Der wahre Auslöser deines inneren Drucks

Der wahre Auslöser deines inneren Drucks

Story-Vorschau

Manche rasen mit 180 über die Autobahn und bleiben ruhig, während andere bei einem nicht funktionierenden WLAN explodieren. Entdecke heute, warum Stress oft in uns entsteht und nicht von außen kommt, und wie diese innere Alarmglocke deinen Blutdruck in die Höhe treibt.

Kapitelübersicht:

00:00 Stress: Eine Innere Alarmanlage

03:05 Subjektive Stressoren und ihre Folgen

06:33 Die Rolle der inneren Bewertung

09:51 Stressoren erkennen und handeln

13:29 Umgang mit Stress und Prävention

Druck der Herausforderungen
Druck der Herausforderungen

Warum nicht jeder Mensch gleich reagiert

Zwei Menschen erleben dieselbe Situation – und reagieren völlig unterschiedlich. Der eine bleibt ruhig, der andere gerät innerlich in Alarmbereitschaft. Genau hier beginnt das Verständnis für psychosozialen Stress. Stress entsteht nicht nur durch äußere Ereignisse. Viel entscheidender ist die Bedeutung, die dein Gehirn einer Situation gibt. Dein Nervensystem bewertet permanent: Gefahr oder Sicherheit? Und genau diese Bewertung entscheidet über deinen Blutdruck.

Was subjektive Stressoren wirklich sind

Subjektive Stressoren sind keine allgemeinen Belastungen. Es sind ganz persönliche Trigger. Für manche Menschen ist Kritik kaum belastend. Andere reagieren darauf sofort mit innerem Druck. Wieder andere geraten bei Unordnung, Einsamkeit oder Konflikten in Dauerstress. Diese individuellen Stressoren wirken oft jahrelang unbemerkt im Hintergrund und aktivieren dauerhaft das Nervensystem.

Wie Stress deinen Blutdruck verändert

Chronischer Stress aktiviert deinen Sympathikus. Dabei werden Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet. Die Folge: Deine Gefäße verengen sich. Dein Puls steigt. Entzündliche Prozesse nehmen zu. Bleibt dieser Zustand dauerhaft bestehen, entwickeln sich Gefäßsteifigkeit und chronisch erhöhte Blutdruckwerte. Der Körper bleibt innerlich auf Alarm programmiert.

Warum dein Körper nicht diskutiert

Dein Körper diskutiert nicht mit dir. Er reagiert. Eine kritische Nachricht, ein Konflikt oder Angst vor Ablehnung können sofort körperliche Reaktionen auslösen. Herzrasen. Muskelspannung. Druckgefühl. Grübeln. Das Nervensystem unterscheidet dabei oft nicht zwischen echter Gefahr und innerer Interpretation. Genau deshalb können Gedanken den Blutdruck massiv beeinflussen.

Wie du dein Nervensystem beruhigen kannst

Der wichtigste Schritt ist Bewusstheit. Frage dich: Was löst in mir Stress aus? Welche Situationen bringen mich sofort aus der Ruhe? Wenn du deine Stressoren erkennst, kannst du lernen, anders darauf zu reagieren. Grenzen setzen. Situationen realistischer bewerten. Pausen zulassen. Atmung beruhigen. Dein Nervensystem ist trainierbar – und damit auch deine Stressreaktion.

Besondere Zitate:

  • “Du gibst dem Stressor oder der Tatsache eine innere Bewertung.”
  • “Nicht jeder Stress gehört zu mir und nicht jede Alarmreaktion ist eine Wahrheit.”
  • “Dein Körper, der redet nicht mit dir, der diskutiert nicht mit dir, der reagiert einfach, weil es der Stress ist.”

Was du sofort tuen kannst!

  1. Beobachte heute einmal ganz bewusst, wann dein Körper innerlich Alarm schlägt.
  2. Teile diese Folge mit einem Menschen, der ständig unter Druck steht.
  3. Höre weitere Folgen auf  runtermitdemblutdruck.de und lerne, wie echte Prävention beginnt.
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FAQ Modul

Kann Stress wirklich den Blutdruck erhöhen?

Ja. Chronischer Stress aktiviert dauerhaft das sympathische Nervensystem. Dadurch steigen Puls, Gefäßspannung und Blutdruck.

Was sind subjektive Stressoren?

Das sind individuelle Auslöser von Stress. Nicht jede Situation belastet jeden Menschen gleich stark.

Welche Rolle spielt Cortisol?

Cortisol ist ein Stresshormon. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel kann Gefäße und Blutdruck negativ beeinflussen.

Warum reagieren Menschen unterschiedlich auf Stress?

Weil das Gehirn Situationen individuell bewertet. Erfahrungen, Ängste und Persönlichkeitsmuster spielen dabei eine große Rolle.

Kann man sein Nervensystem trainieren?

Ja. Durch Selbstbeobachtung, Entspannung, klare Grenzen und neue Bewertungsmuster kann das Nervensystem ruhiger reagieren.

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Transkript

Ja, kennst du auch diese Menschen, die fahren mit 180 auf der Autobahn, telefonieren dabei und trinken dabei noch eine Tasse Kaffee und haben, während sie telefonieren, noch drei andere Anrufe, die sie gegenseitig auch noch bedienen?

Und die sagen: „Wow, ich bin ganz in der Ruhe, mir ganz gelassen“ und finden sich total cool dabei. Aber wenn die abends nach Hause kommen, explodieren die, wenn die Spülmaschine falsch eingeräumt ist.

Und das ist heute das Thema: nicht die Spülmaschine, aber dass der Stress in dir drinnen ist und nicht von draußen auf dich reinkommt. Viel Spaß dabei, denn es geht auch um deinen Blutdruck, denn der wird vom Stress ganz schön nach oben getrieben.

Ja, herzlich willkommen bei Runter mit dem Blutdruck.de. Ich will mich noch mal vorstellen: Ich bin Dr. Harald Messner, Nephrologe und Internist, und den seit Jahrzehnten dein Blutdruck interessiert.

Viele Menschen kämpfen gegen ihren Blutdruck. Nein, das geht nicht. Man darf ihn akzeptieren und gucken, wo er herkommt, aber kämpfen, denn dann durch Kampf erhöht sich dein Blutdruck noch mehr. Sie kämpfen aber gegen ihre innere Alarmanlage, und die ist es viel entscheidender.

Und diese Alarmanlage hat einen ganz besonderen Namen: der subjektive Stressor. Was ist ein subjektiver Stressor? Stelle dir mal die Frage: Was macht Stress? Nein, Scheiße, das war nicht gut. Noch mal von vorne ein Stich.

Nein, noch mal neu.

Ja, herzlich willkommen bei Runter mit dem Blutdruck.de. Ich bin Dr. Harald Messner, Nephrologe, Internist und jemand, der das seit Jahrzehnten erlebt. Viele Menschen kämpfen gegen ihren Blutdruck. Falsch. Sie dürfen nicht kämpfen, sie müssen ihn erkennen als Zeichen. Sie kämpfen aber gegen ihre innere Alarmanlage, und diese Alarmanlage hat einen ganz, ganz besonderen Namen: Das sind die subjektiven Stressoren.

Was ist ein subjektiver Stressor? Ein subjektiver Stressor ist etwas, das dich selber stresst. Nicht die Menschheit, nicht die Wissenschaft, nicht dein Nachbarn, sondern dich stresst. Für den einen ist es Kritik. Wenn ich Kritik höre: „Um Gottes willen, habe ich wieder was falsch gemacht?“ Dann denn der Zeitdruck ist ein Stressor oder die Unordnung oder vielleicht sogar Einsamkeit ganz gut beschrieben, dass psychosoziale Einsamkeit erheblicher Stressor darstellt oder auch permanente Konflikte, die nicht zur Ruhe kommen oder gar die Kontrolle zu verlieren und ein ganz schlimmer Stressor, nicht perfekt zu sein. Und für den anderen ist das alles völlig egal.

Das ist ein entscheidender Punkt. Es gibt Menschen, für die ist das komplett völlig egal. Alle müssten doch verstehen, wie schlimm das ist. Nein, müssen sie nicht, weil Stress hochgradig individuell ist. Ich kenne Menschen, die bleiben bei einer Notfallsituation völlig ruhig, aber wehe, das WLAN funktioniert zu Hause nicht. Puls 180 oder andere. Sie sprechen vor 500 Menschen ganz entspannt und haben überhaupt kein Problem. Aber wenn zu Hause bei denen das Telefon klingelt: „Oh Gott, hoffentlich will niemand etwas von mir.“ Das Nervensystem ist manchmal wirklich kreativ.

Chronischer psychosozialer Stress aktiviert dauerhaft – und das ist der entscheidende Punkt – der aktiviert dauerhaft deinen Sympathikus. Er erhöht alle Stresshormone, er erhöht dein Cortisol, er erhöht dein Adrenalin und damit erhöht er auch die entzündlichen Prozesse. Und all diese Hormone und diese Reaktionen haben nichts anderes zur Folge, als dass die Gefäße verengt werden. Und weil die Gefäße verengt werden und weil sie chronisch verengt werden – die sind ständig im Spasmus – entsteht sozusagen der hohe Blutdruck. Es gibt eine Gefäßsteifigkeit, die auch nicht mehr weggeht und es gibt natürlich – wer kennt es nicht – den hohen Puls in diesem Zusammenhang.

Und da ist das Ergebnis der Forschung sehr klar inzwischen: Der psychosoziale Stress kann das Risiko für Bluthochdruck massiv erhöhen, insbesondere dann, wenn beruflicher Druck vorherrscht, wenn Angst vor irgendwas dauerhaftes Thema ist oder emotionale Überforderungen eben halt eine Rolle spielen oder ein dauerhafter innerer Alarmzustand vielleicht existent ist, der eben halt immer wieder also hoffentlich passiert: Jetzt nichts. Und jetzt kommt die Falle: Viele Menschen versuchen, den Job zu wechseln oder die Familie zu ändern und alle Probleme damit zu beseitigen. Nein, nein, nein, aber das funktioniert nicht.

Warum funktioniert es nicht? Weil nicht diese Situation alleine entscheidet, sondern deine innere Reaktion. Und wo kommt diese innere Reaktion her? Zwei Menschen haben die gleiche Situation: Der eine ist total in der Ruhe im Notfall und der andere flippt vollkommen aus, obwohl es die gleiche Situation ist. Und da gibt es ganz viele Beispiele. Zum Beispiel: Du bekommst eine WhatsApp, da steht: „Wir müssen reden.“ Bei dem einen sagt der andere: „Okay, ja, es gibt ein Thema, können wir drüber reden.“ Für den anderen ist das aber: „Wow, wie eine Nahtoderfahrung. Jetzt passiert etwas ganz Schlimmes, was eben halt mich vollkommen aus den Socken haut.“ Und innerhalb von Sekunden gibt es Herzklopfen, Grübeln, Druckgefühl in der Brust und ja, Katastrophenfantasien. Ich verliere meinen Job.

Und genau hier entsteht der chronische Stress. Nicht wegen der vier Worte – es sind ja bloß drei Worte: „Wir müssen reden.“ Nein, es ist einfach die Bewertung. Du gibst dem Stressor oder der Tatsache eine innere Bewertung. Viele Menschen kennen ihre Stressoren übrigens längst. Wir nennen sie mal die rosaroten Elefanten, weil sie vielleicht auch nicht hinschauen wollen. Zum Beispiel die permanente Selbstüberforderung: „Ich muss das unbedingt schaffen und ich eigentlich ich kriege es fast gar nicht hin.“ Oder der Druck, immer funktionieren zu müssen, der Druck, es allen recht zu machen, Angst vor der Ablehnung ist ein ganz wichtiger Punkt und auf jeden Fall den Konflikt vermeiden und ja, perfekt sein zu wollen.

Das Problem ist: Dein Körper, der redet nicht mit dir, der diskutiert nicht mit dir, der reagiert einfach, weil es der Stress ist. Und weil der Stress da ist, erhöht er deinen Blutdruck und macht dir deine Gefäße eng. Der Körper ist manchmal wie eine übermotivierte deutsche Behörde: Kleiner Reiz, sofort Alarm. Eine kritische E-Mail: „Alarm, der Nachbar hat komisch geguckt. Alarm, der Blutdruck ist 5 mm Hg höher. Alarm.“ Und irgendwann sitzt du morgens entspannt am Frühstückstisch und dein Nervensystem glaubt trotzdem, du wirst gleich von einem selbstbezahlten Tiger gefressen.

Die wichtigste Erkenntnis daraus ist: Erstmal stell fest: Habe ich Stress? Und frage dich dann: Was genau löst in mir Stress aus? Und das ist der Wendepunkt: Dich zu fragen, was genau löst in mir Stress aus. Denn wenn du deinen subjektiven Stressor erkennst, dann kannst du den auch angehen, dann kannst du anfangen, etwas zu tun, z.B. Grenzen zu setzen. Ja, ich mache das jetzt nicht mehr. Ich erlaube dir nicht, mich zu diesem Zeitpunkt zu stören, sondern ich habe eine definierte Arbeitszeit, in der du mich stören kannst.

Dann Situationen anders zu bewerten, indem du nicht hergehst und quasi ein rosarotes Dia hochholst, wenn du einen Fakt siehst, sondern guck erstmal klar auf das Bild. Wenn dein Arbeitgeber reinkommt und legt dir 10 weitere Akten auf deinen Schreibtisch, dann ist das erstmal nur ein Fakt. Nur du bewertest es dann, wenn du jetzt das Bild klar lässt: „Ich schaffe eine Akte pro Stunde.“ Weißt du genau, das schaffst du heute nicht mehr. Brauchst auch nicht zu bewerten: Wo ist das Thema? Das heißt also, du kannst, wenn du das rosarote Dia oder das rosarote Dia unten lässt, dann kannst du einfach ruhiger reagieren: „Ja, ich schaffe das, aber nicht heute.“

Ne, dein Nervensystem kannst du also trainieren. Sobald du einen Stressor erkennst, sobald du erkennst, wie in dir die Aufregung steigt, kannst du das Thema sofort verändern. Ich gebe dir heute mal eine kleine Aufgabe: Nimm dir heute Abend oder wann du mal Zeit 5 Minuten Zeit hast, diese Zeit und geh in dich. Und dann frag dich mal: Welche Situationen in meinem Leben rauben mir Energie? Und zwar nicht die großen gesellschaftlichen, sondern die subjektiven, die in deinem Leben passieren. Welche Menschen stressen mich? Welche Gedanken machen mir Druck? Oder wo verliere ich sofort die innere Ruhe? Wann spannt sich mein Körper unendlich an? Oder wann halte ich zuletzt den Atem an? Bei welcher Situation innerlich? Wann halte ich innerlich diesen Atem an? Und dort sitzt dein persönlicher Stressor.

Und bitte, du musst nicht stressfrei leben, das wird dir nie gelingen. Es gelingt auch mir nicht und das ist auch vollkommen unrealistisch, denn Stress gehört zum Leben dazu. Und wir sind als Säugetiere, sind wir Menschen ja auch darauf ausgerichtet, Stress zu haben. Sportlich zu betätigen ist auch ein Stressor für den Kreislauf. Nur danach ist er wieder runter, der Blutdruck. Nur wenn du chronischen inneren Stress hast, bleibt er ständig hoch.

Du musst also nur lernen, dein Nervensystem nicht wegen jeder Kleinigkeit – na ja, da gibt es auch Großigkeiten – in den inneren Alarmzustand gehen zu lassen. Und das ist trainierbar. Entscheide, ob du, wenn du einen Fakt siehst, du ein klares Bild siehst oder ob du schon das rote Dia davor gelegt hast und du dich schon wieder in Aufregung begibst. Und das kannst du trainieren. Und vielleicht ist das genau heute dein wichtigster Gedanke: Nicht jeder Stress gehört zu mir. Wiederhole das nochmal: Nicht jeder Stress gehört zu mir und nicht jede Alarmreaktion ist eine Wahrheit.

Auch das ist ganz wichtig. Wer dich von außen in Stress versetzt und in Angst versetzt, will dich regieren, der will was mit dir machen. Und das darfst du verhindern, indem du schaust, ob wirklich eine Alarmreaktion nötig ist oder ob du entscheiden kannst: Wow, das, was da auf mich zukommt, ist Fakt und kein Stressor. Und manchmal darf man diese alten Muster: Wow, Gefahr kommt gar nicht hervorrufen, sondern darf man in der inneren Ruhe bleiben. Nur du erkennen musst sie und daran darfst du heute Abend ja arbeiten. Und offensichtlich verbessert sich dann nicht nur dein Leben, sondern auch dein Blutdruck.

Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn du anderen Menschen auch von dieser Folge erzählen würdest oder sie gar verbreiten würdest, damit immer mehr Menschen in die Lage kommen, sich ihres Stresses und ihrer Stressoren bewusst zu sein und den Stress als ihre innere Reaktion auf was, was eben halt nicht nötig ist und was einer Bewertung entspricht, bewusst zu werden. Und wenn du mehr über deinen Blutdruck und vielleicht dein Nervensystem, Stress und vielleicht echte Prävention hören willst, dann würde ich mich freuen, wenn du bei runtermitdemblutdruck.de mal durch die vielen Podcastfolgen mitlaufst. Da ist inzwischen ein ganzes Kompendium an Blutdruckinformationen entstanden und ich glaube, es gibt noch viele andere Themen, aber alle fast alle wichtigen habe ich schon bereits einmal besprochen. Und pass gut auf dich und dein Nervensystem auf. Bis dann!

Autor: HarMes

Arzt für Innere Medizin Nephrologie, Podcaster, Archetypen Coach, 1972-1983 Krankenpfleger, 1977-1983 Studium der Medizin Universität Essen 1983 Promotion 1983-1989 Facharzt Ausbildung Innere Medizin 1990 Zusatzbezeichnung Nephrologie Oberarzt Städtische Kliniken Wuppertal, Einführung der LDL Apherese in Wuppertal 1992 Gründung der Praxis für Innere Medizin Nephrologie Brändströmstr. 1995 Hypertensiologe DHL 2019 im Dezember im Unruhestand, Gründung Podcast und Ausbildung zum Archetypen Coach

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