Blutdruck Regelung

Blutdruck Regulation

Dein Blutdruck: wer reguliert ihn?

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, was deinen Blutdruck eigentlich steuert? In der zweiten Folge dieses Podcasts erfährst du die faszinierenden Details über die Mechanismen, die den Druck in deinem Kreislaufsystem bestimmen – und warum das Herz dabei nur eine Nebenrolle spielt.

Ohne Widerstand kein Druck

Stell dir vor, dein Kreislauf ist wie ein Gartenschlauch. Wenn du das Ende mit dem Finger verengst, steigt der Druck, und das Wasser spritzt weiter. Genau so funktioniert es in deinem Körper: Die sogenannten Widerstandsgefäße – kleine und mittelgroße Arterien – sie regulieren den Blutdruck, indem sie sich zusammenziehen oder entspannen. Wenn diese Gefäße eng sind, steigt der Druck, werden sie weit, sinkt er.

Und was macht das Herz?

Das Herz pumpt das Blut zwar durch den Körper, aber der eigentliche „Regler“ sitzt in diesen Gefäßen. Ein zu hoher Gefäßwiderstand zwingt das Herz, härter zu arbeiten, was es langfristig schädigen kann – das erklärt, warum Bluthochdruck oft zu Herzerkrankungen führt. Spannend, oder?

Das Herz verdickt sich durch Bluthochdruck 2 Herzen im Vergleich
Das Herz verdickt sich durch Bluthochdruck 2 Herzen im Vergleich

Dr. Heart. erklärt dir das in diesem Video:

Die Macht der Widerstandsgefäße

In dieser Folge lernst du nicht nur, wie dein Körper den Blutdruck regelt, sondern auch, warum schon kleinste Veränderungen der Gefäßweite deinen Blutdruck dramatisch beeinflussen können – um bis zu das 16-Fache! Ich zeige dir außerdem, warum die richtige Therapie darauf abzielt, den Gefäßwiderstand zu senken und so das Herz zu entlasten.

Nach dieser Episode weißt du genau, wie dein Blutdruck entsteht, was ihn beeinflusst und was du selbst tun kannst, um ihn in Balance zu halten. 

Hör rein und werde zum Kapitän deines Blutdrucks – deine Gesundheit wird es dir danken!

Was geschieht mit dem Herzen, wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist?

Das Herzmuskel verhält sich ähnlich wie die anderen Muskeln des Körpers, wenn ihnen mehr Leistung abverlangt wird: er verdickt sich und nimmt an Masse zu.

Die Verdickung des Herzens ist dan genauso positiv wie die des Oberarms?

Nein leider nicht. Die Verdickng des Herzmuskels führt dazu, dass er sich zwischen zwei Herzschlägen nicht mehr so gut entspannen kann. Dadürch ist die Füllung der linken Herzkammer verringert und das Herz verliert Elastizität. Außerdem hält die Blutversorgung mit dem Herzmuskelwachstum nicht Schritt. Zusammengenommen entwickelt sich eine Herzminderleistung.

Wie kann ich denn meine Gefäße entspannen?

Alle Dinge und Verhaltensweisen, die Dir Entspannung und Ruhe vermitteln lassen auch Deine Gefäße weit werden. Auch durch regelmäßige sportliche Belastung müssen die Gefäße sich zur Blutversorgung der Muskeln erweitern.

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Transkript:

Hallo, schön, dass du eingeschaltet hast. Hier ist wieder Harald Messner vom Podcast „Runter mit dem Blutdruck.“de. Heute in der zweiten Folge, und wir besprechen, was denn den Blutdruck reguliert.

Aber zunächst möchte ich dir nochmal wiederholen, was du in der letzten Sendung von mir gehört hast: Es gibt zwei Blutdruckwerte, einmal den systolischen und einmal den diastolischen Blutdruckwert. Der systolische Blutdruck ist der Blutdruck, der zum Zeitpunkt des Herzschlags entsteht, und der diastolische Blutdruck ist der Blutdruck, der zum Zeitpunkt entsteht, wenn das Herz Pause macht, und er wird jedenfalls vor allen Dingen durch die Elastizität der Gefäße bestimmt. Ein Herzschlag fördert circa 70 Milliliter Blut in die großen Gefäße.

Was nun die Höhe des Blutdruckes bestimmt und wer das wie reguliert, das erfährst du jetzt in dem folgenden Podcast.

Hallo, wer bestimmt denn nur in diesem Spiel die Höhe des Blutdruckes? Am einfachsten könnte man sich überlegen, es ist das Herz, weil es diese 70 Milliliter Blut pro Zeiteinheit herauswirft und weil zum Zeitpunkt des Herzschlages der höchste Blutdruck gemessen wird. Du weißt, also im Regelfall schlägt das Herz 70 Schläge pro Minute, das bedeutet, dass in einer Minute von dem Herzen 4,9 Liter Blut transportiert werden. Wenn wir jetzt den Herzschlag erhöhen auf 80 Schläge pro Minute, dann werden 5,6 Liter Blut in der Minute transportiert, und wenn wir ganz besonders viel Leistung abgeben wollen, dann kann das Herz auch bei 120 Schlägen pro Minute 8,4 Liter pro Minute transportieren. Du siehst also, das Herz kann sich durch die Erhöhung der Herzfrequenz sehr schön an die Erfordernisse der Durchblutung bei höherer Leistung anpassen. Du siehst, die Fördermenge des Herzens wird also durch die Herzfrequenz angepasst an die Bedürfnisse deines Körpers. Aber steigt damit auch gleichzeitig der Druck im System? Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten: Es passiert nämlich nicht zwangsweise. Wenn wir uns also unter körperliche Belastung begeben, dann werden die Muskeln besser durchblutet, und bei der besseren Durchblutung der Muskel sinkt hinterher der Blutdruck, zum Beispiel nach einer körperlichen Belastung.

Um jetzt das Phänomen der Blutdruckregulation richtig zu verstehen, möchte ich dir ein Beispiel aus meinem Garten geben. Wenn ich meinen Gartenschlauch nehme und den Wasserhahn voll aufdrehe, dann kann ich mit dem offenen Schlauch vorne so etwa 4 bis 5 Meter weit das Wasser spritzen lassen. Wenn meine Frau aber 10 Meter weit wegsteht, kann ich sie mit diesem kontinuierlichen Fluss aus dem Wasserhahn und aus dem Schlauch nicht erreichen. Was tue ich stattdessen? Ich gehe her und nehme meinen Finger und verenge das Austrittsloch des Schlauches, und damit wird der Spritzstrahl plötzlich ganz schmal, und ich kann meine Frau in 10 Metern Weite stehend dann locker nass spritzen.

Das bedeutet, mit Verengung des Schlauchsystems steigt der Druck in dem Schlauchsystem an, und der Anstieg des Druckes führt dazu, dass ich hergehen kann, meine Frau in 10 Meter Entfernung noch nass spritzen kann. Dadurch, dass ich den Daumen an das Ende gelegt habe und den Ausgang des Schlauches verengt habe, stieg der Druck in dem Schlauchsystem an, und nichts anderes tut der Körper auch. Denn in den kleinen Gefäßen und in den mittelgroßen Gefäßen hat die Natur kleine Muskeln eingesetzt, die sind in der Lage, das Gefäßsystem weit zu stellen, wenn sie sie erschlaffen, aber auch zu verengen, wenn diese Muskeln sich zusammenziehen. Das bedeutet, die Blutdruckregulation passiert nicht am Herzen, sondern die Blutdruckregulation passiert in den mittelgroßen bis kleinen Gefäßen, in den sogenannten Widerstandsgefäßen.

Diese Widerstandsgefäße werden von dem Körper autonom, also sprich selbständig reguliert, und wenn diese Widerstandsgefäße sehr eng sind, dann steigt der Blutdruck im System, und wenn die Widerstandsgefäße sehr weit sind, dann sinkt der Blutdruck im System. Daraus folgt: Aus einem hohen Gefäßwiderstand entwickelt sich ein hoher Blutdruck. Aus einem niedrigen Gefäßwiderstand entwickelt sich ein niedriger Blutdruck. Ich wiederhole nochmal: Das Herz macht also nicht den hohen Blutdruck, sondern die Widerstandsgefäße im Körper erzeugen den hohen Blutdruck.

Die Folge davon ist: Wenn das Herz gegen einen höheren Blutdruck anpumpen muss, dann ist das Herz nicht der Effektor des hohen Blutdruckes, sondern das Herz leidet unter dem hohen Blutdruck, und aus diesem Grunde haben wir auch sehr viele Herzerkrankungen bei den Patienten, die permanent einen hohen Blutdruck haben. Wenn ich den Blutdruck senken will, muss ich also die Widerstandsgefäße dazu bringen, ihre Kraft zu reduzieren und die Gefäße etwas weiter zu machen. Wie effektiv dieses ganze System ist, ergibt sich aus der Tatsache, dass bei einer 2 mm Verengung in des Gefäßsystems der Blutdruck in dem Gefäß um das 16-fache ansteigt. Das bedeutet, schon ganz kleine Veränderungen der Gefäßweite führen zu einer Erhöhung bzw. Senkung des Blutdruckes. Das Ziel der Bluthochdrucktherapie ist es also, den Gefäßwiderstand zu senken und damit das Herz zu entlasten.

So, jetzt möchte ich dir nochmal zusammenfassen, was du in dieser Folge gelernt hast: Die Höhe des Blutdrucks wird also nicht vom Herzen, sondern vor allen Dingen von dem Gefäßwiderstand der Arterien bestimmt. Die Therapie des hohen Blutdrucks ist daher darauf ausgerichtet, den Gefäßwiderstand zu senken. Ich danke für dein Zuhören, wünsche dir noch einen schönen Tag, und beim nächsten Podcast werde ich dir zeigen, wie man den Blutdruck richtig misst und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse und historischen Entwicklungen dazu geführt haben, dass wir jetzt so eine einfache Methode haben, den Blutdruck verlässlich zu messen. Bis dann, dein Harald.

Autor: HarMes

Arzt für Innere Medizin Nephrologie, Podcaster, Archetypen Coach, 1972-1983 Krankenpfleger, 1977-1983 Studium der Medizin Universität Essen 1983 Promotion 1983-1989 Facharzt Ausbildung Innere Medizin 1990 Zusatzbezeichnung Nephrologie Oberarzt Städtische Kliniken Wuppertal, Einführung der LDL Apherese in Wuppertal 1992 Gründung der Praxis für Innere Medizin Nephrologie Brändströmstr. 1995 Hypertensiologe DHL 2019 im Dezember im Unruhestand, Gründung Podcast und Ausbildung zum Archetypen Coach

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