2026 Empathie statt Wegsehen

Wie reagierst Du im Notfall?

Lesedauer: 12 Minuten

In dieser Folge erzähle ich von einem Erlebnis, das mich nachhaltig bewegt hat.

Auf einer weihnachtlichen Tanzveranstaltung brach plötzlich ein Mann zusammen. Es war sofort klar: Er musste reanimiert werden.

Während ich mich ganz auf die medizinische Situation konzentrierte, wurde im Hintergrund etwas anderes sichtbar – etwas, das mich mindestens genauso beschäftigt hat wie der Notfall selbst. Die Reaktionen der umstehenden Menschen. Das Ausweichen. Das Schweigen. Die fehlende Resonanz.

Dieses Erlebnis hat in mir viele Fragen ausgelöst:

Was ist aus unserem Mitgefühl geworden?

Warum fällt es uns so schwer, in solchen Momenten innerlich präsent zu bleiben?

Und was bedeutet Empathie eigentlich wirklich – jenseits von Mitleid oder emotionaler Überforderung?

Diese Podcastfolge ist meine Einladung, gemeinsam hinzuschauen.


Kapitelübersicht

00:00 Weihnachtserlebnis und fehlende Empathie

03:17 Mitleid vs. Mitgefühl

07:14 Empathie als Regulationskompetenz

10:25 Folgen fehlender Empathie

12:59 Selbstreflexion und innere Stabilität


Zitate aus der Folge

„Was mich jedoch im Verlauf dieser Minuten – und vor allem in der Zeit danach – tief beschäftigt hat, war nicht die medizinische Situation selbst, sondern das Umfeld.“

„Empathie ist keine emotionale Überflutung. Empathie entsteht aus einer inneren Sicherheit.“

„Mitgefühl ist kein Luxus. Es ist eine Grundlage für menschliche Nähe, für gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die eigene seelische Gesundheit.“


Hintergründe zur Folge

In dieser sehr persönlichen Reflexion gehe ich bewusst über das medizinische Ereignis hinaus.

Ich spreche darüber, warum Menschen in Krisensituationen häufig nicht empathielos, sondern überfordert sind – und weshalb ein unreguliertes Nervensystem eher zu Rückzug als zu Mitgefühl führt.

Ich zeige auf, warum Empathie keine moralische Pflicht ist, sondern eine erlernbare innere Kompetenz. Eine Fähigkeit, die uns selbst stabilisiert und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.

Diese Folge ist kein Appell und keine Anklage.

Sie ist eine Einladung, Empathie neu zu verstehen – als Haltung, die uns trägt, wenn es schwierig wird.

Vielleicht hilft Dir auch die Herzmeditation, um ins Gefühl für Dich zu kommen!


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Key Takeaways

  • In dieser Folge berichte ich von einem Erlebnis bei einer Tanzveranstaltung und den Reaktionen der Menschen darauf.
  • Ich hinterfrage, was aus unserem Mitgefühl geworden ist und warum es uns schwerfällt, in Krisen präsent zu bleiben.
  • Die Episode behandelt zudem den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl, sowie die Rolle von Empathie als Regulationskompetenz.
  • Ich erkläre, dass Empathie erlernbar ist und sowohl persönliche Stabilität als auch gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert.
  • Diese Folge ist eine Einladung, Empathie neu zu verstehen und als wertvolle Haltung zu betrachten.

Transkript:

Keine Weihnachtsgeschichte, aber bei der ersten Folge Der Reihe Runter mit dem Blutdruck DE im neuen Jahr 2026 möchte ich dir trotzdem erzählen, was ich Weihnachten 2025 erlebt habe.

Ja, willkommen im neuen Jahr und willkommen zu dieser neuen Podcast Folge. Heute möchte ich mal eine persönliche Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die mich beschäftigt hat. Ja, nicht weil sie spektakulär war, sondern weil sie etwas sehr Grundsätzliches sichtbar gemacht hat. Es geht um Empathie, genauer gesagt um das Fehlen von Empathie und darum, was dieses Fehlen mit uns macht, als einzelne, aber auch als Gesellschaft. Diese Folge ist keine Anklage. Das will ich mal voraussagen. Sie ist kein moralischer Appell. Sie ist eine Einladung zur Wahrnehmung. Ja, ich will die geschichte erzählen. Am 25. Dezember haben meine Frau und ich nach Ente Wow, jetzt müssen wir uns ein bisschen bewegen und wir fanden eine Tanzveranstaltung. Ich hab Komm, dann gehen wir auf diese Tanzveranstaltung. Wir sind angekommen. Es gab Musik Bewegungen, die Menschen haben sich bewegt nach der Musik und das war sehr angenehm und es war eigentlich eine schöne Atmosphäre. Also wir waren an einem Ort, an dem normalerweise Leichtigkeit, Freude im Vordergrund stehen. Dann kam es zu dem Zwischenfall.

Also neben mir stand ein Mann, den ich schon die ganze Zeit beobachtet habe, aber der plötzlich wie vom Schlag getroffen, umfiel und ja sofort der kardiopulmonalen Reanimation bedürft. Er hatte keinen Puls mehr, nichts mehr. Ich habe ihn aufgefangen sogar, habe ihn hingelegt und habe dann sofort mit der Herzdruckmassage begonnen. Und es war sofort klar hier, dass es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelte. Der Körper reagiert in solchen Momenten klar, routiniert und fokussiert, weil ich eben halt solche Situationen in meinem Leben schon häufiger erlebt habe. Alles andere tritt dabei zurück. Du bist nicht in irgendeiner Beurteilungsgeschichte. Du guckst einfach nur was tust du in dem Fall Sinnvolles, um eventuell das Leben dessen, der da jetzt gerade umgefallen ist, zu retten.

Was mich jedoch im Verlauf dieser Minuten tief beschäftigt hat und vor allen Dingen in der Zeit danach, war nicht die medizinische Situation selbst, sondern das Umfeld. Die Menschen standen herum, sie sahen zu, Einige wichen zurück, andere blickten kurz hin und wandten sich wieder ab. Es gab eigentlich kaum Resonanz, kaum ein Mittragen der Situation, keine erkennbare emotionale Beteiligung. Ich will mal sagen, das war nicht aus Böswilligkeit, nicht aus Gleichgültigkeit, so im klassischen Sinn, sondern aus etwas ganz anderem. Was ich in diesem Moment wahrgenommen habe, war keine bewusste Kälte. Nein, es war Überforderung, es war Rückzug und es war innere Abschaltung. Viele Menschen erleben in solchen Situationen keinen massiven inneren Konflikt. Sie sehen Leid und gleichzeitig fehlt die innere Stabilität, um damit in Kontakt zu bleiben. Der Rückzug ist kein moralisches Versagen, sondern eher ein Schutzmechanismus. Das ist ganz, ganz wichtig zu verstehen, denn erst dann, wenn wir das erkennen, können wir überhaupt über Empathie sprechen, ohne Schuldzuweisung.

Das Ganze ist natürlich auch noch mal getriggert worden mit der Frage und den Stimmen, die ich zwischendurch gehört Ich kenne den doch gar nicht, wir können doch jetzt weiter tanzen. Ja, da will ich jetzt aber Schluss machen, weil das sind schon Extremfälle. Aber auch da findet man, es ist ein Rückzug da und es entsteht keine Verbindung zu dem, was da gerade an menschlichem Leid vorliegt.

Ich will kurz ein bisschen über Empathie reden. Wenn wir über Empathie reden, müssen wir sehr, sehr präzise sein. Wir müssen unterscheiden zwischen dem, was Mitleid ist und was Mitgefühl ist. Also Empathie ist nicht gleich Mitleid. Mitleid, der andere leidet. Ich bin froh, dass ich es nicht bin und Mitleid, ich will das Leid nicht an mich ranlassen. Und Mitleid ist insofern eine Sache, die trennt, weil ich selber das Leid nicht haben will. Also Mitleid überfordert, Mitleid zieht Energie ab und es fühlt sich selten so an, dass man sich dann auch quasi abwendet. Man muss sich abwenden. Das geht nicht, kann dieses Leid nicht mehr sehen. Da gibt es einen anderen Parameter, der nennt sich Mitgefühl. Mitgefühl hingegen ist etwas ganz anderes. Mitgefühl, ich nehme wahr, was ist. Ich bleibe innerlich präsent, ohne mich selbst zu verlieren. Ich leide nicht mit, aber ich habe Mitgefühl. Und Mitgefühl ist nicht laut. Mitgefühl ist nicht dramatisch. Es ist ruhig, klar und du behältst die Handlungsfähigkeit.

In der Reanimationssituation war genau das kaum vorhanden, diese ruhige, mitfühlende Präsenz. Empathie ist keine emotionale Überflutung. Empathie ist, entsteht aus einer inneren Sicherheit. Menschen, die innerlich stabil sind, können Leid wahrnehmen, ohne davon überwältigt zu werden. Sie können präsent bleiben und sie müssen sich nicht abspalten. Ich gehöre trotzdem dazu und der, der gerade leidet, ist sich das Mitgefühl des anderen sicher und ich trenne mich nicht von ihm.

Aus neurophysiologischer Sicht bedeutet Ein reguliertes Nervensystem ist die Voraussetzung für Mitgefühl. Ein reguliertes Nervensystem ist das ein Nervensystem, das weiß, was es fühlt. Wenn das Nervensystem in Alarm geht, übernimmt der Schutz. Es entsteht Flucht, Erstarrung und Rückzug. Das ist das, was wir Fight und Flight nennen. Und das ist das, was auch dann hinterher die ganzen Stoffe, Botenstoffe anwirft, wie Adrenalin, Cortisol und so weiter, die dich sozusagen in eine Starre hineinbringen. Und die Empathiefähigkeit ist daher kein moralischer Wert, sondern eine Regulationskompetenz. Das heißt, wenn ich Mitgefühl habe, regelt das meine eigene innere Beschaffenheit und ich muss nicht mit Mitgefühl in den Fight und Flight Modus hineinkommen, sondern ich kann sachlich in aller Ruhe entscheiden, was ist jetzt wichtig, wo kann ich vielleicht helfen, wo kann ich aber auch sozusagen Mitgefühl für den äußern, der gerade dort ein Leid hat.

Also Empathie stabilisiert nicht nur die soziale Situation, sondern sie stabilisiert das eigene innere Erleben. Menschen mit gesunder Empathie, nicht mit der überforderten Mitleid, zeigen langfristig mehr psychische Widerstandsfähigkeit, sie kennen klare Grenzen und sie zeigen, haben auch eine höhere soziale Verbundenheit. Du musst nicht sozusagen der geschulte Arzt sein, um Mitgefühl zu haben, also die Situation nicht zu verlassen, sondern in der Situation zu bleiben und dabei auch selber den Rückzug vermeiden und also nicht in den Fight und Flight Modus hineinzukommen.

Was geschieht denn, wenn Empathie im öffentlichen Raum fehlt? Es entsteht eine stille Entfremdung. Menschen sind physisch anwesend, aber innerlich komplett abgetrennt. Gesellschaftlicher Zusammenhang entsteht nicht durch Regeln und Strukturen allein. Er entsteht dort, wo Menschen bereit sind, innerlich beim anderen zu bleiben, auch wenn es unangenehm wird. Fehlende Empathie führt also nicht zu Chaos. Sie führt schleichend, sie geht schleichend vor und sie untergräbt Vertrauen und sie verstärkt Vereinsamung. Also die fehlende Empathie, das fehlende Mitgefühl führt nicht sofort zum Chaos, aber sie macht dauerhaft Stress. Sie wirkt deswegen schleichend, sie untergräbt das Vertrauen und sie verstärkt die Vereinsamung.

Umgekehrt ist Mitgefühl eine der stärksten stabilisierenden Kräfte einer Gesellschaft, weil wir erkennen, dass in einer Gesellschaft wir nicht losgelöst davon sind, sondern wir integrieren auch den, der leidet. Das heißt, das Mitgefühl ist nicht laut, es ist nicht heroisch, sondern leise, präsent. Und jetzt kommt ein ganz wichtiger Wort. Es ist verbindend. Also ist das Thema, was ihr seht. Wenn du differenzieren kannst für dich ich bin im Mitgefühl, ist es für dich physiologisch, für dein Leben wesentlich besser, als wenn du in die Mitleid Situationen reingehst. Aber wenn du auch in dem Mitgefühl bist, bist du auch in der Gruppe der Menschen sozialisiert, weil alle haben ja das Mitgefühl für jemand anderen und sie sind alle nicht im Leitmodus, sondern sind in einer Situation, wo sie einfach durch Anwesenheit unterstützend tätig sein können.

Ich möchte dich daher zu einer kurzen Selbstreflexion einladen. Vielleicht ist es dir möglich, dass du dich jetzt einmal hinsetzt und die Augen verschließt und in Ruhe ein Moment der Musik lauscht und dabei deinem Atmen folgst. Einatmen und langsam ausatmen. Ja, diese Geschichte, die du gerade gehört hast, ist kein Maßstab, sie ist ein Spiegel.

Vielleicht fragst du dich beim Zuhören, wie reagiere ich, wenn ich Leid sehe? Wende ich mich innerlich ab oder bleibe ich präsent? Und wenn ich mich abwende, was schützt mich dann? Welche Angst liegt dahinter? Welche Überforderung?

Empathie beginnt nicht im Außen. Sie beginnt mit der Fähigkeit, die eigenen inneren Zustände wahrzunehmen und zu regulieren. Niemand muss alles fühlen, niemand muss alles tragen. Aber präsent zu bleiben, das ist auch für dich erlernbar.

Was ich aus dieser Situation mitgenommen habe, ist keine Enttäuschung über andere, sondern ein tieferes Verständnis dafür, wie sehr wir als Gesellschaft innere Stabilität benötigen. Mitgefühl ist kein Luxus. Es ist eine Grundlage für menschliche Nähe, für gesellschaftlichen Zusammenhang und für für die eigene seelische Gesundheit. Mitgefühl bedeutet nicht, alles auf sich zu nehmen. Es bedeutet einfach nur da zu sein, klar, präsent und ohne sich selbst zu verlieren. Und vielleicht beginnt genau dort eine leise Veränderung.

Ich danke dir für dein Zuhören. Und wünsche dir noch einen schönen Tag und vor allen Dingen ein gesundes neues Jahr.

Eigensinn- Dein leiser Weg aus dem Stress

Fühlst du dich manchmal wie der Elefant an der Kette?

Du bist stark, aber glaubst, du kannst dich nicht bewegen? Dein Eigensinn ist der Schlüssel zur Freiheit.

Diese Folge von “Runter mit dem Blutdruck DE” berührt das Herz. Ich zeige, wie alte Glaubenssätze und die Angst vor Konflikten uns fesseln. Erfahre, wie Selbstaufgabe und ständiges Anpassen deinen Körper in Alarmbereitschaft versetzen und deinen Blutdruck in die Höhe treiben. Finde den Mut, dich selbst nicht mehr zu übergehen.

Paar mit Eigensinn

00:00 Eigensinn und seine Bedeutung
02:27 Eigensinn: Kontakt zu sich selbst
04:59 Fremd- vs. Selbstbestimmung
07:28 Selbstaufgabe als Stressor
09:24 Der Elefant an der Kette
12:44 Multitasking und Eigensinn
15:52 Eigensinn als innere Haltung & Meditation
19:42 Eigensinn für ein gesünderes Leben

Entdecke, was Du wirklich willst!

Lass diese Meditation deinen Eigensinn wecken. Spüre, was du wirklich willst, und befreie dich von inneren Ketten. Dein Leben wartet darauf, von dir gelebt zu werden. Finde zur inneren Gelassenheit.

#EigensinnLeben #EmotionaleFreiheit #Bluthochdruck #PersönlicheEntwicklung #MutZurVeränderung

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Transkript:

Mal ganz Hast du heute schon mal etwas getan, das du eigentlich nicht wolltest? Hast du vielleicht Ja gesagt, obwohl innerlich alles Nein gerufen hat? Vielleicht hast du etwas geschluckt, nicht beim Essen, sondern eher bei einer Bemerkung. Und vielleicht steht da irgendwo in deinem Leben ein kleiner Elefant, still und angebunden und völlig überzeugt davon, dass er sich nicht bewegen darf. Genau um diesen Elefanten geht es heute.

Ja. Ich begrüße dich mal wieder bei einer erneuten Folge des Podcasts Runter mit dem Blutdruck DE. Hier geht es nicht um noch mehr Disziplin, sondern es geht um was viel viel Wirksameres, nämlich deine innere Klarheit. Und mal ganz ehrlich, der Begriff Eigensinn ist bei uns in der deutschen Sprache zumindest erheblich negativ belegt. Das Kind ist eigensinnig, aber eigensinnig, da geht es nicht um Ego, da geht es nicht um Sturheit, sondern da geht es um die Fähigkeit, diese leise Fähigkeit, dich selbst ernst zu nehmen. In dieser Folge erfährst du, warum fehlender Eigensinn Stress erzeugt, weshalb Selbstaufgabe deinen Blutdruck beeinflussen kann und warum Multitasking oft das Gegenteil von innerer Ruhe ist. Und du wirst verstehen, was Eigensinn mit Cortisol, Zytokin und deinem Blutdruck zu tun hat.

Und am Ende dieser Folge weißt du, warum der Elefant an der Kette viel stärker ist, als er glaubt und was das Ganze konkret mit deinem Leben zu tun haben kann.

Diesmal geht es nicht um den rosaroten Elefanten, den keiner sehen will, aber um deinen Eigensinn und was Eigensinn eigentlich im positiven Sinn für dich bedeutet. Ich hatte dir schon gesagt, dass im Deutschen ja der Begriff Eigensinn eher mit schwierig verbunden wird. Also das Kind ist eigensinnig, das tut nicht, wat ich will. Das ist die Verbindung, ja, die Verbindung zu Sturheit, Querulanz oder eben halt schwierig. Doch eigentlich psychologisch betrachtet ist Eigensinn, was vollkommen anderes Eigensinn ist, nämlich die Fähigkeit, mit sich selbst in Kontakt zu sein, sich selber einen Sinn zu geben, seine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und das eigene Leben innerlich zu führen, statt es führen zu lassen. Und ich lade dich jetzt damit ein, mit dieser Folge deinen Eigensinn mal neu zu betrachten, nicht als Abgrenzung gegen andere Wow, ich bin eigensinnig, weil der so und so ist und ich muss mich nach außen abgrenzen. Ne, darum geht es nicht, sondern es geht um die Verbindung mit dir selbst, Nicht als Ego, sondern als innere Orientierung.

Ego will sich durchsetzen. Eigensinn will sich spüren. Du darfst dich spüren. Das Ego Wie wirke ich? Wow, was denken die anderen von mir? Habe ich denn recht? Aber der Eigensinn fragt Was brauche ich?

Was ist für mich stimmig? Und was will ich vor allen Dingen wirklich? Eigensinn bedeutet nicht, andere zu übergehen. Er bedeutet, sich selbst nicht zu übergehen. Es geht um dich und nicht um die Abgrenzung nach anderen. Und in der psychologischen Forschung wird Eigensinn als Grundlage für psychische Stabilität, Stressfähigkeit und Selbstregulation beschrieben. Ja, hier Du darfst dich selber regulieren und wirst nicht von anderen reguliert und bist in dir selbst die eigene Stabilität.

Ja, da stimmt auch was. Da ist nämlich der Unterschied zwischen dem, dass du dich selber bestimmst oder dass du dich fremd bestimmen lässt. Das habe ich einen schönen Satz zusammengefasst. Wer nicht weiß, was er will, der tut, was andere wollen. Ich wiederhole das noch. Wer nicht weiß, was er will, der tut immer, was andere wollen. Fremdbestimmung, das spüren wir manchmal gar nicht.

Die entsteht oft schleichend durch Erwartungen. Ja, du darfst so sein. Wir haben das erwartet, dass du das jetzt tust, dass du so ehrlich bist, dass du so lieb bist und dass du dem allen entsprichst. Ja, da sind wir schon bei dem allen entspricht. Ja, du hast ein Rollenbild, was du bitte übernehmen musst. Oder du hast eine Pflichterfüllung, der du quasi nachkommen musst. Wow, das muss so sein.

Du bist dazu verpflichtet, das so zu tun. Das will die Welt so von dir. Das hast du doch gelernt. Und vor allen Dingen geht es dabei auch im Rahmen der Fremdbestimmung um deine Anpassung aus Angst vor Konflikten. Das heißt, du passt dich selber an, weil du Angst vor dem Konflikt hast. Das ist Fremdbestimmung. Prüf mal in dir selber, was in dir fremdbestimmt ist.

Die Selbstbestimmung dagegen beginnt nicht mit großen Entscheidungen, sondern eher mit kleinen inneren Fragen. Was will ich wirklich? Will ich das wirklich? Ist das mein Weg oder tut mir das überhaupt gut? Eigensinn ist also die Fähigkeit, sich diese Fragen überhaupt stellen zu können und zu dürfen. Und mal ganz Wie häufig stellen wir uns denn die Fragen? Wenn wir uns die Fragen nicht stellen, dann sind wir in der Selbstaufgabe.

Und die Selbstaufgabe ist eine der größten unterschätzten Stressoren. Wer dauerhaft seine eigenen Bedürfnisse zurückstellt und wer dauerhaft Gefühle unterdrückt und wer dauerhaft Grenzen nicht ausspricht, lebt im permanenten inneren Alarmzustand. Denn das Unterbewusstsein hat eine andere Idee von dir und und du lässt aber das nicht raus und das bleibt als Kampf in dir. Und das bedeutet physiologisch. Dein Körper ist ständig in dem Fight oder Flight, also Flucht oder Kampfmodus. Und was bedeutet das? Habe ich schon tausendmal erzählt.

Es ist erhöhtes Cortisol. Es ist Aktivierung von Entzündungssubstanzen in deinem Körper, die berühmten proinflammatorischen Zytokine. Vergiss es wieder. Und eine dauerhafte Übung, Überaktivierung deines gesamten Körpers. Und wozu führt das? Zu Bluthochdruck, Schlafstörungen, Erschöpfung, innerer Unruhe. Und im Extremfall wendet sich diese ganze Kraft gegen dich und du wanderst ab in die Depression.

Eigensinn wirkt hier regulierend. Wenn du dich also Was will ich wirklich? Dann kann er dieser Eigensinn, die eigene Hinterfragung und die Antwort darauf dazu führen, dass der Eigensinn das reguliert, weil er den inneren Stresskreislauf unterbricht. Also wenn du dich selber Will ich das wirklich? Und dann so das auch tust, was du wirklich willst und dich hinterfragst und inneren Überzeugung entwickelst, dann kannst du quasi deinen Stress reduzieren. Viele Menschen haben früh Sei brav, mach keinen Ärger, pass dich an, reiß dich zusammen. Das sind so die Dinge, die man so häufig in der Erziehung, aber auch vor allen Dingen in der Schule hört.

Das musst du lernen, das musst du tun. Du darfst darauf nicht so und so antworten. Und ja, die Freiheit, sich selbstdenkend zu verhalten, wird schon mit der Erziehung eingeschränkt. Aber Eigensinn war in vielen Familien nicht erwünscht und ist leider auch unserer Gesellschaft heute nicht mehr erwünscht.

Anpassung wird belohnt. Du kriegst eine Bockwurst oder eine Bratwurst, wenn du dich impfen lässt. Und Eigenwilligkeit wird sanktioniert. Wenn du selber denkst und sagst will ich nicht, Dann ist das ein Eigensinn, der wird sanktioniert. Die Folge davon Erwachsene Menschen funktionieren einfach. Ja, Man sagt denen Geh dahin, dann gehen die dahin wie die Lemminge, aber sie können sich kaum noch selbst wahrnehmen, weil sie einfach wie die Lemminge hinterherlaufen und genau das tun, was von ihnen erwartet wird. Eigensinnig ist also noch zu entwickeln und das nachzuentwickeln von Eigensinn.

Wenn du früher anders leider erzogen wurdest, dann geh erstmal her und bewerte deine Kindheit nicht, sondern schau auf die Muster, die in dir aktiv sind, wenn du auf Anforderungen reagierst, die du eigentlich nicht machen möchtest und versuche diese Muster zu erkennen und zu lösen. Ein schönes Beispiel ist der Elefant an der Kette. Das habe ich vorher schon in der Einleitung gesagt.

Diese Geschichte ist ganz kurz. Die Geschichte ist so kurz, aber so wirksam. Der junge Elefant, der sozusagen geboren wird, wird an die Kette gelegt und er lernt frü Die Kette hält ihn fest. Wenn er aber erwachsen ist, dann weiß er im oh, die Kette hält mich fest. Und er versucht nicht, sich von der Kette zu lösen. Und das sind genau diese alten Glaubenssätze, die möglicherweise auch in dir da sind. Das da sind das darf man nicht, das gehört sich nicht.

So bin ich eben. Das sind diese Dinge, die in dir dann schlummern aus der Erziehung raus. Und der Elefant, obwohl er körperlich in der Lage wäre, sich von dieser Kette zu lösen, einfach zu machen, weil er eben halt so kräftig ist, lässt es nicht zu, weil er es nicht glaubt, dass er das jedes Mal irgendwann irgendwie schaffen könnte. Das heißt, Eigensinn bedeutet, dich immer innerlich zu prüfen, Gilt das, was ich jetzt mache heute noch oder das, was von mir gefordert wird heute noch? Oder war dies nur früher wahr oder war das nur früher sinnvoll Oder vielleicht war es gar nicht sinnvoll. Und wenn du häufig in einem täglichen Tagesablauf so viele Prozesse nebeneinander laufen lässt, wir nennen das heutzutage ja nicht mehr Prozesse nebeneinander, sondern das heißt so schön neudeutsch Multitasking, dann ist dein Nervensystem ebenfalls im Dauerstress. Der Körper bleibt also im Laufe des Tages durch das Multitasking, E Mail hier, Telefonat da und so weiter, bleibt er im dauerhaften Alarmzustand.

Und das bedeutet auch Cortisol hoch, Zytokine hoch, Blutdruck hoch. Aber wenn du dich entscheidest für deinen Eigensinn, dann bist du in der Lage zu separieren und zu Das ist jetzt für mich wichtig. Und du kommst zu dem eine Sache, zu der Ich setze mir bewusste Prioritäten und ich treffe klare innere Entscheidungen. Und wie reagiert dein Nervensystem darauf? Sinkendes Cortisol, verbesserte Immunregulation, innere Beruhigung und sinkender Blutdruck. Ich möchte dir jetzt hier eine paar zentrale Gedanken oder einen zentralen Gedanken mit auf den Weg geben. Der Wer eigensinnig denkt, stärkt seine Stresskompetenz.

Das heißt, du entscheidest mit eigensinnigem Denken, dass dein Stress mit dir nicht negativ umgeht, sondern dass du deinen Stress managen kannst. Das heißt, Eigensinn bedeutet für dich, Probleme wahrzunehmen, Herausforderungen wahrzunehmen. Du suchst nach Lösungen und du kannst die Verantwortung für das eigene Erleben übernehmen, wenn du nicht im Multitasking bist und wenn du nicht fremdbestimmt bist, sondern wenn du deinen Eigensinn kennst. Das wirkt natürlich messbar, natürlich wieder auf dein Immunsystem, deine Entzündungsprozesse und deine Blutdruckregulation. Und das eigene Leben zu verändern bedeutet nicht Unsicherheit, sondern anders zu sein als die anderen. Und das erfordert Mut. Ja, Mut ist aber der Weg, den du gehen darfst zur Veränderung.

Und diese Veränderung, die ist für dich dann ein Gewinn. Du erwerfst innere Klarheit. Ganz wichtig. Das will ich nicht, das will ich, das will ich nicht, das will ich. Du hast eine psychische Stabilität und du kannst ein Leben nach eigenen Maßstäben leben. Wenn man das mal zusammenfasst, ist das nicht eigen Fühlt der Eigensinn zu einer Haltung im Leben. Und diese Haltung, die gibst du nach außen weiter. Und diese Haltung nach außen weiterzugeben, ist das, was du der Umwelt in anderen Menschen an Stabilität und Verlässlichkeit vermittelst.

Also siehst du, dass Eigensinn kein lauter Protest ist, sondern er ist eine leise, klare, innere Ausrichtung, die dich zu einer klaren Haltung führt und deinen Blutdruck senkt. Ich möchte dich jetzt bitte einladen, in einer einminütigen gemeinsamen Meditation mal zu spüren, wo in dir vielleicht der Eigensinn ist. Du nimmst dir jetzt die Minute Zeit und wenn du magst und nicht gerade über die Autobahn fährst, schließt du einmal kurz die Augen oder senkst einfach den Blick. Du spürst deinen Atem, ganz ohne ihn zu verändern. Du spürst diesen Atem, indem du einatmest

und mit jedem Einatmen kommst du ein kleines Stück bei dir an. Mit jedem Ausatmen lässt du ein wenig äußeren Druck los. Lenke jetzt deine Aufmerksamkeit nach mehreren Atemzügen nach innen und stell dir leise eine einzige Was will ich in diesem Moment?

Was will ich in diesem Moment?

Was will ich in diesem Moment? Du musst jetzt keine Antwort finden, sondern nimm einfach nur wahr, was sich in dir zeigt.

Vielleicht ein Gefühl, vielleicht ein Körperimpuls irgendwo in dir oder vielleicht nur eine innere Ruhe. Erlaube dir, diesem inneren Signal Raum zu geben. Das innere Signal, dem du jetzt Raum gibst, dass du spürst, das ist dein Eigensinn. Still, klar und freundlich dir selbst gegenüber.

Atme noch einmal tief ein und dann langsam aus und dann komm in deinem Tempo, so wie es so gut für dich ist, zurück Mit ein wenig mehr innerer Klarheit und und einem ruhigen Gefühl im Körper. Erinnerst du dich vielleicht an den Elefanten vom Anfang groß, stark und fest davon überzeugt, als eine dünne Kette ihn festhält. Der entscheidende Punkt ist nicht die Kette, es ist die innere Überzeugung. Genauso wirken viele alte Muster in deinem Leben aus der Kindheit, aus der Erziehung, aus Erwartungen von außen. Dein Eigensinn bedeutet nicht, diese Ketten wütend zu sprengen. Eigensinn bedeutet ruhig hinzuschauen und zu erkennen, du könntest dich bewegen. Wenn du eigensinnig lebst, übergehst du dich selbst nicht mehr ständig.

Und genau das reduziert den Stress, das senkt dauerhaft dein Cortisol, das beruhigt dein Nervensystem. Und ja, das bewirkt sich auch messbar auf deinen Blutdruck aus. Dein Blutdruck wird sinken. Vielleicht kannst du aus dieser Folge nur eine einzige Frage Was willst du wirklich? Nicht morgen nicht perfekt, sondern heute ein kleines Stück ehrlicher als bisher. Und wenn dir diese Folge gut getan hat, dann abonniere vielleicht runter mit dem Blutdruck DE und teile sie gern mit anderen Menschen, die sich selbst vielleicht ein wenig zu oft übergehen. Und danke an den Elefanten.

Die Kette war nie das Problem. Und ich wünsche dir bis zur nächsten Folge alles Gute. Bis bald. Und Wenn dir die Podcast Folge gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn du bei YouTube oder bei Apple Podcast oder bei Spotify eine positive Bemerkung hinterlässt. Dann sind immer mehr Menschen in der Lage, auch diese Podcast Folge zu hören. Bis bald.