Noch Urlaub – schon Arbeit?

Warum der Montag nicht deinen Sonntag ruinieren sollte

Stell dir vor: Du sitzt entspannt auf der Terrasse. Die Sonne neigt sich dem Horizont zu. Plötzlich durchbricht ein Gedanke die Ruhe: Morgen ist die Erholung vorbei. Das E-Mail-Postfach wartet, und die Aufgabenliste in deinem Kopf wächst unaufhaltsam. In diesem Moment ist der Urlaub faktisch beendet, obwohl du physisch noch vor Ort bist.

Viele Menschen leiden unter diesem vorweggenommenen Arbeitsstress. Wir holen die Belastungen der kommenden Woche in die Gegenwart. Dabei ist der Sonntagabend eigentlich für Ruhe gedacht. Wenn der Kopf jedoch längst im Büro arbeitet, schaltet der Körper in den Alarmmodus. Die Folge sind Verspannungen und ein erhöhter Blutdruck noch bevor die eigentliche Arbeit beginnt.

Die Falle der emotionalen Vorwegnahme

Wir planen gerne im Voraus. Das ist sinnvoll, um Termine einzuhalten oder den Alltag zu strukturieren. Eine Reise zu planen oder den Regenschirm einzupacken, wenn es regnen soll, rettet uns vor Problemen. Hierbei nutzen wir unseren Verstand, um Gefahren abzuwenden. Das ist logisches Handeln, das uns im Alltag stützt.

Das Problem beginnt, wenn wir dieses Planen mit emotionalen Ängsten verknüpfen. Wenn der bloße Gedanke an eine E-Mail den gleichen Stress auslöst wie das Bearbeiten dieser Nachricht, läuft etwas schief. Wir nehmen den emotionalen Druck der Zukunft in unsere freie Zeit. Die Arbeit wird so zur Bedrohung, obwohl sie objektiv noch nicht stattfindet.

Letzter Urlaubstag mit Stress

Warum unser Körper auf den Montag reagiert

Unser autonomes Nervensystem unterscheidet nicht präzise zwischen einer realen Gefahr und einem bloßen Gedanken. Denken wir an den Stress im Büro, schüttet der Körper Adrenalin und Cortisol aus. Der Puls steigt, die Gefäße verengen sich. Wir bereiten uns auf den Kampf oder die Flucht vor. Das ist ein biologisch korrektes Programm, jedoch am Sonntagabend völlig fehl am Platz.

Dauerhaft erhöhter Blutdruck ist das Ergebnis, wenn wir aus dieser Schleife nicht mehr herausfinden. Studien zeigen, dass Stress die systolischen Blutdruckwerte um etwa 4 mmHg und die diastolischen Werte um 2 mmHg ansteigen lassen kann. Das ist in einer akuten Belastungssituation normal. Entscheidend ist jedoch die Erholungsphase danach. Wer nach dem Stress nicht wieder zur Ruhe kommt, schadet seiner Gesundheit.

Der Einfluss von Entscheidungsspielraum

Oft ist nicht die Menge der Arbeit das eigentliche Problem. Vielmehr entscheidet unser Gefühl der Kontrolle über das Stresslevel. Menschen, die ihre Aufgaben selbst gestalten können, gehen deutlich gelassener mit einer hohen Arbeitslast um. Wer sich hingegen ausgeliefert fühlt, empfindet die gleichen 20 Aufgaben als unbewältigbaren Berg.

Dieses Gefühl der Hilflosigkeit führt dazu, dass wir unsere freie Zeit opfern. Wir verbringen den Sonntag mit gedanklichen Arbeitstagen, für die wir weder bezahlt werden noch Rentenpunkte erhalten. Wir führen im Kopf bereits Gespräche mit dem Chef oder lösen Probleme, die in der Realität vielleicht niemals entstehen werden. Das ist Arbeit ohne Ergebnis.

Die Drei-Dinge-Methode für den Ausstieg

Um diese Gedankenspirale zu durchbrechen, braucht es eine klare Struktur. Die “Drei-Dinge-Methode” hilft, den Kopf freizubekommen. Schreibe zunächst alles auf, was dich beschäftigt. Alle Termine, Sorgen und Aufgaben gehören auf das Papier. So nimmst du den Gedanken die Macht, in deinem Kopf zu kreisen.

Wähle nun aus dieser langen Liste genau drei Aufgaben aus, die du am Montagmorgen zuerst angehen willst. Mehr nicht. Lege eine klare Reihenfolge fest. Wenn das erledigt ist, legst du den Zettel weg. Das ist der wichtigste Schritt: Der Zettel ist deine externe Festplatte für den nächsten Tag.

  • Notiere sämtliche Aufgaben und Sorgen auf einem Blatt Papier.
  • Wähle genau drei Prioritäten für den nächsten Arbeitstag aus.
  • Definiere die Reihenfolge dieser drei Aufgaben klar.
  • Lege das Blatt weg und beende damit den Arbeitstag im Kopf.
  • Fokussiere dich wieder auf das Hier und Jetzt auf deiner Terrasse.

Wege zur inneren Ruhe

Wenn die Gedanken trotz der Liste hartnäckig bleiben, helfen körperliche Techniken. Atemübungen signalisieren dem Nervensystem Entwarnung. Schließe die Augen und atme mehrmals tief ein und aus. Meditation oder bewusste Achtsamkeit bringen dich zurück in den Moment. Musik oder ein spannendes Buch können ebenfalls helfen, die Aufmerksamkeit vom morgigen Tag abzulenken.

Es ist eine Frage der Haltung: Erlaube dem Problem von morgen, bis morgen zu warten. Dein Blutdruck wird es dir danken. Wenn du merkst, dass dich die Arbeit dauerhaft auslaugt, ist das ein Zeichen. Dann sind es nicht die drei Wochen Urlaub, die fehlen, sondern eine grundlegende Anpassung deiner beruflichen Situation.

Fazit: Dein Leben bestimmt dein Wohlbefinden

Nicht die Arbeit selbst ist das größte Risiko für deinen Blutdruck, sondern die Unfähigkeit, den Stress loszulassen. Wer es schafft, den Sonntag als freie Zeit zu schützen, gewinnt massiv an Lebensqualität. Wenn du lernst, die Arbeit an der Bürotür oder auf dem Notizzettel zu lassen, schaffst du die Grundlage für ein gesundes und ausgeglichenes Leben.

Denke daran: Du hast die Kontrolle darüber, wie du deinen Sonntag gestaltest. Nutze die letzten Urlaubsstunden für echte Erholung statt für imaginäre Überstunden. Dein Körper und dein Herz werden es dir durch stabile Blutdruckwerte danken. Es liegt in deiner Hand, wann der Arbeitstag wirklich beginnt. Mach ihn nicht zur Last, die deinen Sonntag auffrisst.

FAQ

1. Warum bin ich schon am letzten Urlaubstag gestresst?

Oft beginnt die Arbeit im Kopf früher als im Kalender. Gedanken an volle E-Mail-Postfächer, Termine, unerledigte Aufgaben oder schwierige Gespräche holen die Belastung des kommenden Arbeitstages bereits in die Gegenwart. Vorauszuplanen ist grundsätzlich sinnvoll. Belastend kann es jedoch werden, wenn wir nicht nur die Aufgaben planen, sondern gleichzeitig die damit verbundenen Sorgen und Ängste vorwegnehmen.

2. Kann Stress vor dem ersten Arbeitstag den Blutdruck erhöhen?

Wenn wir eine kommende Situation als belastend oder bedrohlich bewerten, kann der Körper bereits darauf reagieren, obwohl das Ereignis noch gar nicht eingetreten ist. Der Sympathikus wird aktiviert, Herzfrequenz und Gefäßspannung können zunehmen und Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet. Auch der Blutdruck kann dabei vorübergehend ansteigen. Entscheidend ist jedoch nicht jeder kurzfristige Blutdruckanstieg, sondern ob der Körper anschließend wieder in die Erholung zurückfindet.

3. Warum empfindet nicht jeder Mensch Arbeitsstress gleich?

Nicht allein die Menge der Arbeit entscheidet darüber, wie belastend wir eine Situation erleben. Eine wichtige Rolle spielt unsere Bewertung: Habe ich das Gefühl, meine Aufgaben bewältigen und meinen Arbeitstag mitgestalten zu können, oder fühle ich mich den Anforderungen ausgeliefert? Zwanzig Aufgaben können für einen Menschen eine lösbare To-do-Liste sein und für einen anderen bereits vor Arbeitsbeginn wie eine unüberwindbare Belastung wirken. Besonders ungünstig kann die Kombination aus hohen Anforderungen und geringem Entscheidungsspielraum sein.

4. Was ist die Drei-Dinge-Methode gegen Stress nach dem Urlaub?

Schreibe zunächst alles auf, was dir zum kommenden Arbeitstag durch den Kopf geht: Aufgaben, Termine, Telefonate, E-Mails und Sorgen. Wähle anschließend maximal drei Dinge aus, mit denen du am ersten Arbeitstag beginnen möchtest, und lege ihre Reihenfolge fest. Danach legst du den Zettel bewusst weg. Damit hast du den Arbeitsbeginn vorbereitet, ohne den gesamten letzten Urlaubstag gedanklich zu einem zusätzlichen Arbeitstag zu machen.

5. Wann sollte ich meinen Arbeitsstress grundsätzlich hinterfragen?

Wenn du auch außerhalb der Arbeitszeit kaum noch abschalten kannst, Gedanken an die Arbeit ständig in deine Freizeit eindringen und es dir dauerhaft schwerfällt, wieder zur Ruhe zu kommen, reicht ein Urlaub allein möglicherweise nicht aus. Dann lohnt sich die Frage, was genau an deiner beruflichen Situation die Belastung auslöst: die Arbeitsmenge, fehlender Einfluss, bestimmte Aufgaben, Konflikte oder Ängste. Entscheidend ist langfristig nicht, jede Stressreaktion zu vermeiden, sondern nach Belastungen wieder in einen Zustand von Ruhe und Erholung zurückfinden zu können.

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Transkript:

00:00:00 – 00:00:19
Ja, hallo, du sitzt noch auf der Terrasse und weißt: Wow, heute ist mein letzter Urlaubstag. Aber da kommen schon trotzdem so ein bisschen die Gedanken: Wow, morgen ist wieder nicht mein letzter Urlaubstag, sondern morgen ist mein erster Arbeitstag.

00:00:20 – 00:00:38
Und dann starren sozusagen dich die E-Mails, die schon auf deinem Rechner auf dich warten, an, und die Aufgaben, die auf dich zukommen, und wow, so ein bisschen geht der Genuss an dem letzten Urlaubstag verloren.

00:00:39 – 00:00:50
Ja, der letzte Urlaubstag ist nicht dein erster Arbeitstag, und über das Thema möchte ich mit dir in dieser Podcast-Folge einmal detailliert reden.

00:00:50 – 00:00:52
Ja, viel Spaß dabei.

00:00:59 – 00:01:30
Das Thema ist also heute: Dein Körper sitzt noch auf der Terrasse, und dein Kopf ist längst im Büro. Ha, warum passiert das? Was macht diesen Erwar- dieser Erwartungsstress mit uns, und was kann das mit dem Blutdruck zu tun haben? Und wie verhindern wir, dass der Montag unseren Sonntag auffrisst?

00:01:31 – 00:02:26
Dazu betrachten wir erst mal: Was tun wir denn gerade, wenn wir auf der Terrasse sitzen und an den Montag denken? Wir planen im Voraus: Was kommt, wo könnte sich eine Gefahr entwickeln, was darf ich nicht vergessen, wie kann ich mich auf das, was auf mich zukommt, richtig vorbereiten? Das ist natürlich grundsätzlich sinnvoll. Wir brauchen die Möglichkeit, um Termine einzuhalten, dass wir den Weg dorthin zu dem Termin planen. Wir brauchen diese ganze Geschichte, um eine Reise vorzubereiten, um zu sehen: Wow, ich kann an dem und dem Zeitpunkt das Hotelzimmer betreten, oder ich habe zu dem und dem Zeitpunkt den Abflugtermin und muss 30 Minuten vorher da sein.

00:02:26 – 00:03:17
Dieses Planen ist sinnvoll, weil wir damit Probleme vorhersehen können. Und ein ganz entscheidender zusätzlicher Faktor: Wir vermeiden Gefahren, indem wir einfach wissen, wow, das haben wir dabei, damit können wir sozusagen uns in jeder Situation helfen. Ein ganz einfaches Beispiel ist zum Beispiel: Wow, wir wissen, dass es um 16:30 Uhr anfängt zu regnen, dann nehmen wir einfach auch mal den Schirm mit und sind damit vor dem Regen gewappnet. Das heißt also, die Fähigkeit zur Vorbereitung kann eine gedankliche Vorwegnahme eines Ereignisses machen, und die zukünftige Belastung wird aber in die Gegenwart geholt.

00:03:18 – 00:04:02
Das bedeutet: Wenn du planst und mit dieser Situation etwas Emotionales verbindest, also wie der Gedanke an die E-Mails auf deinem Rechner, den du eben morgens am Montagmorgen anmachst, die führen dazu, dass bei dir aber eine Belastung entsteht. Also, noch mal zu differenzieren: Es ist sinnvoll zu planen, dass ein Ereignis in irgendeiner Form eintritt, aber es ist nicht sinnvoll, herzugehen und zu sagen, das emotionale Ereignis, was sich mit dem, was auf dich zukommt, verbindet, mit in die Gegenwart zu nehmen.

00:04:03 – 00:04:44
Das heißt also, der Gedanke an deine Arbeit, die ist nicht automatisch Stress, sondern du kannst auch sagen: Wow, und da gehöre ich dazu. Zum Beispiel: Ich habe mich immer wieder gefreut, wenn ich arbeiten durfte. Ich habe das Glück gehabt, dass ich immer meinen Beruf machen konnte, der war mein Hobby oder ist immer noch mein Hobby, und deswegen habe ich überhaupt keine Probleme damit, wow, an meine Arbeit zum Beispiel zu denken. Die macht im Gegensatz zu vielen anderen Menschen mir Spaß, und ich weiß, dass ich das schaffe, und ich habe auch sicherlich die Möglichkeiten, die Probleme anderer Menschen dann, oder Herausforderungen dann, adäquat anzugehen.

00:04:44 – 00:05:31
Das bedeutet, das ist nicht ein innerer Stress für mich, aber für manche ist es eben halt ein Stress. Und da muss man aufpassen, das ist, und da kommen wir gleich drauf, dass wir nicht sagen: Wenn du an deine Arbeit denkst, steigt dein Blutdruck, sondern dass wir sagen: Zwar die Erwartung einer als belastend empfundenen Situation kann das körperliche Stress auslösen, aber der Blutdruck kann auch nur Teil dieser Reaktion sein. Das bedeutet, du darfst hergehen und darfst gucken, was in deinem Körper passiert, um wirklich zu sehen, wie du auf diese Situationen reagierst.

00:05:32 – 00:06:15
Also, was passiert? Da kennen wir von früher und vielen anderen Podcasts, aber auch aus deinem Leben, dass wir sehr schnell in einen Fight- und Flight-Mechanismus hineinkommen, nämlich dann, wenn wir eben halt eine Gefahr voraussehen. Aber das passiert nicht nur, wenn wir eine Gefahr voraussehen, wenn eine Gefahr da ist, wenn wir sie sehen, sondern es passiert auch, und das ist der entscheidende Punkt: Wenn wir schon gedanklich eine Gefahr voraussehen, dann wird unser ganzes autonomes Nervensystem sozusagen auf Kampf und Flucht vorbereitet.

00:06:15 – 00:07:09
Also, dann steigt einfach das, was man Sympathikus nennt, dann steigt deine Herzfrequenz, dann steigt dein Gefäßtonus, das heißt also, die Spannung in den Gefäßen steigt, es steht Druck in dir. Da werden diese sogenannten Catecholamine, also Adrenalin, Noradrenalin ausgeschüttet, da wird Cortisol ausgeschüttet, und der Körper bereitet sich quasi auf die Flucht oder auf den Kampf vor. Und das ist jetzt, kommt ein ganz entscheidender Gedanke: Das ist erst mal keine Fehlfunktion, das ist normal, aber diese Stressreaktion ist nur dann sinnvoll, wenn der Stressor gerade da ist, und nicht, wenn der Stressor noch nicht da ist, sondern wenn der Stressor nur in deinem Kopf ist.

00:07:10 – 00:07:48
Es ist normal, dass der Körper sich darauf vorbereitet, wenn er einen 100-Meter-Lauf machen muss. Es ist normal, wenn du die Treppe steigen musst, dass dann deine Herzfrequenz steigt. Und es ist normal, wenn eine körperliche Anspannung auch eine seelische Anspannung in einem Gespräch da ist, dass dann dein Blutdruck steigt und das alles, aber es ist nicht normal, wenn du dir die Gedanken machst, dass eben halt der Blutdruck und der Stress noch gar nicht da sind, aber du denkst schon an die Situation, die da ist, die da sein könnte, die aber nicht real ist.

00:07:49 – 00:08:42
Bedeutet für dich: Die entscheidende Frage ist nicht: Reagiert mein Blutdruck, sondern: Findet mein Körper anschließend wieder zurück? Es kann sein, dass wir in der Arbeit zum Beispiel hergehen, im Job ist eben halt auch mal zwischendurch Stress, da gibt es ungünstige Kombinationen, da gibt es plötzlich hohe Anforderungen, da gibt es eben halt plötzlich einen ganz engen Entscheidungsspielraum, oder dein Entscheidungsspielraum wird plötzlich eingeschränkt, und es ist ganz klar, dass daraus natürlich in jeder Situation, wo Stress in deinem Beruf entsteht, auch da das ausgeschüttet wird, was Catecholamine sind.

00:08:43 – 00:09:26
Du musst schnell eine Entscheidung treffen, das bedeutet, dass eben halt dann auch dein Blutdruck steigt, und das ist normal, aber nicht zu dem Zeitpunkt, wo der Stress noch nicht eingesetzt ist. Es gibt sehr gute Untersuchungen darüber, dass eben halt durch solche Stressreaktionen in deinem beruflichen Alltag dein Blutdruck systolisch fast um 4 Millimeter Hg steigern kann, und diastolisch sogar um 2 Komma und ein bisschen was in der Diastole steigt. Das bedeutet, es ist normal, dass auch in deinem Berufsleben dein Blutdruck eben halt in gewissen Stresssituationen steigert.

00:09:26 – 00:10:07
Aber ganz entscheidend ist dabei, dass dieser Blutdruck dann auch wieder, nachdem der Stressor vorbei ist, wieder zur Ruhe kommt. Ich kann dir da auch noch mal berichten von dem, was ich eben schon wieder erzählt habe: Menschen wie also Hochleistunger, sportliche Hochleistungssportler, die haben dann zwischendurch sehr, sehr hohe Blutdruckwerte, aber sie kommen dann anschließend wieder in die Ruhe. Der Stress ist dann für sie weg. Sie denken dann nicht daran, dass der 100-Meter-Lauf Stress ist, sondern der Stress ist dann weg.

00:10:07 – 00:11:01
Das heißt also, noch mal für dich: Menschen mit hoher Arbeitsbelastung und gleichzeitig, und das ist der entscheidende Punkt, wenig Entscheidungsspielraum, die hatten in vielen Untersuchungen eine höhere Blutdruckregulation während der Arbeit, aber während der Arbeit. Das bedeutet, wenn sie dann anschließend wieder in die Ruhe kommen, haben sie an den freien Tagen oder auch unmittelbar nach der Belastung wieder einen normalen Blutdruck. Das heißt also, es ist nicht die Arbeitsmenge entscheidend, sondern es ist entscheidend, welches Gefühl ich habe, wie ich meinen Job gestalten kann.

00:11:01 – 00:12:08
Also, es gibt zum Beispiel die Person A, die hat 20 Aufgaben, und die sortiert die, und die fängt einfach an. Und dann gibt es die Person B, die hat dieselben 20 Aufgaben, aber die sagt sich erst mal: Oh, das schaffe ich niemals. Und sie ist eben halt plötzlich überfordert, weil sie denkt schon: Wow, das schaffe ich nicht, aber sie fängt nicht an, sondern sie beschäftigt sich erst mal mit der hohen Arbeitsmenge und empfindet sie als Hindernis, um eben diesen Tag zu überstehen. Das heißt also, die subjektive Bewertung dieser 20 Aufgaben ist eine ganz andere Situation. Und das bringt uns wieder zu dem Thema: Was stresst dich mehr, viel Arbeit oder das Gefühl, keinen Einfluss darauf zu haben? Das ist eine ganz entscheidende Situation, die für dein Arbeitsleben ganz entscheidend ist.

00:12:08 – 00:12:53
Und jetzt kommen wir noch mal zu deinem Urlaub zurück. Du denkst jetzt, nach drei Wochen, wenn du das Glück hattest, drei Wochen Urlaub machen zu können, weil da setzt die Erholung erst richtig ein, da sagst du plötzlich: Wow, du hast jetzt plötzlich ganz andere Dinge im Kopf am Ende des Urlaubs. Das E-Mail-Postfach ist hoch, die Termine kommen, da sind unerwartete Anforderungen von deinem Chef, unerwartete Änderungen bei den Kollegen und eine Menge unerledigter Aufgaben. Und jetzt versuchst du, in dieser vielen Information die Kontrolle zu finden.

00:12:53 – 00:13:43
Du sagst: Sonntag schon E-Mails anschauen, wäre vielleicht gar nicht schlecht, um das weniger zu machen, den Kalender noch mal zu kontrollieren oder Gespräche innerlich führen, wie gehe ich damit um, und die To-Do-Liste im Kopf, um möglichst noch andere Probleme durchzuspielen, die möglicherweise gar nicht auftauchen werden. Und das ist der entscheidende Punkt. Du schaffst dir also am Sonntag gedanklich komplett einen Arbeitstag, einen Acht-Stunden-Tag ohne Gehalt und ohne Rentenbeiträge. Ja, dein Chef zahlt dich nicht dafür, dass du am Sonntag schon während deines letzten Urlaubstages darüber nachdenkst, was am Montag alles auf deinem Schreibtisch steht.

00:13:44 – 00:14:33
Jetzt ist die Frage: Hilft dir dieses Nachdenken gerade wirklich? Das bedeutet für mich: Wenn ich ein Problem heute nicht lösen kann, sind die drei Stunden nach dem Nachdenken darüber keine Vorbereitung. Noch mal, ich wiederhole das noch mal: Wenn ich ein Problem heute nicht lösen kann, sind drei Stunden Nachdenken darüber keine Vorbereitung. Jetzt ist die Frage: Warum haben offene Aufgaben in deinem Kopf so viel Platz? Offene Aufgaben beanspruchen natürlich deine Aufmerksamkeit.

00:14:33 – 00:15:16
Da ist so ein Hintergrundrauschen, wow, wow, wow, da passiert morgen irgendetwas. Aber die entscheidende Frage ist, das kennst du auch, aber die Frage ist, wie du es bewertest. Ja, dann denkst du darüber nach: Ich muss Frau Müller anrufen, am Dienstag habe ich eine Präsentation, ich muss noch die E-Mail von so und so beantworten, und der Termin am Mittwoch ist auch noch da. Und die Gedanken kommen immer wieder, und besonders dann, wenn du dann morgens schon beim Spaziergang vielleicht bist oder wenn du beim Zähneputzen bist oder wenn du im Bett bist.

00:15:17 – 00:16:02
Deshalb schau mal, was in deinem Kopf an Gedanken auftauchen, die zwar mit deinem beruflichen Alltag zu tun haben, aber nicht im Hier und Jetzt sind. Du bist nicht im Hier und Jetzt, wenn du, während du auf der Terrasse sitzt und deine Kaffeetasse am letzten Urlaubstag trinkst, bist du nicht im Hier und Jetzt, wenn du gedanklich schon morgens bei den E-Mails im Büro bist, die auf dich am nächsten Montag, am kommenden Montag, auf dich warten. Das bedeutet, wenn das so viele Dinge sind, dann ist das sehr schnell belastend.

00:16:02 – 00:16:28
Und deswegen gebe ich dir jetzt mal einen Tipp: Ich nenne das Ding einfach mal die Drei-Dinge-Methode. Um das schnell in den Griff zu bekommen, nimmst du dir einen Zettel. Du nimmst dir einen Zettel und schreibst erst mal alles auf, was dir jetzt gerade durch den Kopf geht: alle Aufgaben, alle Telefonate, alle Termine, alle Sorgen und die Dinge, die du nicht vergessen möchtest.

00:16:29 – 00:17:22
Und in einem zweiten Schritt wählst du aus diesen vielen Dingen, die du aufgeschrieben hast, drei Dinge aus, maximal drei, nicht zehn, nicht elf, nicht zwölf und nicht vier und nicht fünf, sondern nimm dir nur drei Dinge, die du am nächsten Montagmorgen als erstes durchgehen willst. Und dann gehst du her, nachdem du diese drei Dinge ausgewählt hast, gehst du her und legst die Reihenfolge fest, in der du diese drei Dinge am nächsten Montag oder am kommenden Montag bearbeiten möchtest. Womit beginne ich, was kommt danach und was kann verdammt noch mal ein bisschen warten. Und dann legst du den Zettel weg.

00:17:22 – 00:17:58
Wirklich, leg den Zettel weg, ganz wichtig. Wenn du diesen Zettel weglegst, dann kannst du wieder deine Tasse Kaffee auf der Terrasse genießen, weil du hast den nächsten Montag, der kommt, in den ganzen Dingen geplant und das Thema ist geregelt. Also, du kannst deinen Kaffee genießen, du kannst deinen Spaziergang wieder gehen, du kannst deinen Hund mitnehmen, in den Garten gehen, du kannst dich um deine Familie kümmern, deine Freunde kümmern und vielleicht kannst du ja den Krimi oder das Buch, was du gerade liest, noch zu Ende lesen.

00:17:59 – 00:18:34
Also, Reihenfolge noch mal für dich: Also alles aufschreiben, was durch deinen Kopf geht, und dann wählst du aus diesen Dingen drei Dinge aus, legst die Reihenfolge fest, was du am Montag machen willst, und dann legst du den Zettel weg und dann kümmerst du dich wieder um das, was im Hier und Jetzt ist. Das heißt für dich, du hast deinen Montag schon ein bisschen gestaltet und du kannst sagen: Du musst Montag nicht am Sonntag lösen, der entscheidende Punkt.

00:18:34 – 00:19:10
Und dann bedeutet es, wenn dir das so ohne weiteres nicht gelingt, dann geh einfach in die bekannten Dinge ein, die ich schon immer wieder erwähnt habe. Mach deine Atemübungen, indem du ruhig deine Augen verschließt und drei oder viermal tief ein- und ausatmest und das genießt, die Luft in deinem Urlaubsort, die Situation genießt. Geh vielleicht in eine ruhige Meditation und mach ein bisschen Achtsamkeit. All diese Dinge helfen dir, oder hör dir ein Stück Musik an, alles, was dich fasziniert.

00:19:10 – 00:19:54
Und deshalb ist es einfach sinnvoll, sozusagen dort noch mal in die Ruhe zu kommen, weil du hast dein Thema ja gelöst, du hast den Montag schon gestaltet, du musst nicht wieder drüber nachdenken. Und das Problem ist, du kannst natürlich nicht hergehen und deinen Stress, den du immer wieder hast im Alltag, wegatmen. Das wird dir nicht gelingen. Aber du kannst gestalterisch auf deinen Tag einwirken. Du kannst die Angst vor dem Tag, der kommt, dich davon befreien, von der Angst, indem du den ersten Tag regelst.

00:19:56 – 00:20:36
Wenn natürlich in deinem Leben diese Dinge immer wieder eine wahnsinnige Rolle spielen, wo du in die Entspannung kommen musst, aber es gelingt dir nicht, dann darfst du dich wirklich fragen: Was macht denn mein Beruf mit mir? Was macht mir eigentlich in dem Beruf, in dem, was ich tue, was macht mir da die Angst? Und dann muss man schauen und genau auf dieses Detail schauen, was dir die Angst macht, damit du mit diesem Beruf, mit diesen Anforderungen leben kannst und nicht in der dauernden Überforderung bist.

00:20:37 – 00:20:59
Und dann hilft dir auch der Urlaub nicht, die drei Monate oder die drei Wochen Urlaub helfen dir nicht, wenn du dann schließlich in den nächsten, sage ich mal, ich nenne es jetzt mal 47 Wochen des Jahres oder 45 Wochen des Jahres in der dauerhaften Überforderung bist. Dann helfen dir die drei Wochen Urlaub nicht. Und das ist der entscheidende Punkt.

00:20:59 – 00:21:31
Das heißt also, wir müssen unterscheiden oder wir dürfen für dich, du darfst für dich erkennen: Gelingt es mir auch in meinem beruflichen Alltag, in die Ruhe zu kommen und gelassen zu sein, ohne dass mich ständig irgendwelche Aufgaben aus dem beruflichen Alltag verfolgen? Denn dann ist der Beruf eine Überforderung für dich und dann darfst du schauen, was du an deinem Beruf oder in der Angst um deinen Beruf verändern kannst.

00:21:31 – 00:21:57
Wenn du allerdings erkennst: Wow, ich bin ja in der Lage, auch in Ruhe zu kommen, dann wird dir auch der Urlaub ein Genuss sein, weil du dir jetzt den Weg weißt, wie du deinen ersten Arbeitstag gestalten kannst. Bedeutet, erkenne, was ist eine ständige Überforderung, dann bedarf es einer wirklich bedeutsamen Veränderung.

00:21:58 – 00:22:38
Wenn du allerdings am letzten Urlaubtag sagst: Boah, ich habe jetzt die drei Punkte auf die Seite gelegt und ich kann eben halt den Sonntag, die Kaffeetasse, die Terrasse oder das, was mir jetzt gerade zur Verfügung steht, auf den letzten Stunden noch genießen, dann ist das heute nicht dein Montag und dann kannst du auch entspannen. Und deswegen sage ich dir mal: Vielleicht besteht Gelassenheit manchmal einfach darin, dem Problem von morgen zu erlauben, bis morgen zu warten.

00:22:38 – 00:22:58
Der entscheidende Punkt: Wann beginnt deine Arbeit nach dem Urlaub wieder? Am ersten Arbeitstag oder schon vorher in deinem Kopf? Also mach dein Drei-Punkte-Programm und dann bist du befreit von dem Stress.

00:22:59 – 00:23:47
Und noch mal für dich zum Mitnehmen: Nicht die kurzfristige Stressreaktion ist das eigentliche Problem für deinen Blutdruck, sondern entscheidend ist, ob dein Körper anschließend wieder in die Erholung zurückfindet. Das ist ganz entscheidend für dein langfristiges Leben, ganz entscheidend für deinen langfristigen Blutdruck, denn in der ständigen Überforderung wirst du nie Erfolg haben und nie innere Ruhe finden und wird immer Lebensqualität geklaut werden. Nicht dein Blutdruck bestimmt dein Leben, sondern das, was du heute aus deinem Leben machst.

00:23:48 – 00:24:33
Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und wenn dir diese Podcast-Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du bei den Möglichkeiten wie YouTube oder woanders erst mal ein Like hinterlässt, dann kommen noch viel mehr Leute in die Chance, sozusagen diesen Podcast und diese Podcast-Folgen zu hören und zu sehen. Oder vielleicht sogar einen positiven Kommentar oder auch negativen, egal, jede Anforderung würde mich freuen, hinterlässt, damit immer mehr Leute sozusagen in die Chance kommen, dass bei ihnen nicht möglicherweise mal irgendwann der Notarztwagen vor der Tür steht. Ich wünsche dir viel Spaß und ich freue mich, bis zum nächsten Mal.

Blutdruck senken: iss mehr davon

Wie Kalium deinen Blutdruck auf natürliche Weise senkt

Jeder kennt das Klischee: Wer den Blutdruck senken will, muss beim Salz sparen. Das stimmt zwar, ist aber nur die halbe Wahrheit. Es gibt einen zweiten Weg, der deutlich mehr Spaß macht. Du musst nicht immer nur auf Dinge verzichten. Manchmal ist das Hinzufügen zu deiner Ernährung der richtige Schritt. Heute schauen wir uns die Rolle von Kalium genauer an.

Kalium ist ein echter Alleskönner in deiner Ernährung. Viele Menschen unterschätzen diesen Mineralstoff. Dabei steckt er in Lebensmitteln, die wir ohnehin täglich essen könnten. Eine einfache Tomate liefert wertvolles Kalium. Dieses Mineral wirkt wie ein natürlicher Entspanner für deine Gefäße.

Warum Kalium für deine Gefäße wichtig ist

Deine Gefäße bestehen aus Muskulatur. Diese Muskulatur entscheidet, wie weit oder eng deine Adern sind. Ist der Tonus zu hoch, steigt der Druck. Kalium greift direkt in diesen Prozess ein. Es sorgt dafür, dass die Zellmembran stabil bleibt. Es blockiert eine unnötige Anspannung der Muskelzellen.

Wenn du Kalium in deine Zellen aufnimmst, findet ein Austausch statt. Natrium wandert aus der Zelle heraus. Dieser Mechanismus sorgt für Entspannung. Deine Gefäße weiten sich. Der Druck sinkt. Es ist ein biologischer Prozess, der ohne Medikamente funktioniert. Eine kaliumreiche Ernährung ist daher ein wirksames Mittel zur Vorsorge.

Kaliumhaltige Nahrungsmittel
Kaliumhaltige Nahrungsmittel

Die DASH-Diät als gesundes Vorbild

Die medizinische Forschung hat diesen Effekt vielfach belegt. Ein bekanntes Konzept ist die DASH-Diät. Der Name steht für “Dietary Approach on Systolic Hypertension”. Dahinter verbirgt sich eine Ernährungsweise, die reich an Obst und Gemüse ist. Sie ist keine klassische Diät, sondern ein Lebensstil.

Statt Kalorien zu zählen oder Lebensmittel streng zu verbieten, setzt du auf Vielfalt. Tomaten, Blattgemüse und Hülsenfrüchte stehen im Mittelpunkt. Die Studie zeigte eindrucksvoll: Eine mediterrane Ausrichtung schützt das Herz. Dein Blutdruck profitiert direkt von der hohen Dichte an Mikronährstoffen.

Kaliumreiche Alternativen im Alltag

Du musst nicht zwingend teure Spezialprodukte kaufen. Die Natur liefert alles, was du brauchst. Viele Obst- und Gemüsesorten sind wahre Kaliumbomben. Wer sich abwechslungsreich ernährt, deckt seinen Bedarf meist mühelos.

  • Frisches Gemüse wie Spinat oder Brokkoli
  • Reifes Obst, besonders Bananen und Aprikosen
  • Kartoffeln als wertvolle Beilage
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen
  • Nüsse für zwischendurch

Ein interessanter Ansatz sind zudem kaliumreiche Speisesalze. Diese enthalten meist 30 Prozent Kaliumchlorid. Studien zeigen, dass ein solcher Austausch das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte senken kann. Achte beim Kauf einfach auf die Zusammensetzung. Der Geschmack bleibt fast identisch.

Das Geheimnis der Kartoffel: So wird sie gesund

Viele Menschen meiden Kartoffeln, weil sie Angst vor Stärke haben. Das ist ein Fehler. Wenn du Kartoffeln richtig zubereitest, verändern sie ihre Struktur. Kochst du die Kartoffel und lässt sie über Nacht im Kühlschrank abkühlen, entsteht resistente Stärke.

Dieser Prozess senkt den glykämischen Index massiv. Dein Körper wandelt die Stärke nicht mehr so schnell in Zucker um. Die Kartoffel wird zu einem gesunden Sattmacher. In Kombination mit anderem Gemüse schaffst du so eine Mahlzeit, die deinen Blutdruck stabilisiert. Es ist ein einfaches Upgrade für deinen Speiseplan.

Wichtige Sicherheitshinweise für deine Gesundheit

Trotz aller Vorteile gibt es Grenzen. Nicht jeder Mensch verträgt eine hohe Kaliumzufuhr. Wenn deine Nierenfunktion eingeschränkt ist, solltest du vorsichtig sein. Deine Nieren sind für die Regulation des Kaliumspiegels verantwortlich. Arbeiten sie nicht optimal, sammelt sich das Mineral im Blut.

Das Gleiche gilt für die Einnahme bestimmter Medikamente. Einige Diuretika, die bei Bluthochdruck verschrieben werden, halten Kalium im Körper zurück. Sprich vor einer Ernährungsumstellung immer mit deinem Arzt. Sicherheit geht vor. Eine kurze Visite klärt, ob dein Kaliumspiegel im grünen Bereich liegt.

Fazit: Genuss statt Verzicht

Blutdrucksenkung bedeutet nicht, den Spaß am Essen zu verlieren. Im Gegenteil: Du darfst mehr frische Lebensmittel in deinen Alltag integrieren. Ob Tomaten, Gemüse oder klug zubereitete Kartoffeln – es gibt viele Wege. Kalium ist ein wertvoller Verbündeter für deine Gesundheit.

Nutze diese Möglichkeiten, um dein Herz zu entlasten. Dein Ziel ist ein gesunder Blutdruck, der keine Notfallmedizin erfordert. Probiere es aus und beobachte, wie sich deine Ernährung auf dein Wohlbefinden auswirkt. Für Fragen stehe ich dir jederzeit zur Verfügung. Abonniere gerne meinen Newsletter für weitere Tipps rund um das Thema Herzgesundheit.

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FAQ: Kalium und Blutdruck – Häufige Fragen

1. Kann Kalium den Blutdruck tatsächlich senken?

Ja. Eine kaliumreiche Ernährung kann dazu beitragen, den Blutdruck zu senken. Kalium unterstützt die normale Funktion der Blutgefäße und beeinflusst den Natriumhaushalt des Körpers. Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig viel Gemüse, Obst und andere kaliumreiche Lebensmittel essen, häufig niedrigere Blutdruckwerte aufweisen. Besonders wirksam ist eine insgesamt pflanzenbetonte Ernährungsweise wie die DASH-Ernährung.

2. Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Kalium?

Zu den kaliumreichen Lebensmitteln gehören unter anderem:

  • Tomaten
  • Kartoffeln
  • Spinat
  • Avocados
  • Aprikosen
  • Bananen
  • Bohnen und Linsen
  • Kürbis
  • Mangold

Je frischer und unverarbeiteter die Lebensmittel sind, desto besser lassen sie sich in eine blutdruckfreundliche Ernährung integrieren.

3. Was ist die DASH-Ernährung und warum wird sie bei Bluthochdruck empfohlen?

Die DASH-Ernährung (Dietary Approaches to Stop Hypertension) wurde speziell zur Blutdrucksenkung untersucht. Sie setzt auf reichlich Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse sowie fettarme Milchprodukte und enthält wenig stark verarbeitete Lebensmittel und Kochsalz.

Mehrere wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass diese Ernährungsform den Blutdruck wirksam senken kann und zusätzlich das Herz-Kreislauf-Risiko reduziert.

4. Ist Kalium für jeden Menschen geeignet?

Nein. Menschen mit einer eingeschränkten Nierenfunktion oder Personen, die bestimmte Medikamente wie kaliumsparende Diuretika (z. B. Spironolacton) einnehmen, sollten ihre Kaliumzufuhr nicht eigenständig erhöhen. In diesen Fällen kann ein zu hoher Kaliumspiegel im Blut entstehen, der gesundheitliche Risiken birgt. Deshalb sollte eine kaliumreiche Ernährung in diesen Situationen immer mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.

5. Sind Kartoffeln trotz ihres hohen Stärkegehalts gesund?

Ja. Kartoffeln enthalten neben Stärke auch wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Kalium. Interessant ist, dass sich die Stärke verändert, wenn gekochte Kartoffeln vollständig abkühlen. Dabei entsteht sogenannte resistente Stärke. Dadurch steigt der Blutzucker nach dem Essen langsamer an als bei frisch gekochten Kartoffeln. Kalte Kartoffeln oder wieder erwärmte Kartoffeln können deshalb eine sinnvolle Beilage im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung sein.

6. Hilft Kaliumsalz gegen Bluthochdruck?

Kaliumsalz ersetzt einen Teil des Natriumchlorids durch Kaliumchlorid. Studien zeigen, dass dieser Austausch den Blutdruck senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren kann. Kaliumsalz ist jedoch nicht für jeden geeignet. Menschen mit Nierenerkrankungen oder einer Neigung zu erhöhten Kaliumwerten sollten es nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden.

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Transkript:

00:00:02 – 00:01:00 
Ja, diese kleine Tomate habe ich gerade geerntet. Und was macht die Tomate sehr wertvoll? Diese Tomate ist nämlich voller Kalium. Und jetzt sind wir bei dem Thema von heute: Wir können nicht nur Salz sparen und den Blutdruck senken, sondern wir können auch Salz zuführen und den Blutdruck senken. Denn in dieser Tomate ist Kalium drin, und dieses Kaliumsalz kann deinen Blutdruck senken. Ja, bei all der Freude über das schöne Wetter und diese super leckere Tomate, die ich hinterher auch gegessen habe, habe ich ein Essential vergessen. Und zwar: Kaliumzufuhr ist bei den Menschen nicht günstig oder sogar kontraindiziert, sprich verboten, die eine eingeschränkte Nierenfunktion haben.

00:01:01 – 00:02:04 
Wenn du also eine eingeschränkte Nierenfunktion hast, sprich zunächst mit deinem Hausarzt, wenn du eine kaliumreiche Ernährung zur Kontrolle deines Blutdruckes durchführen möchtest. Das Gleiche gilt auch für die Menschen, die kaliumsparende Diuretika nehmen, wie zum Beispiel Spironolacton oder andere. Also: Da gehört zuerst die Visite beim Hausarzt dazu, um die Kaliumzufuhr für dich auch sicher zu steigern. Denn zu viel Kalium im Blut schadet auch. Ja, das wollte ich dir unbedingt dazu sagen. Und da brauchen wir nur auf die Ergebnisse vieler, vieler Untersuchungen blicken, die nämlich zeigen, dass, wenn wir eine Ernährung so gestalten, dass wir viel Obst und Gemüse zuführen, dann sinkt der Blutdruck. Das nennt man früher, oder in der medizinischen Literatur nennt man das auch DASH-Diät.

00:02:04 – 00:02:42 
Das kommt von der Studie, die man schon denn „Dietary Approach on Systolic Hypertension“ nennt. Und das war eine sehr, sehr gute Studie, die nämlich zeigte, dass man eine Mittelmeer-Diät dazu nutzt, oder Mittelmeer-Ernährung, Diät hört sich so zwanghaft an, nutzt, um deinen Blutdruck zu senken. Da musst du nichts sparen, mein Freund. Da darfst du was zuführen, und nicht nur Tomaten, sondern viele, viele andere Gemüse auch. Sogar Kartoffeln, wenn man sie richtig zubereitet. Da komme ich vielleicht gleich nochmal drauf. Warum ist das Kalium so entscheidend?

00:02:42 – 00:03:47 
Weil Kalium ist eigentlich im Prinzip nichts anderes als ein Weichmacher deiner Muskulatur, deiner Gefäße. Denn das Problem ist darin: Das Kalium geht her und muss in die Zelle hineingebracht werden. Und für das Kalium, was in die Zelle hineingebracht wird, geht immer auch ein Natrium und ein H+ nach draußen. Und das führt dazu, dass quasi die Membran deiner Zellen stabilisiert wird. Diese Membranen haben die Aufgabe, quasi auch die Zelle zu schützen und quasi so eine frühzeitige Zusammenziehung der Zellen, der Muskelzellen, zu verhindern. Und du weißt, dass die Muskelzellen in den Widerstandsgefäßen sozusagen die Weite der Muskulatur deiner Gefäße und damit auch die Weite deiner Gefäße kontrollieren. Und wenn also die Erregbarkeit der Gefäße groß ist, dann ist das Gefäß eng und erhöht deinen Blutdruck.

00:03:47 – 00:04:48 
Ist die Erregbarkeit der Gefäße klein, dann wird dein Blutdruck sinken. Das bedeutet: Wenn du also Kalium in deine Ernährung zuführst, dann hast du einen niedrigeren Blutdruck. Natürlich gibt es inzwischen auch Salze, die einen höheren Anteil von Kaliumchlorid haben. Das basiert im Wesentlichen auf einer riesengroßen chinesischen Studie, die gezeigt hat, dass eben halt, wenn du 30% Kaliumchlorid in dem normalen Streusalz hast, dass dann die Wahrscheinlichkeit, dass du einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder ähnliches erleidest, um eine große Zahl verringert wurde. Diese Zahl kann ich nicht mehr genau erinnern, ich glaube 20% war das. Und das ist, glaube ich, schon sehr viel für eine medizinische Studie. Und deswegen hat man bereits, auch in Deutschland erhältlich, das sogenannte Raabsalz geschaffen.

00:04:48 – 00:05:45 
Da sind 70% Natriumchlorid, also normales Speisesalz, drin und 30% Kaliumchlorid. Ich habe mir das mal besorgt. Das schmeckt ganz normal, es ist sehr fein, und du kannst es eben halt sehr schön dosieren. Und der Salzgeschmack ist ähnlich. Für empfindliche Menschen wirkt das ein ganz klein bisschen bitter, aber das kannst du ja streuen oder so machen, wie du es haben willst. Also, ich kann das nur empfehlen, aber du brauchst das Salz gar nicht zu kaufen, wenn du hergehst, eben halt statt viel der Fertignahrungsmittel, die dich frischem Obst und frischem Gemüse ernährst, dann sinkt dein systolischer Blutdruck ganz, ganz deutlich, wie das in der DASH-Studie auch gezeigt wurde. Also diesmal kein Verbot, irgendetwas, sondern du darfst etwas zuführen, was ergänzen in deiner Nahrung.

00:05:46 – 00:05:56 
Dann nochmal zum Thema Kartoffeln. Natürlich sagt jeder: „Ja, Kartoffeln, das ist ja nur Stärke.“ Und diese Stärke, die hat einen hohen glykämischen Index.

00:05:56 – 00:07:01 
Was heißt das? Wenn sie in den Körper kommt, wird sie sofort durch die Mundamylase aufgedaut und steht sofort als purer Zucker zur Verfügung. Das stimmt aber nur begrenzt, wenn man mit der Kartoffel anders umgeht. Und neuerdings weiß man, dass, wenn man die Kartoffel kocht und lässt sie dann eine Nacht quasi im Kühlschrank abkühlen oder überhaupt abkühlen, dann verändert sich die Stärkestruktur und ist dann durch die Amylase nicht mehr so gut angreifbar. Das heißt, der glykämische Index sinkt von 0,98, was eine Menge ist, auf 0,58. Und damit wird die Kartoffel zu einer wirklich guten, vitaminreichen Sättigungsbeilage. Das heißt also, du kannst quasi einfach nur durch dieses Behandeln der Kartoffel in dieser Reihenfolge, wie ich es gerade geschildert habe, die Sättigungsbeilage schaffen, die dann nicht dazu führt, dass du weiter zunimmst.

00:07:01 – 00:07:59 
Wenn du das dann zum Beispiel mit gesundem Gemüse kombinierst, und da gibt es sehr leckere Gerichte, ich werde mal ein oder zwei vielleicht unten in den Shownotes mal erwähnen, da siehst du dann, dass damit dein Blutdruck trotz ausreichender Sättigung super schön gesenkt wird. Außerdem sind die Gerichte, die dadurch entstehen, sehr leicht machbar. Du musst nur am nächsten Tag davor die Kartoffel kochen oder sie entsprechend vorher behandeln. Ja, wenn du die Kartoffel kochst und du schälst sie vorher, dann verliert sie deutlich an Kalium, da gebe ich dir recht. Aber du fügst ja auch andere Gemüse als Beilage mit dazu und kannst dann eben halt die Kartoffel sehr schön in dieser Kombination genießen. Also, was habe ich dir heute gesagt? Wenn du deinen Blutdruck behandeln willst, mit Ernährung, dann musst du nicht unbedingt immer was weglassen.

00:07:59 – 00:09:04 
Du darfst mal was dazu führen. Das ist nicht nur die Tomate alleine, sondern viele, viele Obst- und Gemüsesorten darfst du dann zuführen. Und diese können auch sehr schön deinen Blutdruck senken, in der DASH-Studie bewiesen. Und jetzt frage ich dich am Ende dieses Podcasts: Auf welches kaliumreiche würdest du verzichtest, obwohl es dir normalerweise schmecken würde? Vielleicht schreibst du mir das mal unten in die Nachrichten oder schickst mir eine E-Mail, dann weiß ich mehr, was dich bereits bewegt bezüglich deines Blutdrucks und deiner Ernährung bei dem Blutdruck. Und wenn es dir richtig Spaß macht, dann darfst du auch mal meinen Blickpunkt oder meinen Blitz-Blutdruck-Newsletter abonnieren, den ich jetzt neuerdings jeden Sonntag früh auf deinen Frühstückstisch lege, damit du vielleicht mal 5 Minuten dich über deinen Blutdruck oder über Neuigkeiten bezüglich deines Blutdrucks informieren kannst. Jetzt habe ich dich zugequatscht.

00:09:04 – 00:09:28 
Ich will natürlich ganz begeistert sein, wenn du hergehst und am Ende des Podcasts ein Like bei YouTube machst, einen Daumen nach oben und vielleicht einen kleinen Kommentar schreibst. Dann habe ich die Chance, dass immer mehr Menschen diese Podcast-Folgen hören und sehen können. Und dann können immer mehr Menschen ihren Blutdruck besser kontrollieren.

00:09:28 – 00:09:48 
Und mein Ziel bei diesen ganzen Podcasts ist: Ich will nicht nur einen Menschen sozusagen dazu bewegen, kann das zu machen, damit vor seinem Haus nicht mal ein Notarztwagen wegen eines Infarktes oder wegen einer Blutdruckkombination stehen muss. Dann habe ich gewonnen. Und deswegen mache ich diese Podcast-Folgen.

00:09:48 – 00:09:53 
Und ich danke dir dafür, dass du zugehört hast. Und sage: Bis zur nächsten Folge.

Dein Blutdruck bei Hitze

Warum du vor Hitze keine Angst haben musst

Die aktuelle Berichterstattung über Hitzewellen gleicht oft einem Katastrophenfilm. In Medien und Politik wird eine regelrechte Angst vor hohen Außentemperaturen geschürt. Es fallen Behauptungen, dass bei 40 Grad Celsius das menschliche Gehirn Schaden nehmen würde. Doch ist diese Furcht medizinisch begründet? Als Arzt für Innere Medizin und Nephrologie sehe ich die Dinge gelassener. Unser Körper ist ein Meisterwerk der Anpassung.

Die Evolution hat uns mit einer beeindruckenden Fähigkeit ausgestattet, die uns von anderen Säugetieren unterscheidet. Wir sind darauf ausgelegt, Wärme abzuführen. Wer die physiologischen Abläufe kennt, verliert die Angst vor dem Sommer. In dieser Analyse schauen wir uns an, wie dein Körper mit Hitze umgeht und warum Schwitzen ein Zeichen von Gesundheit ist.

Die Thermoregulation: Dein Körper arbeitet für dich

Dein Körper hält seine Kerntemperatur konstant bei etwa 36,5 Grad. Wenn es draußen heiß wird, möchte der Organismus überschüssige Energie loswerden. Dies geschieht in zwei klugen Schritten. Zuerst weitet der Körper die Hautgefäße aus. Das Blut strömt vermehrt an die Oberfläche, um die Wärme an die Umgebung abzugeben. Dieser Vorgang bewirkt eine angenehme Senkung des Gefäßwiderstands.

Die Folge davon ist ein sinkender Blutdruck. Was in der Sauna gesundheitlich erwünscht ist, passiert auch an heißen Sommertagen ganz natürlich. Wärme kann bei richtiger Handhabung also sogar eine Wohltat für dein Herz-Kreislauf-System sein. Solange die Kerntemperatur nicht exzessiv ansteigt, gibt es keinen Anlass zur Sorge um deine geistige Leistungsfähigkeit oder deine Gesundheit.

Schwitzen: Die körpereigene Klimaanlage

Wenn die Außentemperatur die 37-Grad-Marke überschreitet, reicht die bloße Abstrahlung über die Haut nicht mehr aus. Hier greift der zweite Mechanismus: das Schwitzen. Flüssigkeit wird auf die Hautoberfläche gepumpt und verdunstet dort. Dabei entsteht Verdunstungskälte, die den Körper effizient abkühlt.

Dies ist der Grund, warum wir Menschen die ausdauerndsten Läufer unter den Säugetieren sind.

Andere Tiere, wie beispielsweise Hunde, sind dazu nicht in der Lage. Sie besitzen kaum Schweißdrüsen und müssen über Hecheln kühlen. Das ist bei weitem weniger effizient. Wir Menschen hingegen können unsere Temperatur über Stunden hinweg halten, solange wir Wasser nachliefern. Das Schwitzen schützt uns vor Überhitzung und ist somit ein essenzieller Bestandteil unserer körperlichen Robustheit.

Worauf du an heißen Tagen achten solltest

Obwohl dein Körper gut gerüstet ist, unterstützen ihn ein paar einfache Maßnahmen. Trinke an heißen Tagen etwa 2,5 Liter Wasser. Bei starker körperlicher Aktivität darf es etwas mehr sein. Die Waage ist ein hervorragendes Kontrollinstrument: Wenn du morgens und abends wiegst, erkennst du genau, wie viel Flüssigkeit du durch das Schwitzen verloren hast.

Beim Thema Wohnraum ist frische Luft wichtiger als hermetische Abriegelung. Geschlossene Fenster bei Hitze führen oft zu einer hohen Luftfeuchtigkeit im Raum. Da feuchte Luft den Verdunstungseffekt des Schweißes behindert, wird das Klima für dich unangenehmer. Öffne daher die Fenster, um den Wasserdampf abzuführen und für Zirkulation zu sorgen.

Besondere Vorsicht für Herz- und Nierenpatienten

Für Menschen mit einer vorliegenden Herzschwäche gelten andere Regeln. Ein geschwächtes Herz neigt dazu, Wasser im Körper einzulagern, da es die Flüssigkeitsmengen schlechter verarbeiten kann. Wer unter Ödemen leidet, sollte die Trinkmenge nicht eigenmächtig drastisch erhöhen. Hier ist eine engmaschige Kontrolle durch den Hausarzt sowie eine Beobachtung des eigenen Gewichts unerlässlich.

Besonders wichtig ist die Abstimmung der Medikamente. Patienten, die Diuretika zur Blutdrucksenkung einnehmen, sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob eine Anpassung der Dosis während der heißen Tage sinnvoll ist. Ein zu niedriger Blutdruck kann gerade bei Hitze den Kreislauf belasten. Suche hier das Gespräch mit deinem Mediziner, anstatt Eigenentscheidungen zu treffen.

Pflegebedürftigkeit und menschliche Zuwendung

Ein oft vernachlässigter Aspekt ist die Betreuung älterer und pflegebedürftiger Menschen. Diese Personengruppe kann ihre Bedürfnisse oft nicht mehr selbstständig äußern oder umsetzen. Ein zusätzliches Glas Wasser oder das einfache Öffnen eines Fensters sind hier entscheidende Hilfeleistungen. Anstatt in teure technische Lösungen wie Klimaanlagen in Heimen zu investieren, sollte der Fokus auf mehr Zeit und menschlicher Zuwendung liegen.

Pflegekräfte sind durch enge Zeittakte oft überfordert. Wertschätzung und eine ausreichende Personaldecke sind der wirksamste Schutz für gefährdete Menschen. Wenn wir die Bedürfnisse älterer Mitbürger wahrnehmen, können wir viele hitzebedingte Probleme vermeiden, ohne in Panik zu verfallen. Menschliche Fürsorge schlägt hier jede technische Anlage.

Fazit: Vertraue deinem Körper

Habe keine Angst vor der Hitze. Dein Körper ist durch Millionen Jahre Evolution perfekt darauf vorbereitet, hohe Temperaturen auszugleichen. Nutze das Schwitzen als natürliches Signal deines Organismus und unterstütze ihn mit ausreichend Flüssigkeit und frischer Luft. Wenn du zudem auf deinen Blutdruck achtest und bei Vorerkrankungen deinen Arzt einbeziehst, wirst du auch heiße Tage unbeschadet überstehen.

Genieße die Sonne und das warme Wetter. Wir sind anpassungsfähig und stark. Sorge für eine gute Belüftung, trinke bei Bedarf und bewahre dir deinen gesunden Menschenverstand. Dann steht einem schönen Sommer, ob im Urlaub oder zu Hause, nichts im Wege.

Hier sind fünf SEO-optimierte FAQ-Fragen mit prägnanten, fachlich vorsichtig formulierten Antworten. Sie greifen die Suchintentionen deiner Zielgruppe auf und ergänzen den Blogbeitrag sinnvoll.


FAQ – Hitze und Blutdruck

1. Senkt Hitze den Blutdruck?

Ja, hohe Außentemperaturen können den Blutdruck senken. Der Körper erweitert bei Wärme die Hautgefäße, um überschüssige Wärme abzugeben. Dadurch sinkt der Gefäßwiderstand, was bei vielen Menschen zu niedrigeren Blutdruckwerten führt. Deshalb können sich an heißen Tagen Schwindel oder Kreislaufprobleme bemerkbar machen – insbesondere bei Menschen, die bereits blutdrucksenkende Medikamente einnehmen.

2. Wie viel sollte man bei Hitze trinken?

Gesunde Erwachsene benötigen an sehr heißen Tagen häufig etwa 2,5 Liter Flüssigkeit, bei starkem Schwitzen auch mehr. Der tatsächliche Bedarf hängt jedoch von der körperlichen Aktivität, der Schweißmenge und individuellen Erkrankungen ab. Menschen mit Herzschwäche oder Dialysepflicht sollten eine Erhöhung der Trinkmenge nicht eigenständig vornehmen, sondern sich an die ärztlichen Empfehlungen halten.

3. Muss man bei starkem Schwitzen zusätzlich Salz einnehmen?

Nicht unbedingt. Beim Schwitzen verliert der Körper zwar Wasser und Salz, gleichzeitig kann er sich an regelmäßige Hitze anpassen und den Salzverlust im Schweiß verringern. Eine pauschale Empfehlung zur zusätzlichen Salzaufnahme gibt es daher nicht. Eine ausgewogene Ernährung reicht für die meisten gesunden Menschen aus.

4. Sind Klimaanlagen bei Hitze sinnvoll?

Klimaanlagen können das Wohlbefinden verbessern. Besonders angenehm sind Geräte, die nicht nur kühlen, sondern gleichzeitig die Luft entfeuchten. Eine geringere Luftfeuchtigkeit erleichtert die Verdunstung des Schweißes und unterstützt damit die natürliche Kühlung des Körpers. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Frischluftzufuhr.

5. Sollte man Blutdruckmedikamente bei großer Hitze reduzieren?

Das sollte niemals in Eigenregie geschehen. Da der Blutdruck an heißen Tagen häufig niedriger ist, kann es in einzelnen Fällen sinnvoll sein, die Therapie ärztlich zu überprüfen. Wer Schwindel, sehr niedrige Blutdruckwerte oder Kreislaufbeschwerden bemerkt, sollte dies mit seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt besprechen. Besonders bei entwässernden Medikamenten (Diuretika) kann während längerer Hitzeperioden eine individuelle Anpassung erforderlich sein.

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Transkript:

00:00:02 – 00:00:19 
Auch heute habe ich mal wieder eine Frage, die ich allerdings am Ende des Podcasts oder dieser Podcast-Folge beantworten werde. Also, ihr könnt mal drüber nachdenken: Welche Säugetier kann wohl am ausdauerndsten laufen?

00:00:25 – 00:01:15 
Okay, also jetzt erst mal zum Thema. Das Thema Hitze geht durch aller Munde, ja, da wird sogar eine Angst vor der Hitze in der Presse und in allen Medien geschürt. Ja, um Gottes willen, wir haben jetzt eine Hitze, die es noch nie gab. Und ja, das krönte sich sozusagen darin, dass namhafte Politiker, die auch Ärzte sind, behaupteten, dass bei einer Außentemperatur von 40 Grad das Gehirn auflöse. Also, ich muss mal ehrlich gestehen, ich habe schon mal Fieber gehabt mit 40 Grad. Ich sitze hier gerade am Mikrofon und mir geht es gut. Ich glaube nicht, dass sich mein Gehirn während dieser 40-Grad-Temperatur, die ich mal als Kind hatte, irgendwie aufgelöst hat.

00:01:15 – 00:02:26 
Und ich gehe noch regelmäßig in die Sauna, und da in der Sauna sind dann auch schon mal, ich liebe das, wenn das so schön heiß ist, 90 Grad, und dann freue ich mich auch auf den Aufguss, und da wird es dann auch schon mal wärmer. Also, eine Außentemperatur von über 40 Grad schadet dem Gehirn überhaupt nicht. Wer sowas einfach verbreitet, muss man sagen, der hat unlautere Interessen, die er hier machen will, der möchte Angst schüren. Und gerade zu dem Thema Angst haben wir ja vor zwei Tagen ein sehr schönes Webinar gemacht, was Angst mit dir macht und wie Angst mit dir umgeht, und wie du vor allen Dingen mit der Angst umgehen kannst, um nicht von außen steuerbar zu werden. Also, noch mal: Fieber und Sauna lassen den Körper auch ansteigen in der Körpertemperatur, und wenn das Gehirn auf 40 Grad ist, und es ist auf 40 Grad, wenn man eine Rektaltemperatur von 40 Grad hat, dann löst sich in meiner Birne und auch in vielen anderen Köpfen nichts aus.

00:02:26 – 00:03:22 
Auf Entschuldigung. Und bei der Sauna schon lange nicht. Die Frage ist also: Wie regeln wir denn unsere Körpertemperatur? Zugegebenermaßen, wenn wir sagen, okay, wir würden jetzt die Kerntemperatur auf 45 Grad steigen lassen, dann wäre das nicht mehr gut fürs Gehirn. Aber wir haben ja ein Thermoregulationssystem, und das scheinen die Politiker und auch die Ärzte, die sich da vor diesen Karren dieser Hitze-Diskussion gespannt haben lassen, wohl offensichtlich übersehen. Also, was passiert bei der Körpertemperatur? Wenn es heiß wird, dann möchte der Körper ja die Energie, die in ihm selber entsteht, also das, was deinen Körper auf 36,5 Grad hält, da möchte der Körper diese überschüssige Energie an die Umwelt abgeben.

00:03:22 – 00:04:12 
Was macht er als Allererstes? Der geht her und stellt alle Hautgefäße weit, damit die Haut sozusagen gut durchblutet wird, und dass dann deine Hautwärme quasi in der Lage ist, die Wärme an das Umfeld abzugeben. Verrückt, was passiert da mit deinem Blutdruck, wenn die Hautgefäße weit gestellt werden? Na ja, wenn du meine Podcast-Folgen gehört hast, dann weißt du: Der Blutdruck sinkt. Na klar, weil der Gefäßwiderstand sinkt und das ist auch der Effekt, der eigentlich in der Sauna eintritt. Du weißt also, wenn du in die Sauna gehst oder dich körperlich belastest, dass deine Haut dann besser durchblutet wird, dann sinkt auf jeden Fall dein Blutdruck. Na ja, also kann Wärme für deinen Blutdruck gar nicht so schlecht sein.

00:04:13 – 00:05:31 
Gut, und dann passiert noch Folgendes: Wenn dann die Körpertemperatur über die Abstrahlung von Wärme über die Haut nicht mehr gelingt, weil die Außentemperatur eben halt 37 Grad überschreitet, dann passiert Folgendes. Kannst du dich erinnern, was da passiert? Natürlich, du fängst an zu schwitzen. Und beim Schwitzen, da wird sozusagen Flüssigkeit aus den Schweißdrüsen auf die Hautoberfläche gepumpt, und diese Flüssigkeit stammt natürlich aus deinem Blut, die stammt aus deinem Körper. Und diese Flüssigkeit verdunstet auf deiner Haut, und dadurch, dass sie auf deiner Haut verdunstet, entsteht sogenannte Verdunstungskälte. Also kannst du auch bei viel höheren Außentemperaturen deinen Körpertemperatur konstant halten, weil durch das Verdunsten deines Körperwassers quasi eine Verdunstungskälte entsteht. Das kannst du auch mal spüren, wenn du gehst ins Wasser draußen im Meer, ja, und du kommst aus dem Wasser raus und die Umgebungstemperatur entspricht gerade mal 25, 26 Grad.

00:05:32 – 00:06:33 
Und dann fangen viele Menschen an zu frieren, weil nämlich dann in dem Moment, wo der nasse Körper von der Luft bestrichen wird, quasi die Verdunstungskälte einsetzt. Und das kennst du sehr wahrscheinlich auch: Wenn du aus dem Wasser rauskommst oder aus der warmen Dusche herauskommst, dann ist es einfach klug, diese Verdunstungskälte sozusagen entstehen zu lassen. Also, was hast du gemacht? Du fängst an zu schwitzen. Und weil du dann auch Wasser nachliefern kannst, kannst du sehr, sehr lange deine Körpertemperatur auf jeden Fall konstant halten, weil die Verdunstungskälte quasi deine Temperatur runterregelt. Und das Verrückte ist: Wenn jemand wie du, der möglicherweise an das Schwitzen nicht gewöhnt ist, der wird auch dann mit diesem Schwitzen auch Natrium verlieren. Und weil du Natrium verlierst, sinkt auch weiter dein Blutdruck.

00:06:34 – 00:07:15 
Also, dieses Schwitzen an sich ist auch für deinen Körper und für deine Blutdruckregulation gut. Und du kennst das selber: Wenn du mal geschwitzt hast und du hast die Haut trocknen lassen und hast dann mal so ein bisschen über deine Haut geleckt, dann entsteht ein salziger Geschmack. Und das ist der Salzverlust, den du beim Schwitzen eingehst. Ich kann natürlich sagen: Was passiert denn in warmen Ländern, wo die Menschen dauerhaft schwitzen? Müssen die ständig Salz zu sich nehmen? Nein, müssen sie nicht, weil je mehr du ans Schwitzen gewöhnt bist, desto weniger Natrium ist in deinem Schweiß drin. Der Körper kann sich also dieser Situation quasi anpassen.

00:07:16 – 00:08:18 
Der ist angepasst an eine Situation, wo eben halt häufig geschwitzt wird. Und jetzt kommt der verrückte Teil: Wenn du nicht an das Schwitzen gewöhnt bist, verlierst du etwa gleiche Menge Natrium wie Flüssigkeit. Und das führt dazu, dass du ein geringeres Durstgefühl hast als der, der weniger Natrium in seinem Schweiß verliert. Also wirst du eher darüber nachdenken müssen, dass du während dieser warmen Tage, an die du nicht gewöhnt bist, natürlich Flüssigkeit zuführen musst. Über die Menge reden wir gleich noch, ja. Aber jetzt noch was ganz anderes, Wichtiges: Wir haben über die Verdunstungskälte gesprochen, aber das Verdunsten bedeutet, das Wasser auf deiner Haut wird in Wasserdampf umgewandelt. Und diese Umwandlung von der flüssigen Form in diese gasförmige Form, das bedeutet die Abgabe von Energie.

00:08:19 – 00:08:57 
Aber wann kann denn das Wasser auf deiner Haut nur verdunsten, wenn die Sättigung in der Luft nicht hoch ist? Wenn nämlich die Wasserdampfsättigung in der Luft hoch ist, dann ist der Schwitzeffekt immer geringer. Und das bedeutet für dich auch, dass du, wenn du schwitzt, eben halt nicht in geschlossenen Räumen, in geschlossenen Räumen und Fenster zu schwitzt, sondern dann passiert Folgendes: Dann ist es zwar in deiner Wohnung kalt oder kälter als draußen, aber dann steigt die Luftfeuchtigkeit an.

00:08:57 – 00:09:39 
Und weil die Luftfeuchtigkeit in einem kälteren Bereich ansteigt, ist dann auch die Sättigung der Luft sehr schnell da. Das bedeutet für dich: Wenn du in einer Situation bist, wo du keine Klimaanlage hast und wo du das Fenster, wo du quasi in der Wohnung bist, dann ist es immer klug, auch wenn die Sonne scheint, die Fenster etwas zu öffnen, hinter den möglicherweise heruntergelassenen Gardinen, damit sozusagen der überschüssige Wasserdampf, der durch dein Schwitzen entsteht, mit der durchströmenden Luft quasi entfernt werden kann.

00:09:39 – 00:10:21 
Also bedeutet das für dich, wenn du im Schrauben bist, dass du auf jeden Fall, der nicht klimatisiert ist durch eine Klimaanlage, da komme ich gleich noch mal drauf, solltest du auf jeden Fall bei sehr warmen Temperaturen auf ordentliche Luftzufuhr achten. Und da habe ich schon mal was geschrieben im Internet, da kam dann so eine Bemerkung: „Ja, dann kriegen die alten Leute, wenn sie im Bett sind und im Zug liegen, eine Lungenentzündung.“ Das ist doch Blödsinn. Das ist eine Situation, die kriegen eher eine Lungenentzündung und kriegen eher große Probleme, wenn sie ihre Flüssigkeit und ihre Feuchtigkeit, ihre Schwitzmöglichkeit verlieren, weil in der Luft so viel Wasserdampf drin ist, dass die Sättigung fast erreicht, dass es fast im Raum regnet.

00:10:22 – 00:10:52 
Also, es ist nicht klug, dann bei geschlossenem Fenster im geschlossenen Raum zu sitzen, sondern das Fenster aufzumachen und auch die warme Luft, die ja möglicherweise sogar noch mehr Wasserdampf aufnehmen kann als die kalte Luft oder sicher dir dann über die Haut streicht, damit du weiter schwitzen kannst. Also, Schwitzen ist absolut notwendig und macht dir eine wirklich fantastische Thermoregulation.

00:10:52 – 00:11:23 
Jetzt kommen wir noch mal zur Trinkmenge. Ja, die Trinkmenge muss erhöht werden, und ich sage mal so: 2,5 Liter um den Dreh solltest du an sehr heißen Tagen trinken. Wenn du merkst, dass du mehr Durst kriegst, darfst du auch 2,5 bis 3 Liter trinken. Viel mehr lohnt sich aber nicht, es sei denn, du schwitzt mehr. Ich kenne Menschen, die haben in einem Raum gesessen, wo nichts passiert ist und wo es total heiß war, die haben innerhalb von 5 Stunden 5 Kilo Wasser verloren, weil sie da nicht weg konnten.

00:11:23 – 00:11:51 
Das war zum Beispiel an der Dialyse. Das war einfach nicht zu erwarten, dass die Menschen, weil der Raum war nicht klimatisiert in der Dialyse damals, dass man sagen muss: „Hey, also hier müssen wir aufpassen, wie viel Wasser du verlierst.“ Und das kannst du natürlich schnell feststellen, indem du einfach mal morgens auf die Waage gehst und wenn du denkst: „Oh, ich habe viel geschwitzt“, gehst du noch mal auf die Waage, dann weißt du, wie viel Kilo Wasser du verloren hast. Also, das ist eine ganz einfache Möglichkeit.

00:11:52 – 00:12:32 
Also grundsätzlich 2,5 Liter, beim Herzgesunden ist das kein Problem. Wenn du allerdings herzkrank bist, musst du eins im Auge behalten, und zwar: Der Herzkranke neigt ja dazu, das Wasser im Körper zu behalten, weil das Herz, der Körper misst sozusagen die Herzleistung und sagt: „Boah, die Herzleistung ist zu niedrig, also ich werfe ich alle Mechanismen an, um wieder mehr Wasser im Körper behalten zu können.“ Das ist ein physiologischer Mechanismus, der aber den Herzinsuffizienten, also denen, die eine Herzminderleistung haben, nicht gut tut.

00:12:33 – 00:13:43 
Deswegen kriegen ja diese Herzminderleistungspatienten auch häufig Mittel, mit denen das Wasser aus dem Körper herausgetrieben werden kann. Also, wenn du Ödeme, also Wassereinlagerungen im Körper hast, an den Beinen und möglicherweise sogar im Becken, wenn man im Bett liegt, dann ist es nicht sinnvoll, die Trinkmenge dramatisch zu erhöhen, weil du wirst ja dann noch mehr Wasser zuführen und die Problematik mit der Herzminderleistung möglicherweise steigern. Also, hier musst du die Waage zurate ziehen oder deine fürsorglichen Mitmenschen müssen einfach mal auf deine Beine gucken und gucken, wie viel Wasser du eigentlich noch im Körper hast. Also, hier muss etwas vorsichtig gewarnt werden vor zu großer Wasserzufuhr. Auch Menschen, die eben halt keine intakten Nieren mehr haben, die dialysepflichtig sind, die eben halt auf die Wasserentfernung durch apparative Maßnahmen angewiesen sind, sollten auf keinen Fall ihre Trinkmenge so dramatisch steigern.

00:13:44 – 00:14:58 
Gut, dann wollte ich noch ein bisschen was zur Klimaanlage sagen. Klimaanlage ist für die meisten Menschen immer so ein Ding: „Ja, das macht die Luft kalt und dann fühle ich mich wohler.“ Ja, stimmt auch, Luft wird kälter. Aber was passiert, wenn die Luft kälter wird? Dann kann sie weniger Wasser, weniger Feuchtigkeit speichern. Also, da steigt im kalten Raum sozusagen die Luftfeuchtigkeit dramatisch an, und deswegen ist es sinnvoll, dass man nur Klimaanlagen baut, die gleichzeitig auch die Luft entfeuchten können. Und Klimaanlagen nur zur Kühlung der Luft sind ein großes Problem, und deswegen sollte man nur Klimaanlagen verbauen, die auch so einen Entfeuchtungsweg mit haben, damit nämlich deine Thermoregulation, so wie du sie brauchst, auch erhalten bleiben kann. Also, nicht nur Luft kalt, sondern auch entfeuchten. Das ist sicherlich 50 Prozent deines Wohlbefindens, dass die Klimaanlage auch in der Lage ist, die Luft zu entfeuchten.

00:14:59 – 00:15:57 
Ja, jetzt haben wir noch eine besondere Gruppe, das sind nämlich bettlägerige und pflegebedürftige Menschen. Und das sind Menschen, denen ist natürlich, weil sie bettlägerig und pflegebedürftig sind, die Daseinsvorsorge so ein bisschen abhandengekommen. Die brauchen einfach eine größere Zuwendung, weil sie trinken dann möglicherweise sehr wenig, weil sie nicht an den Trinkbecher rankommen oder der Trinkbecher nicht nachgefüllt wird oder weil sie zu länger zugedeckt liegen, obwohl es eigentlich nicht klug ist, sozusagen bei warmer Temperatur oder wenn die Sonne auf das Pflegezimmer scheint, komplett mit einer dicken Steppdecke zugedeckt zu sein. All das sind Dinge, die natürlich für die pflegebedürftigen Menschen in den Heimen oder auch zu Hause eine große Herausforderung darstellen.

00:15:57 – 00:16:42 
Und deswegen muss man einfach sagen, für diese Menschen bedarf es einer größeren Zuwendung in dieser Zeit. Und wenn ich dann sehe, dass die Personalschlüssel in den Heimen nach unten gedreht werden, sodass man sagen muss, dass immer weniger Pflegekräfte da sind, dann sind die überfordert. Und dann kann natürlich hier eine größere Zuwendung fast gar nicht geschehen. Da sind ja so enge Zeittakten, die dort drin sind, dass einfach die Menschen nicht mehr ordentlich versorgt werden können. Und da muss man dann sagen, da sind wir dann wirklich in der Gefahr, dass hier mehr Menschen an der Wärme versterben, als das bisher früher war.

00:16:42 – 00:17:16 
Das heißt, auch diese Menschen liegen sich natürlich bei Wärme, wo sie schwitzen, sie schwitzen natürlich auch, auf einer Unterlage, die möglicherweise eben halt zum Schutz des Bettes da drunter war, schneller durch, weil die Feuchtigkeit entsteht dort und weil sie sich dort eben halt nicht bewegen können, liegen sie einfach schneller durch. Das heißt, eine größere pflegerische Zuwendung für diese Menschen ist unabdingbar notwendig, und wenn die nicht da ist, dann kann ich das auch durch Klimaanlagen nicht beeinflussen.

00:17:16 – 00:18:07 
Also, die Forderung Klimaanlage für Heime finde ich ein bisschen am Wege vorbei. Ich denke mal, die Forderung ist erstmal Pflegepersonal für die Heime und dem Pflegepersonal genügend Raum zu lassen, um den Menschen, die sozusagen alt geworden sind, die möglicherweise unser Land mit aufgebaut haben, die dafür gesorgt haben, dass es uns heute so gut geht, dass die eine ausreichende Zuwendung und Wertschätzung bekommen. Das halte ich für viel, viel wichtiger, als Klimaanlagen in diesen Heimen zu machen und die Pflege zu digitalisieren. Aber das ist jetzt ein Aufruf von mir, den müsst ihr einfach ertragen, weil ich das so entsetzlich finde, dass immer wieder mehr in technischen Lösungen gesucht werden, statt Lösungen zu suchen, die eben halt durch menschliche Zuwendung zu erreichen sind.

00:18:07 – 00:18:30 
Also, was habe ich dir in dieser Podcastfolge gesagt? Ja, Wärme tut deinem Blutdruck gut. Versuche, deinen Flüssigkeitshaushalt, so gut es dir gelingt, auszugleichen. Du musst nicht 4, 5 Liter trinken, das ist nicht nötig. Wenn du merkst, dass du mehr schwitzt, dann kannst du da noch was dazulegen zu den 2,5 Litern, und dann fühlst du dich auch wohl.

00:18:30 – 00:18:57 
Dann noch vielleicht, ja, ich muss es doch noch ergänzen, die Einnahme von Diuretika im Rahmen der Blutdrucktherapie. Wenn du schnell wirkende Diuretika wie das Lasix, Furosemid, Torasemid oder ähnliches nimmst, sprich mit deinem Hausarzt, ob diese Medikamente während dieser warmen Tage abgesetzt werden sollen oder abgesetzt werden können, ohne dich zu gefährden.

00:18:57 – 00:19:18 
Und wenn du merkst, dass dein Blutdruck selber zu niedrig wird, dann kannst du auch über deinen Hausarzt entscheiden lassen, ob deine Medikamente in den warmen Tagen möglicherweise um die Kalziumantagonisten reduziert werden können. Aber das ist eine Sache, die kannst du nur zusammen mit deinem Hausarzt machen.

00:19:18 – 00:19:56 
Oh, und jetzt bin ich dir noch schuldig, meine Frage zu Beginn dieser Podcastfolge: Ja, welches Säugetier kann am ausdauerndsten laufen? Na, jetzt bin ich ja mal gespannt, ob ihr darauf kommt. Nein, es ist nicht das Pferd und es ist nicht der Hund und es ist ganz eindeutig der Mensch, denn der hat am meisten Schweißdrüsen und kann seine Körpertemperatur, das heißt, seine im Körper entstehende Wärme am besten abgeben, und das limitiert die Ausdauer sozusagen bei allen Säugetieren.

00:19:56 – 00:20:18 
Und ja, Pferde können auch schwitzen, das ist keine Frage, aber sie können es nicht in dem Maße im Verhältnis zu ihrer Körperoberfläche wie Menschen. Und Hunde können das gar nicht. Hunde können nur über ihre Zunge schwitzen, das ist eine relativ kleine Fläche, und übers Hecheln. Die schwitzen auch über die ganzen Drüsen im Bereich des Mundes.

00:20:18 – 00:20:42 
Aber wenn ich dann im Sommer sehe, dass Fahrradfahrer ihre Hunde neben sich herjoggen lassen bei heißen Temperaturen, dann ist das für das Tier eine Quälerei, weil die können nämlich ihre Körpertemperatur so schnell und so gut nicht abgeben wie wir Menschen. Also, wir Menschen sind die, die unsere Körpertemperatur am besten konstant halten können.

00:20:42 – 00:21:14 
Deswegen brauchst du auch keine Angst zu haben, wenn die Tagestemperatur mal über 40 Grad ist. Du kannst auf jeden Fall hergehen, durch Schwitzen deine Körperkerntemperatur deutlich darunter halten, im Normbereich halten, auf 36,5 Grad. Und weil es draußen 40 Grad ist, sage ich dir auch ganz klar, wird dein Gehirn auch nicht geschädigt wie manche Menschen, die hier offensichtlich für Gesundheitsfragen zuständig sind, dir Glauben machen wollen.

00:21:15 – 00:21:41 
Also, habe keine Angst vor der Wärme. Du kannst es selber regulieren, es tut deinem Blutdruck gut, und natürlich ist es angenehmer, wenn es 26, 27 Grad sind. Aber es ist unsere Zeit, und ich kann mich erinnern, in Wuppertal hatten wir häufig wochenlang Temperaturen über 38 Grad, da gab es überhaupt kein Thema. Aber jeder muss denken, wie es ist.

00:21:41 – 00:21:54 
Ich sage, du musst keine Angst haben, und ich wünsche dir ein paar warme Tage, an denen du schwitzen kannst, und wünsche dir natürlich in dieser Jahreszeit, wenn du wegfährst, einen wunderschönen Urlaub. Bis bald.

Arzt oder Mediziner

Warum der Unterschied zählt

Die Gesundheitsversorgung steht vor einem Wandel. Gesetzliche Sparvorgaben setzen Praxen unter Druck. Zeit wird zu einem knappen Gut. In dieser Situation ist es für Patienten entscheidender denn je, wen sie als Ansprechpartner haben. Es geht um die Wahl zwischen einem bloßen Mediziner und einem wirklichen Arzt.

Arzt und Patient diskutieren
Arzt und Patient diskutieren

Viele Menschen nehmen an, jeder mit einem Medizinstudium sei automatisch ein Arzt im besten Sinne. Das stimmt fachlich, aber in der menschlichen Behandlung klafft eine Lücke. Ein Mediziner agiert oft nach starren Regeln. Ein Arzt hingegen betrachtet das gesamte Leben seines Patienten. Gerade bei chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck ist dieser Unterschied existenziell.

Die Rolle des Mediziners im System

Ein Mediziner besitzt eine fundierte akademische Ausbildung. Er hat unzählige Studien gelesen und kennt die aktuellen Leitlinien der Gesundheitswissenschaft auswendig. In einer Welt voller komplexer Informationen bietet dieses Wissen eine klare Struktur. Er weiß genau, welche Behandlung laut Protokoll bei bestimmten Symptomen die richtige ist.

Diese Einhaltung von Standards gibt dem Mediziner Sicherheit. Er arbeitet effizient und zügig. Wenn ein Patient mit hohen Werten kommt, liefert er sofort das passende Rezept gemäß Lehrbuch. Der Prozess ist in der Theorie fehlerfrei. Er leistet Medizin im Sinne einer rein technischen Anwendung von Vorgaben.

Für den Mediziner ist die Behandlung oft beendet, sobald das Medikament den Blutdruck gesenkt hat. Er arbeitet innerhalb der vorgegebenen Strukturen des Gesundheitssystems. Er reagiert auf Werte, nicht unbedingt auf den Menschen dahinter. Die Leitlinie ist dabei sein wichtigster Kompass.

Warum wir einen Arzt brauchen, keinen Mediziner

Ein echter Arzt geht weit über das reine Studium der Leitlinien hinaus. Er versteht, dass kein Lehrbuch die Einzigartigkeit eines Individuums vollständig abdecken kann. Er erkennt, dass Blutdruck mehr ist als ein Zahlenwert auf einem Display. Er sieht den Patienten als Partner in einem gemeinsamen Prozess.

Die Individualtherapie steht hier im Mittelpunkt. Ein Arzt nimmt sich die Zeit, die Hintergründe der Beschwerden zu durchleuchten. Er hinterfragt das Umfeld, die Ernährung und den Lebensstil. Er begreift den Druck, dem ein Patient in seinem Alltag ausgesetzt ist. Diese ganzheitliche Sicht macht den wesentlichen Unterschied aus.

Wenn du das Gefühl hast, verstanden zu werden, sitzt du vor einem Arzt. Er signalisiert dir, dass er gemeinsam mit dir an der Lösung arbeitet. Er macht deine Gesundheit zur gemeinsamen Aufgabe. Dieses Vertrauensverhältnis ist die Basis für jeden langfristigen Therapieerfolg.

Bluthochdruck: Individualmedizin statt Standardrezept

Bei Bluthochdruck zeigt sich der Unterschied zwischen den beiden Typen besonders deutlich. Ein Mediziner verschreibt schnell ein Mittel und entlässt den Patienten wieder. Das Blutdruckproblem ist in der Akte kurzfristig gelöst. Langfristig werden jedoch oft die eigentlichen Ursachen ignoriert, weil keine Zeit für die Analyse der Lebensumstände bleibt.

Ein Arzt weiß, dass Blutdruckmessungen in einer Praxis oft nicht den Alltag widerspiegeln. Aufregung oder Anfahrtsstress verfälschen die Ergebnisse. Ein guter Arzt hinterfragt diese Werte. Er klärt, ob sie repräsentativ für den Alltag sind oder ob Stressfaktoren die Messung beeinflussen.

Bei der Behandlung von Bluthochdruck spielen viele Details eine Rolle, die der Mediziner oft übersieht:

  • Die häusliche Situation und das soziale Umfeld des Patienten.
  • Ernährungsgewohnheiten, die über Jahre hinweg unbemerkt schaden.
  • Die Gestaltung des Lebens und der tägliche Stresspegel.
  • Die korrekte Technik der Blutdruckmessung in der Ruhephase.
  • Die psychische Belastung durch die Diagnose einer chronischen Krankheit.

Verantwortung für das wertvollste Gut

Gesundheit ist das wertvollste Gut eines Menschen. Wenn du eine Praxis Betritts, vertraust du dieses Gut dem Berater an. Ein Mediziner, der lediglich Medikamente verordnet, ohne das Gesamtbild zu betrachten, wird dieser Verantwortung kaum gerecht. Er verwaltet die Krankheit, statt den Menschen zu begleiten.

Ein Arzt spürt die Verantwortung. Er stellt sicher, dass die Diagnose real ist. Er nimmt sich die Zeit, um dir Ängste zu nehmen. Er erklärt, warum Verhaltensänderungen oft wirksamer sein können als ein weiteres Medikament. Er ist dein Begleiter durch ein zunehmend komplexeres Gesundheitssystem.

In Zeiten knapper werdender Ressourcen ist ein solcher Arzt Gold wert. Er hilft dir, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Er fungiert als Lotse. Vertrauen ist hierbei das wichtigste Instrument, das nicht durch Studien ersetzt werden kann.

Fazit: Vertrauen als Basis der Behandlung

Suche jemanden, der dich und deine Herausforderungen versteht. Ein bloßer Mediziner arbeitet nach Protokoll, ein Arzt arbeitet mit dir. Besonders bei chronischen Leiden ist diese menschliche Komponente durch nichts zu ersetzen. Vertraue auf dein Gefühl bei der Wahl deines Ansprechpartners.

Ich wünsche dir einen Arzt, der an deiner Seite steht. Einen, der nicht nur Zahlen sieht, sondern den Menschen. Bleib gesund, damit du am Ende weder Arzt noch Mediziner benötigst. Solltest du jedoch Unterstützung brauchen, wähle weise.

FAQ:

1. Was ist der Unterschied zwischen einem Arzt und einem Mediziner?

Ein Mediziner verfügt über ein fundiertes medizinisches Fachwissen und orientiert sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien. Ein Arzt verbindet dieses Wissen zusätzlich mit der individuellen Situation des Menschen. Er berücksichtigt nicht nur Laborwerte und Diagnosen, sondern auch Lebensstil, Belastungen, persönliche Ziele und die Beziehung zum Patienten.

2. Warum ist Individualmedizin bei Bluthochdruck so wichtig?

Bluthochdruck entsteht häufig durch das Zusammenspiel vieler Faktoren wie Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stress oder familiäre Belastungen. Medikamente können ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sein, ersetzen aber nicht die Suche nach den persönlichen Ursachen. Eine individuell angepasste Therapie kann deshalb nachhaltiger sein als eine reine Standardbehandlung.

3. Kann Bluthochdruck nach einer einzigen Messung in der Praxis sicher diagnostiziert werden?

Nein. Einzelne Blutdruckmessungen in der Arztpraxis reichen in der Regel nicht aus, um einen dauerhaft erhöhten Blutdruck sicher festzustellen. Leitlinien empfehlen wiederholte Messungen, möglichst auch zu Hause oder mithilfe einer 24-Stunden-Blutdruckmessung, bevor weitreichende Therapieentscheidungen getroffen werden.

4. Woran erkenne ich einen Arzt, der mich individuell begleitet?

Ein Arzt nimmt sich Zeit für Ihre Fragen, erklärt die Befunde verständlich und interessiert sich für Ihre Lebenssituation. Er prüft gemeinsam mit Ihnen mögliche Ursachen eines erhöhten Blutdrucks und entwickelt eine Therapie, die zu Ihnen passt. Dabei geht es nicht nur um Medikamente, sondern auch um Maßnahmen, mit denen Sie selbst Ihre Gesundheit unterstützen können.

5. Warum wird das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient immer wichtiger?

Gerade in Zeiten knapper werdender Ressourcen im Gesundheitswesen gewinnt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit an Bedeutung. Wer sich verstanden fühlt und in medizinische Entscheidungen einbezogen wird, kann Therapieempfehlungen oft besser umsetzen und langfristig aktiver zur eigenen Gesundheit beitragen. Ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis ist daher ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Behandlung.

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Transkript:

Arzt oder Mediziner, das ist jetzt hier die Frage. Warum stelle ich dir diese Frage? Ganz einfach: Weil zwischen Arzt und Mediziner ein erheblicher Unterschied besteht. Und warum stelle ich dir die Frage jetzt? Weil wir wieder vor einem Gesundheitsspargesetz stehen. Die nennen das zwar „Gesundheitsreform“, aber das ist eindeutig ein Spargesetz.

Und dieses Spargesetz lässt alle sparen, und die sparen alle an der Gesundheit. Und die sparen vor allen Dingen an den Stellen, die du spürst. Und du spürst es zum Beispiel, wenn dein Arzt oder dein Mediziner eben halt weniger Geld für seine bereitgestellte Leistung bekommt. Und das wird in diesem Fall genau so passieren. Und da ist es ganz besonders wichtig, ob du als Ansprechpartner einen Arzt oder einen Mediziner hast.

Ich will es vorwegnehmen: Ich wünsche, dass du einen Arzt hast und nicht nur einen Mediziner. Was macht der Mediziner? Der Mediziner ist ausgebildet, und der kennt alle Studien, der hat ein abgeschlossenes Studium, und der weiß um alle Details aus der Gesundheitswissenschaft Bescheid. Um möglichst viele. Um alle willst du auch nicht wissen, aber um möglichst viele. Und der behandelt dich ganz klar, nach ganz klaren Regeln, die eben halt in gewissen Positionen und in gewissen Erkrankungen festgelegt sind. Und diese festgelegten Regeln, die geben diesem Mediziner Sicherheit.

Aber was dieser Mediziner nicht hat: Er ist eben halt kein Arzt. Denn um Arzt zu sein, musst du hergehen und auch den Patienten sehen. Und dann erkennst du, dass zum Beispiel alle Leitlinien nicht die Individualtherapie abdecken können. Die Individualentscheidung, die mit dir alleine passiert, wo es ein Verhältnis zwischen dir und dem Arzt gibt. Der Arzt, der nicht nur die Studien kennt und alle Untersuchungsmöglichkeiten, sondern der auch dich kennt. Der sich die Zeit nimmt, auf deine Herausforderungen einzugehen. Und das ist ganz entscheidend.

Und wenn dieser Arzt sozusagen hergeht und sich mit dir beschäftigt und dir zeigt, dass er dich versteht und dass du bei ihm angekommen bist und dass er dir signalisiert: „Ja, wir lösen das Problem gemeinsam“, dann bist du bei einem richtigen Arzt. Das wirst du auch fühlen. Der Mediziner wird dir schnell etwas verschreiben. Der kann nämlich in die Leitlinien schauen und schaut in die Leitlinien und sagt: „Ja, prima, passt.“ Zupf, bist du wieder draußen. Aber du hast keine Individualmedizin.

Das gilt besonders für den Bluthochdruck. Denn Bluthochdruck ist nur Individualmedizin. Natürlich kann man Medikamente über dir ausschütten, ohne Ende, bis auch dein Blutdruck endlich mal normal ist. Aber dann hast du nur das Thema der Medikamente bedient. Und nicht die vielen anderen Faktoren, die eben halt ganz entscheidend für deine Blutdrucktherapie und für den Erfolg deiner Blutdrucktherapie sind. Und diese vielen Details habe ich dir bereits erwähnt.

Da sind persönliche Verhältnisse zu Hause, da sind Dinge, die du in deiner Ernährung vielleicht konstant falsch machst, aber die einfach bei dir so eingelaufen sind. Und natürlich: Der kennt auch, der Arzt, dein Setup, wie du lebst, wie du eben halt dabei bist, in deinem Leben dein Leben zu gestalten, unter welchem Druck du stehst. Das steht, meine ich, ganz entscheidend. Unter welchem Druck du stehst. Und dann kann er dir sagen: „Wow, das oder jenes an Verhaltensweisen kann der Arzt dann mitgeben.“ Und diese Verhaltensweisen sind so, so, so essentiell für dich und deinen Blutdruck.

Allein schon die Tatsache, dass, wie du misst, dass er in Ruhe darauf eingeht, wie der Blutdruck gemessen wird. Einen Arzt wirst du auch daran erkennen, dass er nicht deinen Blutdruck jetzt mal eben einmal in der Sprechstunde misst und sagt: „Ja, ich gebe Ihnen mal ein Medikament.“ Das ist keine Medizin. Das ist zwar Medizin, aber kein Arzt sein. Das ist keine Behandlung. Weil man weiß genau, dass, wenn du in die Praxis gehst, dann gibst du da dein wertvollstes Gut ab. Dein wertvollstes Gut ist deine Gesundheit. Und die gibst du dann deinem Arzt in die Hände.

Und wenn der sich nicht kümmert, sondern einfach nur sagt: „Ja, ich gebe mal ein Medikament, wenn ich einmal einen erhöhten Blutdruck gemessen habe“, dann hat er seinen. Dann ist er kein Arzt, dann ist er Mediziner. Der reagiert einfach darauf. Und das ist nicht der Sinn der Sache, sondern erst mal dann zu fragen: „Wow, sind die Werte überhaupt real? Beschreiben die deinen Blutdruck tagsüber? Sind die Werte genauso, wie wenn du zu Hause bist und in Ruhe bist und nicht an den Arzt oder die Helferin oder das Setup in der Praxis denkst und nicht Angst hast, plötzlich krank zu sein?“ Und all das wird ein verständnisvoller Arzt genau für dich klären.

Und daran kannst du einen guten Arzt von einem Mediziner unterscheiden. Und alles, was ich dir jetzt in dieser Zeit wünsche, in der die medizinischen Ressourcen, sprich das, was die Krankenkassen bereit sind, für deine Krankheit und für dich zu bezahlen, knapper werden, dann wünsche ich dir, dass du einen Arzt hast, der dich begleitet und der genau schaut, was für dich die richtige Entscheidung ist. Und das gehört dazu. Nicht nur, dass dieser Arzt genau schaut, sondern es gehört auch dazu, dass du fühlst, dass du Vertrauen zu dieser Person hast. Und das wünsche ich dir.

Also, was wünsche ich dir? Ich wünsche dir einen Arzt an der Seite, der dich jetzt begleitet. Und ich wünsche dir keinen bloßen Mediziner, denn der wird deine Herausforderungen, die du persönlich hast, nicht komplett verstehen und einschätzen können. Vielen Dank für deine Zeit. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag und bleib gesund, damit du weder Arzt noch Mediziner benötigst. Bis denn.

Den Blutdruck wirklich richtig messen

🎯 Wichtigste Erkenntnisse

Kernpunkte:

  • Die richtige Blutdruckmessung ist entscheidend für therapeutische Entscheidungen, da falsche Messwerte zu unzureichenden oder übermäßigen Behandlungen führen können, die beide schädlich sind.
  • Messe den Blutdruck immer in vollständiger Ruhe, idealerweise morgens auf der Bettkante, um verlässliche Werte zu erhalten, die nicht durch körperliche oder seelische Belastung verfälscht sind.
  • Für die Bestimmung des Ruheblutdrucks solltest du an fünf aufeinanderfolgenden Tagen morgens drei Messungen durchführen und jeweils den niedrigsten systolischen und diastolischen Wert notieren.
  • Der Ruheblutdruck ist der verlässlichste Indikator für das Risiko von Langzeitschäden an Organen wie Herz, Nieren und Gehirn und sollte als Grundlage für die Therapie dienen.
  • Bevor Medikamente eingesetzt werden, sollten konservative Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, geringerer Salzkonsum und reduzierter Alkoholkonsum in Betracht gezogen werden, da diese oft eine signifikante Blutdrucksenkung ermöglichen.
  • Blutdruckwerte nach Belastungen oder im Laufe des Tages ohne Ruhe sind irrelevant für die Therapie und sollten ignoriert werden, da sie kurzfristig erhöht sein können, aber keine Aussagekraft über chronischen Hochdruck haben.

🔍 Zusammenfassung

Bedeutung der korrekten Blutdruckmessung
Die korrekte Messung des Blutdrucks ist von entscheidender Bedeutung, da fehlerhafte Messungen direkte therapeutische Konsequenzen haben. Wenn der Blutdruck falsch gemessen wird, kann dies dazu führen, dass eine Therapie zu gering ausfällt und somit keine Wirkung zeigt, oder dass sie zu stark ausfällt, was zu Beschwerden und gesundheitlichen Schäden führen kann. Ein unzureichend behandelter Bluthochdruck birgt das Risiko langfristiger Nebenwirkungen und Organschäden, wie sie am Herzen, den Nieren oder dem Gehirn auftreten können. Da erhöhter Blutdruck oft keine Symptome verursacht und daher oft unbemerkt bleibt, ist eine präzise Messung unerlässlich, um ihn überhaupt zu erkennen und angemessen zu behandeln.

Anleitung zur korrekten Blutdruckmessung und Bestimmung des Ruheblutdrucks
Um genaue und therapeutisch relevante Blutdruckwerte zu erhalten, muss die Messung immer in vollständiger Ruhe erfolgen. Dies bedeutet, dass man sich vor der Messung fünf bis zehn Minuten entspannt hinsetzen und an nichts denken sollte. Messungen, die direkt nach körperlicher Anstrengung, wie dem Treppensteigen, vorgenommen werden, sind ungenau, da der Blutdruck durch die Aktivierung des Körpers und Hormone wie Adrenalin kurzfristig erhöht ist. Der Therapieblutdruck wird am besten durch morgendliche Messungen auf der Bettkante bestimmt, kurz nachdem man aufgewacht ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der Blutdruck am höchsten, falls er erhöht ist, und spiegelt die reine Gefäßweite und Blutdruckregulation des Körpers wider. Für die Bestimmung des Ruheblutdrucks wird empfohlen, an fünf aufeinanderfolgenden Tagen morgens nach zwei bis drei Minuten Ruhe drei Messungen mit einem Oberarm- oder Handgelenksmessgerät durchzuführen. Von diesen drei Werten sollte jeweils der niedrigste systolische und diastolische Wert in eine Tabelle eingetragen werden. Die niedrigsten Werte korrelieren am besten mit einer 24-Stunden-Blutdruckmessung und sind weniger anfällig für Nervosität.

Therapeutischer Wert und individuelle Behandlung
Der errechnete Mittelwert dieser fünf Tage stellt den Ruheblutdruck dar, welcher eine verlässliche Grundlage für ein diagnostisches oder therapeutisches Gespräch mit dem Hausarzt bietet. Dieser Wert gibt Aufschluss über mögliche negative Auswirkungen des hohen Blutdrucks auf Gefäße und Organe und ist der beste Prädiktor für die Langzeitprognose. Ein Blutdruck unter 130 zu 80 oder 130 zu 85 gilt als unbedenklich, während Werte über 145 zu 85 oder 95 leichte therapeutische Maßnahmen erforderlich machen könnten. Es wird darauf hingewiesen, dass die Zielwerte für den Blutdruck nicht unnötig niedrig angesetzt werden sollten, wie es manchmal von pharmazeutisch gesponserten Studien suggeriert wird. Eine Blutdrucktherapie ist immer eine individuelle Entscheidung, die der Hausarzt in Absprache mit dem Patienten auf Basis der Ruheblutdruckwerte treffen sollte. Zudem sind konservative Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, weniger Salz und Alkohol oft genauso oder sogar wichtiger als Medikamente, insbesondere bei frisch manifestiertem Bluthochdruck, und sollten zuerst in Angriff genommen werden.

Irrelevanz von Messungen außerhalb der Ruhe
Blutdruckwerte, die tagsüber oder unmittelbar nach körperlicher oder seelischer Belastung gemessen werden, sind für die Diagnose und Therapie von chronischem Bluthochdruck irrelevant. Es ist normal, dass der Blutdruck bei Anstrengung oder Stress kurzfristig ansteigt, da dies eine natürliche Reaktion des Körpers ist. Nach der Belastung sinkt er jedoch wieder ab. Diese kurzfristigen Erhöhungen stellen keine Gefahr dar, solange der Ruheblutdruck im normalen Bereich liegt. Interessanterweise kann der Blutdruck nach einer Belastung sogar niedriger sein als üblich, da sich die Muskelgefäße geöffnet haben, um die Abbauprodukte der Muskelaktivität abzutransportieren. Dies zeigt den positiven Effekt von Bewegung und körperlicher Belastung auf die Blutdruckregulation, da der Körper lernt, die Gefäße zu weiten und den Blutdruck zu senken, was sich langfristig vorteilhaft auf die Blutdruckentwicklung auswirken kann.

Blutdruckmessung im Sitzen

Den Blutdruck richtig zu messen, ist eine häufig unbeachtete aber dringend erforderliche Grundlage für eine erfolgreiche Therapie.
Dein Ruheblutdruck und wann du handeln musst, sind das Thema dieser Folge.

Wie hoch ist der Blutdruckwert, an dem du handeln musst?

Mein Zielwert ist ein Ruheblutdruck von 130/85 mmHg.

Viele Fachgesellschaften offerieren dir an Leitlinien unterschiedliche Zielwerte, die aus Interventionsstudien mit neuen Pharmaka gewonnen werden. Die Einschlusskriterien dieser Untersuchungen sind fast immer sehr stark limitiert. Dadurch werden die Ergebnisse nur für diese Studienteilnehmer nutzbar.

Blutdrucktherapie ist aber eine Individualtherapie, die du mit deinem Hausarzt durchführst. Denn nur dein Hausarzt kennt alle deine Erkrankungen und kann daher optimal für dich sorgen. Da kann es durchaus sinnvoll sein, auch höhere Blutdruckwerte für dich zu akzeptieren.

Aber die Grundlage ist: den Blutdruck richtig messen.

Mein Fazit

Nicht jeder hohe Blutdruckwert ist ein Grund zur Sorge.

Entscheidend ist, wiewann und unter welchen Bedingungen gemessen wurde.

Wenn Du Deinen Blutdruck morgens in Ruhe über mehrere Tage hinweg dokumentierst, erhältst Du wesentlich aussagekräftigere Informationen als durch einzelne Messungen im hektischen Alltag.

So schaffst Du eine solide Grundlage für Gespräche mit Deinem Arzt – und vermeidest unnötige Sorgen ebenso wie unnötige Veränderungen der Therapie.

Deine kleine Aufgabe für die nächsten fünf Tage

Miss Deinen Blutdruck an den nächsten fünf Morgen direkt nach dem Aufwachen.

  • Drei Messungen
  • Drei Minuten Abstand
  • Niedrigsten systolischen und diastolischen Wert notieren

Mit diesen Werten kannst Du gemeinsam mit Deinem Hausarzt deutlich fundierter über Deine Blutdruckeinstellung sprechen.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei sehr hohen Blutdruckwerten, Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungserscheinungen oder starken Kopfschmerzen solltest Du umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

FAQ

Warum ist der morgendliche Blutdruck so wichtig?

Weil er am wenigsten durch Bewegung, Stress und Alltag beeinflusst wird und den Ruheblutdruck am besten widerspiegelt.

Wie oft sollte ich meinen Blutdruck messen?

Für die Beurteilung des Ruheblutdrucks empfiehlt sich eine Messung an fünf aufeinanderfolgenden Morgen mit jeweils drei Einzelmessungen.

Warum ist der erste Messwert oft höher?

Nervosität oder Anspannung können den ersten Messwert kurzfristig erhöhen. Weitere Messungen fallen häufig etwas niedriger aus.

Soll ich nach dem Sport meinen Blutdruck kontrollieren?

Ein unmittelbar nach Belastung gemessener Wert eignet sich nicht zur Beurteilung der Blutdrucktherapie. Wichtiger ist der Ruheblutdruck.

Kann ich meine Medikamente anhand meiner Messwerte selbst verändern?

Nein. Änderungen der Behandlung sollten immer gemeinsam mit Deinem behandelnden Arzt erfolgen.

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Transkript:

Ja, heute Folge 93. Wir machen noch mal, sag ich so, ein ganz klein bisschen Wiederholung, aber auch noch mal neue Aspekte über die Tatsache, wie der Blutdruck wirklich richtig gemessen wird, und was denn der Therapiewert ist und was der Ruheblutdruckwert ist. Ich wünsche dir viel Spaß dabei.

Jetzt sind wir bei einem sehr, sehr wichtigen Thema angekommen, denn ich glaube, hier werden die meisten Fehler gemacht, und ich denke, da ist keiner davon befreit, diese Fehler auch mal selber zu machen, nämlich bei dem Blutdruckmessen. Denn das Messen des Blutdrucks hat ja unmittelbar therapeutische Konsequenzen, und diese Konsequenzen sind umso bitterer, wenn der Blutdruck eben halt falsch gemessen wird. Dann würde zum Beispiel eine Therapie möglicherweise zu gering ausfallen, oder eine Therapie würde zu stark ausfallen, und sie würde dich in jeder Hinsicht schädigen. Wenn sie zu stark ausfällt, hast du Beschwerden, weil der Blutdruck zu niedrig ist, und wenn sie zu gering ausfällt, dann nimmst du Medikamente oder machst irgendwas in deinem Leben, ohne dass es einen therapeutischen Effekt hat. Der therapeutische Effekt muss natürlich sein, dass es keine Nebenwirkungen durch den hohen Blutdruck im Bereich des Langzeitverlaufes entstehen, aber auch keine Organschäden entstehen, und das sind ja die Zielpunkte bei der Blutdrucktherapie.

Denn der erhöhte Blutdruck selber, weißt du ja schon aus eigener Erfahrung, tut ja leider nicht weh, und deswegen ist er auch bei so vielen Leuten nicht richtig behandelt, weil eben halt er nicht bekannt ist. Und um ihn bekannt zu machen, muss man ihn erst mal richtig messen. Und bei dem richtig messen, sag ich dir mal: Wenn du gerade nach Hause kommst und bist gerade von Stockwerk E auf Stockwerk 3 gestiegen und hast dabei möglicherweise noch 2 Flaschen Wasser und den Tageseinkauf in der Hand, und setzt dich hin und misst dann deinen Blutdruck, was erwartest du dann? Du erwartest erstens, dass der Puls schnell ist, weil nämlich deine Muskeln, das hatte ich dir in der vorigen Folge erzählt, mehr Durchblutung brauchten, weil sie ja viel Leistung abgeben mussten. Aber dein Körper ist auch aktiviert, und durch das Adrenalin und das Noradrenalin, was eben halt dein Körper braucht, damit du die Treppe raufsteigen kannst, ist der Blutdruck in dem Fall auch erhöht. Das bedeutet: Wenn du jetzt den Blutdruck misst, dann misst du einfach einen Blutdruck, der falsch hoch ist.

Das bedeutet auch für dich, dass jede Blutdruckmessung, die du machen musst, immer nur in vollständiger Ruhe stattfinden sollte. Das heißt, du musst hergehen und wirklich 5 bis 10 Minuten dich entspannt hinsetzen und an nichts denken und dich sozusagen in eine Ruhe hineinbringen, damit du überhaupt in der Lage bist, einen verlässlichen Blutdruck zu messen. Und dann gibt es noch das andere Problem, dass der Blutdruck tageszeitlich Schwankungen unterworfen ist. Das hatte ich dir bereits in einer der Podcast-Folgen erzählt. Und diese tageszeitlichen Schwankungen, die bestimmen natürlich auch, wann es am besten ist, deinen Blutdruck wirklich zu messen, um eine therapeutische Entscheidung bezüglich des Blutdruckes bei dir treffen zu können. Und da hat sich herausgestellt, dass der Therapieblutdruck am besten bestimmt wird bei der morgendlichen Blutdruckmessung, quasi auf der Bettkante.

Wenn du wach wirst, dann ist da der Blutdruck, wenn er erhöht ist, am höchsten, weil er nämlich da lediglich von der Gefäßweite und von der dir eigenen Blutdruckregulation abhängig ist. Weil du hast in der Nacht geschlafen und du warst ruhig, und dann haben dich ab 04:00 Uhr die Hormone geweckt, 05:00 Uhr, dann steigt sozusagen automatisch der Blutdruck an, weil der Körper dich aufwecken möchte. Und gerade in diesem Zeitpunkt, in diesem Zeitraum, wenn du also die Augen aufmachst, dann möchtest du wissen, wie hoch dein Blutdruck ist, und dein Hausarzt möchte das auch wissen. Denn dein Hausarzt möchte eine verlässliche Blutdrucktherapie machen, und deswegen ist es für dich einfach sinnvoll, deinen Ruheblutdruck zu bestimmen. Und den Ruheblutdruck bestimmen, da habe ich eine eigene Podcast-Folge gemacht, die werde ich dir eben noch mal verlinken, und da gibt es auch eine Seite bei mir, da kannst du deine Blutdruckwerte eintragen, und da wird dann für dich automatisch dein Ruheblutdruck aus insgesamt 5 aufeinanderfolgenden Morgen oder Tagen berechnet, und diesen Wert kannst du dann ausdrucken und deinem Hausarzt mitbringen.

Warum mache ich so viel Berei um den Ruheblutdruck? Der Ruheblutdruck ist der einzige Blutdruck, der verlässliche Aussagen darüber machen lässt, ob deine Gefäße durch den hohen Blutdruck, ob deine Organe durch den hohen Blutdruck, ob dein Herz durch den hohen Blutdruck und ob deine Nieren durch den hohen Blutdruck und ob dein Gehirn durch den hohen Blutdruck in irgendeiner Form negativ beeinflusst wird. Der Ruheblutdruck sagt am meisten aus über deine Prognose, und deswegen ist es sinnvoll, auch den zu behandeln und den auch in Ruhe zu messen. Wie macht man das? Du gehst her und wirst morgens wach, setzt dich auf die Bettkante, wartest 2 bis 3 Minuten, und dann misst du, wie es dein Blutdruckmessgerät anzeigt, mit einem Oberarmmessblutdruckmessgerät oder mit einem Handgelenksblutdruckmessgerät im aufrechten Sitzen in Ruhe 3 Mal im Abstand von 3 Minuten deinen Blutdruck.

Diese 3 Blutdruckwerte schreibst du dir auf, und dann nimmst du an diesem Tag den niedrigsten systolischen Wert und den niedrigsten diastolischen Wert, und den trägst du dir in die Tabelle ein. Also nicht den höchsten, sondern den niedrigsten systolischen und den niedrigsten diastolischen Blutdruckwert dieser 3 Messungen. Warum den niedrigsten? Die höchsten Blutdruckwerte werden beeinflusst durch deine Nervosität. Ja, der Blutdruck könnte hoch sein, und diese niedrigsten Blutdruckwerte, die korrelieren am besten mit der 24-Stunden-Blutdruckmessung. Das machst du an 5 aufeinanderfolgenden Tagen, und dann trägst du jeweils die niedrigsten Werte ein, und das Programm auf meiner Seite, ich verlinke es dir dann, rechnet dir dann den Mittelwert aus diesen Tagen aus, und das ist dann dein Ruheblutdruck. Und über diesen Ruheblutdruck kannst du dich dann mit deinem Hausarzt in ein therapeutisches oder diagnostisches Gespräch begeben.

Das heißt, dein Hausarzt hat dann wirklich ganz harte Parameter: Das ist der Blutdruck, den ich bei dir behandeln muss, oder das ist der Blutdruck, der so noch in Ordnung ist und wo man nichts weiter machen muss. Also: Der Ruheblutdruck an 5 aufeinanderfolgenden Tagen, gemessen und gemittelt, ist ein sicherer, guter Wert, anhand der man eine entscheidende Therapie festlegen kann. Denn zu viele Medikamente sind nicht gut, und zu wenige Medikamente auch nicht. Und natürlich hat die Industrie ein Interesse daran, möglichst viele Medikamente zu verordnen, damit möglichst viel verschrieben wird. Deswegen legt sie nicht so einen großen Wert auf die Bestimmung des Ruheblutdruckes. Aber das kannst du ja machen, und du kannst dann mit deinem Hausarzt gemeinsam entscheiden, welchen therapeutischen Bereich dein Blutdruck liegt und was dann am besten getan werden muss.

Natürlich darfst du nicht vergessen, dass die konservativen Maßnahmen, deinen Blutdruck zu senken, genauso wichtig sind oder sogar wichtiger sind als die Medikamente. Und da kannst du, wenn dein Blutdruck gerade frisch, manifest ist, auf jeden Fall erst mal drauf zugreifen. Also, ich will nur 2 oder 3 nennen, da kannst du mal durch meine Podcast-Folgen gucken, da gibt es einen Haufen. Da ist sicherlich als allererstes das Körpergewicht zu nennen, zweitens der Salzkonsum, drittens der Alkoholkonsum.

Die sollten zumindest auf jeden Fall erst mal reduziert werden oder angegangen werden, damit du schon die Chance hast, durch deine eigene Therapie deinen Blutdruck wirklich zu senken. Es stellt sich natürlich die Frage: Was haben denn dann die Blutdruckwerte, die du dann nach dem Treppensteigen misst und die dann erhöht sind, für dich für eine Folgerung? Keine.

Vergiss diese Blutdruckwerte, die du im Laufe des Tages misst, wenn sie nicht in absoluter Ruhe gemessen werden. Und die Ruhebestimmung ist absolut entscheidend für den Blutdruck. Es ist ganz normal, dass, wenn du die Treppe steigst, dich belastest oder hinter dem Auto her, hinter dem Bus her rennst oder du zum Beispiel vor dem Nachbarn Bello weglaufen musst, dann ist das einfach so, dass der Körper dann kurzfristig seinen Blutdruck erhöht und dann sinkt er auch wieder.

Guck mal, die ganzen Sportler, die eben halt hergehen und sozusagen maximale Leistungsfähigkeit innerhalb von kurzer Zeit erwerben müssen, 100-Meter-Läufer, die haben während dieser Läufe riesig hohe Blutdruckwerte. Aber sie leiden nicht darunter, weil der Blutdruck hinterher nach dieser Belastung sofort wieder absinkt. Und deswegen ist der abgesenkte Blutdruck nach der Belastung oder der morgendliche Ruheblutdruck für dich von entscheidender Bedeutung.

Dann noch eine Kleinigkeit: Wenn du deinen Blutdruck länger nach einer Belastung, so 5 bis 10 bis 15 Minuten nach einer Belastung misst, wird der niedriger sein als üblich. Oder er kann niedriger sein als üblich. Und zwar, das liegt daran, weil dein Körper durch die Belastung ja alle Muskelgefäße öffnen musste, und alle Muskelgefäße sind jetzt noch gut durchblutet, und da werden die Abbauprodukte der Muskelaktivität noch beiseite geschafft.

Das bedeutet, weil dann diese Gefäße alle weit sind, sinkt dein Blutdruck unter diese deine normale Blutdruckerhöhung, als wenn du nichts getan hättest vorher. Das bedeutet also, nach einer Belastung kann der Blutdruck deutlich niedriger sein als vor der Belastung und kann auch deutlich niedriger sein als der Ruheblutdruck. Daran siehst du auch, dass natürlich Bewegung und körperliche Belastung für die Blutdruckregulation von Vorteil ist.

Nämlich, der Körper lernt dann auch mal, die Gefäße weit zu machen und den Blutdruck zu senken. Und das kann sicherlich eine positive Wirkung auf deine langfristige Blutdruckentwicklung haben. Also: Bestimme den Ruheblutdruck.

Dann vielleicht ganz kurz und knapp: Der Therapiewert. Ja, jetzt fangen wir ein ganz heißes Eisen an. Das kann man auch eigentlich in einer Podcast-Folge gar nicht machen. Ich sage dir nur: Wenn dein Blutdruck 130 zu 80 oder 130 zu 85 nicht überschreitet, ist sicher alles in Ordnung. Wenn dein Blutdruck 145 zu 85 oder zu 95 erscheint, dann muss man davon ausgehen, dass dein Blutdruck möglicherweise erhöht ist als sonst und dass man dann leichte therapeutische Entscheidungen treffen muss.

Also, der Blutdruck ist nicht so niedrig abzusenken, wie das viele auch von Pharmafirmen gesponserten Untersuchungen verlangen und auch wie sich manche Gesellschaften sich auf das Ziel gesetzt haben, den Blutdruck zu niedrig zu senken. Das sind alles Studienergebnisse aus langfristigen Untersuchungen, die haben mit dem täglichen Leben überhaupt nichts zu tun, weil sie in einer besonderen Situation gemacht sind.

Viel entscheidender und viel genauerer wäre man, wenn man wirklich Ereignisstudien messen würde, wo man wirklich sagt, unabhängig davon, man beobachtet einfach den Blutdruck und guckt, was passiert. Aber diese Studien werden heutzutage nicht mehr finanziert. Und ich hatte dir ja in der vorletzten Folge bereits über die Finanzierung von Wissenschaft was erzählt, und das ist einfach bedauerlich, dass man nur noch Finanzierung für externe Studien im Bereich der Pharmaindustrie findet, aber nicht mehr Studien finanziert werden, die eben halt zu wirklichem Erkenntnisgewinn führen und die nicht sozusagen einen Bias haben, wo man einfach guckt, dass der Blutdruck so niedrig wie möglich sein muss.

Außerdem ist Blutdrucktherapie eine Individualtherapie, und da trifft dein Hausarzt mit dir mit Sicherheit die richtige Entscheidung. Aber er kann sie nur treffen, wenn du ihm wirklich deinen Ruheblutdruck vermittelst. Also noch mal: Es ist uninteressant, wie hoch dein Blutdruck nach einer oder unmittelbar nach einer Belastung oder einer körperlichen oder einer seelischen Belastung gemessen wird.

Wichtig ist der Blutdruck morgens auf der Bettkante, und dort wird der Ruheblutdruck an 5 aufeinanderfolgenden Tagen bestimmt. Du kannst das noch mal in den Shownotes nachsehen. Ich habe die Seiten, wo das noch mal genau beschrieben wird, und die Seite, in der du auch die Blutdruckwerte eintragen kannst und den Mittelwert errechnen kannst, in den Shownotes verlinkt.

Ich danke dir für deine Anwesenheit heute oder dein Hören dieser Folge, und ich freue mich nach wie vor, dass Hendrik immer noch meine Podcasts in so eine gute, hörbare Fassung schneidet. Also, einen schönen Tag wünsche ich dir noch.