Dein Gewicht und dein Blutdruck

Wie weit senkt 1 kg Gewichtsabnahme den Blutdruck?

Schon 1 kg weniger kann den Blutdruck um etwa 1 mmHg senken. Übergewicht erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Nachhaltige Gewichtsreduktion mit kleinen Schritten kann den Blutdruck messbar verbessern.

Das bedeutet:

Das ist medizinisch relevant und durch Studien gesichert– und zeigt, dass kleine Schritte große Wirkung haben können.

Warum Dein Gewicht Deinen Blutdruck beeinflusst

Dein Körpergewicht spielt eine zentrale Rolle für Deinen Blutdruck und Deine Herz-Kreislauf-Gesundheit. Übergewicht zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Dabei geht es nicht um Perfektion oder Schönheitsideale – sondern um Entlastung für Dein Herz, Deine Gefäße und Deinen gesamten Stoffwechsel. Schon kleine Veränderungen können messbare gesundheitliche Effekte haben.

Der BMI – Orientierung, aber kein Urteil

Zur groben Einschätzung wird häufig der Body-Mass-Index (BMI) genutzt. Er setzt Dein Gewicht ins Verhältnis zu Deiner Körpergröße.

Hier kannst Du jetzt Deinen Body Mass Index (BMI) berechnen:

BMI-Rechner

BMI:
Einordnung:
Eingaben sind nur für Erwachsene sinnvoll. Bei Kindern/Jugendlichen gelten altersabhängige Perzentile.

Richtwerte:

  • Unter 18,5 → Untergewicht
  • 18,5–24,9 → Normalgewicht
  • 25–29,9 → Übergewicht
  • Ab 30 → Adipositas

Wichtig:

Der BMI ist nur ein Richtwert. Manche Menschen mit höherem BMI haben normale Blutdruckwerte. Entscheidend ist nicht nur die Zahl – sondern Deine langfristige Gesundheit und Dein persönliches Risiko.

Warum Übergewicht den Blutdruck erhöht

Fettgewebe ist kein passiver Speicher – es ist ein hormonell aktives Organ.

Es beeinflusst:

  • Deine Gefäße (sie werden enger und steifer)
  • Dein Nervensystem (Stressreaktionen nehmen zu)
  • Deine Nieren (Salz- und Wasserhaushalt verändern sich)
  • Deine Stresshormone (ähnlich wie bei Dauerstress)

Das versetzt Deinen Körper in einen ständigen Hochdruck- und Alarmmodus.

Wenn Dein Gewicht sinkt, kann sich dieses System entspannen – Dein Blutdruck normalisiert sich oft spürbar.

Nachhaltig abnehmen – ohne Crash-Diäten

Schnelle Diäten führen selten zu dauerhaftem Erfolg. Viel wirksamer sind realistische und machbare Ziele.

Empfohlen:

Es geht nicht um Verzicht, sondern um Bewusstsein, Balance und Alltagstauglichkeit.

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Du musst Dein Leben nicht komplett umkrempeln. Oft reichen kleine, konsequente Schritte:

Ernährung

  • Portionsgrößen bewusst reduzieren
  • Lieblingsspeisen weiterhin genießen – aber in Maßen
  • Langsamer essen und bewusster schmecken

Bewegung

  • Mehr Gehen im Alltag
  • Treppe statt Aufzug
  • Kurze Spaziergänge statt Leistungsdruck

Stress reduzieren

Stress treibt den Blutdruck nach oben.

Entspannung, Pausen, Atmung und mentale Ruhe sind genauso wichtig wie Ernährung und Bewegung.

Wie oft solltest Du Dich wiegen?

Tägliches Wiegen erzeugt oft Stress und Frust – und schwankende Werte verunsichern.

Empfehlung:

➡ Einmal pro Woche wiegen

➡ Morgens nach dem Toilettengang

➡ Immer unter ähnlichen Bedingungen

So bleiben die Werte vergleichbar – und Dein Kopf entspannt.

Fazit: Dein Blutdruck reagiert auf kleine Schritte

Du musst nicht und niemals perfekt sein!.

Schon wenige Kilos weniger können Deinen Blutdruck senken, Dein Herz entlasten und Dein Risiko für Folgeerkrankungen deutlich reduzieren.

Der wichtigste Punkt:

➡ Nachhaltigkeit schlägt Geschwindigkeit

➡ Kleine Schritte sind besser als gar keine

➡ Du darfst freundlich mit Dir selbst sein

Die Frage an Dich

👉 Hast du noch andere alltagstaugliche Strategien zur Blutdrucksenkung?

👉 Womit möchtest Du deinen sanften Weg zu weniger Druck starten?

FAQ:

  • Wieviel sollte ich in einem Monat abnehmen?
    Grundsätzlich solltest du nicht mehr als 1-2 kg im ersten Monat verlieren. Du verlierst in der ersten Tagen mehr Wasser und weniger an Substanz. Mach Dir keinen Stress und lege erst mal eine kleine Gewohnheit ab!
    Es geht um den Weg der kleinen Schritte! Vielleicht kann Dir die Podcastfolge mit Miriam Junge helfen!
  • Was kann ich tun, um meine Gewicht zu halten?
    Du solltest Deine Ernährung sehr langsam und dauerhaft umstellen. Wenn Du die Phase des Abnehmens als Kampf empfindest, wirst Du Dich hinterher mit den schlechten Gewohnheiten wieder belohnen. Bleib locker und vertrau deinem Ziel. Visualisiere Dich in Deinem gewünschten optischen Ziel und fühle das, als wenn Du es schon erreicht hättest!
  • Wieviel sollte ich während der Phase des Abnehmens trinken?
    Beim Weg der kleinen Schritte kann die Trinkmenge, also wenn Du auf eine Gewohnheit verzichtest, kann Deine Trinkmenge unverändert bei 1,5 bis 2,0 Liter Wasser bleiben.

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📚 Kurze Studienübersicht – Gewicht & Bluthochdruck

StudientitelAutor(en)VeröffentlichungsmediumJahrDOI
Influence of Weight Reduction on Blood Pressure: A Meta-AnalysisNeter JE et al.Hypertension200310.1161/01.HYP.0000094221.86888.AE
Effect of Weight Loss on Blood Pressure Changes in Overweight PatientsYang S et al.Journal of Clinical Hypertension202310.1111/jch.14661
Interventions That Cause Weight Loss and the Impact on Cardiovascular Risk FactorsZomer E et al.Obesity Reviews201610.1111/obr.12433
Mechanisms Linking Obesity to HypertensionDorresteijn JAN et al.Obesity Reviews201210.1111/j.1467-789X.2011.00914.x
Obesity and HypertensionSeravalle G, Grassi GPharmacological Research201710.1016/j.phrs.2017.11.001
Obesity-Related Hypertension: Pathophysiology & ManagementShariq OA, McKenzie TJGland Surgery202010.21037/gs.2019.12.03
Effect of Body Weight Loss and Normalization on Blood PressureIkeda Y et al.Hypertension Research200910.1038/hr.2009.220
How Much Excess Weight Loss Can Reduce the Risk of HypertensionPoorolajal J et al.Journal of Hypertension201710.1097/HJH.0000000000001375
Hypertension Related to Obesity: Pathogenesis and TreatmentEl Meouchy P et al.International Journal of Molecular Sciences202210.3390/ijms232012305
Long-Term Effects of Weight Loss on Hypertension (SOS Study)Sjöström L et al.New England Journal of Medicine200410.1056/NEJMoa035422
DASH Diet, Weight Loss and Blood PressureSacks FM et al.New England Journal of Medicine200110.1056/NEJM200101043440101
Prevention of Hypertension by Weight ReductionHe J et al.JAMA200010.1001/jama.282.17.1577
Weight Change and Incident HypertensionGelber RP et al.Circulation200710.1161/CIRCULATIONAHA.106.671495
Impact of Obesity on HypertensionHall JE et al.Hypertension201510.1161/HYPERTENSIONAHA.115.04275
Exercise, Weight Loss and Blood PressureCornelissen VA, Smart NAHypertension201310.1161/HYPERTENSIONAHA.112.201491

Das Transkript

Die erste Frage, die häufig auftaucht, wenn es um deinen hohen Blutdruck geht: Wie viel wiegst du denn? Ja, und das ist das Thema von heute. Wir gehen es locker an, würde ich mal sagen.

Ja, das Gewicht ist immer so eine Sache, da spricht man gerne drüber, aber ich finde, wir sollten uns erstmal darüber unterhalten, bevor wir uns beschäftigen mit der Frage, was denn Gewicht und Blutdruck miteinander zu tun haben, wie denn das Gewicht überhaupt bestimmt wird. Na klar, in Kilogramm. Und wenn ich mich erinnere, als ich im Studium war, da wurde sozusagen ein Normgewicht festgelegt, und dieses Normgewicht wurde damals ständig wieder weitergetragen. Und zwar stammte das aus der Untersuchung von vielen Schweizer Soldaten, und da wurde einfach festgestellt: Ja, irgendwo ist das Normgewicht. Und da gab es eine Tabelle, und da konnte man daran entstöbern und konnte man sagen: Wow, wo hältst du dich denn da auf? Und konnte man sagen: Ja, jetzt bin ich übergewichtig oder nicht übergewichtig. Und damals war ich nach diesen Kriterien normgewichtig.

So, und jetzt ist die WHO und viele andere schlaue Leute vor nicht allzu langer Zeit hergegangen, ich würde sagen, so vor 15 Jahren etwa oder etwas früher noch, und hat gesagt: Boah, wir müssen mal gucken, ob wir dieses ganze Thema nicht auch abhängig machen können von der oder müssen von der Körpergröße. Und da haben sie sozusagen den Body Mass Index erfunden. Dieser Body Mass Index, der wird gebildet aus der Division deines Körpergewichts durch das Quadrat deiner Körpergröße in Metern. Also, wenn du zum Beispiel wie ich 110 Kilo wiegst und bist 1,96 groß, dann nimmst du 1,96 mal 1,96, da kommt so etwa 3,8 und ein paar kleine raus. Und jetzt musst du quasi das Gewicht 110 durch 3,8 und ein paar kleine dividieren. Da kommt dann ein Body Mass Index von 28 raus, und den habe ich auch.

Und wenn man jetzt guckt, da gibt es jetzt schöne Tabellen oder schöne Richtlinien, die man mal danach schauen kann, was denn jetzt als Übergewicht und was als Adipositas, also erheblichem Übergewicht, deklariert wird. Also, bei einem Body Mass Index unter 18,5, da bist du twiggy, also da bist du untergewichtig. Und beim Body Mass Index zwischen 18,5 und 24,9, da bist du normalgewichtig. Und zwischen einem Body Mass Index zwischen 25 und 29,9, da hast du Übergewicht. Und bei einem Body Mass Index über 30, da bist du einfach adipös. So ist die Definition, also sehr stark übergewichtig.

Und jetzt kommt man: Wie kommt man auf diese Grenze? Und auf diese Grenze kommt man deswegen, weil man Studien angeschaut hat, in denen man gefunden hat, dass Menschen mit einem Body Mass Index über 25 schon ein etwas erhöhtes Risiko haben, unter einem Bluthochdruck oder ähnlichen Nebenwirkungen zu leiden. Und einem Body Mass Index über 30, da ist dann das ein deutlich erhöhtes Risiko. Und da gibt es auf jeden Fall eine erhöhte Krankheitslast nach diesen Studien.

Und jetzt fragt man sich natürlich: Was sagen solche Indizes über dich selber aus? Ich sage mal so ganz ehrlich, ich kenne einen Haufen Leute, die einen Body Mass Index deutlich über 30 haben und ihr ganzes Leben lang einen normalen Blutdruck hatten. Also, jetzt müssen wir mal sagen, es ist eine Mittlung der Bevölkerung und eine Mittlung des Risikos, aber sagt natürlich etwas aus, dass dein Individualrisiko etwas größer sein könnte. Aber in dir selber sagt das überhaupt nichts aus. Wenn du einen Body Mass Index von 28 oder 29 oder 30 hast und hast einen normalen Blutdruck, ist alles im Lot.

Ganz schlaue Leute sagen natürlich: Wow, wow, wow. Wenn du einen Body Mass Index länger oder höher als 29 über mehrere Jahre hast, dann wirst du hinterher, auch wenn du dann deinen Body Mass Index etwas reduziert hast, eher unter einen Nebenwirkungen des Übergewichtes leiden als andere Menschen. Ja, das ergibt sich häufig aus den Untersuchungen, aber bei diesen Untersuchungen muss man immer genau gucken. Es sind Untersuchungen, die an einer definierten Population gemacht worden sind, und die sind gemittelt worden. Und natürlich gibt es Interessen dahinter, und deswegen muss man immer ganz vorsichtig sein und sein eigenes Wohlfühlgewicht vielleicht wirklich heraussuchen.

Natürlich, wenn man einen hohen Blutdruck hat, dann sollte man überlegen, ob man vielleicht diese Risiken etwas minimieren kann, dass Blutdrucknebenwirkungen auftreten. Und da kommen wir jetzt zu dem Thema von heute. Also, dein Individualgewicht, dein Wohlfühlgewicht bei normalem Blutdruck sind die entscheidenden Dinge. Wir leben nicht auf dieser Welt, um irgendwelchen Gesichtspunkten Rechnung zu tragen, die irgendwelche Menschen und schon gar nicht die WHO zusammengetragen hat.

So, und jetzt kommen wir zu Bluthochdruck und dem Übergewicht und dessen Zusammenhang. Viele Menschen sagen natürlich: Mein Blutdruck ist eben halt genetisch, da kann man nicht viel machen. Und der Opa war auch schon übergewichtig, und die Oma war auch schon übergewichtig, und mein Vater war auch nicht der Dünnste. Also, hier wird einfach ganz klar gesagt: Ich bin meinem Körper ausgeliefert, und das stimmt wirklich nicht ganz. Denn wir wissen inzwischen, dass Übergewicht einer der stärksten Treiber von Bluthochdruck ist. Und diesen Zusammenhang kann man auch sehr schön sehen, wenn man jetzt hergeht und bezüglich des Gewichtes mal interveniert.

Und da kann ich dir eine sehr schöne Zahl nennen, und zwar: Wir wissen eben halt, dass pro Kilogramm Körpergewicht dein Blutdruck um 1 mm Hg im Mittel sowohl systolisch als auch diastolisch sinkt oder steigt. Also, wenn du 5 Kilo abnimmst, dann sinkt dein Blutdruck um 5 mm Hg. Ja, welches Medikament senkt den Blutdruck um 5 mm Hg? Alle Blutdruckmedikamente, jedes einzelne, erzielt im Mittel 5 mm Hg. Also, das heißt, wenn du 5 Kilo abnimmst, sparst du eine Pille. Und wenn du 10 Kilo abnimmst, dann sparst du vielleicht zwei Pillen. Und das geht so weiter. Aber warum ist das so entscheidend? Und da wissen wir ganz genau, dass, wenn der Blutdruck 5 mm Hg systolisch höher ist, dann hast du ein deutlicheres Risiko noch für einen Schlaganfall. Wenn du aber 10 mm Hg deinen Blutdruck erhöhst, dann hast du ein 40-prozentig höheres Schlaganfallrisiko. Und umgekehrt, wenn du einen Blutdruck um 5 mm Hg systolisch senkst, hast du ein geringeres Schlaganfallrisiko. Und wenn du 10 Kilo abnimmst, hast du ein bis zu 40 Prozent geringeres Schlaganfallrisiko. Das Gleiche gilt für die Herzinfarkte, das Gleiche gilt für die Herzschwäche, und das Gleiche gilt für deine Lebenserwartung. Denn weil diese Ereignisse nicht eintreten, ist deine Lebenserwartung deutlich besser.

Also, was du schon mal mitnehmen kannst: Schon kleine Schritte können dein Risiko bezüglich des Blutdruckes spürbar verändern. Das bedeutet auch für dich: Du musst nicht perfekt sein, aber du darfst anfangen.

Und da fragst du dich natürlich: Sag mal, warum ist eigentlich Übergewicht so effektiv bezüglich des hohen Blutdrucks? Was passiert da eigentlich? Und da wissen wir inzwischen viel mehr als früher. Als ich anfing zu studieren, da war das so: Das Fettgewebe war relativ inaktiv, das lag da rum und schützte einen vor Geld, aber sonst nichts.

Das stimmt nicht mehr. Wir wissen inzwischen, dass das Fettgewebe ein sehr hormonell aktives Organ ist. Es beeinflusst deine Gefäße, indem es nämlich die Gefäßweite über Hormone beeinflusst. Es beeinflusst dein Nervensystem, weil es nämlich mit der Leptinsituation zusammenhängt, und es beeinflusst deine Nieren und deinen Salz- und Wasserhaushalt. Und damit wird auch der Blutdruck geregelt. Und diese Hormone, die dieses Fettgewebe ausschüttet, das sind vergleichbar wie Stresshormone, und die kratzen eben halt an deinen Gefäßen.

Es entsteht also mehr Druck in den Gefäßen, dadurch werden die Gefäße steifer, es werden Stresshormone aktiviert, und durch die Salz- und Wasserbindung steigt dein Blutdruck und dein Körpergewicht. Und nochmal: Du hast eine verringerte Gefäßelastizität. Das bedeutet, wenn dein Herz schlägt, dann wird kurzfristig Blut herauskommen. Die Gefäße dehnen sich aber nicht mehr richtig, sodass sie in der Diastole auch dann den Blutdruck und das Blut nicht mehr so gut vorantreiben können. Und das schränkt deine Leistungsfähigkeit ein.

Das heißt, durch das Übergewicht und das vermehrte hormonell aktive Fett gerät dein Körper in einen dauerhaften Hochdruckmodus, und der dauerhafte Hochdruckmodus ist ein dauerhafter Stressmodus. Und wenn das Gewicht aber sinkt, entspannt sich dieses System wieder, und deswegen ist die Körpergewichtssenkung auch nur in kleinen Mengen so effektiv. Menschen brauchen dann logischerweise weniger Blutdruckmedikamente. Manche reduzieren sie etwas, manche können sie ganz absetzen, und bei einigen normalisiert sich der Blutdruck komplett normal.

Das bedeutet für dich, wenn du zu den Menschen gehörst, die mindestens einen Body Mass Index höher haben als, ich nenne es jetzt mal, 26, 27, ist es vielleicht sinnvoll, mal auf die S-Bremse zu treten oder etwas wegzulassen, was dein Körpergewicht senkt.

Nun muss man aber auch überlegen, wir wissen ja alle, dass diese Crash- oder irgendwelche Hammer-Diäten, die dein Körpergewicht in ruckzuck kurzer Zeit zu senken vermögen, nicht das Dauerziel sein können, weil du kannst dich ja so nicht weiter ernähren und du hast dann auch keinen Spaß mehr, sozusagen dein Essen zu genießen.

Und da sind wir bei einem ganz wichtigen Punkt, nämlich: Wenn ich jetzt dir eine Diätempfehlung gebe, die deine Ernährungsgewohnheiten komplett umkrempelt, dann zeigst du mir nach 14 Tagen den Vogel. Weil nämlich deine ganzen Verhaltensweisen werden auf den Kopf gestellt und du empfindest plötzlich keine Lebensqualität mehr. Deswegen ist es nicht sinnvoll, dein Blutdruck, dein Gewicht um relativ kurz in relativ kurzer Zeit zu senken.

Das heißt, du solltest dir realistische Ziele setzen und die würden so etwa zum Beispiel 3 bis 5 Kilo weniger in mehreren Monaten. Langsam und stabil und vor allen Dingen nachhaltig und machbar. Fängst also bei kleinen Dingen an. Wenn du deinen Ernährungsbereich nicht komplett umstellen willst, aber kannst du schon ganz viele kleine Dinge tun. Du kannst zuerst zum Beispiel mal so was entwickeln wie ein Portionsbewusstsein. Das heißt, du musst nicht verzichten auf das, was du gerne isst, sondern du reduzierst einfach die Menge. Das heißt, die Portion ist einfach nicht mehr: Boah, die deckt jetzt zweimal den ganzen Teller ab, sondern die deckt einfach nur eben halt einen kleinen Teller ab. Und diese genießt du dann.

Das ist überhaupt beim zweiten Thema Genuss, ein ganz wichtiger Punkt. Das heißt also, das, was du gerne isst, isst du langsam, du genießt den Geschmack und bist beim Essen, nur beim Essen und nicht bei irgendwelchen anderen Dingen, um gleichzeitig wieder aufzuspringen und das nächste Task zu erledigen, die nächste Aufgabe zu erledigen.

Und da sind wir beim ganz wichtigen Punkt, nämlich: Reduzier deinen Stress, wo immer es möglich ist, reduzier deinen Stress. Und zu diesem Thema hatte ich bereits mehrere Podcast-Folgen gemacht, wie man, wie du deinen Stress reduzieren kannst. Und das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn Stress schüttet wieder diese Hormone aus, die eben halt deine Gefäße langfristig schädigen.

Stress war früher normal, wenn man sozusagen vor einem Tier, vor einem bösen Tier fliehen wollte als Säugetier, da war das gut, das war da ein paar Minuten, da warst du weg und da war der Stress wieder weg. Also, du hast aber mit dem erhöhten Blutdruck, mit dem Übergewicht quasi eine Dauerstresssituation und die darfst du reduzieren. Also, Stress solltest du versuchen zu reduzieren.

Und dann noch ein Tipp: Wenn du morgens zur Arbeit fährst, parkst du dein Auto wirklich 500 Meter vor deiner Arbeitsstelle und gehst die 500 Meter morgens zu Fuß. Oder du nimmst die Treppe, wenn du in die zweite oder dritte Etage steigen musst. Und wenn du in die zehnte Etage steigen musst, dann gehst du die ersten drei Etagen zu Fuß und den Rest fährst du mit dem Aufzug. Versuch es, in kleinen Schritten hinzukriegen. Alle diese Maßnahmen senken deinen Blutdruck schon und du brauchst dir überhaupt keine Sorgen zu machen.

Und ein ganz wichtiger Punkt: Du gehst nicht jeden Tag auf die Waage. Wer jeden Tag auf die Waage geht, stresst sich. Die nächste ist dann: Wenn du dich wiegst, wiegst du dich einmal in der Woche, aber nicht häufiger. Und dann gehst du morgens nach dem Pipi machen, nach dem Wasserlassen auf die Waage, weil das ist genau die Menge Wasser, die in deinem Körper physiologischerweise ist. Und so stellst du dich auf die Waage und dann hast du auch vergleichbare Gewichte. Also einmal in der Woche und morgens nach dem Wasserlassen auf die Waage. Das Gewicht kannst du dir aufschreiben. Und das machst du bitte nur einmal in der Woche.

Was habe ich dir heute erzählt? Jedes Kilo weniger kann deinen Blutdruck messbar senken. 1 mm Hg Blutdruck runter, wenn du 1 Kilo an Gewicht verlierst. Und dann fang einfach mit kleinen Mengen an. Nicht irgendwann, nicht theoretisch, sondern geh einfach los und mach es. Und dann wirst du erkennen: Wow, jetzt habe ich meine ersten Erfolge bezüglich meines Blutdrucks eingefahren und kann vielleicht schon eine Tablette absetzen.

Ja, ich danke dir, dass du bis hierher zugehört hast. Ich würde natürlich gerne wissen, welche Erfahrungen du mit deinem Blutdruck und deinem Körpergewicht gemacht hast. Und vielleicht schreibst du es unter die Shownotes mal oder du schickst mir eine Nachricht oder kontaktierst deine Erfahrungen auf Facebook in der Gruppe „Blutdruck im Griff ohne Stress“. Dann kannst du mit vielen Gleichgesinnten auch über dieses Thema reden und ihr könnt euch gegenseitig die besten Tipps geben.

Ja, und dann habe ich noch eine Bitte. Am Ende des Podcasts würde ich mich natürlich riesig freuen, wenn du bei Apple Podcasts oder bei Spotify oder bei YouTube, wo dieser Podcast auch erscheint, eine positive Nachricht hinterlässt. Denn dann können viel mehr Menschen diese Podcast-Folge hören und profitieren da vielleicht mit dem Gewicht, so wie du. Bis dann.

Dein Blutdruck – die Wahrheit über „normal“

Was ist denn jetzt nun der normale Blutdruck?

Die Diskussion um Blutdruck-Normwerte ist seit der Einführung neuer, deutlich niedrigerer Leitlinien besonders intensiv. Ich nehme dich mit auf eine sachliche Reise durch aktuelle Studien und Leitlinien und zeige auf, weshalb ein zu stark gesenkter Blutdruck nicht automatisch mit mehr Sicherheit verbunden ist. Dabei wird deutlich, dass niedrigere Werte auch unerwartete Risiken bergen können und dass der Blick auf den einzelnen Menschen entscheidend bleibt.

Kapitelübersicht

00:00 Blutdruck-Normwerte: Amerikanische Leitlinien

Praxisblutdruck:

KategorieSystolisch (mmHg)Diastolisch (mmHg)
Normal< 120< 80
Erhöht („Elevated“)120–129< 80
Hypertonie Stadium 1130–13980–89
Hypertonie Stadium 2≥ 140≥ 90

Therapieziel für nahezu alle Risikogruppen: < 130/80 mmHg

Ich erläutere die aktuellen amerikanischen Leitlinien und ordne ein, welche Veränderungen sie für die Definition von „normalem“ Blutdruck mit sich bringen.

03:00 Gefahren zu niedriger Blutdruckwerte

Ich zeige auf, welche Risiken mit sehr niedrigen Blutdruckwerten verbunden sein können und warum diese Aspekte in der öffentlichen Diskussion oft zu wenig Beachtung finden.

07:07 Individueller Zielblutdruck und Messung

Ich verdeutliche, weshalb der Zielblutdruck immer individuell festgelegt werden sollte und welche Rolle eine korrekte und kontextbezogene Messung dabei spielt.

10:09 Bedeutung der Versorgungsforschung

Ich stelle dar, warum Ergebnisse aus der Versorgungsforschung für die tägliche medizinische Praxis unverzichtbar sind und wie sie helfen, Therapieziele realistisch und patientenorientiert zu definieren.

Zentrale Zitate

„Wir leben hier nicht auf dieser Welt, um irgendwelche Normwerte zu erzielen, sondern wir wollen, dass unser Blutdruck möglichst normal ist und wir wollen ein möglichst langes Leben erzielen.“ – Dr. Harald Messner

„Das heißt, je niedriger dein Blutdruck in der Systole ist, kleiner 114 in dieser Gruppe, desto höher ist deine Wahrscheinlichkeit zu sterben.“ – Dr. Harald Messner

„Dein Hausarzt kennt deine Gefäße, kennt deine Situation und kennt deine Lebensführung. Deswegen ist ein Therapieziel von 130 zu 85 oder maximal 135 zu 85 in vielen Fällen sinnvoll.“ – Dr. Harald Messner

Hintergrund zur Geschichte

Die amerikanischen Leitlinien haben die Schwelle für einen als „normal“ geltenden Blutdruck deutlich abgesenkt. Dadurch werden erheblich mehr Menschen als hyperton eingestuft. Ich erläutere, weshalb diese strengen Grenzwerte nicht automatisch im besten Interesse jedes Patienten liegen. Anhand einer Studie zeige ich einen unerwarteten Zusammenhang zwischen einem sehr niedrigen systolischen Blutdruck und einer erhöhten Sterblichkeit bei normotensiven Menschen auf. Diese Ergebnisse stellen die weit verbreitete Annahme infrage, dass ein möglichst niedriger Blutdruck grundsätzlich mit einem besseren gesundheitlichen Ausgang verbunden ist, und unterstreichen die Bedeutung individueller Therapieentscheidungen.

Wenn dir die Folge gefallen hat, dann kannst du mir eine Freude machen!
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Transkript:

Ja, immer wieder höre und sehe ich Diskussionen über, wow, ist das jetzt nun mein normaler Blutdruck oder ist der nicht normal, was muss er jetzt tun? Und jetzt sind diese amerikanischen Leitlinien so weit runtergegangen, dass sogar ein Blutdruck systolisch über 120 offensichtlich ein Problem darstellt. Ja, ich will dich mal aufklären, viel Spaß dabei.

Oder ich will dir besser mal meine Meinung zu dem Thema sagen. Erstens, wir leben hier nicht auf dieser Welt, um irgendwelche Normwerte zu erzielen, sondern wir wollen, dass unser Blutdruck möglichst normal ist und wir wollen ein möglichst langes Leben erzielen. Und das ist unser Ziel. Aber wir wollen aber auch ein beschwerdefreies Leben erzielen. Wir wollen bei allen therapeutischen Gesichtspunkten, die man so hat, natürlich auch kein erhöhtes Risiko eingehen, indem man zum Beispiel einen Wert sehr niedrig macht oder einen Wert sehr hoch lässt oder einen Wert niedrig macht und damit sozusagen negative Effekte zum Beispiel von Medikamenten oder anderen Therapien einzugehen. Also wir wollen hier einen Risikofaktor behandeln, wenn der Blutdruck nicht extrem hoch ist und extrem hoch, würde ich jetzt mal ansagen, ist auf die Dauer Ein Blutdruck über 140 zu 95, wenn der morgens bei dir auf der Bettkante gemessen wird, dann muss man darüber nachdenken, irgendetwas zu tun. Und jetzt kommen wir mal zu den niedrigen Blutdruckwerten.

Und zwar die amerikanischen Leitlinien haben jetzt gesagt, und damit sind ganz, ganz viele Menschen plötzlich zu Hypertonikern geworden, dass ein normaler Blutdruck unter 120 zu 80 sein soll und dass ein erhöhter Blutdruck bereits bei 120 bis 129 mm Hg systolisch und bei einem Blutdruck größer gleich 80 mm Hg ist. Oh, Stein, vor allem kleine 80 mm Hg. Das heißt also, wenn du einen Blutdruck von 125 zu 75 hast, dann hast du nach den amerikanischen Leitlinien schon einen erhöhten Blutdruck. Damit werden ein Haufen von Amerikanern plötzlich zu Hypertonikern. Das wird vor allen Dingen die Pharmaindustrie interessieren. Und das bedeutet für dich und für die Pharmaindustrie, wow, essentiell bin ich gesund, wenn ich 120 zu 75 habe und ich muss jetzt bald Medikamente nehmen. Und da freut sich die Pharmaindustrie.

Aber jetzt wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen. Diese Normwerte sind nahezu meines Erachtens nicht vernünftig zu interpretieren und auch gar nicht zu vertreten. Denn es gibt eine sehr schöne Untersuchung. Die haben sich nämlich mal die Aufgabe gemacht, die Menschen, die nach den alten Leitlinien Normwert Blutdruckwerte, Menschen waren das nämlich alle die, die kleiner 140 zu 90 Blutdruck hatten. Und da haben sie insgesamt, lass mich schauen, in der englischen Biobank

Menschen insgesamt gefunden, die eben halt nicht hypertone waren, also die einen dauerhaften Blutdruck kleiner 140 zu 90 mm AG haben. Und die haben sie dann untersucht und haben sie über 13,7 Jahre nachverfolgt und in dieser Zeit gab es 2553 Todesfälle. Und jetzt findet man ja einen linearen Zusammenhang zwischen dem diastolischen Blutdruck und der Mortalität. Das bedeutet, je höher der diastolische Blutdruck war in dieser Gruppe der noch Normotensiven, desto größer war deren Chance an der Gruppe der 2553 Toten beteiligt gewesen zu sein. Aber in Bezug auf den systolischen Blutdruck gab es eine ganz andere Nachricht, und zwar die, die den niedrigsten systolischen Blutdruckwert hatten. Und das war die Gruppe, die einen systolischen Blutdruck dauerhaft unter 114 hatten, war mit einer 16-prozentig höheren Wahrscheinlichkeit zu versterben gekennzeichnet. Das heißt, je niedriger dein Blutdruck in der systole ist, kleiner 114 in dieser Gruppe, desto höher ist deine Wahrscheinlichkeit zu sterben. Und wenn der Blutdruck in dieser systolische Blutdruck in dieser Gruppe größer 120 zu 126 war, dann war bei den Normotensiven auch da die Wahrscheinlichkeit, dass sie versterben auch etwas höher.

Was bedeutet das für diese Normwertdiskussion um den systolischen Blutdruck? Da sage ich mal ganz die Kirche im Dorf lassen. Und zwar muss man sagen, dass offensichtlich Blutdruckwerte bis 135 zu 185 Normwert Blutdruckwerte gemessen sind, wenn sie Plaque Praxis Blutdruckwerte sind. Das heißt also, wenn du in deinen Hausarzt gehst und dort deinen Blutdruck messen lässt, dann ist das einfach ein Praxisblutdruck Und der sollte 135 zu 85 nicht überschreiten. Und dann gibt es hier eine Situation, wo das vergleichbar ist, nämlich auch bei der Langzeitblutdruckmessung sagt man, dass der Tagesblutdruck nicht über 135 zu 85 sein sollte, und zwar der mittlere Tagesblutdruck und nicht kleiner 120 zu 80 und deswegen bitte lasst eure Blutdruckwerte nicht zu niedrig senken, denn dann nehmen die Nebenwirkungen zu.

Und es gibt noch eine sehr schöne Studie, die zwar bei Diabetikern gemacht worden ist, und zwar ging es dabei um die Anwendung des Medikamentes Irbisatan und dabei hat man festgestellt, dass diese Gruppe derer, die durch das Irbisartan mit einem sehr niedrigen Blutdruck behaftet waren, eine höhere Mortalität hatten. Diese hatten aber auch das mal auch ganz klar sagen, mehr Beschwerden unter der Blutdrucksenkung. Deswegen kommen wir zu dem Du darfst mit deinem Hausarzt zusammen deinen Zielblutdruck festlegen. Das ist der Blutdruck, bei dem du keine Beschwerden hast, der am besten im Bereich von 135 zu 85 und tiefer liegt, aber der sicherlich nicht unter 120 zu 80 sein wollen, denn wir wollen ja nicht sozusagen, dass die Pharmaindustrie unnötiges Geld verdient für Situationen, die einfach deine Prognose nicht beeinflussen oder sogar deine Prognose verschlechtern.

Ich wiederhole es noch Deine Blutdrucktherapie darfst du mit deinem Hausarzt festlegen unter den Kriterien, die du mit deinem Hausarzt vereinbart hast. Dein Hausarzt kenn deine Gefäße und kennt deine Situation und der kennt deine Lebensführung und deswegen ist da insgesamt ein Therapieziel von 130 zu 85 oder maximal 135 zu 85 sicher sinnvoll. Solltest du älter sein, auch da gibt es immer noch Leitlinien, die ganz klar sagen, dass dann der Blutdruck systolisch etwas höher sein darf. Auf keinen Fall sollte aber dein Blutdruck dauerhaft unter 100 mm Hg gesenkt werden. Oder sogar nach dieser Studie der Normotensiven unter 114 mm Hg, denn dann wird deine Prognose nach dieser Untersuchung bei einer großen Patienten oder Probandenzahl offensichtlich deutlich schlechter, also hin zu deinem Hausarzt, diskutiere das mit ihm und dann wird bei dir der Ruheblutdruck gemessen und du sollst den Wirklich in Ruhe messen.

Das ist der morgendliche Blutdruck auf der Bett. Ich wiederhole es, ich weiß das, Aber dieser Blutdruck ist so entscheidend für deine Prognose, weil da bist du nämlich dann nicht mehr nervös, da bist du nicht beunruhigt und da sind deine endogenen Substanzen, die eben halt deinen Blutdruck aus dir selbst heraus am höchsten. Und das ist eben halt Adrenalin, Noradrenalin und das Cortisol und andere Faktoren, die dann den Blutdruck im Laufe des Tages erhöhen, sind am Morgen am höchsten. Und deswegen solltest du deinen Ruheblutdruck morgens auf der Bettkante messen. Und wenn du zu deinem Hausarzt gehst und dich schon sorgst beim Blutdruckmessen durch die Helferin oder durch den Hausarzt selber, dann kannst du davon ausgehen, dass dein Blutdruck auf jeden Fall höher ist, als er normalerweise ist.

Und Wenn du eine 24 Stunden Blutdruckmessung machst und kannst die ganze Nacht nicht schlafen, weil das Blutdruckmessgerät dich an deinem Arm stört, dann kann man diese Werte auch nicht benutzen, um einen Blutdruck festzustellen. Das heißt, nur die in Ruhe gemessenen Werte sind die entscheidenden. Und auch so sind die meisten Untersuchungen ausgelegt. Und dann noch vielleicht was Es gibt immer nur Studien mit einzelnen Medikamenten oder Medikamentenkombinationen oder irgendwelchen anderen Geschichten, die isoliert an einer Gruppe von Menschen gemacht worden ist. Aber es gibt leider keine Versorgungsforschung. Was bedeutet Versorgungsforschung? Versorgungsforschung bedeutet, dass man alle Menschen, die sozusagen in der Praxis irgendwo aufschlagen, mit einer gewissen Therapie versieht und schaut, wie diese Situation sich bei den Menschen langfristig ändert. Denn da fallen dann auch die Sachen mit rein, die eben halt ganz bedeutungsvoll sind, Nämlich zum Beispiel lassen manche Menschen die Medikamente einfach weg, holen sie sich die und nehmen die einfach nicht. All diese Dinge oder sie ändern ihre Lebensumstände und all diese Dinge, die sind doch viel auch noch entscheidend für das Ergebnis, für dein subjektives Ergebnis nach 10 oder 20 Jahren Bluthochdruck.

Deswegen halt die, sage ich mal, halt die Waffen still und gehe erstmal in Ruhe zu deinem Hausarzt, bestimm das mit ihm und und dann kannst du über die anderen Dinge der Lebensführung über die ich ja hier auch sehr viel berichte, auch nachdenken, sodass du dann deinen individuellen Normwert sogar mit wenigen oder gar keinen Medikamenten erreichen kannst. Ja gut, nochmal Aufklärung zu den Normwerten, die eben halt, ich glaube, sehr stark in die Diskussion hinein verändert werden müssen.

OK, ich wünsche dir noch einen schönen Tag. Ich danke dir, dass du bis hierher gehört hast. Ich freue mich, Wenn du bei Apple Podcast, bei Spotify oder bei YouTube oder überall da, wo man die Podcasts hören kann, eine positive Bemerkung hinterlässt, wenn diese Podcast Folge dir gefallen hat. Denn dann kommen immer mehr Menschen in die Lage, diese Podcast Podcast zu hören und sich über ihren Blutdruck zu informieren. Und wenn dir was einfällt, was ich unbedingt besprechen soll, dann schick mir eine Mail. Ich freue mich darauf. Bis bald.

2026 Empathie statt Wegsehen

Wie reagierst Du im Notfall?

Lesedauer: 12 Minuten

In dieser Folge erzähle ich von einem Erlebnis, das mich nachhaltig bewegt hat.

Auf einer weihnachtlichen Tanzveranstaltung brach plötzlich ein Mann zusammen. Es war sofort klar: Er musste reanimiert werden.

Während ich mich ganz auf die medizinische Situation konzentrierte, wurde im Hintergrund etwas anderes sichtbar – etwas, das mich mindestens genauso beschäftigt hat wie der Notfall selbst. Die Reaktionen der umstehenden Menschen. Das Ausweichen. Das Schweigen. Die fehlende Resonanz.

Dieses Erlebnis hat in mir viele Fragen ausgelöst:

Was ist aus unserem Mitgefühl geworden?

Warum fällt es uns so schwer, in solchen Momenten innerlich präsent zu bleiben?

Und was bedeutet Empathie eigentlich wirklich – jenseits von Mitleid oder emotionaler Überforderung?

Diese Podcastfolge ist meine Einladung, gemeinsam hinzuschauen.


Kapitelübersicht

00:00 Weihnachtserlebnis und fehlende Empathie

03:17 Mitleid vs. Mitgefühl

07:14 Empathie als Regulationskompetenz

10:25 Folgen fehlender Empathie

12:59 Selbstreflexion und innere Stabilität


Zitate aus der Folge

„Was mich jedoch im Verlauf dieser Minuten – und vor allem in der Zeit danach – tief beschäftigt hat, war nicht die medizinische Situation selbst, sondern das Umfeld.“

„Empathie ist keine emotionale Überflutung. Empathie entsteht aus einer inneren Sicherheit.“

„Mitgefühl ist kein Luxus. Es ist eine Grundlage für menschliche Nähe, für gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die eigene seelische Gesundheit.“


Hintergründe zur Folge

In dieser sehr persönlichen Reflexion gehe ich bewusst über das medizinische Ereignis hinaus.

Ich spreche darüber, warum Menschen in Krisensituationen häufig nicht empathielos, sondern überfordert sind – und weshalb ein unreguliertes Nervensystem eher zu Rückzug als zu Mitgefühl führt.

Ich zeige auf, warum Empathie keine moralische Pflicht ist, sondern eine erlernbare innere Kompetenz. Eine Fähigkeit, die uns selbst stabilisiert und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.

Diese Folge ist kein Appell und keine Anklage.

Sie ist eine Einladung, Empathie neu zu verstehen – als Haltung, die uns trägt, wenn es schwierig wird.

Vielleicht hilft Dir auch die Herzmeditation, um ins Gefühl für Dich zu kommen!


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Key Takeaways

  • In dieser Folge berichte ich von einem Erlebnis bei einer Tanzveranstaltung und den Reaktionen der Menschen darauf.
  • Ich hinterfrage, was aus unserem Mitgefühl geworden ist und warum es uns schwerfällt, in Krisen präsent zu bleiben.
  • Die Episode behandelt zudem den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl, sowie die Rolle von Empathie als Regulationskompetenz.
  • Ich erkläre, dass Empathie erlernbar ist und sowohl persönliche Stabilität als auch gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert.
  • Diese Folge ist eine Einladung, Empathie neu zu verstehen und als wertvolle Haltung zu betrachten.

Transkript:

Keine Weihnachtsgeschichte, aber bei der ersten Folge Der Reihe Runter mit dem Blutdruck DE im neuen Jahr 2026 möchte ich dir trotzdem erzählen, was ich Weihnachten 2025 erlebt habe.

Ja, willkommen im neuen Jahr und willkommen zu dieser neuen Podcast Folge. Heute möchte ich mal eine persönliche Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die mich beschäftigt hat. Ja, nicht weil sie spektakulär war, sondern weil sie etwas sehr Grundsätzliches sichtbar gemacht hat. Es geht um Empathie, genauer gesagt um das Fehlen von Empathie und darum, was dieses Fehlen mit uns macht, als einzelne, aber auch als Gesellschaft. Diese Folge ist keine Anklage. Das will ich mal voraussagen. Sie ist kein moralischer Appell. Sie ist eine Einladung zur Wahrnehmung. Ja, ich will die geschichte erzählen. Am 25. Dezember haben meine Frau und ich nach Ente Wow, jetzt müssen wir uns ein bisschen bewegen und wir fanden eine Tanzveranstaltung. Ich hab Komm, dann gehen wir auf diese Tanzveranstaltung. Wir sind angekommen. Es gab Musik Bewegungen, die Menschen haben sich bewegt nach der Musik und das war sehr angenehm und es war eigentlich eine schöne Atmosphäre. Also wir waren an einem Ort, an dem normalerweise Leichtigkeit, Freude im Vordergrund stehen. Dann kam es zu dem Zwischenfall.

Also neben mir stand ein Mann, den ich schon die ganze Zeit beobachtet habe, aber der plötzlich wie vom Schlag getroffen, umfiel und ja sofort der kardiopulmonalen Reanimation bedürft. Er hatte keinen Puls mehr, nichts mehr. Ich habe ihn aufgefangen sogar, habe ihn hingelegt und habe dann sofort mit der Herzdruckmassage begonnen. Und es war sofort klar hier, dass es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelte. Der Körper reagiert in solchen Momenten klar, routiniert und fokussiert, weil ich eben halt solche Situationen in meinem Leben schon häufiger erlebt habe. Alles andere tritt dabei zurück. Du bist nicht in irgendeiner Beurteilungsgeschichte. Du guckst einfach nur was tust du in dem Fall Sinnvolles, um eventuell das Leben dessen, der da jetzt gerade umgefallen ist, zu retten.

Was mich jedoch im Verlauf dieser Minuten tief beschäftigt hat und vor allen Dingen in der Zeit danach, war nicht die medizinische Situation selbst, sondern das Umfeld. Die Menschen standen herum, sie sahen zu, Einige wichen zurück, andere blickten kurz hin und wandten sich wieder ab. Es gab eigentlich kaum Resonanz, kaum ein Mittragen der Situation, keine erkennbare emotionale Beteiligung. Ich will mal sagen, das war nicht aus Böswilligkeit, nicht aus Gleichgültigkeit, so im klassischen Sinn, sondern aus etwas ganz anderem. Was ich in diesem Moment wahrgenommen habe, war keine bewusste Kälte. Nein, es war Überforderung, es war Rückzug und es war innere Abschaltung. Viele Menschen erleben in solchen Situationen keinen massiven inneren Konflikt. Sie sehen Leid und gleichzeitig fehlt die innere Stabilität, um damit in Kontakt zu bleiben. Der Rückzug ist kein moralisches Versagen, sondern eher ein Schutzmechanismus. Das ist ganz, ganz wichtig zu verstehen, denn erst dann, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt über Empathie sprechen, ohne Schuldzuweisung.

Das Ganze ist natürlich auch noch mal getriggert worden mit der Frage und den Stimmen, die ich zwischendurch gehört Ich kenne den doch gar nicht, wir können doch jetzt weiter tanzen. Ja, da will ich jetzt aber Schluss machen, weil das sind schon Extremfälle. Aber auch da findet man, es ist ein Rückzug da und es entsteht keine Verbindung zu dem, was da gerade an menschlichem Leid vorliegt.

Ich will kurz ein bisschen über Empathie reden. Wenn wir über Empathie reden, müssen wir sehr, sehr präzise sein. Wir müssen unterscheiden zwischen dem, was Mitleid ist und was Mitgefühl ist. Also Empathie ist nicht gleich Mitleid. Mitleid, der andere leidet. Ich bin froh, dass ich es nicht bin und Mitleid, ich will das Leid nicht an mich ranlassen. Und Mitleid ist insofern eine Sache, die trennt, weil ich selber das Leid nicht haben will. Also Mitleid überfordert, Mitleid zieht Energie ab und es fühlt sich selten so an, dass man sich dann auch quasi abwendet. Man muss sich abwenden. Das geht nicht, kann dieses Leid nicht mehr sehen. Da gibt es einen anderen Parameter, der nennt sich Mitgefühl. Mitgefühl hingegen ist etwas ganz anderes. Mitgefühl, ich nehme wahr, was ist. Ich bleibe innerlich präsent, ohne mich selbst zu verlieren. Ich leide nicht mit, aber ich habe Mitgefühl. Und Mitgefühl ist nicht laut. Mitgefühl ist nicht dramatisch. Es ist ruhig, klar und du behältst die Handlungsfähigkeit.

In der Reanimationssituation war genau das kaum vorhanden, diese ruhige, mitfühlende Präsenz. Empathie ist keine emotionale Überflutung. Empathie ist, entsteht aus einer inneren Sicherheit. Menschen, die innerlich stabil sind, können Leid wahrnehmen, ohne davon überwältigt zu werden. Sie können präsent bleiben und sie müssen sich nicht abspalten. Ich gehöre trotzdem dazu und der, der gerade leidet, ist sich das Mitgefühl des anderen sicher und ich trenne mich nicht von ihm.

Aus neurophysiologischer Sicht bedeutet Ein reguliertes Nervensystem ist die Voraussetzung für Mitgefühl. Ein reguliertes Nervensystem ist das ein Nervensystem, das weiß, was es fühlt. Wenn das Nervensystem in Alarm geht, übernimmt der Schutz. Es entsteht Flucht, Erstarrung und Rückzug. Das ist das, was wir Fight und Flight nennen. Und das ist das, was auch dann hinterher die ganzen Stoffe, Botenstoffe anwirft, wie Adrenalin, Cortisol und so weiter, die dich sozusagen in eine Starre hineinbringen. Und die Empathiefähigkeit ist daher kein moralischer Wert, sondern eine Regulationskompetenz. Das heißt, wenn ich Mitgefühl habe, regelt das meine eigene innere Beschaffenheit und ich muss nicht mit Mitgefühl in den Fight und Flight Modus hineinkommen, sondern ich kann sachlich in aller Ruhe entscheiden, was ist jetzt wichtig, wo kann ich vielleicht helfen, wo kann ich aber auch sozusagen Mitgefühl für den äußern, der gerade dort ein Leid hat.

Also Empathie stabilisiert nicht nur die soziale Situation, sondern sie stabilisiert das eigene innere Erleben. Menschen mit gesunder Empathie, nicht mit der überforderten Mitleid, zeigen langfristig mehr psychische Widerstandsfähigkeit, sie kennen klare Grenzen und sie zeigen, haben auch eine höhere soziale Verbundenheit. Du musst nicht sozusagen der geschulte Arzt sein, um Mitgefühl zu haben, also die Situation nicht zu verlassen, sondern in der Situation zu bleiben und dabei auch selber den Rückzug vermeiden und also nicht in den Fight und Flight Modus hineinzukommen.

Was geschieht denn, wenn Empathie im öffentlichen Raum fehlt? Es entsteht eine stille Entfremdung. Menschen sind physisch anwesend, aber innerlich komplett abgetrennt. Gesellschaftlicher Zusammenhang entsteht nicht durch Regeln und Strukturen allein. Er entsteht dort, wo Menschen bereit sind, innerlich beim anderen zu bleiben, auch wenn es unangenehm wird. Fehlende Empathie führt also nicht zu Chaos. Sie führt schleichend, sie geht schleichend vor und sie untergräbt Vertrauen und sie verstärkt Vereinsamung. Also die fehlende Empathie, das fehlende Mitgefühl führt nicht sofort zum Chaos, aber sie macht dauerhaft Stress. Sie wirkt deswegen schleichend, sie untergräbt das Vertrauen und sie verstärkt die Vereinsamung.

Umgekehrt ist Mitgefühl eine der stärksten stabilisierenden Kräfte einer Gesellschaft, weil wir erkennen, dass in einer Gesellschaft wir nicht losgelöst davon sind, sondern wir integrieren auch den, der leidet. Das heißt, das Mitgefühl ist nicht laut, es ist nicht heroisch, sondern leise, präsent. Und jetzt kommt ein ganz wichtiger Wort. Es ist verbindend. Also ist das Thema, was ihr seht. Wenn du differenzieren kannst für dich ich bin im Mitgefühl, ist es für dich physiologisch, für dein Leben wesentlich besser, als wenn du in die Mitleid Situationen reingehst. Aber wenn du auch in dem Mitgefühl bist, bist du auch in der Gruppe der Menschen sozialisiert, weil alle haben ja das Mitgefühl für jemand anderen und sie sind alle nicht im Leitmodus, sondern sind in einer Situation, wo sie einfach durch Anwesenheit unterstützend tätig sein können.

Ich möchte dich daher zu einer kurzen Selbstreflexion einladen. Vielleicht ist es dir möglich, dass du dich jetzt einmal hinsetzt und die Augen verschließt und in Ruhe ein Moment der Musik lauscht und dabei deinem Atmen folgst. Einatmen und langsam ausatmen. Ja, diese Geschichte, die du gerade gehört hast, ist kein Maßstab, sie ist ein Spiegel.

Vielleicht fragst du dich beim Zuhören, wie reagiere ich, wenn ich Leid sehe? Wende ich mich innerlich ab oder bleibe ich präsent? Und wenn ich mich abwende, was schützt mich dann? Welche Angst liegt dahinter? Welche Überforderung?

Empathie beginnt nicht im Außen. Sie beginnt mit der Fähigkeit, die eigenen inneren Zustände wahrzunehmen und zu regulieren. Niemand muss alles fühlen, niemand muss alles tragen. Aber präsent zu bleiben, das ist auch für dich erlernbar.

Was ich aus dieser Situation mitgenommen habe, ist keine Enttäuschung über andere, sondern ein tieferes Verständnis dafür, wie sehr wir als Gesellschaft innere Stabilität benötigen. Mitgefühl ist kein Luxus. Es ist eine Grundlage für menschliche Nähe, für gesellschaftlichen Zusammenhang und für für die eigene seelische Gesundheit. Mitgefühl bedeutet nicht, alles auf sich zu nehmen. Es bedeutet einfach nur da zu sein, klar, präsent und ohne sich selbst zu verlieren. Und vielleicht beginnt genau dort eine leise Veränderung.

Ich danke dir für dein Zuhören. Und wünsche dir noch einen schönen Tag und vor allen Dingen ein gesundes neues Jahr.

Eigensinn- Dein leiser Weg aus dem Stress

Fühlst du dich manchmal wie der Elefant an der Kette?

Du bist stark, aber glaubst, du kannst dich nicht bewegen? Dein Eigensinn ist der Schlüssel zur Freiheit.

Diese Folge von “Runter mit dem Blutdruck DE” berührt das Herz. Ich zeige, wie alte Glaubenssätze und die Angst vor Konflikten uns fesseln. Erfahre, wie Selbstaufgabe und ständiges Anpassen deinen Körper in Alarmbereitschaft versetzen und deinen Blutdruck in die Höhe treiben. Finde den Mut, dich selbst nicht mehr zu übergehen.

Paar mit Eigensinn

00:00 Eigensinn und seine Bedeutung
02:27 Eigensinn: Kontakt zu sich selbst
04:59 Fremd- vs. Selbstbestimmung
07:28 Selbstaufgabe als Stressor
09:24 Der Elefant an der Kette
12:44 Multitasking und Eigensinn
15:52 Eigensinn als innere Haltung & Meditation
19:42 Eigensinn für ein gesünderes Leben

Entdecke, was Du wirklich willst!

Lass diese Meditation deinen Eigensinn wecken. Spüre, was du wirklich willst, und befreie dich von inneren Ketten. Dein Leben wartet darauf, von dir gelebt zu werden. Finde zur inneren Gelassenheit.

#EigensinnLeben #EmotionaleFreiheit #Bluthochdruck #PersönlicheEntwicklung #MutZurVeränderung

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Transkript:

Mal ganz Hast du heute schon mal etwas getan, das du eigentlich nicht wolltest? Hast du vielleicht Ja gesagt, obwohl innerlich alles Nein gerufen hat? Vielleicht hast du etwas geschluckt, nicht beim Essen, sondern eher bei einer Bemerkung. Und vielleicht steht da irgendwo in deinem Leben ein kleiner Elefant, still und angebunden und völlig überzeugt davon, dass er sich nicht bewegen darf. Genau um diesen Elefanten geht es heute.

Ja. Ich begrüße dich mal wieder bei einer erneuten Folge des Podcasts Runter mit dem Blutdruck DE. Hier geht es nicht um noch mehr Disziplin, sondern es geht um was viel viel Wirksameres, nämlich deine innere Klarheit. Und mal ganz ehrlich, der Begriff Eigensinn ist bei uns in der deutschen Sprache zumindest erheblich negativ belegt. Das Kind ist eigensinnig, aber eigensinnig, da geht es nicht um Ego, da geht es nicht um Sturheit, sondern da geht es um die Fähigkeit, diese leise Fähigkeit, dich selbst ernst zu nehmen. In dieser Folge erfährst du, warum fehlender Eigensinn Stress erzeugt, weshalb Selbstaufgabe deinen Blutdruck beeinflussen kann und warum Multitasking oft das Gegenteil von innerer Ruhe ist. Und du wirst verstehen, was Eigensinn mit Cortisol, Zytokin und deinem Blutdruck zu tun hat.

Und am Ende dieser Folge weißt du, warum der Elefant an der Kette viel stärker ist, als er glaubt und was das Ganze konkret mit deinem Leben zu tun haben kann.

Diesmal geht es nicht um den rosaroten Elefanten, den keiner sehen will, aber um deinen Eigensinn und was Eigensinn eigentlich im positiven Sinn für dich bedeutet. Ich hatte dir schon gesagt, dass im Deutschen ja der Begriff Eigensinn eher mit schwierig verbunden wird. Also das Kind ist eigensinnig, das tut nicht, wat ich will. Das ist die Verbindung, ja, die Verbindung zu Sturheit, Querulanz oder eben halt schwierig. Doch eigentlich psychologisch betrachtet ist Eigensinn, was vollkommen anderes Eigensinn ist, nämlich die Fähigkeit, mit sich selbst in Kontakt zu sein, sich selber einen Sinn zu geben, seine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und das eigene Leben innerlich zu führen, statt es führen zu lassen. Und ich lade dich jetzt damit ein, mit dieser Folge deinen Eigensinn mal neu zu betrachten, nicht als Abgrenzung gegen andere Wow, ich bin eigensinnig, weil der so und so ist und ich muss mich nach außen abgrenzen. Ne, darum geht es nicht, sondern es geht um die Verbindung mit dir selbst, Nicht als Ego, sondern als innere Orientierung.

Ego will sich durchsetzen. Eigensinn will sich spüren. Du darfst dich spüren. Das Ego Wie wirke ich? Wow, was denken die anderen von mir? Habe ich denn recht? Aber der Eigensinn fragt Was brauche ich?

Was ist für mich stimmig? Und was will ich vor allen Dingen wirklich? Eigensinn bedeutet nicht, andere zu übergehen. Er bedeutet, sich selbst nicht zu übergehen. Es geht um dich und nicht um die Abgrenzung nach anderen. Und in der psychologischen Forschung wird Eigensinn als Grundlage für psychische Stabilität, Stressfähigkeit und Selbstregulation beschrieben. Ja, hier Du darfst dich selber regulieren und wirst nicht von anderen reguliert und bist in dir selbst die eigene Stabilität.

Ja, da stimmt auch was. Da ist nämlich der Unterschied zwischen dem, dass du dich selber bestimmst oder dass du dich fremd bestimmen lässt. Das habe ich einen schönen Satz zusammengefasst. Wer nicht weiß, was er will, der tut, was andere wollen. Ich wiederhole das noch. Wer nicht weiß, was er will, der tut immer, was andere wollen. Fremdbestimmung, das spüren wir manchmal gar nicht.

Die entsteht oft schleichend durch Erwartungen. Ja, du darfst so sein. Wir haben das erwartet, dass du das jetzt tust, dass du so ehrlich bist, dass du so lieb bist und dass du dem allen entsprichst. Ja, da sind wir schon bei dem allen entspricht. Ja, du hast ein Rollenbild, was du bitte übernehmen musst. Oder du hast eine Pflichterfüllung, der du quasi nachkommen musst. Wow, das muss so sein.

Du bist dazu verpflichtet, das so zu tun. Das will die Welt so von dir. Das hast du doch gelernt. Und vor allen Dingen geht es dabei auch im Rahmen der Fremdbestimmung um deine Anpassung aus Angst vor Konflikten. Das heißt, du passt dich selber an, weil du Angst vor dem Konflikt hast. Das ist Fremdbestimmung. Prüf mal in dir selber, was in dir fremdbestimmt ist.

Die Selbstbestimmung dagegen beginnt nicht mit großen Entscheidungen, sondern eher mit kleinen inneren Fragen. Was will ich wirklich? Will ich das wirklich? Ist das mein Weg oder tut mir das überhaupt gut? Eigensinn ist also die Fähigkeit, sich diese Fragen überhaupt stellen zu können und zu dürfen. Und mal ganz Wie häufig stellen wir uns denn die Fragen? Wenn wir uns die Fragen nicht stellen, dann sind wir in der Selbstaufgabe.

Und die Selbstaufgabe ist eine der größten unterschätzten Stressoren. Wer dauerhaft seine eigenen Bedürfnisse zurückstellt und wer dauerhaft Gefühle unterdrückt und wer dauerhaft Grenzen nicht ausspricht, lebt im permanenten inneren Alarmzustand. Denn das Unterbewusstsein hat eine andere Idee von dir und und du lässt aber das nicht raus und das bleibt als Kampf in dir. Und das bedeutet physiologisch. Dein Körper ist ständig in dem Fight oder Flight, also Flucht oder Kampfmodus. Und was bedeutet das? Habe ich schon tausendmal erzählt.

Es ist erhöhtes Cortisol. Es ist Aktivierung von Entzündungssubstanzen in deinem Körper, die berühmten proinflammatorischen Zytokine. Vergiss es wieder. Und eine dauerhafte Übung, Überaktivierung deines gesamten Körpers. Und wozu führt das? Zu Bluthochdruck, Schlafstörungen, Erschöpfung, innerer Unruhe. Und im Extremfall wendet sich diese ganze Kraft gegen dich und du wanderst ab in die Depression.

Eigensinn wirkt hier regulierend. Wenn du dich also Was will ich wirklich? Dann kann er dieser Eigensinn, die eigene Hinterfragung und die Antwort darauf dazu führen, dass der Eigensinn das reguliert, weil er den inneren Stresskreislauf unterbricht. Also wenn du dich selber Will ich das wirklich? Und dann so das auch tust, was du wirklich willst und dich hinterfragst und inneren Überzeugung entwickelst, dann kannst du quasi deinen Stress reduzieren. Viele Menschen haben früh Sei brav, mach keinen Ärger, pass dich an, reiß dich zusammen. Das sind so die Dinge, die man so häufig in der Erziehung, aber auch vor allen Dingen in der Schule hört.

Das musst du lernen, das musst du tun. Du darfst darauf nicht so und so antworten. Und ja, die Freiheit, sich selbstdenkend zu verhalten, wird schon mit der Erziehung eingeschränkt. Aber Eigensinn war in vielen Familien nicht erwünscht und ist leider auch unserer Gesellschaft heute nicht mehr erwünscht.

Anpassung wird belohnt. Du kriegst eine Bockwurst oder eine Bratwurst, wenn du dich impfen lässt. Und Eigenwilligkeit wird sanktioniert. Wenn du selber denkst und sagst will ich nicht, Dann ist das ein Eigensinn, der wird sanktioniert. Die Folge davon Erwachsene Menschen funktionieren einfach. Ja, Man sagt denen Geh dahin, dann gehen die dahin wie die Lemminge, aber sie können sich kaum noch selbst wahrnehmen, weil sie einfach wie die Lemminge hinterherlaufen und genau das tun, was von ihnen erwartet wird. Eigensinnig ist also noch zu entwickeln und das nachzuentwickeln von Eigensinn.

Wenn du früher anders leider erzogen wurdest, dann geh erstmal her und bewerte deine Kindheit nicht, sondern schau auf die Muster, die in dir aktiv sind, wenn du auf Anforderungen reagierst, die du eigentlich nicht machen möchtest und versuche diese Muster zu erkennen und zu lösen. Ein schönes Beispiel ist der Elefant an der Kette. Das habe ich vorher schon in der Einleitung gesagt.

Diese Geschichte ist ganz kurz. Die Geschichte ist so kurz, aber so wirksam. Der junge Elefant, der sozusagen geboren wird, wird an die Kette gelegt und er lernt frü Die Kette hält ihn fest. Wenn er aber erwachsen ist, dann weiß er im oh, die Kette hält mich fest. Und er versucht nicht, sich von der Kette zu lösen. Und das sind genau diese alten Glaubenssätze, die möglicherweise auch in dir da sind. Das da sind das darf man nicht, das gehört sich nicht.

So bin ich eben. Das sind diese Dinge, die in dir dann schlummern aus der Erziehung raus. Und der Elefant, obwohl er körperlich in der Lage wäre, sich von dieser Kette zu lösen, einfach zu machen, weil er eben halt so kräftig ist, lässt es nicht zu, weil er es nicht glaubt, dass er das jedes Mal irgendwann irgendwie schaffen könnte. Das heißt, Eigensinn bedeutet, dich immer innerlich zu prüfen, Gilt das, was ich jetzt mache heute noch oder das, was von mir gefordert wird heute noch? Oder war dies nur früher wahr oder war das nur früher sinnvoll Oder vielleicht war es gar nicht sinnvoll. Und wenn du häufig in einem täglichen Tagesablauf so viele Prozesse nebeneinander laufen lässt, wir nennen das heutzutage ja nicht mehr Prozesse nebeneinander, sondern das heißt so schön neudeutsch Multitasking, dann ist dein Nervensystem ebenfalls im Dauerstress. Der Körper bleibt also im Laufe des Tages durch das Multitasking, E Mail hier, Telefonat da und so weiter, bleibt er im dauerhaften Alarmzustand.

Und das bedeutet auch Cortisol hoch, Zytokine hoch, Blutdruck hoch. Aber wenn du dich entscheidest für deinen Eigensinn, dann bist du in der Lage zu separieren und zu Das ist jetzt für mich wichtig. Und du kommst zu dem eine Sache, zu der Ich setze mir bewusste Prioritäten und ich treffe klare innere Entscheidungen. Und wie reagiert dein Nervensystem darauf? Sinkendes Cortisol, verbesserte Immunregulation, innere Beruhigung und sinkender Blutdruck. Ich möchte dir jetzt hier eine paar zentrale Gedanken oder einen zentralen Gedanken mit auf den Weg geben. Der Wer eigensinnig denkt, stärkt seine Stresskompetenz.

Das heißt, du entscheidest mit eigensinnigem Denken, dass dein Stress mit dir nicht negativ umgeht, sondern dass du deinen Stress managen kannst. Das heißt, Eigensinn bedeutet für dich, Probleme wahrzunehmen, Herausforderungen wahrzunehmen. Du suchst nach Lösungen und du kannst die Verantwortung für das eigene Erleben übernehmen, wenn du nicht im Multitasking bist und wenn du nicht fremdbestimmt bist, sondern wenn du deinen Eigensinn kennst. Das wirkt natürlich messbar, natürlich wieder auf dein Immunsystem, deine Entzündungsprozesse und deine Blutdruckregulation. Und das eigene Leben zu verändern bedeutet nicht Unsicherheit, sondern anders zu sein als die anderen. Und das erfordert Mut. Ja, Mut ist aber der Weg, den du gehen darfst zur Veränderung.

Und diese Veränderung, die ist für dich dann ein Gewinn. Du erwerfst innere Klarheit. Ganz wichtig. Das will ich nicht, das will ich, das will ich nicht, das will ich. Du hast eine psychische Stabilität und du kannst ein Leben nach eigenen Maßstäben leben. Wenn man das mal zusammenfasst, ist das nicht eigen Fühlt der Eigensinn zu einer Haltung im Leben. Und diese Haltung, die gibst du nach außen weiter. Und diese Haltung nach außen weiterzugeben, ist das, was du der Umwelt in anderen Menschen an Stabilität und Verlässlichkeit vermittelst.

Also siehst du, dass Eigensinn kein lauter Protest ist, sondern er ist eine leise, klare, innere Ausrichtung, die dich zu einer klaren Haltung führt und deinen Blutdruck senkt. Ich möchte dich jetzt bitte einladen, in einer einminütigen gemeinsamen Meditation mal zu spüren, wo in dir vielleicht der Eigensinn ist. Du nimmst dir jetzt die Minute Zeit und wenn du magst und nicht gerade über die Autobahn fährst, schließt du einmal kurz die Augen oder senkst einfach den Blick. Du spürst deinen Atem, ganz ohne ihn zu verändern. Du spürst diesen Atem, indem du einatmest

und mit jedem Einatmen kommst du ein kleines Stück bei dir an. Mit jedem Ausatmen lässt du ein wenig äußeren Druck los. Lenke jetzt deine Aufmerksamkeit nach mehreren Atemzügen nach innen und stell dir leise eine einzige Was will ich in diesem Moment?

Was will ich in diesem Moment?

Was will ich in diesem Moment? Du musst jetzt keine Antwort finden, sondern nimm einfach nur wahr, was sich in dir zeigt.

Vielleicht ein Gefühl, vielleicht ein Körperimpuls irgendwo in dir oder vielleicht nur eine innere Ruhe. Erlaube dir, diesem inneren Signal Raum zu geben. Das innere Signal, dem du jetzt Raum gibst, dass du spürst, das ist dein Eigensinn. Still, klar und freundlich dir selbst gegenüber.

Atme noch einmal tief ein und dann langsam aus und dann komm in deinem Tempo, so wie es so gut für dich ist, zurück Mit ein wenig mehr innerer Klarheit und und einem ruhigen Gefühl im Körper. Erinnerst du dich vielleicht an den Elefanten vom Anfang groß, stark und fest davon überzeugt, als eine dünne Kette ihn festhält. Der entscheidende Punkt ist nicht die Kette, es ist die innere Überzeugung. Genauso wirken viele alte Muster in deinem Leben aus der Kindheit, aus der Erziehung, aus Erwartungen von außen. Dein Eigensinn bedeutet nicht, diese Ketten wütend zu sprengen. Eigensinn bedeutet ruhig hinzuschauen und zu erkennen, du könntest dich bewegen. Wenn du eigensinnig lebst, übergehst du dich selbst nicht mehr ständig.

Und genau das reduziert den Stress, das senkt dauerhaft dein Cortisol, das beruhigt dein Nervensystem. Und ja, das bewirkt sich auch messbar auf deinen Blutdruck aus. Dein Blutdruck wird sinken. Vielleicht kannst du aus dieser Folge nur eine einzige Frage Was willst du wirklich? Nicht morgen nicht perfekt, sondern heute ein kleines Stück ehrlicher als bisher. Und wenn dir diese Folge gut getan hat, dann abonniere vielleicht runter mit dem Blutdruck DE und teile sie gern mit anderen Menschen, die sich selbst vielleicht ein wenig zu oft übergehen. Und danke an den Elefanten.

Die Kette war nie das Problem. Und ich wünsche dir bis zur nächsten Folge alles Gute. Bis bald. Und Wenn dir die Podcast Folge gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn du bei YouTube oder bei Apple Podcast oder bei Spotify eine positive Bemerkung hinterlässt. Dann sind immer mehr Menschen in der Lage, auch diese Podcast Folge zu hören. Bis bald.

Die Glühbirne und dein Blutdruck

Erfahre, wie das elektrische Licht von Thomas Edison Deinen Blutdruck beeinflusst.

Estimated reading time: 12 Minuten

Diese Folge zeigt Dir, wie eng unsere moderne Lebensweise mit Deiner Gesundheit verbunden ist – und wie Du durch gezielte Entspannung Deinen Blutdruck Schritt für Schritt senken kannst.


In dieser Episode erfährst Du:

Glühbirne

Zeitmarken der Folge

00:00 – Edisons Erfindung und Dein Blutdruck

04:11 – Entschleunigung und Innenschau

07:29 – Vorbereitung auf die Meditation

08:38 – Körperwahrnehmung

12:20 – Herz und Gedanken

15:18 – Rückkehr und Abschluss


Bleib dabei und abonniere den Kanal – für weitere Impulse, die Deine Gesundheit stärken und Dich in Ruhe führen.

Wenn Dir die Meditation gefallen hat, habe ich hier noch eine geführte Reise durch Deinen Körper für Dich.

#BlutdruckSenken #HaraldMessner #Gesundheit #Entspannung #Meditation

Wenn dir die Folge gefallen hat, dann kannst du mir eine Freude machen!
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Transkript:

1879 hat Thomas Alva. Edison sozusagen die Lampe angemacht. Ja, er hat das elektrische Glühlicht erfunden. Und was das mit uns macht, was das an unserem Leben geändert hat, möchte ich gerne jetzt in dieser Podcast Folge mit dir besprechen.

Viel Spaß dabei.

Natürlich fragst du, was diese Lampe mit deinem Blutdruck zu tun haben kann. Ja, da komme ich später noch mal drauf. Die hat sogar ganz viel damit zu tun. Denn was hat das an unserem Leben geändert? Wenn man mal schaut, haben wir ja schon seit urlangen Zeiten diese unterschiedlichen Jahreszeiten, also den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Und da haben wir ganz unterschiedliche Zeiten, an denen wir sozusagen wach sind. Im Sommer, wenn es sehr hell ist, dann sind wir viel, unternehmen wir viel.

Und der Winter hat früher oder die dunkle Jahreszeit hat früher die Menschen in die Ruhe gebracht. Ja, auf den Feldern konnten sie nichts mehr tun, da war alles gemacht. Dann ist man nach innen gegangen und hat die Innenschau genossen. Und wenn es dann ganz dunkel war, dann konnte man allenfalls eine Kerze anmachen und man konnte sich unterhalten oder Gesellschaftsspiel oder ähnliches machen oder hat sich auch mal mit sich selbst beschäftigt, Genauso wie die Natur das tut. Die Natur geht ja auch hin. Im Winter schläft die ja nicht die Natur, sondern im Winter bereitet sie sich auf das vor, was im kommenden Jahr neues alles entwickelt werden soll. Zum Beispiel kümmern sich die Pflanzen, die in der Erde sind, um ihre Wurzeln, um ihre Gründung quasi, um die Voraussetzungen zu schaffen, im nächsten Jahr wieder Blätter hervorbringen zu können oder Blüten wachsen lassen zu können und im Herbst vielleicht sogar Früchte liefern zu können.

Das heißt also, es gibt naturgemäß eine Zeit, die dunkle Jahreszeit, in der wir zur Erholung aufgerufen werden. Und da sind wir jetzt schon wieder bei deinem Blutdruck. Denn mal ganz ehrlich, wir machen jetzt so über das ganze Jahr die Nacht zum Tag. Das Licht ist überall da und es wird gar nicht mehr richtig dunkel. Selbst in den Städten, da wo man eigentlich in der Nacht auch eine Dunkelheit haben möchte, leuchten überall Lichter. Und wenn du mit dem Flugzeug über Städte fliegst, dann sind die knallhell und dann auch so hell, dass du schon die Sterne am Himmel bei klarem Himmel nicht mehr sehen kannst. Also wir gehen her und machen die Nacht zum Tag und damit reduzieren wir das was wir eigentlich dringend für uns brauchen, nämlich die Phasen der Erholung, die Phasen des Rückzuges und auch mal die Phasen des Nichtstuns, wo wir nämlich hergehen können, auch im Schlaf die Dinge zu verarbeiten, die uns das tägliche Leben uns als Ereignisse serviert.

Ja, wir müssen sozusagen in die Einkehr kommen, um das richtig zu verarbeiten und da auch mal den Rückzug wählen. Und nur wissen wir alle, wer regelmäßig schläft, wer ausreichend Ruhe sich gönnt, ja, der ist auch in der Lage, seine Faszination und seine Hochleistung oder seine PS, wie man heute so schön sagt, oder Kilowatt auf die Straße zu bringen. Und dazu möchte ich dich jetzt mal einladen, in dieser Podcast Folge einmal auch zur Ruhe zu kommen, um deinen Blutdruck, deinen Blutdruck zu senken und den inneren Druck zu reduzieren. Und dazu möchte ich dich einladen, mal in die Verlangsamung zu kommen. Du hast eben halt kürzere Tage und bei den kürzeren Tagen hast du eben halt auch nur kürzere Zeiten, in denen du wach oder in denen du maximal aktiv sein kannst, wo Geräusche und Reize auf dich zukommen. Du kannst dich eben halt in den dunklen Tagen, in den dunklen Zeiten zurückziehen und dann ein ruhigeres Tun anlegen, langsamere Abläufe einführen oder bewusste Schritte zu gehen, die dich in die Entschleunigung bringen. Und also ein ganz wichtiger Punkt in dieser Jahreszeit ist die Entschleunigung.

Und zusätzlich zu der Entschleunigung kommt noch die Innenschau hinzu. Ja, wenn das Licht draußen nicht mehr da ist, dann darf man sich also mit dem Licht innen beschäftigen. Du darfst dich Was habe ich eigentlich erlebt? Was ist in mir passiert in der letzten Zeit? Du darfst reflektieren und du darfst dich Was trägt mich? Was belastet belastet mich? Und was bleibt, wenn das Äußere abklingt?

Das ganz Wichtige. Und das führt dich insgesamt, diese Betrachtung, zu einer Regeneration. Und diese Regeneration, die machst du genauso wie die Natur, denn die bereitet sich auch dann vor, wie ich es dir vorhin erzählt habe, im nächsten Jahr wieder Vollgas zu geben und dort mit dieser Regeneration die volle Kraft auf die Straße zu bringen. Und zusätzlich weckt in dieser Jahreszeit dein Verhalten, wenn du dich ein bisschen auf die Bremse trittst, zu mehr Bewusstheit und du erlernst oder erlebst dann, was eigentlich deine wirklichen Bedürfnisse sind. Stille macht feine Signale für dich hörbar. Körperimpulse, Erschöpfung und Überforderung, aber auch manche Sehnsüchte kommen in dir auf und in der Dunkelheit kannst du das deutlicher wahrnehmen, wo deine Energie fehlt und wo du vielleicht noch zusätzliche Energie bereithältst. Also geh mal her und genieß die Ruhe in der Zeit und hetze nicht von einer Weihnachtsfeier zu der anderen.

Und aus diesem Grunde möchte ich dich heute einmal einladen, mit mir eine Meditation zu machen, wo du dich mal in Ruhe irgendwo hinsetzt und dann mit mir gemeinsam in die Stille gehst und in die Selbstbetrachtung gehst. Das solltest du jetzt nicht im Auto am Steuer machen, aber du solltest dir die 10 Minuten mal nehmen und dann vielleicht in dich hinein zu spüren. Also such dir mal ein Plätzchen aus, wo du dich gut hinsetzen oder lesen kannst, wo du in den nächsten 10 Minuten ungestört bist. Und dieser ruhige Ort, da darfst du dich bequem hinsetzen oder bequem legen, was für dich am liebsten ist. Und wenn du auch jetzt hier bei dieser Situation vielleicht einschläfst, ist das gar nicht schlimm. Dein Bewusstsein nimmt oder dein Unterbewusstsein nimmt das, was ich hier sage und was während der Meditation auf dich an akustischen Signalen hinzukommt. Nimm das wahr und du wirst da genauso entspannt raus hervorgehen wie der, der die ganze Zeit wach ist.

Bei der Meditation ist gar nichts stimmen, du musst nichts leisten, darfst einfach nur zur Ruhe kommen. Also du setzt und legst dich hin und gehst her und entspannst deine Schultern, lässt sie sinken, deine Stirn wird weich, deine Hände ruhen. Und wenn du jetzt bereit bist, beginnen wir mit der Meditation. Schließe sanft deine Augen und spüre den Punkt, an dem dein Körper den Boden berührt. Oder wenn du liegst, wie du deine Auflagefläche wahrnimmst, spüre ich, wie die Schwerkraft dich hält. Nichts muss getragen werden. Du darfst einfach auf die Fläche sinken.

Atme ein, ganz natürlich und aus, ganz leicht noch einmal, atme noch mal tief ein, genieße die Weite, wenn dein Oberkörper sich erweitert und atme in Ruhe aus und empfinde das ausatmen als loslassen. Mit jedem Atemzug gleitet ein wenig Anspannung aus dir heraus. Der Brustkorb hebt und senkt sich ganz von allein. Beobachte nicht lenken, nicht bewerten, nur Zeuge sein.

Wandere nun mit deiner Aufmerksamkeit zu deinen Füßen. Spüre Wärme, vielleicht etwas Kühle, vielleicht ein Kribbeln. Nimm wahr einfach wie es ist. Dann weiter zu den Beinen, der Oberschenkel, die Knie, die wadmen. Alles darf weich werden.

Lass das fallen, was du noch an Anspannung spürst. Atme ein und beim Ausatmen sinkt dein Körper tiefer in die Unterlage.

Nun gehe mit deiner Wahrnehmung zum Bauch. Du spürst deinen Atem ganz unmittelbar. Deine Bauchdecke hebt sich mit jedem Atemzug, wenn du einatmest und senkt sich mit der Ausatmung. Erinnerung an Leben, an Rhythmus und an Vertrauen. Vielleicht legst du eine Hand auf deinen Bauch und jetzt spürst du die Wärme unter der Haut. Spür, wie dein Körper dich trägt jeden Tag.

Wandere nun weiter zum Brustraum. Lass ihn sich mit dem Atmen füllen wie ein weiches, stilles Gefäß. Mit jeder Ausatmung fließt Spannung hinaus wie Wasser, das ruhig einen Kiesel umspült. Spüre dein Herz, nicht unbedingt den Schlag, vielleicht nur die Anwesenheit, das Zentrum, das Gefühl, das Gefühl, das Zentrum, das reagiert, das Zentrum, das dich durch dein Leben führt. Sage dir innerlich leise und ohne Ich bin. Da sage Ich fühle, ich bin genug. Lass diese Sätze wie Tropfen in dir nachklingen, sanft, unaufdringlich, aber klar.

Ich fühle, ich bin genug. Ich fühle, ich bin genug. Nun wandern wir zum Nacken und dann zu deinem Kopf. Der Kiefer wird weich, die Augen ruhen, die Gedanken dürfen langsamer werden. Alles darf sich setzen wie Schnee in der Stille eines Winterabends. Verweile einen Moment in diesem inneren Raum, still, heil und geborgen. Wenn Gedanken auftauchen, nimm sie wahr und lass sie weiterziehen wie Wolken am Dezemberhimmel.

Du musst nichts festhalten, du musst nichts wegschieben, Du beobachtest mehr nicht. Atme in Ruhe ein und aus, ruhig, weit ein, lange aus. Nun lade dein Bewusstsein zurück in deinen Körper. Nimm die Hände wahr, die Füße, den Rücken. Spüre, wie du getragen warst, ganz von dir selbst, von deinem Atem und von diesem Moment. Mit einem letzten tiefen Atemzug bringe dich langsam zurück. Einatmen, Licht und Klarheit, ausatmen, Präsenz und innere Ruhe.

Und wenn du soweit bist, öffne sanft deine Augen langsam, ohne Eile und so, wie es gut für dich ist und fühle, wie du dich langsam ausdehnst und deine Arme streckst und wieder im Hier und Jetzt bist. Ich hoffe, du fühlst dich nach dieser kurzen Ruhephase, die dir die Selbstbetrachtung geschenkt hat, etwas entspannter. Und wenn du diesen Ausflug in dich selbst genossen hast, dann möchte ich dich einladen, das häufiger zu tun, vielleicht ein oder zweimal in der Woche mit einer bewussten Abwesenheit von allem, was außen auf dich einprallt. Und dann kommst du zur Ruhe und du wirst lernen, diese Zeit als wichtigen Stützpunkt für dich zu empfinden, zur Ruhe zu kommen und dir erneute Kraft zu geben. Viele Menschen, also ich gehöre auch dazu, die empfinden eine totale Kräftigung durch diese regelmäßige Anwendung solcher Selbstbegegnungen. Ich würde mich freuen, wenn du mir eine kurze Nachricht hinterlassen würdest, wie dir diese Meditation und die Betrachtung gefallen hat. Ich wünsche dir eine schöne, dunkle Jahreszeit mit vielen Erkenntnissen von dir selber, eine Beruhigung und eine Zeit, in der deine Wurzeln quasi die Energie auf aufnehmen können, damit du im Frühjahr nächsten Jahres wieder voll in deine Kraft kommst.

Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann würde ich mich sehr freuen, Wenn du bei YouTube, Apple Podcast oder Spotify oder überall da, wo du diese Podcast Folgen hören kannst, eine positive Bewertung hinterlässt. Dann können immer mehr Menschen von diesen Podcast Folgen erfahren und davon profitieren. Und das ist mein größter Lohn. Ich danke dir und wünsche dir eine schöne, dunkle Jahreszeit mit vielen Erkenntnissen und komm zur Ruhe und genieße mal die Ruhe.

Das Nichttun.

Bis bald.