Blutdruck normal ist. Und deswegen lass Deinen Blutdruck normalisieren, aber miss ihn richtig, nicht wie das in vielen Untersuchungen gemacht wird, mal eben vom Arzt nebenbei, sondern miss Deinen Blutdruck in Ruhe und nicht unter einer nervlichen Belastung. Denn dann misst Du den falsch hoch, und dann gibt es Medikamente, die noch gar nicht notwendig wären. Und was auch viel zu wenig betont wird, ist nicht die Medikamenteneinnahme, sondern Dein innerer Stress, den Du hast. Und dieser innere Stress, wenn der dauerhaft da ist, hast Du dauerhaft Cortisol hoch, und Dein Blutdruck ist auch hoch. Also Du kannst an vielen Stellschrauben, nicht nur an der Pille, selber arbeiten und dafür sorgen, dass Dein Blutdruck in diesen Phasen wirklich in Ordnung ist. Und da kannst Du an vielen Stellschrauben drehen, und dann empfehle ich Dir alle meine Podcasts, damit Du was lernen kannst, wie es mit Deinem Blutdruck aussieht.
Und wenn Du noch Fragen hast, würde ich Dich bitten, stell sie mir, schreib es mir unter info@runtermitdemblutdruck.de. Ich wiederhole es nochmal: info@runtermitdemblutdruck.de. Dann kann ich Dir darauf eine Antwort geben, wenn ich sie weiß. Und wenn Du jetzt unter dem Video vielleicht bei YouTube einen Kommentar hinterlässt oder eine positive Nachricht oder auch mir dort schreibst, wäre ich Dir sehr dankbar, denn das ist meine Entlohnung dafür, dass meine Arbeit mir weiterhin Spaß macht und ich Dir zeigen kann, wie Du mit Deinem Blutdruck für Dein Gehirn, für Dein Herz und für Deine Nieren und natürlich für Dein größtes Organ, nämlich die Gefäße, all das tust, was vernünftig ist, was für Dich richtig ist. Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag und sage: Bis bald!
Ja. Es verbessert die Gefäßfunktion und senkt langfristig den Blutdruck.
5. Wann sehe ich erste Ergebnisse?
Oft schon nach wenigen Wochen.
Wenn dir die Folge gefallen hat, dann kannst du mir eine Freude machen! Gib mir eine positive Bewertung bei Apple Podacast bei Spotify oder bei YouTube! Vielleicht möchtest Du den Podcast dort auch abonnieren, um keine Folge mehr zu verpassen.
Stell dir mal vor, dein Körper könnte sprechen. Er würde nicht sagen: „Gib mir den perfekten Trainingsplan.“ Nee, er würde sagen: „Beweg mich endlich.“ Und je länger du wartest, desto leiser wird diese Stimme.
Wie komme ich darauf? Es ist gerade eine super interessante Studie erschienen in einem der Top-Journals, die sich mit der Medizin und der Bewegung und dem Sport beschäftigen. Sie haben den Unterschied herausgearbeitet, was man tun kann und was eben halt wichtig ist. Und dabei ist herausgekommen, dass der Unterschied nicht zwischen gutem und perfektem Training liegt, sondern der Unterschied liegt zwischen gar keinem Training und ein bisschen körperlichem Training. Und genau darüber sprechen wir heute.
Ja, diese Studie ist kein kleines Experiment, das ist ein riesen Ding. Das ist sozusagen die Mutter aller Studien, die sich mit Sport und der Gesundheit beschäftigen. Es sind insgesamt über 137 Publikationen hinzugezogen worden, die insgesamt 30.000 Menschen umfasste und die eine Nachbeobachtungszeit der sportlichen Tätigkeit über Wochen bis Monate beinhaltete. Also hier haben wir wirklich gute Daten. Und jetzt mal zunächst die wichtigste Erkenntnis. Ich mache es dir ganz einfach: Krafttraining wirkt immer. Egal, ob du Hanteln oder das Theraband benutzt oder dein eigenes Körpergewicht benutzt, indem du Kniebeuge machst und ob du Training zu Hause machst oder wo auch immer. Die Ergebnisse sind absolut eindeutig: Du hast mehr Muskelkraft, mehr Muskelmasse, eine bessere Beweglichkeit, eine bessere Balance und ein besseres Gehen und jetzt kommt entscheidender Faktor: mehr Stabilität im Alltag.
Und jetzt kommt noch ein schlüssiger Punkt: Es ist ganz egal, wie genau du trainierst. Ja, du hast richtig gehört. Viele Details, über die sich die Menschen überhaupt den Kopf zerbrechen, sagen: „Das muss ich machen, das muss ich machen, wie viel Wiederholungen muss ich machen, wie viel Gewicht muss ich an die Hand nehmen, welche Methode“ spielt überhaupt keine Rolle. Und zwar überhaupt keine Rolle, das ist ganz wichtig. Also der entscheidende Satz ist einfach: Das beste Training ist das, das du wirklich machst. Wenn ich diese ganzen Studien in einem einzigen Satz zusammenfassen würde, ich wiederhole es nochmal, muss ich dir wieder sagen: Das beste Training ist das, was du regelmäßig machst. Und nicht das perfekte, nicht das wissenschaftlich optimierte, darum geht es nicht. Es geht darum, nicht das Instagram-Training zu machen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern es geht darum, dass du durchhältst. Deswegen darfst du dir aussuchen, was du tun musst, du machst, du willst und du kannst es einfach regelmäßig tun.
Du musst dir vorstellen, dass dein Körper einfach ganz einfach funktioniert. Wenn du ihn belastest, wird er stärker. Wenn du ihn nicht belastest, baut er ab. Und das nennt man Anpassung. Und genau deshalb wirkt Krafttraining so zuverlässig: Die Muskeln wachsen, die Nerven werden effizienter und Bewegungen werden sicherer. Und das betrifft nicht nur Sportler, sondern das betrifft dich im Alltag. Einfacher Treppe steigen, einfacher Einkaufen tragen, einfacher Sturz vermeiden und Schmerzen reduzieren. Und das ist ganz besonders wichtig ab dem 40. Lebensjahr, 50. und 60. Lebensjahr. Es ist deswegen wichtig, weil ab diesem Zeitpunkt fängst du an, deine Muskelmasse zu verlieren. Ich unterstreiche das nochmal: Mit zunehmendem Alter verlierst du Muskelmasse und das kannst du nur verhindern, wenn du hergehst und deinen Muskel regelmäßig trainierst. Noch schlimmer ist, wenn du Abnehmkuren machst, wo du nicht auf das muskuläre Training achtest, dann geht der Körper nämlich her und nimmt sich aus dem Muskeleiweiß seine Energie, um Glukose zu gewinnen und deswegen baust du Muskeln ab. Das bedeutet also für dich, dass regelmäßige körperliche Belastung im Sinne eines Krafttrainings das Gesundheitsthema Nr. 1 für dich ist, wenn du ohne Probleme älter werden willst. Es gibt dir eine bessere Selbstständigkeit, es gibt dir weniger Stürze und noch viel besser: Es gibt dir mehr Lebensqualität. Ich sage deswegen ganz klar: Krafttraining ist eine der stärksten Medikamente, die wir haben und es ist ganz ohne Rezept.
Wie solltest du eigentlich konkret trainieren? Jetzt wird’s praktisch: Die Wissenschaft sagt, du brauchst keine Perfektion, sondern nur Struktur. Der wichtigste Punkt sind mindestens 2 Mal pro Woche: Alle großen Muskelgruppen sollten bewegt werden und angestrengt werden. Hohe Anstrengung ist wichtiger als Gewicht, das heißt, du darfst dich auch fordern. Ja, und dann darfst du das langsam steigern, entweder mehr Wiederholungen oder mehr Gewicht oder du startest einfach zu Hause und fängst eigentlich morgens an, z.B. mit 20 Kniebeugen und wiederholst das nochmal und dann erhöhst du die Anzahl langsam und du wirst immer kräftiger. Es gibt nicht den einen perfekten Plan für dich, es gibt nur einen und das ist dein Plan, den du dir machst. Der muss nicht sozusagen dich zum Marathon bringen, sondern der muss einfach nur hergehen, deine Schwäche zu verhindern. Und das ist der entscheidende Punkt. Ich mache das regelmäßig, ich habe es mal in so einem kurzen Video zusammengefasst: Ich mache jeden Morgen meine Kniebeugen und meine Rotationen und noch ein paar schlappe Liegestütze an der Wand, damit ich sozusagen fit in den Tag hineingehe. Und es morgens zu machen, ist besonders klug, weil da nämlich das Cortisol hoch ist und dass da in dieser Zeit die überschüssige Glukose, die dort dann in deinem Blut rumschwirrt, auch sofort in den Muskel eingesetzt werden kann.
Ich erlebe das immer wieder, dass Menschen sagen: „Ich habe noch nicht den perfekten Trainingsplan gefunden.“ Meine Antwort: Dein Körper wartet nicht auf deinen perfekten Trainingsplan, dein Körper wartet auf deine Bewegung. Wenn du heute nur eine Sache mitnimmst, dann bitte diese: Fang an! Nicht morgen, nicht nächste Woche, sondern heute. Und du kannst das 2 Mal in der Woche machen, du kannst auch mit weniger täglich machen. Fang heute an, mach 10 Kniebeugen, mach 5 Liegestütze an der Wand und nimm eine Wasserflasche als Gewicht. Es geht nicht um Leistung, es geht um die Entscheidung und wenn du willst, begleite ich dich dabei, denn mein Ziel ist nicht, dass du perfekt trainierst, mein Ziel ist, dass du gesund bleibst. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei, aber bitte fang an, dein Blutdruck wird sinken, weil deine Gefäße werden weit. Viel Spaß bei den ersten 10 Kniebeugen.
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Ich freue mich sehr, mit dieser Folge einen kleinen Beitrag dazu leisten zu dürfen, dass diese wertvolle Arbeit mehr Aufmerksamkeit bekommt. Diese Episode von “Runter mit dem Blutdruck” beleuchtet die Herausforderungen und Chancen für junge Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen beim Übergang von der Kinder- zur Erwachsenenmedizin. Es werden die Bedeutung von Akzeptanz und Unterstützung hervorgehoben.
Podcasthon 2026
Die Einladung, mich am Podcasthon 2026 mit einer eigenen Folge zu beteiligen, habe ich sehr gerne angenommen.
Der Podcasthon ist eine wunderbare Initiative, die Podcasts auf der ganzen Welt zusammenbringt, um gemeinnützige Organisationen und ihre wichtige Arbeit sichtbar zu machen. Genau dieses Anliegen hat mich sofort angesprochen: Menschen und Projekte zu unterstützen, die sich mit Engagement und Herz für andere einsetzen.
Gastinformationen
Helen Zentner Helen Zentner: Teilnehmerin am Programm “Endlich erwachsen”, teilt ihre persönliche Geschichte und Erfahrungen.
Christina Breuch: Fachkrankenschwester für Nephrologie und Dialyse, Leiterin des KfH-Transferprogramms “Endlich erwachsen”.
Professor Dr. Beige: Leitender Arzt im KfH-Zentrum Leipzig und Finsterwalde, medizinischer Leiter des KfH.
Diskussionspunkte
Persönliche Erfahrung mit Nierenerkrankung: Helen Zentner Helen Zentner erzählt von ihrer Kindheit mit Nierenerkrankung, der Zeit der Peritonealdialyse und der Transplantation. Sie spricht über die Wichtigkeit der Akzeptanz ihrer Krankheit und wie sie daraus Stärke zieht.
Herausforderungen des Übergangs: Frau Breuch und Herr Professor Beige diskutieren die Sensibilität des Übergangs von der pädiatrischen zur Erwachsenenmedizin. Sie erläutern, dass der plötzliche Wechsel, der Verlust des umfassenden Betreuungspakets und die kürzeren Arzttermine eine große Belastung darstellen.
Das Programm “Endlich erwachsen”: Das Programm bietet Jugendlichen ein Forum zum Austausch, sportliche Aktivitäten und interaktiven Unterricht zu medizinischen Themen. Ziel ist es, sie auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten und ihnen Ängste zu nehmen.
Prävention und Akzeptanz: Die Experten betonen die wachsende Bedeutung der Prävention von Nierenerkrankungen und die Rolle der Akzeptanz der Krankheit als entscheidender Faktor für den Umgang damit.
Rolle des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation e.V. (KfH) : Herr Professor Beige erläutert die gemeinnützige Arbeit des KfH und dessen Engagement für die langfristige Betreuung von Patienten nicht nur durch das Programm „Endlich erwachsen“.
Zitate
Helen Zentner “Ich glaube, endlich erwachsen hat mir dabei geholfen, meine Krankheit viel mehr zu akzeptieren und auch alltäglicher damit umzugehen.”
Helen Zentner “Ich sehe das durchaus jetzt als: ‘Die Krankheit bin ich, und ich bin die Krankheit’, also gar nicht so als das Negative, dass viele das vielleicht denken, sondern es ist eigentlich eher was Positives, und ich kann daraus sehr viel Stärke ziehen.”
Christina Breuch: “Redet wieder persönlich miteinander.”
Professor Dr. Beige: “Kluge Kompromisse sind der Weg zum Frieden.”
Helmut-Werner-Preis der Kinderhilfe Organtransplantation: Mehr Informationen über den Preis, den Christina Breuch erhalten hat.
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Häufig gestellte Fragen 💭
Q: Was ist die “Endlich erwachsen”-Initiative? A: “Endlich erwachsen” ist eine Initiative des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation (KfH). Sie wurde gegründet, um jungen Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen den Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin zu erleichtern. Das Programm unterstützt sie dabei, Selbstständigkeit und Wissen über ihre Krankheit zu entwickeln.
Q: Warum ist der Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin für junge Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen so schwierig? A: Der Übergang ist sensibel, weil er oft abrupt kommt und die vertraute, umfassende Betreuung im Kinderzentrum wegfällt. Im Erwachsenenbereich sind Termine kürzer, ein Vorwissen über die Erkrankung wird erwartet, und die psychosoziale Unterstützung ist oft weniger ausgeprägt, was zu Unsicherheiten führen kann.
Q: Was lernen Jugendliche im Programm “Endlich erwachsen”? A: Die Jugendlichen lernen in interaktiven Workshops viel über Anatomie, Physiologie, Medikamentenmanagement und Nierentransplantation. Zudem werden Themen wie Ernährung, Sport, psychosoziale Aspekte (z.B. Schwerbehindertenausweis) und Zukunftsplanung behandelt, um sie auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten.
Q: Wie ist das Programm “Endlich erwachsen” strukturiert? A: Das Programm beginnt mit einem einwöchigen Auftaktseminar in Österreich. Danach folgen über drei Jahre verteilt sechs Workshops in verschiedenen deutschen Städten, bei denen sich die Gruppen mischen und ein wichtiger Austausch stattfindet.
Q: Welche Vorteile hat der Austausch mit anderen Betroffenen im Rahmen von “Endlich erwachsen”? A: Der Austausch mit anderen, die ähnliche Erfahrungen machen, ist für die Jugendlichen sehr wichtig. Helen Zentner berichtet, dass ihr die Gespräche mit älteren Teilnehmern viel Ruhe gegeben und Ängste genommen haben, da sie Fragen direkt an Freunde stellen konnte, die die Situation bereits erlebt haben.
Q: Welche Rolle spielt Akzeptanz im Umgang mit einer chronischen Nierenerkrankung? A: Akzeptanz ist laut Helen Zentner entscheidend, um die Krankheit als Teil von sich selbst zu sehen und daraus Stärke zu ziehen. Anstatt gegen die Krankheit anzukämpfen, ermöglicht die Akzeptanz einen alltäglicheren Umgang und hilft, positiv mit der Situation umzugehen.
Q: Wie können junge Menschen motiviert werden, Verantwortung für ihre Gesundheit und ihr Berufsleben zu übernehmen? A: Christina Breuch motiviert die Jugendlichen, indem sie ihnen hilft, ihre Stärken zu erkennen und ihre Zukunftswünsche zu verfolgen. Sie kämpft gegen Vorurteile des Arbeitsamtes und zeigt auf, dass viele Wunschberufe trotz Erkrankung realisierbar sind, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
Transkript:
Ich glaube, endlich erwachsen hat mir dabei geholfen, meine Krankheit viel mehr zu akzeptieren und auch alltäglicher damit umzugehen. Ich sehe das durchaus jetzt als: „Die Krankheit bin ich, und ich bin die Krankheit“, also gar nicht so als das Negative, dass viele das vielleicht denken, sondern es ist eigentlich eher was Positives, und ich kann daraus sehr viel Stärke ziehen.
Hallo, ich begrüße dich zu einer Folge, die kein Marathon ist, aber ein Podcast-Ton ist und deswegen eine ganz besondere Folge ist.
Warum komme ich auf Podcast-Ton? Podcast-Ton ist eine internationale Veranstaltung, in der Podcaster eingeladen werden, gemeinnützigen Organisationen ein Forum zu bieten. Und da ich Nephologe bin, ist natürlich naheliegend, dass ich mich mit einem Nierenthema an diesem Podcast-Ton beteilige.
Die meisten Menschen gehen davon aus, dass Nierenerkrankungen nur im hohen Alter vorkommen können. Falsch! Sie können leider auch im Kinder- und Jugendlichenalter vorkommen, und sie sind dann genauso schwerwiegend wie im Erwachsenenalter. Das heißt, diese Kinder bedürfen der regelmäßigen Betreuung durch eine nephrologische Klinik oder einen Fachnephrologen und sind dann quasi auch in ihren Lebensbereichen durch die Erkrankung genauso teilweise eingeschränkt, wie es eben halt auch Jugendliche (Diabetiker) sind oder Menschen mit einem chronischen Asthma auch als Kinder.
Und dann passiert auch Folgendes: Diese Kinder werden älter, und dann trifft es die besonders hart im Bereich der Pubertät. Dann, wenn sie ihre Selbständigkeit, ihren Eigensinn, ja, und ihre Initiative entfalten wollen, dann treffen sie auf Einschränkungen – Einschränkungen, die die Erkrankung für diese Kinder mit sich bringen. Und dann passiert noch Folgendes: Dann sagen die Kinderärzte: „Boah, da sind wir ja auch bald nicht mehr für zuständig.“ Oder der Jugendliche sagt: „Ich möchte nicht mehr zum Kinderarzt, ich möchte zum Erwachsenenmediziner.“ Und dann kommt es zu der sogenannten Transition.
Das heißt also, der Kinderarzt sagt: „Jetzt ist es nicht mehr meins, jetzt musst du in die Erwachsenenmedizin.“ Und das ist eine schwere Umstellung, weil dann treffen die auf ein komplett anderes Alterskollektiv. Und das in einer Zeit, wo sie in der Pubertät oder am Ende in ihrer schulischen Laufbahn sind, also eine schwierige Situation.
Und für diese schwierige Situation hat das Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation eine Initiative gegründet, und die heißt „Endlich erwachsen“, und über diese werden wir jetzt sprechen. Heute drei liebe Menschen, die sich mit dem Thema „Endlich erwachsen“ beschäftigen. Und als allererstes begrüße ich die Frau Helen Zentner, die wohl die Erfahrenste, weil sie subjektiv gemerkt hat, was das Programm „Endlich erwachsen“ mit ihr gemacht hat, weil sie nämlich Teilnehmerin ist.
Dann sehe ich Frau Christina Breuch. Sie ist Fachkrankenschwester für Nephrologie und Dialyse und seit vielen, vielen Jahren Leiterin des KFH-Transferprogramms „Endlich erwachsen“. Und heute habe ich gelesen, dass sie diesen Helmut-Werner-Preis von der Kinderhilfe-Organtransplantation bekommen. Da sage ich immer noch mal: Herzlichen Glückwunsch! Ist ja auch erst ein Jahr her, habe ich gesehen.
Vielen Dank.
Und dann sehe ich natürlich meinen Kollegen, Herrn Professor Dr. Beige. Er hat sich sozusagen als leitender Arzt im KFH-Zentrum Leipzig und Finsterwalde sozusagen profiliert und ist nebenbei auch noch medizinischer Leiter oder Advisor des KFHs. Und ich begrüße ihn ganz herzlich, weil wir heute sicher am Ende auch ein bisschen über mein Lieblingsthema reden werden, nämlich über die Prävention in der wirklichen im wirklichen Sinne auch für Nierenerkrankungen. Frau Zentner, mit Ihnen würde ich gerne beginnen.
Ja.
Okay. Viele Menschen können sich wirklich nur schwer vorstellen, wie es ist, als junger Mensch mit einer chronischen Erkrankung zu leben. Vielleicht erzählen Sie uns ein wenig von Ihrer Geschichte.
Ja, also ich bin mit meiner Nierenerkrankung aufgewachsen. Also das erste Mal wurde das festgestellt, als ich ca. 4 und 5 Jahre alt war. Also ich bin damit quasi groß geworden, und da kann ich gar nicht so von meinem Leben ohne Krankheit berichten. Aber ja, es war schon immer ein großer Teil meines Lebens. Und gerade deshalb, da ich damit aufgewachsen bin, ja, habe ich alle Höhen und Tiefen meiner Krankheit miterlebt.
Und gerade die Zeit während der Dialyse, der Bauchfelldialyse, die ich ja gemacht habe in der dritten und vierten Klasse, also während ich 8 oder 9 Jahre alt war, ja, war, glaube ich, das, was so am meisten hängengeblieben ist, auch von dem, ja, also von der Krankheit an sich, das Schlimme quasi, weil ich im Jahre 2017 dann transplantiert wurde, also nun schon 9 Jahre her ist, und seitdem tatsächlich ein sehr friedliches Leben führe und ein relativ normales Leben.
Natürlich muss ich täglich Medikamente nehmen und auch auf meine Trinkmenge achten, dass ich täglich 2 Liter trinke, was der Niere einfach dabei hilft, vernünftig zu arbeiten. Aber ja, gerade die Zeit während der Dialyse ist natürlich etwas, was sehr mit viel Anstrengung und Schmerzen behaftet ist und was Betroffenen auch generell am meisten, ja, Kraft, also bei Betroffenen am meisten Kraft beansprucht.
Und ja, da kann ich mich nur daran erinnern, wie ich einmal im Sommer 2016 in meinem Bett lag und an der Dialyse und dialysiert habe. Und das ist, glaube ich, das, was am meisten bei mir, ja, das Negative an der Krankheit zurückholt, weil man doch sehr abgeschottet lebt in dieser Zeit oder in der Zeit einer Dialyse, gerade wenn man nicht Freunde hat, die das verstehen, was natürlich durch „Endlich erwachsen“ sozusagen.
Sagen Sie was. Da ist ja in der Zeit, wo man so eine schwere Erkrankung hat, ist ja die Zeit, wo man so als Jugendlicher aufblüht, wo man möchte, dass man teilnimmt an ganz vielen Dingen. Wie haben Sie das denn erlebt eigentlich? Haben Sie da eine Situation erlebt, wo Sie gesagt haben: „Boah, meine Freunde und Bekannte, die merken das, und denen kann ich das erklären“? Oder waren Sie da wie so der spooky Geist, und der da nicht dran teilnehmen konnte?
Ich war ja noch recht jung, deshalb Kinder verstehen das noch nicht so gut. Und ich bin sehr viel zu spät gekommen in der Zeit der Dialyse, also zu spät zur Schule. Und ganz viele meiner Klassenkameraden haben das dann nicht verstanden. Und ja, es ist natürlich auch als Kind schwer, das zu erklären, und da fühlt man sich ab und zu schon etwas alleingelassen.
Aber gerade wenn man älter wird, ist der Umgang damit, auch mit den Mitmenschen, sehr viel einfacher. Und man lernt ja auch sozusagen damit umzugehen, und man ist irgendwann daran gewöhnt, das Leuten zu erklären. Und gerade das ist, wenn man damit aufwächst, eben ein sehr großer Prozess, auch mit der Krankheit umzugehen.
Was hier ist, mein Publikum weiß ja nicht, was Peritonealdialyse ist. Können Sie da vielleicht sagen, was das für ein Aufwand für Sie war als Kind in der Schule? Wie haben Sie das gemanagt? Das ist doch super interessant.
Also ich hatte die PD, die Bauchfelldialyse, und das macht man oder das kann man zu Hause machen, über Nacht. Und das ist quasi so, dass man die Flüssigkeit im Bauchfell jede Nacht ausgetauscht wird. Dann verweilt die kurzzeitig im Bauchfell, und dann entgiftet das sozusagen den Körper und übernimmt quasi die Aufgabe der Niere, die die Niere nicht mehr selbstständig ausführen kann, weil die Niere eben zu schwach ist und nicht mehr selbstständig den Körper im Laufen halten kann. Und ich hatte das Glück, dass ich es eben zu Hause machen konnte.
Und ja, genau, dadurch ist man halt aber die ganze Nacht an so einem Gerät befestigt quasi und kann nicht aufstehen und muss die ganze Zeit liegen. Aber man kann den Tagesablauf noch halbwegs normal ausführen und hat auch einen Alltag dementsprechend und muss nicht, wie zum Beispiel bei der PD, bei der HD, hier regelmäßig ins Krankenhaus fahren. Also man hat einen geordneteren Tagesablauf, den man auch die ganze Woche lang ausführen kann.
Gut. Aber abends so: Wie alt waren Sie, bis wann Sie noch Peritonealdialyse gemacht haben?
Da war ich 9 Jahre alt, und dann wurde ich ja transplantiert. Und dann wurde ich wirklich quasi aus dem Leben gerissen in der vierten Klasse für ein paar Monate. Aber ja, ich bin sehr dankbar, dass ich in meinen jugendlichen Jahren quasi nicht an der Dialyse war, weil mich das schon sehr eingeschränkt hätte.
Ja. Haben Sie das alles selbst gemacht, die Peritonealdialyse, oder haben das Ihre Eltern gemacht?
Größtenteils haben das meine Eltern gemacht, weil ich eben sehr jung war. Aber mit dem Alter würde das auch selbst an das Kind weitergegeben werden.
Super. Jetzt haben wir das Thema „Endlich erwachsen“. Wie sind Sie denn damit in Kontakt gekommen? Wann haben Sie dann diese Beziehung zu „Endlich erwachsen“ bekommen? Wer hat Sie da in Verbindung gebracht?
Ja, also das erste Mal „Endlich erwachsen“ wurde ich aufmerksam durch Christina Breuch. Und ja, ich wurde gefragt, ob ich nicht vielleicht Lust hätte, mal daran teilzunehmen und mir das mal anzuschauen. Und dann haben wir uns das mal angeguckt und dann auch direkt angemeldet.
Und das ist ja so, dass man eine Woche lang in Österreich ist, auf dem Ederhof, und sich dort kennenlernt. Und je nachdem, zu welcher Jahreszeit man dann dort ist, fährt man eventuell Ski oder geht ein bisschen wandern. Und ja, im Nachmittag setzt man sich dann mit den verschiedenen Krankheiten auseinander, die die Niere betreffen können.
Und das Schöne daran ist, dass man sich dann nach dieser Woche einmal im halben Jahr wiedersieht und in verschiedene Städte in Deutschland fährt und dort dann Workshops macht und alle Teilnehmer wiedersieht, auch die Teilnehmer aus anderen Wochen. Und ja, einfach der Austausch ganz wichtig ist bei „Endlich erwachsen“. Und gerade das ist auch das, worauf man sich immer am meisten freut, die anderen wiederzusehen und auch neue Gesichter zu sehen.
Hat der Austausch?
Ich konnte ja Helen persönlich ansprechen, weil Helen in Hamburg behandelt wurde und ich in der Zeit dort gearbeitet habe und auch mir angeguckt habe, wer von den Patienten wäre denn jetzt im Alter. Und da hatte ich da direkt ein Auge auf sie. Und dann ist es auch noch mal persönlicher, dann als jetzt einfach so einen Prospekt zu lesen und das dann wieder auf Seite zu legen. Habe ich da ein bisschen dran gearbeitet, dass das Interesse steigt.
Ja, ich sehe schon, dass Sie sich sehr gut verstehen hier. Das finde ich ganz toll. Das kommt super gut rüber. Frau Zentner, Sie erzählen das ganz toll. Was hat denn der Austausch Ihnen vermittelt?
Da ich eine der jüngeren Kandidaten bin, ist der Austausch mit den Älteren, die schon auch natürlich haben wir alle unser eigenes Päckchen zu schleppen, aber die schon etwas mehr Erfahrung auch mit der Erwachsenenmedizin haben, super wichtig für mich gewesen. Und das hat mir unglaublich viel Ruhe gegeben und mir auch richtig viele Ängste genommen. Und immer, wenn ich Fragen hatte, konnte ich direkt meine quasi Freunde fragen.
Und ja, das war einfach das Schöne daran, dass man nicht sich bei einem seiner Fachärzte melden muss, sondern direkt den Zugang zu Freunden hat. Und auch wenn ich immer noch Fragen habe, würde ich mich eher tendenziell bei meinen Freunden melden, die den Kontakt direkt und es quasi schon erlebt haben. Deshalb ja.
Also bevor Sie den Arzt aufsuchen, fragen Sie Ihre Freunde.
Tendenziell eher, ja.
Sehr schön. Hat sich denn eigentlich, das würde ich gerne wissen, Ihr Blick auf Ihre Erkrankung durch diesen „Endlich erwachsen“-Prozess geändert?
Ich glaube, „Endlich erwachsen“ hat mir dabei geholfen, meine Krankheit viel mehr zu akzeptieren und auch alltäglicher damit umzugehen. Ich sehe das durchaus jetzt als: Die Krankheit bin ich, und ich bin die Krankheit. Also gar nicht so als das Negative, dass viele das vielleicht denken, so, sondern es ist eigentlich eher was Positives, und ich kann daraus sehr viel Stärke ziehen.
Super. Sie strahlen das aber auch wirklich komplett aus. Das darf ich Ihnen mal sagen. Herzlichen Glückwunsch.
Dankeschön.
Wenn Sie möchten, auch für uns „Erwachsenenärzte“ in Anführungsstrichen. Also ich bin kein Kindernephrologe, Frau Zentner, sondern für die Großen. Ich arbeite aber hier direkt in einem Nachbarschaftsverhältnis mit der Kindernephrologie.
Die sind 50 Meter von uns entfernt, und wir haben immer wieder dann die jungen Leute, die wir entweder als Transplantierte, manchmal in der Nierensprechstunde, manchmal aber auch an der Dialyse übernehmen. Und Sie wissen ja nur selber, Sie haben es ja erfahren, dass die Bedingungen in der Erwachsenennephrologie schon ganz anders sind, Stichwort Betreuungsschlüssel und solche Dinge.
Und obwohl ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die betroffenen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen das manchmal schon schwierig aufnehmen, diesen Übergang. Aber ich kann Ihnen versichern, dass wir uns da viel Gedanken drum machen und genauso wie Sie so eine Übergangsproblematik entwickeln und uns überlegen, was wir richtig und falsch machen.
Und eins kann ich Ihnen auch sagen: Also wir fühlen uns natürlich schon verantwortlich, aber sicherlich auf eine ganz andere Art und Weise, als das die Kinderärzte tun, die natürlich entwicklungspsychologisch und so weiter da viel besser geschult sind als wir. Also wir liefern einfach nur unsere medizinische Professionalität ab und hoffen, dass das für einen Patienten möglichst gut ist.
Und deswegen ist natürlich die Funktion so eines Programms, was Sie auf diesen Wechsel vorbereitet, auch aus meiner Sicht ganz wichtig.
Ja, was sehr Wichtiges gesagt, Herr Professor Beige, weil ich glaube, in der Erwachsenennephrologie, da steht, ich sag mal, ich nenne das jetzt mal ganz banal, das Kreatinin und die Spiegel und das im Vordergrund und der Blutdruck. Und auch da müssen wir uns mal die Nase packen. Da ist die seelische Seite sicherlich unterversorgt, sage ich mal so ganz ehrlich. Und das ist sicherlich auch ein Thema, über das wir mal reden müssen, sage ich mal ganz ehrlich. Ich möchte aber noch einmal mit Frau Zentner was wissen: Was würden Sie denn einem Jugendlichen sagen, der jetzt gerade erfährt: „Wow, du hast, er hätte eine chronische Nierenerkrankung“? Was würden Sie dem mitgeben?
Ich finde, das ist eine sehr schwierige Frage, weil es doch immer sehr individuell ist. Aber ich glaube persönlich, dass Akzeptanz ganz, ganz wichtig ist und dass man durch Akzeptanz auch später dadurch viel mehr Kraft aus der Krankheit rausziehen kann und ja, sehr stolz darauf sein kann, was man schon alles geschafft hat und was man schon alles erlebt hat. Und ja, das gibt einem einfach sehr viel Stärke. Und deshalb: Akzeptanz ist da ein sehr großes Thema, finde ich.
Frau Zentner, Sie sind unglaublicherweise, darf ich Ihnen das mal sagen, weil wir kämpfen oder die Leute kämpfen immer gegen ihre Erkrankung an. Wenn ich das aus meiner Ambulanz sehe: Ich kämpfe gegen meinen hohen Blutdruck. Das geht immer in die Hose. Und aber das sagen Sie: Akzeptieren und dann entsprechend handeln, ist wesentlich besser. Ganz toll. Ich bin begeistert.
Jetzt möchte ich jetzt zu Frau Breuch kommen. Frau Breuch, Sie leiten dieses Programm „Endlich erwachsen“. Und vielleicht beginnen wir mal mit einer grundsätzlichen Frage: Warum ist der Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin eigentlich so sensibel?
Ja, das kann man ganz gut jetzt anknüpfen an das, was die beiden Vorgänger gesagt haben. Der ist sensibel, weil er in der Regel abrupt kommt, auch wenn wir versuchen, die darauf vorzubereiten. Er kommt meistens abrupt. Man hat immer irgendwas, wo man es auf Seite schieben kann. Dann kommt der Tag X, du musst das Kinderzentrum verlassen und du musst zum Erwachsenenzentrum. Und dann ist das ein Arzt, den man überhaupt nicht kennt. Also es ist eine ganz neue Beziehung, die man aufbauen kann. Da gibt es erst mal kein Vertrauensverhältnis.
Unsere Jugendlichen sind ja oft von klein an gewöhnt, in unseren Kinderzentren betreut zu werden, was in der Regel eine hervorragende Betreuung ist, muss man sagen, weil wir nicht nur den Arztkontakt, die Kinder haben nicht nur den Arztkontakt, sondern die haben ein ganzes Paket dabei. Die haben die Pflegekräfte, die ansprechbar sind. Die haben das ganze psychosoziale Team. Teilweise sind Erzieher da, Ernährungsberatung, Psychologen, Sozialpädagogen, die bei Anträgen helfen, die aber auch bei Schwierigkeiten Gespräche mit den Eltern führen oder mit den Kindern. Und das entfällt alles. Also das ist so für die, sagen wir mal, das Paket, so ein Wohlfühlprogramm, was für die ganz normal ist, für die Familien.
Und dann kommt aber der Cut, Erwachsenennephrologe. Alles ist neu, der arbeitet anders, die Termine sind anders getaktet. Also die sind viel kürzer. Die Ärzte gehen davon aus, dass ein Vorwissen da ist über die Erkrankung. Das ist, wenn jetzt ein Patient nicht kommt, da ruft keiner an und sagt: „Warum bist du nicht gekommen? Lass uns mal einen neuen Termin ausmachen“, so wie wir das machen. Wir sind direkt: „Oh, der ist nicht gekommen.“ Wird direkt ein Zettel auf die Akte geklebt, muss man anrufen: „Was war los? Warum bist du nicht gekommen?“ Manchmal verblaseln es die Eltern, manchmal die Kinder oder Jugendlichen selber. Aber da sind wir natürlich hinterher, weil wir die Spiegelkontrolle machen müssen etc. Einfach die regelmäßigen Kontrollen. Und das entfällt da alles. Auch es gibt keinen Ansprechpartner mehr für psychologische Fragen oder so. Und ja, und dann
gehen die Kinder oder Jugendlichen da ungerne hin. Das dauert, bis man da irgendwie diese Verbindung geschaffen hat, dass man sich wohlfühlt. Deshalb ist unser Anliegen, dass die Jugendlichen mit 17 anfangen, sich eine Praxis zu suchen, wo sie hingehen. Es ist ja nicht immer wie beim Professor Beige, dass beides im KFH dann ist, oft sind es niedergelassene Ärzte, sich die Leute anguckt und sagt: „Der ist mir aber überhaupt nicht sympathisch. Da habe ich aber die Möglichkeit, mir noch mal einen anderen Arzt anzugucken und schon mal sagen: Ich würde dann in einem Jahr kommen. Sie werden dann mein neuer Arzt und so weiter.“
Dass man da schon mal so ein bisschen ins Gespräch kommt, dass man auch vielleicht mal dann dem Nephrologen im Kinderzentrum sagen kann: „Könnt ihr nicht mal Kontakt aufnehmen?“ So ein bisschen Übergabe des Patienten, damit es nicht so abrupt ist.
Und sensibel ist es auch deshalb, weil das ist nicht das Einzige, was ist, wenn die Patienten 18 werden. Es kommen andere Sachen dazu. Es kommt vielleicht eine Berufsausbildung dazu, ein Studium, ein Wohnungswechsel in einer anderen Stadt. Und dann passiert so viel bei denen. Das ist eine komplett neue Welt. Da muss man sich erst mal zurechtfinden.
Und am ehesten leidet dann vielleicht diese Versorgung, diese medizinische Versorgung. Dann sagt man: „Ah ja, ist ja gut gegangen.“ Und dann hat man mal vielleicht die Tabletten nicht genommen. Ist ja auch gut gegangen. Passiert ja nichts. Werte waren noch in Ordnung. Aber irgendwann ist es dann vielleicht auch mal zu spät.
Und da wollen wir halt vorbeugen, dass die das wissen, dass das eigentlich man kann mal was verbaseln, aber dann muss man wieder den Anschluss finden und sich da gut betreuen lassen.
Haben Sie das erlebt, Frau Breuch, dass mal was zu spät war in so einer Situation?
Ich frage das: Was war der Anlass? Ist ja im Prinzip die Frage: War mal irgend so ein Ereignis ein Anlass: „Boah, wir müssen jetzt was tun?“ Und die nächste wichtige Frage noch mal für den, der zu dem Thema eigentlich nichts weiß: Da ist ja ein zwanghafter Schnitt mit dem 18. Lebensjahr, so viel ich weiß. Da wird einfach die Kindermedizin nicht mehr bezahlt. Ist das nicht so oder ist das?
Genau. Also es gibt jetzt gerade Diskussionen beziehungsweise ich glaube, es ist schon durch, eine Verlängerung, dass Jugendliche bis zum 21. Lebensjahr weiter betreut werden können. Ich glaube, da hat man dann sehr hart für gekämpft, weil je nachdem, in welcher Phase man erkrankt, gibt es halt körperliche Entwicklungsdefizite, und Pubertät findet später statt. Und deshalb verzögert sich das bei vielen so ein bisschen nach hinten. Und wir sind der Ansicht oder viele Ärzte halt, dass unsere Patienten halt noch nicht reif sind für die Erwachsenennephrologie. Und da gibt es früher gab es das mit Anträgen für Ausnahmen, dass man Patienten länger behält. Aber ich glaube, beide, wissen Sie, es ist, glaube ich, jetzt durch, dass.
Also sagen wir mal so: Es gibt ja Patientinnen und Patienten, die leider nicht mit so einer offenbar auf den ersten Blick guten Gesundheit gesegnet sind, wie das bei der Helen Zentner jetzt der Fall ist. Gerade wenn man lange Jahre und Jahrzehnte der Kindheit und Entwicklung an der Dialyse geblieben ist, hat man häufig Entwicklungsverzögerung, Kleinwüchsigkeit, kognitive Einschränkungen. Also wirklich Besonderheiten, die dann wir müssen ja auch trennen zwischen diesen beiden Szenarien: Transplantiert oder vielleicht selten auch noch mal Sprechstunde, also ambulante Betreuung. Und das andere ist natürlich bestehende Dialysenotwendigkeit und dann eben häufig sogar als Hämodialyse. Das sind dann häufig die Jugendlichen, bei denen die Peritonealdialyse schon über viele Jahre gelaufen ist, dann irgendwann mal nicht mehr funktioniert.
Und dann ist es Hämodialyse. Und dann kommt man in so ein Erwachsenenzentrum mit fünf, sechs Erwachsenen oberhalb 70 Jahre im Zimmer. Natürlich versuchen wir, das zu sortieren, na klar. Aber manchmal sind die Zwänge einfach so. Und in solchen Fällen, auf Schilderung der speziellen Situation, haben wir eigentlich die Erfahrung hier gemeinsam mit unseren Kindernephrologinnen hier nebenan, dass die Kostenträger dann schon noch mal nach Verlängerung zustimmen. Teilweise auch also einen Patienten mit wirklich so schwierigen, spezifischen Problemen. Die ist jetzt 28 geworden und immer noch bei den Kolleginnen drüben.
Aber das Problem ist ja, es geht nicht weg. Irgendwann muss man quasi mal springen.
Irgendwann muss man erwachsen werden, ja.
Ja, aber na gut. Aber wie gesagt, das sind ganz andere Patientinnen als Frau Zentner. Und das wird häufig dann doch individuell mit den Kostenträgern irgendwie besprochen. Und zumindest hier in Leipzig gibt es häufig Auswege. Aber also nicht jeden Ausweg sollte man nutzen, so will ich es vielleicht ausdrücken. Manchmal ist es auch sinnvoll, dann doch mal über eine Brücke zu gehen.
Also es ist so, in vielen Fällen, die sich nicht so abbilden lassen, wie eigentlich die Medizin das sehen möchte, kann man, wenn man engagierter Arzt ist, auch Sonderregelungen erwirtschaften. Das habe ich auch in vielen Fällen gesehen. Aber das muss man einfach dann auch mit einer gewissen Zähigkeit machen, weil man dann schon mal gegen Verständnislosigkeit kämpfen muss.
Und ich als jetzt in der Sprechstundensituation Transplantierte, da muss ich vielleicht das so ein bisschen ergänzen. Also ich meine, wir haben ja schon also ich sehe meine Patienten eben auch über Jahrzehnte immer die gleichen. Und ich habe dann schon auch eine enge Betreuung und so weiter. Und wenn es ernst wird, ich habe zwar nur die berühmte Viertelstunde bis manchmal eine halbe, aber dann habe ich eben notfalls in ein oder zwei Wochen einen Wiederholungstermin bei Problemen.
Also ich würde das schon so ein bisschen also wenn man also gerade in so einem ambulanten Bereich beim KFH oder sicherlich auch in einer niedergelassenen Praxis hat man schon eine persönliche Bindung. Und das ist einfacher, das Setting, als dieses Setting Erwachsenenhemodialyse. Also das ist, glaube ich, für junge Leute wirklich schwierig. Aber die Ambulanz kann auch ganz gut laufen, so nach.
Ja gut, aber da gibt es ja auch diese jedenfalls war das in unserem Zentrum so, dass eine psychosoziale Betreuung auch da war. Wenn man das wollte, wenn man schwere Indikationen hat, ging das auch super gut. Also da kann ich das KFH aus meiner Erfahrung nur loben in der Situation.
Das gibt es aber nur im KFH.
Ja, ich sage das ja auch nur in dieser Situation.
Ja. Aber noch mal zu der Frage, ob ich das schon mal erlebt habe. Also jetzt von meinen Patienten insofern nicht, dass es jetzt im Nachhinein mal so gewesen ist, dass sie eine Abstoßungsreaktion hatten. Jetzt also gerade rede ich jetzt von den Transplantierten.
Aber ich hatte mal einen Teilnehmer, der mir der ist als also der war schon über 18, als er mitgefahren ist. Und der hat mir halt erzählt, dass er im Prinzip durch solche Sachen seine Niere wirklich versemmelt hat. Und der war natürlich auch ein guter Gesprächspartner für die anderen Teilnehmer, weil er gesagt hat: „Ich würde es nie wieder machen.“ Und der hat die dann also wirklich so aufgeklärt und auch gewarnt, dass man so gewisse Dummheiten einfach nicht machen soll.
Ich habe aber schon auch erlebt, dass während unserer Maßnahmen in Österreich hat ein Betreuer von uns gesagt: „Christina, komm mal mit, guck mal in die Toilette. Da lagen halt die ganzen Tabletten drin.“ Und dann habe ich mir eine Ärztin geschnappt und dann haben wir da reingeguckt und: „Das ist das, das ist das, das ist das. Ah, das kann nur der und der Patient sein.“
Datenschutz, ja.
Ja, genau.
Und da hatten wir halt auch noch nicht das Thema Medikamente besprochen. Und das bot sich dann halt super an. Und ich meine, ich sage den Teilnehmern auch: „Was ihr jeden Tag also als transplantierte Patienten an Medikamenten nehmen musst, das sind ja manchmal Hände voll.“ Das
schaffen wir schaffen als Gesunde noch nicht mal, Antibiotika ordentlich zu nehmen bis zum Schluss. Also fällt uns schwer. Und ich bewundere die, dass die das machen, dass die das echt können. Und ich habe auch Verständnis dafür, dass sie mal eine Ladung ins Klo schmeißen, weil sie einfach gerade die Nase voll haben und nicht mehr schlucken wollen.
Es war gerade auch unsere Aufgabe, das so zu gestalten, dass es möglichst wenige Tabletten zur gleichen Wirkung führen. Da muss ich sagen, also ich habe immer den großen Reinigungs-, Befreiungsschlag, wenn die Leute aus der Kindermedizin kommen, einfach, weil wir nicht so kompliziert dosieren auf die letzte Kommastelle nach Gewicht und irgendwie. Also und da das ist auch so eine Erfahrung, dass auch viele erst mal misstrauisch sind: „Was, der macht aus vier Tabletten eine? Das kann kein guter Arzt sein.“
Ja, genau.
Genau.
Wenn das Umfeld der Mitpatienten in der Zentrumshemodialyse ins Spiel kommt, dann haben wir eben ein medianes Alter heutzutage von 70 Jahren in unseren Dialysen. Und dann sind wir jetzt, glaube ich, ganz glücklich, doch wieder bei uns hier, weil wir so eine große Dialyse sind, wo es eben auch junge Leute gibt.
Ja, also wie gesagt, im Peritonealdialyse oder allgemein Heimdialysebereich, also auch Heimhemodialyse ist ja durchaus denkbar und eben Transplantierte und auch durchaus Nierensprechstunde, das gibt es ja auch noch, Vor- und Nierenersatztherapie, bleibt ja so ein individueller Arzt-Patientenbezug erhalten. Da spielt jetzt das Umfeld der Mitpatienten nicht so eine große Rolle.
Jetzt möchte ich noch mit Herrn Professor Beige reden. Der hat schon einen Teil meiner Fragen beantwortet eben in dem Thema, nämlich: Wie sieht das aus, wenn jetzt so jemand aus einer Kinderdialyse zu Ihnen kommt? Wie erleben Sie diesen Übergang? Da noch mal vielleicht kurz drauf einzugehen, wäre, glaube ich, für den Hörer auch noch ganz hilfreich und wird das Programm „Endlich Erwachsen“ noch mal in seiner Bedeutung unterstreichen.
Frau Breuch, Sie strahlen die Faszination für Ihre Tätigkeit richtig aus. Das macht mich total glücklich, dass Sie das so toll machen. Und das haben Sie offensichtlich an die Frau Zentner auch ganz erfolgreich weitergegeben. Die ist ja auch so ein ja, die strahlt das genauso aus.
Also das ist so richtig schön zu hören, dass die wirklich so ihre Ziele auf so lange Sicht dann erreicht haben und glücklich sind. Also die machen alle einen relativ glücklichen Eindruck.
Da kommen auch direkt Mails zurück: „Ja, ich bin jetzt verheiratet. Meine Niere ist schon 37 Jahre alt. Ich bin total happy.“ Oder: „Ich hatte mal einen Rückfall und was weiß ich, Hodenkrebs bekommen, aber da bin ich jetzt auch drüber weg und wird alles wieder besser.“
nachzuarbeiten oder mal einen anzusprechen. Und das ist eigentlich so das Schöne, dass es vorangeht, dass es aufwärts geht. Ich habe also Teilnehmer, die mich zwischendurch noch mal anrufen oder ich schreibe mal, sage: „Hallo, wie geht’s?“
Ja, überhaupt zu fahren wird schwieriger. Aber es ist dann einfach so schön zu sehen, dass man so ja, ich will nicht sagen erfolgreich, aber dass man doch merkt: Ja, die haben was mitgenommen. Das eine früher, das andere später. Aber ich habe ja die drei Jahre Zeit, immer noch mal so ein bisschen
Das ist immer schwieriger wird.
Da gibt es so viel Potenzial. Und dann natürlich auch die Veränderung zu sehen, wenn man die dann beim nächsten Workshop sieht, dass die halt vielleicht ihre Bahnfahrt schon selber organisiert haben und vorher gar nicht wussten, wie man überhaupt Zug fährt. Das ist so was, was man.
Das sind ihre Freunde, ne?
Also viele fühlen sich ja auch schlecht und elendig und allein. Und die sind oft ja, wenn man die so ein bisschen kennenlernt, so länger, sind die ja alle ganz süß.
dass ich mich also ich glaube, ich habe so einen ganz guten Draht zu Jugendlichen. Ich kann mich ganz gut in die reindenken. Aber ich versuche natürlich so rauszukristallisieren: Wo kann ich bei wem ansetzen? Das ist ja nicht bei allen gleich. Wo kriege ich den irgendwie gepackt, wenn er irgendwie zurückhaltend ist? Also das macht mir Spaß, da mich vorwärts zu pirschen, um dann halt ja gute Ansätze zu vermitteln, die mal so ein bisschen anzustupsen und zu sagen: „Mensch, mach das doch oder das ist doch super und du hast auch so und so viele Stärken und nutz die doch.“
Im Prinzip ist das,
Super. Frau Breuch, Sie haben einen tollen Ausdruck gerade gebraucht, dass der Wunschberuf, dass die Faszination und da kommt für mich sofort die Frage: Was motiviert Sie an der Arbeit mit den jungen Menschen?
Es gibt wenige Berufe, die die nicht machen können. Aber dann muss man sich halt entsprechend schützen, wenn es Infektionszeit ist und so weiter. Aber wir haben da gute Erfahrungen mit. Also was die Teilnehmer berichten, ist eigentlich gut.
Ich sage: „Wenn ihr einen Job machen wollt, ist das meistens machbar.“ Viele sagen auch: „Du darfst den Job nicht machen und den Job nicht machen.“ Wir haben Profifußballer, die sind transplantiert. Ja, wir haben ich habe Teilnehmer, die haben Medizin studiert und arbeiten in der Klinik oder machen Arzthelferinnen oder Arzthelfer. Da heißt es ja auch mal: „Jetzt alles viel zu gefährlich, viel zu viel Infektionsgefahr.“ Aber wenn das ein Wunschberuf ist, finde ich immer, sollte man das möglichst durchziehen.
Ich hatte mal einen Teilnehmer, der hat gesagt: „Mein Ziel ist es mal, Rentner zu werden.“ Und da bin ich ja erst mal vom Stuhl gefallen. Aber er meinte tatsächlich, er möchte so lange arbeiten, um Rentner zu werden. Das fand ich eigentlich ganz schön. Ja, also das ist nicht immer so, dass die sagen: „Ja, toll, dass du das sagst. Das stimmt ja und so.“ Aber ich glaube, dass die das schon aufnehmen und mitnehmen.
Haben die Kinder da auch Verständnis für? Sagen die: „Boah, Frau Breuch, da haben Sie recht?“ Oder gibt es da welche: „Boah, ich habe da eigentlich gar keine Lust drauf. Ich setze mich lieber zurück und sage: Ich mache den Rentner.“
Dann kämpfe ich aber im Vorfeld dagegen an und sage: „Leute, ihr seid jung. Ihr wollt was vom Leben haben. Dazu braucht man Geld. Dazu braucht man einen Job. Und dafür braucht man Anteilnahme am Leben. Und wenn ihr Rentner seid, dann hockt ihr mit euren paar Mark zu Hause und dann ist das Leben vorbei, bevor es angefangen hat. Weil da könnt ihr keine nichts mit reisen mit den paar Euro, die es da gibt.“
Problematisch ist oft das Arbeitsamt, weil die sagen: „Boah, der ist transplantiert, der hat das und das. Nee, der ist nicht vermittelbar. Am besten machen wir ein Rentnerausdehnen.“ Und da kämpfe ich halt im Vorfeld schon gegen ja, das ist tatsächlich so.
Super.
Und dann gibt es mal so ein paar: „Ja, ich möchte mal gerne ins Ausland.“ Aber das ist alles, was machbar ist. Das ist eigentlich sehr schön zu hören, weil man kann die auch daranführen und sagen: „Okay, da fehlt dir noch ein bisschen Schule. Da musst du das und das noch machen.“ Aber in der Regel kannst du deine Ziele eigentlich sehr gut erreichen.
Und das Schöne ist, also eigentlich durchweg ist es sehr bescheiden. Man will die Jugendlichen wollen eine Familie gründen. Die wollen nur eine eigene Wohnung haben. Die wollen ein Auto haben. So.
Also ich mein, mein Part ist zum Beispiel, ich rede mit denen einfach so ganz locker über: „Was habt ihr denn für Zukunftswünsche? Was wollt ihr werden? Könnt ihr das mit eurer Schulausbildung oder müsst ihr dann auch was dranhängen? Was habt ihr für eine Lebensvorstellung? Was habt ihr für Visionen überhaupt?“
Dialyse also Dialyseverfahren Moment. Na, wie soll ich jetzt sagen? Nierenersatzverfahren. Das ist Sport und Bewegung, Ernährung und Kochen, Psychosoziales. Also wir sprechen über den Schwerbehindertenausweis. Was hat der für Vor- und Nachteile? Muss ich das meinem Arbeitgeber überhaupt melden oder kann ich das auch sein lassen?
Also dann ist es das Auftaktseminar vom Januar und vom Dezember und von den Jahren davor. Die mischen sich dann. Und dann kommt immer eine Gruppe quasi dazu und eine geht wieder raus, weil nach drei Jahren verabschieden wir die dann. Also man macht ein Auftaktseminar, sechs Workshops. Zwei Workshops finden im Jahr statt. Und wenn man den sechsten hat, wird man verabschiedet ganz offiziell. Dann fangen die Themen wieder von vorne an. Und also wir haben ja so Schwerpunkte. Das ist
Also wir bieten zweimal im Jahr ein Auftaktseminar an, so heißt das. Das ist eine Woche. Also es ist von Samstag bis Samstag in Österreich, wo man einmal dran teilnehmen kann. Und danach bieten wir Workshops an, wo sich dann verschiedene Gruppen auch wieder mischen.
Wie lange sind denn die Jugendlichen da jeweils bei Ihnen? Sind die eine Woche oder zwei Wochen oder haben die immer eine Anlaufstelle, die sie haben? Rufen die immer bei Frau Breuch an, wenn es Themen gibt oder wie sieht das aus?
Dann haben wir das ist jetzt ein bisschen durcheinander. Also wir reden über Medikamente, wir reden über das Thema Transplantation. Was passiert da? Wie wird das gemacht? Was ist, wenn man eine Lebensspende kriegt oder eine Verstorbenenspende? Wie funktioniert die Vergabe auch? Dann haben wir Säure-Basen-Haushalt.
Und dann haben wir so einen medizinischen Bereich. Wir haben halt Ärzte, die unterrichten. Und das ist also so möglichst interaktiv wird das gestaltet. Also nicht hier, wir stehen da und reden und ihr habt zuzuhören, sondern wir gucken auch immer, was haben die denn für Erfahrungen und so weiter. Dann machen wir Anatomie. Ja, wie ist der Körper aufgebaut? Dann machen wir Physiologie.
Unser, sagen wir mal, unser Seminarprogramm sieht halt also den also wir haben immer entweder Vor- oder Nachmittagsunterricht und den anderen Part machen wir Sportanbietung. Also entweder im Winter ist es halt Skifahren und im Herbst sind es so Freizeitgestalten wie Klettern, Bogenschießen, ja, was weiß ich, was wir da alles mal wandern und so weiter.
Okay. Also das Angebot ist erst mal also ich finde, dass die größte Nummer ist, dass wir den Jugendlichen ein Forum bieten, wo sie zusammenfinden können und zusammenleben können. Also wir leben auch wir als Betreuer, wir machen alles also wir versuchen, alles zusammen zu machen. Unterricht, gut, da ist immer der eine oder andere draußen, zusammen zu essen, zusammen Spaß zu haben, zusammen Sport zu machen. Das ist so unser Anliegen, dass wir so viel wie möglich zusammen machen, aber jeder natürlich auch von den Teilnehmern, die die Möglichkeit hat, sich zurückzuziehen, in den Austausch zu gehen und so weiter.
Frau Breuch, die Frau Zentner hat schon so ein bisschen anklingen lassen, was denn in diesem Programm „Endlich Erwachsen“ passiert. Vielleicht können Sie uns und dem Hörer ein paar so Stichpunkte sagen, welche Dinge Sie mit dem wie das Angebot aussieht und was Sie mit denen machen.
Super, reicht aus. Reicht aus, fantastisch. Ich danke Ihnen allen drei recht herzlich. Ich nehme aus diesem Gespräch wirklich mit, dass die Menschen, die egal, was sie für ein Schicksal haben, was sie ihnen sozusagen ihr Körper, ihre Seele anbietet, wer nicht aufgibt, sondern versucht, ja, das anzuerkennen, was da ist, zu akzeptieren, Frau Zentner, der schafft es und der kann konstruktiv im Hier und Jetzt sein.
Redet wieder persönlich miteinander.
Sehr gut. Und Frau Breuch?
Kluge Kompromisse sind der Weg zum Frieden.
Herr Beige, fällt Ihnen was ein?
Super.
Ich glaube, ich würde so was schreiben wie: „Legen Sie sich einen Organspendeausweis zu.“
Smartphone, SMS, mehr nicht.
Einen Satz, oh.
Einen Satz.
Wie viele Sätze dürfen wir denn schreiben?
Was?
Wie viele Sätze dürfen wir denn schreiben?
Freiwillige vor.
Sehr gut. Und dann wünsche ich Ihnen da super viel Spaß dabei. Ich habe aber an alle drei noch eine andere Frage. Wenn Sie einen Tag lang eine Botschaft auf alle Smartphones der Welt schicken könnten, was würden Sie schreiben?
Ich mache dieses Jahr mein Abitur und danach geht es hoffentlich ein bisschen auf Reisen und ein bisschen die Welt entdecken.
Aber Sie haben es in die Hand genommen. Und aber das zeichnet alle drei Mitstreiter hier aus, dass Sie sich nicht sozusagen zurückgelegt haben, ich kann ja sowieso nichts tun, sondern alle drei Mitstreiter hier, und ich schließe mich da auch so ein bisschen ein, Sie haben das in die Hand genommen und nicht einfach sich ergeben. Und das finde ich ganz, ganz wichtig. Frau Zentner, ich bin neugierig, was machen Sie jetzt im Moment beruflich? Erzählen Sie mal.
Ja, also ich bin nämlich, also das war, ich bin in der DDR groß geworden und mit 18,5 wurde ich zur Nationalen Volksarmee mehr oder weniger gezwungen. Anderthalb Jahre Pflichtgrundwehrdienst. Und danach habe ich mich dann entschieden, dieses Land zu verlassen. Sodass, also sagen wir mal, dieses endlich erwachsen für mich schon mit großen Problemen gestartet ist.
Sie können auch sagen, Ihnen fällt nichts ein, da würde ich jetzt nicht.
Das ist sehr persönlich.
Im eigenen biografischen Kontext, ja.
Im eigenen biografischen Kontext, ja.
Super, vielen Dank. Herr Professor Beige, was bedeutet das für Sie? Endlich erwachsen.
Also da hat man ganz schnell gemerkt, dass man wieder in seine Schranken gewiesen wird und wirklich auch Unterstützung der Eltern braucht, auch egal, ob krank oder gesund. Das ist bei allen gleich. Und hat dann so manchmal so ein bisschen die Laune verhagelt. Aber im Großen und Ganzen war das schon Eigenverantwortung, selbstbestimmtes Leben und.
Natürlich habe ich natürlich auch die Klatsche bekommen, eigene Wohnung, jetzt muss man auch noch sich um Versicherungen kümmern und dies und das. Und das waren alles Sachen, ja, die zählten, aber jetzt nicht zu endlich erwachsen werden. Da hatte man gar keinen Bock drauf. Aber man musste seinen Fernsehrundfunk bezahlen und was weiß ich, was da alles kam.
Also ich endlich erwachsen, also wenn ich da zurückdenke, dass ich davor stand, endlich erwachsen zu werden, war das für mich die Freiheit schlechthin. Also Jubelschreie, boah, jetzt bin ich endlich erwachsen. Jetzt kann ich machen, was ich will. Keiner hat mir was vorzuschreiben. Ich kann Auto fahren, also damals war es ja noch mit 18, ich kann einen Führerschein machen, ich kann Auto fahren. Und keiner kann mir mehr sagen, was ich zu tun habe. Und das war für mich erst mal so der Befreiungsschlag.
Ja, genau.
Meinen Sie jetzt für mich persönlich?
Super. Frau Breuch, was bedeutet für Sie der Titel „Endlich Erwachsen“?
Ja, also „Endlich Erwachsen“ verbinde ich natürlich direkt mit dem Projekt und dementsprechend auch mit Austausch, aber halt auch mit unglaublich viel Wissensvermittlung durch Workshops und halt durch diese eine Woche, die man dann in Österreich verbringt. Aber ja, auch mit Freunden und mit sehr viel Freiraum, den man dann hat und der einem dadurch auch geboten wird.
Herr Beige, Sie treten bei mir offene Türen ein, weil aus diesem Grund habe ich auch mit dem KFH zusammengearbeitet. Das haben Sie sehr schön geschildert. Ich habe jetzt noch, finde ich, ein, zwei Fragen an die Gesprächsrunde. Und zwar, wenn man den Titel hört „Endlich Erwachsen“, was bedeutet dieser Begriff für Sie persönlich? Vielleicht fange ich da Frau Zentner an, die die ganze Zeit schweigen musste oder durfte, was dazu sagen. Was bedeutet für Sie „Endlich Erwachsen“?
Aber wir sind ja auch ein ärztlich getragener Verein, das merkt man ja immer wieder, dass wir doch aus der Sicht der, na ja, der Träger dieser Versorgung eine erhebliche Mitsprache haben. Und das ist fürs KFH, denke ich, schon eine positive Einschätzung. Und da gibt es nicht mehr viel davon mit diesen Institutionen, die wirklich so viel ärztliche Mitwirkung haben.
Das Einzige, was man sich natürlich positiv überlegen kann, dass wirklich Gelder, Mittel, die Versicherte einbezahlt haben, nicht an private Anteilseigner von Aktienfirmen abfließen. Was ich, also das ist ein Widerspruch in sich, wie unser Gesundheitswesen da aufgestellt ist mit diesem erheblichen Anteil privatwirtschaftlicher Organisationen. Also sozusagen im täglichen Alltag, um Ihre Frage zu beantworten, merkt man es vielleicht nicht immer, weil ja, wo die Gewinne hingehen, das wirkt sich nicht unbedingt in jedem Alltag aus.
Ich habe mir immer gewünscht, dass ich sozusagen Gesundheitsleistung, ärztliche Tätigkeit nicht eingebunden in gewinnmaximierte private Organisationen erbringen kann. Das ist in vielen Krankenhäusern so, das ist auch im KFH so. Nichtsdestotrotz, also gerade Krankenhäuser sind unter erheblichem Druck, dass KFH auch unter nicht unerheblichen wirtschaftlich arbeiten. Und am Ende die schwarze Null muss man ja doch. Also der Kostendruck, der berühmte, ist dann doch da.
Vielleicht noch eine Frage zum KFH selbst. Das KFH arbeitet ja als gemeinnützige Organisation. Was bedeutet dieser Auftrag für Sie in Ihrem klinischen Alltag?
Noch, eigentlich haben Sie jetzt gerade schon ein ganz positives Datum gesetzt oder dazu angesetzt, dass wir also in den entwickelten Ländern deutlich weniger Menschen trotz eingeschränkter Nierenfunktion an die Dialyse tun müssen. Und das finde ich schon sehr, sehr wichtig, unterstreicht auch noch mal die Wertigkeit der Vorbeugung. Was für mich eine Katastrophe war, dass bis vor ein paar Jahren die Bestimmung der Nierenfunktion nicht Teil der Gesundheitsuntersuchung war, war für mich eine Katastrophe. Das hat sich ja jetzt Gott sei Dank gebessert.
Da machen 60 bis 70 Prozent aller Grunderkrankungen, wie wir das nennen, an der Dialyse aus. Ich würde dann die Herzerkrankungen noch mit dazunehmen, also die Durchblutungsstörungen des Herzens, die dann im hohen Alter zu Herzinfarkten führen. Und da fällt dann natürlich auch so die Hochaltrigkeit insgesamt rein, die Lebenserwartung steigt. Die Leute werden mit ihren Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer älter. Und die Niere ist dann aber eines der Organe, welches dann am Ende eben doch irreversibel geschädigt ist. Deswegen erleben heute viele noch Dialyse, die es vielleicht vor 25, 30 Jahren nicht erlebt hätten.
Also Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, diese normalen Dinge, die häufig für klein gehalten werden, und aber doch dann hinterher dazu führen, dass die Menschen doch eine chronische Nierenerkrankung bekommen.
Viele Menschen denken ja immer, chronische Nierenerkrankung ist Dialyse. Aber eigentlich beginnt das ja schon viel, viel früher. Und deswegen ist es eben halt so wichtig, präventiv, also vorbeugend tätig zu werden, zu erkennen, wer sozusagen in der Lage ist, irgendwie eine Nierenerkrankung zu entwickeln oder wer überhaupt eine Nierenerkrankung entwickelt. Und da sollten wir vielleicht auch mal kurz über die Risikofaktoren reden, die eben halt mit einer chronischen Nierenerkrankung verbunden sind.
Als Überbegriff für alle Ursachen. Also es gibt da natürlich verschiedene Krankheiten, angeborene Fehlbildungen, wie das vielleicht bei Frau Zentner war. Dann gibt es Autoimmunerkrankungen, dann gibt es Hochdruck und Diabetesschäden. Und diese chronische Nierenerkrankung, das ist so ein Sammelbecken für alles sozusagen.
Aber CKD müssen wir noch mal für das ist Chronic Kidney Disease, also das ist eine chronische Nierenerkrankung. Dass wir das noch für den, der sich mit den Terminologien nicht so auskennt, ergänzen.
Was absolut für die Prävention spricht, ja.
Also was ja für die Prävention spricht.
Und bei uns ist es so, dass wir natürlich, Sie hatten Prävention angesprochen, jetzt diese erweiterten Instrumentarien der neuen Medikamente haben und wir jetzt mittlerweile ganz viel eben auch abfangen. Und wir haben zwar mittel- und höhergradige Nierenschwäche in der Bevölkerung, sagen wir mal 10 bis 20, 25 Prozent altersabhängig, aber das muss sich nicht mehr weiterentwickeln, jedenfalls so in der Breite und in der Masse. Also was ich einfach erlebe, dass wir viel weniger Dialysezugänge haben bei gleichzeitig verdoppelten und verdreifachten Patientenzahlen in der Sprechstunde. Also wir bis.
Ich habe jetzt gerade aber vergangenes Wochenende ganz neue Daten gehört, Krankenkassendaten, die zeigen, dass also Deutschland genauso wie alle entwickelten Länder, gerade in Europa, sich jetzt mit den Zuwachszahlen auch in dem CKD-Bereich deutlich langsamer entwickelt als ärmere Länder. Also die CKD-Epidemie, die schlägt so ganz hart in Afrika zu, also auch bei jüngeren Menschen dort einfach wegen der fehlenden Versorgung.
Das ist eine schwierige Frage. Also ein bisschen allgemeiner kann ich sie beantworten. Es hat vor einigen Jahren die Publikation vom Kollegen Gürnt aus Halle gegeben im Deutschen Ärzteblatt, der eigentlich diese Erhebung seine eigene dort publiziert hat. Und da kann man so grob gesagt sagen: Na ja, in der Größenordnung 10 Prozent in der Allgemeinbevölkerung, vielleicht 7, 8, und aber bei älteren Menschen dann bis 20, 25 Prozent mindestens mittelgradige Nierenschwäche.
Kann ich nur unterstreichen. Wenn wir jetzt den Blick ein bisschen erweitern, wie groß ist denn eigentlich, Herr Professor Beige, das Problem chronischer Nierenerkrankungen in Deutschland aktuell?
Und soweit wir im individuellen Verhältnis sind, dadurch, dass es eine Langzeitbetreuung ist, haben wir, glaube ich, gegenüber der Allgemeinmedizin insgesamt als Nephrologen ja doch ein bisschen was zu bieten, weil wir so lange mit unseren Patienten ja Kontakt haben.
Also diese äußeren Dinge versuchen wir zu korrigieren.
Bei uns sind das sechs, in manchen Zentren auch acht oder so.
Für mich, das ist eigentlich die größte Herausforderung dieses Mitpatientenumfeld, damit eben der Veränderungsschock aus dieser doch behüteten Welt mit ja auch meistens weniger Mitpatienten, also in den Kinderhemozentren, da liegen, Frau Breuch, widersprechen Sie mir, aber da liegen, glaube ich, kaum mal mehr als vier in einem Behandlungsraum.
Ja, das haben die auch so gemacht.
Die versuchen wir dann so ein bisschen in die Obhut von diesen, ja, dann doch berufstätigen, eben sagen wir mal, mittelalten Menschen zu geben, die sich dann auch manchmal so ein bisschen um die jungen Leute auch kümmern. Und wenn man das schafft zu organisieren in diesen etwas rehabilitativer ausgerichteten Schichten, wo die berufstätigen sind und so weiter, dann klappt das auch.
Ex-Kinder, der ist gut.
Und weil ich für meine auch erwachsenen Patienten seit 20 Jahren so ein bisschen dieses Schild der rehabilitativen Dialyse vor mir hertrage. Und deswegen haben wir Spätschichten und Nachtschichten. Und wir ziehen eben mit diesen Angeboten auch jüngere Hemodialysepatienten an. Und dann versuchen wir, die ganz jungen Leute, das sind nur wenige. Wir haben zwei, drei zurzeit oder so, also transitierte Ex-Kinder oder wie man das nennen will.
Das glaube ich auch, das ist ganz entscheidend, auch in der neuen Zeit, in der wir hier leben, dass wir uns auf das Präsens, auf das, was wir tun und machen, aktuell konzentrieren und nicht in die Zukunft gucken. Und ich nehme auch mit, dass solche super schönen oder super gut durchdachten Angebote, wir endlich erwachsen, wir viel, viel mehr bräuchten, um unsere Menschen, um unsere Mitbürger durch, sage ich mal, durch den Irrgarten der Gesundheitsversorgung zu führen. Und da danke ich Ihnen allen sehr, sehr herzlich.
Also das Projekt „Endlich Erwachsen“ zeigt, wie wichtig eine strukturelle Begleitung für junge Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen ist. Und ich werde all das auch noch mal in den Shownotes veröffentlichen, Ihre Adressen, und werde oder zumindest den Zugang zum KFH und werde da noch mal die Links auch zu Ihrem Preis, Frau Breuch, nehmen, damit Sie ein bisschen mehr die Menschen auch die Möglichkeit bekommen, zu sehen, was endlich erwachsen ist.
Ich sage vielen Dank, wünsche allen noch einen schönen Abend und danke den Zuhörern, die das bis hierhin mitangehört haben, und freue mich auf die nächste Podcast-Folge und viel Erfolg beim Marathon, beim Podcaston. Schönen Abend.