Blutdruck nachts: Warum dein Morgenwert schon im Schlaf entsteht

Du wachst morgens auf, setzt dich zur Blutdruckmessung hin und dann steht da plötzlich: 165 zu 95. Vielleicht war der Abend ruhig, kein Streit, kein Stress, kein schweres Essen. Und trotzdem ist der Wert hoch.

Viele suchen dann sofort nach der Ursache: War es der Kaffee? Das Salz? Die Aufregung von gestern? Das kann alles eine Rolle spielen. Aber ein wichtiger Zeitraum wird oft übersehen: die Nacht.

Denn dein Blutdruck entsteht nicht erst in dem Moment, in dem du morgens das Messgerät anlegst. Auch während du schläfst, arbeitet dein Körper weiter. Er reguliert Hormone, Atmung, Herzfrequenz, Gefäße, Wasserhaushalt und Stresssysteme. Wenn diese Nacht nicht erholsam ist, kann sich das am nächsten Morgen in deinen Blutdruckwerten zeigen.

Dieser Artikel hilft dir, deinen Blutdruck nachts besser zu verstehen. Nicht mit Druck, sondern mit mehr Klarheit.

https://youtu.be/xq7psdO-zIs

Was passiert mit deinem Blutdruck nachts?

Im Idealfall fährt dein Körper nachts herunter. Dein Nervensystem beruhigt sich, Stresshormone sinken, die Herzfrequenz wird langsamer und die Blutgefäße können sich entspannen.

Wenn die Gefäße weiter werden, sinkt normalerweise auch der Blutdruck. In der Medizin nennt man dieses nächtliche Absinken „Dipping“. Gemeint ist: Der Blutdruck fällt in der Nacht typischerweise etwas ab, häufig etwa um 10 bis 20 Prozent. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Körper in eine Erholungsphase kommt.

Du kannst dir die Nacht wie eine Wartungszeit vorstellen. Dein Körper sortiert Eindrücke, reguliert Hormone, entlastet Herz und Gefäße und kümmert sich um innere Reparaturprozesse. Dafür braucht er Ruhe.

Wenn diese Ruhe fehlt, bleibt der Körper innerlich „angeschaltet“. Dann kann der Blutdruck nachts höher bleiben oder morgens auffällig hoch sein.

Warum hoher Blutdruck morgens mit der Nacht zu tun haben kann

Viele Menschen denken: „Ich lag doch acht Stunden im Bett, also habe ich geschlafen.“ Aber im Bett liegen ist nicht automatisch erholsamer Schlaf.

Vielleicht kennst du das: Du bist müde, gehst ins Bett, aber im Kopf beginnt eine Endlosschleife. Du denkst an die Gesundheit, die Familie, die Arbeit, die Rente, die Nachrichten oder an den Blutdruck selbst. Der Körper liegt, aber das Gehirn arbeitet weiter.

Solche Grübelschleifen können verhindern, dass du wirklich tief zur Ruhe kommst. Gerade die tieferen Schlafphasen sind wichtig für Regeneration. Wenn sie fehlen oder immer wieder unterbrochen werden, kann der nächste Morgen sich anfühlen, als hättest du kaum geschlafen.

Und dann misst du deinen Blutdruck. Der Wert ist hoch. Nicht, weil du „versagt“ hast. Sondern möglicherweise, weil dein Körper in der Nacht nicht ausreichend abschalten konnte.

Schlafqualität ist mehr als Schlafdauer

Natürlich ist die Schlafdauer wichtig. Aber sie ist nicht alles.

Entscheidend ist auch:

  • Wie oft wachst du nachts auf?
  • Wachst du morgens erholt auf?
  • Grübelst du vor dem Einschlafen?
  • Wachst du nachts mit Gedankenkarussell auf?
  • Fühlst du dich tagsüber müde oder benommen?
  • Schnarchst du stark oder gibt es Atempausen?

Diese Fragen sind oft hilfreicher als die reine Angabe „Ich war acht Stunden im Bett“.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Du gehst um 22 Uhr ins Bett und stehst um 7 Uhr auf. Auf dem Papier sind das neun Stunden. Wenn du aber stundenlang wach liegst, mehrfach aufwachst oder nachts unter Atemproblemen leidest, bekommt dein Körper vielleicht deutlich weniger Erholung, als die Uhr vermuten lässt.

Wenn das Gehirn nachts nicht abschaltet

Grübeln ist einer der häufigsten Schlafräuber. Und es muss nicht einmal immer negativ sein. Auch Vorfreude, Pläne oder innere Aufregung können den Kopf wachhalten.

Vielleicht liegst du im Bett und denkst: „Morgen muss ich das erledigen. Hoffentlich ist der Blutdruck besser. Was, wenn die Medikamente nicht reichen? Was, wenn etwas Schlimmes passiert?“ Genau solche Gedanken können den Körper in Alarmbereitschaft halten.

Wichtig ist: Gedanken sind nicht automatisch Wahrheit. Du darfst lernen, sie zu beobachten. Wenn du merkst, dass ein Gedanke sich nur im Kreis dreht und keine Lösung bringt, kannst du innerlich auf die Bremse treten.

Das heißt nicht, dass du Probleme wegdrücken musst. Aber es kann helfen, sie nicht mit ins Bett zu nehmen.

Eine einfache Möglichkeit: Schreib belastende Gedanken vor dem Schlafengehen kurz auf. Nicht als perfekte Tagebuchübung, sondern als Ablage. Der Zettel sagt deinem Kopf: „Ich habe es gesehen. Ich muss es jetzt nicht die ganze Nacht bearbeiten.“

Blutdruck nachts und Schlafapnoe: Wenn die Atmung stört

Ein besonders wichtiges Thema ist die Schlafapnoe. „Apnoe“ bedeutet Atemstillstand. Bei einer Schlafapnoe kommt es im Schlaf wiederholt zu Atempausen oder einer behinderten Atmung.

Das Problem: Wenn die Atmung stockt, kann der Sauerstoffgehalt im Blut sinken. Der Körper reagiert darauf wie auf Stress. Er schüttet Stresssignale aus, der Kreislauf wird aktiviert, der Schlaf wird gestört. Passiert das immer wieder, kommt der Körper nachts kaum zur Ruhe.

Typische Hinweise können sein:

  • starkes, tiefes Schnarchen
  • beobachtete Atempausen
  • plötzliches Aufwachen mit Luftnot
  • morgens wie gerädert aufwachen
  • tagsüber starke Müdigkeit
  • morgendlicher hoher Blutdruck

Nicht jedes Schnarchen ist automatisch Schlafapnoe. Aber wenn Schnarchen, Atempausen und morgendliche Erschöpfung zusammenkommen, solltest du das ärztlich abklären lassen.

Gerade bei Bluthochdruck lohnt sich dieser Blick. Denn wenn die Nacht immer wieder durch Atemstress unterbrochen wird, kann das den Blutdruck ungünstig beeinflussen.

Was du heute Abend beobachten kannst

Du musst nicht sofort dein ganzes Leben umstellen. Der erste Schritt ist Beobachtung. Beobachtung schafft Klarheit. Und Klarheit macht Veränderung leichter.

Stell dir für einige Tage diese Fragen:

Wie lange schlafe ich wirklich?

Notiere, wann du ins Bett gehst, wann du ungefähr einschläfst und wann du aufstehst. Es geht nicht um Perfektion, sondern um ein Gefühl für deine Nacht.

Wache ich nachts häufig auf?

Wenn ja: Warum? Musst du zur Toilette? Hast du Gedanken im Kopf? Wachst du mit Herzklopfen auf? Oder weißt du es gar nicht genau?

Fühle ich mich morgens erholt?

Das ist eine der wichtigsten Fragen. Ein Schlaf, nach dem du dich dauerhaft nicht erholt fühlst, verdient Aufmerksamkeit.

Schnarche ich?

Frag deinen Partner oder deine Partnerin. Wenn du allein schläfst, können Schlaftracker oder Aufnahmefunktionen Hinweise geben. Sie ersetzen keine Diagnose, können aber ein Anlass sein, genauer hinzuschauen.

Nehme ich Grübelgedanken mit ins Bett?

Wenn ja, probiere eine kleine Abendroutine: Gedanken aufschreiben, Bildschirm aus, ruhiger Übergang in die Nacht.

Bildschirme, Alkohol und späte Aktivierung

Ein weiterer Punkt ist die letzte Stunde vor dem Schlafengehen. Viele schauen noch Nachrichten, arbeiten am Laptop, scrollen am Handy oder beantworten Nachrichten. Das hält den Kopf wach.

Bildschirme können dem Körper zusätzlich signalisieren: Es ist noch Tag. Gleichzeitig bringen Inhalte oft neue Reize, Aufgaben oder Sorgen in den Kopf. Für einen ruhigen Blutdruck nachts ist das nicht ideal.

Ein praktikabler Schritt: Lege eine bildschirmfreie Stunde vor dem Schlafen ein. Wenn eine Stunde zu viel klingt, beginne mit 20 Minuten. Wichtig ist nicht Perfektion, sondern Regelmäßigkeit.

Auch Alkohol am Abend kann den Schlaf stören. Manche schlafen damit schneller ein, aber der Schlaf wird nicht unbedingt erholsamer. Außerdem muss der Körper Alkohol verarbeiten. Das kann den nächtlichen Kreislauf belasten. Wenn du merkst, dass dein Schlaf unruhig ist oder der Blutdruck morgens höher ist, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf Alkohol am Abend.

Medikamente, Schlaf und Blutdruck: Bitte nichts eigenständig ändern

Viele Menschen mit Bluthochdruck nehmen Medikamente. Das ist nichts, wofür man sich schämen muss. Medikamente können wichtig sein und schützen.

Gleichzeitig können Medikamente, Einnahmezeitpunkte und Schlafprobleme zusammenhängen. Im Transkript wird besonders angesprochen, dass Betablocker und Schlafprobleme oder eine mögliche Schlafapnoe ärztlich besprochen werden sollten. Wichtig ist dabei: Bitte setze Blutdruckmedikamente niemals eigenständig ab und ändere auch nicht allein die Einnahmezeit.

Wenn du stark schnarchst, Atempausen vermutest, morgens sehr hohe Werte hast oder dich trotz Schlaf dauernd erschöpft fühlst, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Nimm am besten konkrete Beobachtungen mit: Blutdruckwerte, Schlafzeiten, nächtliches Aufwachen, Schnarchhinweise und deine Medikamente.

Auch Schlafmittel sollten nicht leichtfertig oder dauerhaft ohne ärztliche Begleitung eingesetzt werden. Sie können zwar das Gefühl vermitteln, „weg“ zu sein, verbessern aber nicht automatisch die natürliche Schlafqualität. Bei länger anhaltenden Ein- oder Durchschlafproblemen ist professionelle Hilfe sinnvoll.

Wann du ärztliche Hilfe suchen solltest

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Er soll dir helfen, Zusammenhänge besser zu erkennen.

Bitte hole ärztlichen Rat ein, wenn:

  • deine Blutdruckwerte wiederholt sehr hoch sind
  • du Brustschmerzen, Atemnot, neurologische Ausfälle oder starke Beschwerden hast
  • du morgens regelmäßig sehr hohe Werte misst
  • du Atempausen im Schlaf vermutest
  • du Medikamente ändern möchtest
  • du unsicher bist, wie du deine Werte einordnen sollst

Bei akuten starken Beschwerden gilt: Nicht abwarten, sondern medizinische Hilfe holen.

Zusammenfassung: Dein Blutdruck hört nachts nicht auf

Dein Blutdruck nachts ist ein wichtiger Teil deiner Blutdruckgeschichte. Wenn du morgens hohe Werte misst, lohnt sich der Blick auf Schlaf, Grübeln, Schnarchen, Alkohol, Bildschirmzeit und nächtliches Aufwachen.

Vielleicht ist der Blutdruck nicht nur „das Problem“, sondern auch ein Signal. Ein Hinweis deines Körpers, dass er nachts nicht genug Erholung bekommt.

Das ist keine Schuldfrage. Es ist eine Einladung, genauer hinzuhören.

Kleine Handlungsempfehlung für heute Abend

Such dir heute nur einen Schritt aus:

Lege 30 Minuten vor dem Schlafengehen das Handy weg, schreib kreisende Gedanken auf einen Zettel und frage dich morgen früh: „Bin ich erholt aufgewacht?“

Mehr muss es für den Anfang nicht sein. Kleine Schritte, regelmäßig wiederholt, können viel verändern.

  1. FAQ

Häufige Fragen zu Blutdruck nachts

Warum ist mein Blutdruck morgens hoch?

Ein hoher Morgenwert kann verschiedene Ursachen haben. Neben Ernährung, Stress oder Medikamenten kann auch die Nacht eine Rolle spielen. Unruhiger Schlaf, Grübeln, häufiges Aufwachen oder Atempausen können dazu beitragen, dass der Körper morgens nicht erholt ist.

Sollte der Blutdruck nachts sinken?

Bei vielen Menschen sinkt der Blutdruck nachts ab. Dieses Absinken nennt man Dipping. Es gilt als normales Zeichen nächtlicher Erholung. Ob das bei dir ausreichend passiert, lässt sich am besten über eine ärztlich veranlasste Langzeitblutdruckmessung beurteilen.

Kann schlechter Schlaf den Blutdruck erhöhen?

Schlechter oder nicht erholsamer Schlaf kann den Körper belasten. Wenn Stresssysteme nachts aktiv bleiben oder Tiefschlafphasen fehlen, kann sich das ungünstig auf den Blutdruck auswirken. Das ist besonders relevant, wenn morgens regelmäßig hohe Werte auftreten.

Was hat Schnarchen mit Blutdruck zu tun?

Schnarchen allein bedeutet nicht automatisch Gefahr. Starkes Schnarchen mit Atempausen, Luftnot oder starker Tagesmüdigkeit kann aber auf Schlafapnoe hinweisen. Dabei wird die Atmung nachts gestört, was den Körper unter Stress setzen kann. Das solltest du ärztlich abklären lassen.

Darf ich meine Blutdruckmedikamente wegen Schlafproblemen ändern?

Nein, bitte nicht eigenständig. Wenn du vermutest, dass Medikamente, Einnahmezeitpunkt, Schlafprobleme oder Schnarchen zusammenhängen, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Eine Anpassung sollte immer medizinisch begleitet werden.

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Dein Blutdruck entgleist – was tun?

Wenn der Blutdruck plötzlich explodiert – und was du dann wirklich tun solltest

Es passiert schneller, als man denkt.

Du misst deinen Blutdruck – und plötzlich steht da eine Zahl wie 180 zu 110.

In diesem Moment sehe ich bei vielen meiner Patientinnen und Patienten dasselbe: Angst. Alarm. Gedanklich schon im Rettungswagen.

Aber hier beginnt meine wichtigste Botschaft:

Nicht jeder hohe Blutdruck ist ein Notfall.

Die Hypertensive Entgleisung

Die erste Situation: Hoch, aber ohne Beschwerden

Wenn dein Blutdruck bei 180 liegt, du aber klar denken kannst, keine Luftnot hast, keine Brustschmerzen, keine Lähmungen – dann sprechen wir von einer hypertensiven Entgleisung.

Das bedeutet: Der Wert ist hoch. Sehr hoch. Aber dein Körper zeigt keine akute Organschädigung.

Und genau hier kannst du selbst aktiv werden.

Ich empfehle dir:

Setz dich ruhig hin. Nicht hinlegen. Aufrecht sitzen.

Atme langsam ein – etwa vier Sekunden.

Halte kurz inne.

Atme länger aus – mindestens sechs Sekunden.

Nach wenigen Minuten beginnt dein Nervensystem umzuschalten.

Adrenalin sinkt. Der Blutdruck folgt.

In der Praxis sehe ich häufig, dass allein diese Maßnahme 5–10 mmHg bringt. Und oft noch mehr.

Handgelenksmessung

Wichtig ist auch: korrekt messen.

Handgelenksmessgerät auf Herzhöhe. Oberarmmanschette in Oberarmmitte angelegt.

Messfehler sind einer der häufigsten Gründe für falsch hohe Blutdruckmessungen und Panik.

Wenn nach 15–30 Minuten Ruhe der Blutdruck weiterhin hoch bleibt, kannst du – sofern ärztlich besprochen – eine zusätzliche Tablette einnehmen und deinen Hausarzt kontaktieren.

Die zweite Situation: Der hypertensive Notfall

Jetzt wird es ernst.

Wenn zusätzlich zum hohen Blutdruck Symptome auftreten wie:

  • Luftnot
  • Brustschmerz mit Ausstrahlung
  • Sprachstörung
  • Lähmung
  • Sehstörung
  • Bewusstseinsveränderung
  • heftigste Oberbauchschmerzen

Dann sprechen wir von einem hypertensiven Notfall.

Hier liegt möglicherweise eine akute Organschädigung vor – am Gehirn, Herzen, an der Lunge oder der Hauptschlagader.

Und dann gilt:

110 wählen. Sofort.

Während du wartest:

Oberkörper erhöht lagern. Ruhe bewahren. Nicht herumlaufen. Keine zusätzlichen Medikamente „auf Verdacht“.

Ein zu schneller Blutdruckabfall kann die Situation verschlechtern – insbesondere bei neurologischen Ereignissen.

Sicherheit statt Angst

Mir ist wichtig: Diese Folge soll dir keine Angst machen.

Sie soll dir Handlungssicherheit geben.

Denn wenn du weißt, was zu tun ist, verschwindet ein großer Teil der Panik.

Und genau das ist mein Ziel mit diesem Podcast:

Wissen, das beruhigt.

Medizin, die verständlich ist.

Handlungsschritte, die du umsetzen kannst.

📌 FAQ – Häufige Fragen zum plötzlich hohen Blutdruck


❓ Was bedeutet ein Blutdruck von 180 zu 110?

Ein Blutdruck von 180 zu 110 mmHg gilt als stark erhöht und wird als hypertensive Entgleisung bezeichnet. Wenn keine Beschwerden wie Luftnot, Brustschmerz oder neurologische Symptome auftreten, liegt meist noch kein Notfall vor. Wichtig ist zunächst Ruhe, korrektes Nachmessen und gegebenenfalls ärztliche Rücksprache.


❓ Ab wann ist hoher Blutdruck ein Notfall?

Ein hypertensiver Notfall liegt vor, wenn zusätzlich zum hohen Blutdruck akute Beschwerden auftreten – zum Beispiel Brustschmerzen, Luftnot, Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen oder Bewusstseinsveränderungen. In diesem Fall muss sofort die 110 gewählt werden.


❓ Was kann ich selbst tun, wenn mein Blutdruck plötzlich hoch ist?

Setzen Sie sich aufrecht hin, atmen Sie langsam ein (ca. 4 Sekunden), halten Sie kurz die Luft an und atmen Sie länger aus (mindestens 6 Sekunden). Wiederholen Sie die Messung nach 5–10 Minuten. Oft sinkt der Blutdruck allein durch Entspannung deutlich.


❓ Soll ich mich bei hohem Blutdruck hinlegen?

Nein. Bei stark erhöhtem Blutdruck ohne Beschwerden ist aufrechtes Sitzen sinnvoller als Liegen. Beim Hinlegen kann der Blutdruck im Kopf ansteigen. Nur bei Kreislaufschwäche oder im Notfall sollte mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden.


❓ Darf ich bei einem hohen Wert zusätzliche Medikamente einnehmen?

Nur wenn dies zuvor mit Ihrem Arzt besprochen wurde. Eine einzelne zusätzliche Tablette (z. B. ein Kalziumantagonist) kann sinnvoll sein. Mehrere Medikamente auf eigene Faust einzunehmen ist nicht ratsam, da ein zu schneller Blutdruckabfall gefährlich sein kann.


❓ Wie unterscheide ich eine Blutdruckentgleisung vom hypertensiven Notfall?

Bei der Blutdruckentgleisung ist der Wert hoch, aber Sie sind beschwerdefrei.

Beim hypertensiven Notfall treten zusätzlich Symptome einer Organschädigung auf – etwa Schlaganfallzeichen, Herzschmerzen oder schwere Atemnot. Dann ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.


❓ Ist hoher Blutdruck in der Schwangerschaft immer ein Notfall?

Ja. Starke Blutdruckerhöhungen in der Schwangerschaft gelten grundsätzlich als Notfallsituation und müssen umgehend ärztlich abgeklärt werden, da Mutter und Kind gefährdet sein können.

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Transkript:

Wenn du deinen Blutdruck misst und er ist plötzlich riesig hoch, dann denkst du immer sofort an eine Blutdruckkrise. Aber was das wirklich ist, das besprechen wir in dieser Podcast-Folge. Und vor allen Dingen, wann du dringend den Notarzt rufen musst, das erzähle ich dir auch.

Früher sprach man immer von der hypertensiven Krise, und das war dann einfach nicht ganz klar definiert, was eigentlich dabei stattfinden sollte. Und deswegen haben wir jetzt auch für dich greifbar zwei unterschiedliche Situationen, die mit der Blutdruckentgleisung deines Blutdruckes verbunden sein können und die ganz, ganz unterschiedliche Vorgehensweisen mit sich bringen. Und deswegen möchte ich mit dir gemeinsam über diese beiden Situationen sprechen.

Und zwar gibt’s zuerst die Bluthochdruckentgleisung oder wie es im Fachchinesisch heißt: hypertensive Entgleisung sprechen. Und zwar diese ist definiert, dass du deinen Blutdruck misst und der ist über oder gleich 180 zu 110 oder 120 diastolisch oder höher. Das ist primär erstmal ein stark erhöhter Blutdruck, darüber sind wir uns komplett einig. Und das macht dich auch ein bisschen nervös und unruhig: „Wow, jetzt müssen wir irgendwas tun.“ Aber sonst fühlst du dich wohl, es gibt keine Schmerzen, du hast keine Luftnot und du hast sonst überhaupt keine Beschwerden, kannst klar denken, hast keine Sehstörung und hast so auch nichts, was dich körperlich irgendwie beeinträchtigt, außer vielleicht diese innere Unruhe. Also hier ist lediglich einfach plötzlich der Blutdruck zu hoch.

Was machst du in dieser Situation? Zuerstmal gehst du her und setzt dich in Ruhe hin. Und zwar du legst dich nicht hin, sondern du bleibst bitte sitzen, weil wenn du dich hinlegst, würde ja der Blutdruck, der im Kopf beim Sitzen immer niedriger ist als in der Brust, der Blutdruck im Kopf weiter ansteigen. Und das wäre keine kluge Idee. Außerdem ist dann sozusagen ein Teil deines Blutes auch in den Beinen, so dass man sagen kann: „Hier ist das Hinsetzen und das ruhige Hinsetzen schon eine schöne Maßnahme, wie du dich sozusagen in der Situation verhalten darfst.“

Wenn du jetzt hingehst und erstmal in Ruhe tief ein- und tief ausatmest und versuchst, deine Beine und deinen Körper zu entspannen, dann wird der Blutdruck weiter sinken. Das Atmen, das sollte dann aber nicht so sein, dass du ganz schnell ein- und ausatmest, sondern dass du dir 4 Sekunden Zeit nimmst zum Einatmen, dann 4-5 Sekunden die Luft anhältst und dann möglichst lange mindestens 6 Sekunden ausatmest. Und das machst du in der Folge ganz langsam und in der Ruhe. Und dann gehst du her und misst den Blutdruck nach 3 bis 4 Minuten noch einmal. Und wenn du diese Maßnahmen, die beruhigenden Maßnahmen, sozusagen 15 bis 30 Minuten durchziehst, dann wirst du merken, dann wird dein Blutdruck langsam sinken.

Denn die erste Messung ist meistens die, die stressbedingt natürlich noch erhöht sind. Es gab ja vielleicht einen Auslöser, der diesen hohen Blutdruck bewirkt hat. Also gehst du her und wiederholst die Messung nach 5 bis 10 Minuten nochmal. Und dann wirst du merken, dass in den meisten Fällen dein Blutdruck nach unten geht. Vor allen Dingen beachte, dass du eben halt auch Messfehler begehen kannst. Da habe ich dir ganz klar gesagt: Das Handgelenksmessgerät muss auf der Herzhöhe sein. Da habe ich auch gute Beschreibungen in meiner Webseite, aber auch in den Podcast gegeben. Also das Handgelenksgerät auf der Herzhöhe und die Oberarmmanschette bitte Mitte des Oberarms, sonst ist sie nicht auf der Herzhöhe und du misst entweder einen zu hohen Blutdruck, weil du diese Fehler machst.

Also wichtig in der Situation ist für dich erstmal Ruhe zu bewahren und dann beobachtest du, wie nach 5 bis 10 Minuten möglicherweise dein Blutdruck schon sinkt. Klug ist es dann, dass du dann eine ruhige Umgebung hast, du diese Atmung weiterführst und du hast jetzt eine klare Information: „Wow, ich kann in Ruhe das tun, was mir möglich ist, um den Blutdruck zu senken.“ Das bedeutet für dich, du hast eine Sicherheit, weil du hast ja sonst keine Beschwerden, außer dass dieser Wert hoch ist. Und deswegen ist es am besten, wenn du die Angst und quasi die Alarmierung in dir reduzierst, weil das führt dazu, dass dann der Blutdruck gerade wegen des Cortisols, was da ausgeschüttet wird und des Adrenalins und des Noradrenalins weiter hoch bleibt.

Und da möchte ich dich nochmal dran erinnern an diese tiefen Atemtechniken: Langsam einatmen, nur ein länger die Luft anhalten und dann ruhig wieder ausatmen. Wenn du zu viel atmest und zu schnell atmest, dann atmest du sehr viel CO2 ab und das könnte dann zum Kribbeln um den Mund und verkrampfende Hände oder ähnlichem führen. Deswegen achte auf deine Atmung, dass du diese 4, 6 und 8 Sekunden etwas etwa einhältst. Du musst jetzt nicht genau diese Sekunden einhalten, aber du darfst natürlich auch nicht zu viel atmen, damit eben halt diese Verkrampfung in dir nicht entsteht.

So und dann wird dein Blutdruck mit Sicherheit schon um 5 bis 10 mmHg sinken, wenn du auch deine Beinmuskeln, deine Pommuskeln und so entspannst. Wenn dann der Blutdruck immer noch hoch ist, dann darfst du dir eins von deinen Tabletten nehmen und zwar eine Tablette, die eben halt ein Kalziumantagonist ist. Da gehen eben halt Nitrendipin, Amlodipin oder ähnliches dazu. Die darfst du dann zusätzlich nehmen, aber nur eine. Und wenn dann der Blutdruck nach einer Dreiviertelstunde immer noch 180-110 ist, dann darfst du sozusagen in Ruhe den Arzt anrufen, den Kassenarzt anrufen und mit ihm besprechen, was du tun kannst. Es ist aber in der Regel sinkt durch diese Maßnahmen dein Blutdruck wieder ab und du kannst dich am nächsten Tag vertrauensvoll an deinen Hausarzt wenden.

All das gilt nur dann, wenn du keine zusätzlichen Beschwerden von Seiten des hohen Blutdrucks hast. Also du bist beschwerdefrei, du hast keine Luftnot, du hast nur den hohen Blutdruck. Und jetzt kommen wir zu der Situation, die wir ganz eben am Anfang schon mal erwähnt haben, nämlich zu dem hypertensiven Notfall.

Bei dem hypertensiven Notfall ist die Situation dadurch kompliziert, dass zusätzlich zu dem hohen Blutdruck, der gar nicht so hoch sein muss, akute Schäden anderer Organe für dich spürbar werden. Zum Beispiel, dass du eben halt Luftnot bekommst, dass du Herzschmerzen, Brustschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm oder heftigste Oberbauchbeschwerden oder sogar eine Einschränkung deines Gedächtnisses oder sogar eine Lähmung oder eine schwere Sprache oder ähnliche Dinge auftreten, die eben halt zeigen, dass mit dieser Blutdruckerhöhung eine Organschädigung verbunden ist. Also entweder das Gehirn mit einem Schlaganfall oder ähnlichen Symptomen oder eben halt eine Überwässerung in der Lunge durch die Luftnot zu sehen wird und ein Rascheln in der Lunge, dass du Herzschmerzen hast oder dass du heftigste Bauchschmerzen hast, wo dann die Bauchschlagader möglicherweise ein heftiges Symptom macht. Und das ist dann der hypertensive Notfall.

Und weil diese Endorganschädigung dabei ist, da musst du sofort 110 anrufen und den Notarzt anrufen und sofort quasi dich dich um ärztliche Hilfe bemühen. Und das ist ganz, ganz wichtig, denn die Endorganschädigen weisen darauf hin, dass hier mehr ist als nur eine Blutdruckerhöhung. Und diese Art der Blutdruckerhöhung bedarf dann der sofortigen ärztlichen Intervention.

Was aber auch immer wichtig ist: In dieser Situation wirst du ja eine gewisse Zeit auf deinen Notarzt warten müssen. Und da ist auch ganz entscheidend: Erst prima bis dahin setzen, wenn es der Kreislauf erlaubt oder hinlegen und dann mit erhöhtem Oberkörper, dass also der Kopf über der Herzhöhe ist und das Herz über den Beinen ist. Das bedeutet, dass einfach auch wenn du Luftnot hast, dass dann der Kreislauf und das Herz entlastet werden. Deswegen nicht unbedingt hinlegen, wenn es irgend geht. Wenn es aber nicht geht, wirst du dich hinlegen müssen, aber auch dann mit erhöhtem Oberkörper. Und du solltest auf keinen Fall irgendwelche körperlichen Aktivitäten machen und versuchen wieder in Ruhe durchzuatmen.

Und diese Ruhe-Durchatmung, die senkt genau so, wie das in dem ersten Fall beschrieben ist, deinen Blutdruck. Und diese wiederholte Blutdruckmessung machst du während der Zeit. Du wirst eine Person haben bei dir haben, wenn du Glück hast, die wird dann auch den Notarzt informieren und die muss nichts weiter tun, als bei dir zu bleiben, bis die entsprechende Hilfe kommt. Alle anderen Dinge kannst du in dieser Situation nicht gestalten, denn es ist nicht klug herzugehen, jetzt rasch irgendwelche vielen Medikamente einzuwerfen, denn du weißt dann nicht, ob dein Blutdruck dramatisch nach unten saust und das ist auch nicht sinnvoll. Denn wenn der dramatisch nach unten saust, kann es auch passieren, dass im Falle eines Schlaganfalls deine Situation noch schlechter wird.

Deswegen, wenn du neurologische Schmerzbeschwerden hast, also irgendeine Lähmung oder ähnliches aufgetreten, du hast Brustschmerzen, du hast Luftnot, du hast Sehstörungen oder eine Bewusstseinsveränderung, dann darfst du sofort den Notarzt rufen, aber bleibst trotzdem in Ruhe, denn er kommt und er wird dir helfen und wird dann auf jeden Fall dein Thema in Ruhe ärztlich in den Angriff nehmen. Denn da gibt es klare medizinische Leitlinien, auf die jeder Notarzt quasi ja auf die jeder eben halt hingewiesen ist und der weiß auch, wie er das zu handeln hat.

Eine besondere Situation ist, wenn Beschwerden der Endorganschädigung vortreten, ist der hypertensive Notfall in der Schwangerschaft. Wenn in der Schwangerschaft solch hohe Blutdruckwerte auftauchen, dann ist immer ein hypertensiver Notfall da und da braucht es auch sofort den Kontakt zu einem Krankenhaus oder zu einer Situation, wo die Schwangerschaft untersucht wird und wo eben halt verhindert wird, dass der Schwangerschaft irgendetwas passiert.

Also, du hast jetzt heute gelernt, es gibt zwei unterschiedliche Situationen der Blutdruckentgleisung. Die eine Situation ist die, wo du einfach den Blutdruck misst und der ist hoch und du hast keine Beschwerden. Da kannst du in aller Ruhe erstmal selbst handeln und selbst deinen Blutdruck runterbringen, indem du quasi dich entspannst, dich zurücksetzt, in Ruhe atmest und die Tipps, die ich dir gegeben habe, befolgst. Der zweite Teil ist der hypertensive Notfall, wo eben halt die Endorganschädigung dazukommt, wo eben halt entsprechende Symptome noch dazukommen, die eben halt ähm möglicherweise auf die Schädigung eines Organs, das Gehirn, des Herzens, der Lunge oder der Bauchaorta äh hindeuten. Dann solltest du sofort den Notarzt rufen.

Ich hoffe, ich habe jetzt dir keine Angst gemacht, sondern dir erstmal die Sicherheit gegeben, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu tun. Denn das ist ganz entscheidend: Wenn du das Richtige tust, kann dir auch richtig sofort geholfen werden und du kannst dir selber richtig helfen, wie ich dir mit den Maßnahmen gezeigt habe. In jeder Situation, auch in der hypertensiven Notfallsituation, ist es einfach so, dass es das Beste ist, Ruhe zu bewahren, den Körper durch Atmung zu entspannen. Denn das ist ein ganz entscheidender Punkt und die anderen Maßnahmen haben wir besprochen und das, was der Notarzt mit dir macht, das weiß er alleine in Abhängigkeit von der Symptomatik.

Wenn dir die Folge gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn du bei Apple Podcasts oder bei Spotify oder überall da, wo man Podcastfolgen beurteilen kann, eine positive Beurteilung hinterlässt. Denn dann kommen immer mehr Menschen in die Lage, diese Podcastfolgen zu hören und die wissen dann auch, was sie im hypertensiven Notfall, aber auch in der hypertensiven Entgleisung tun müssen. Bis bald.

Selbstreflexion statt Pillen

Du gehörst vielleicht zu den Menschen, die bei Beschwerden immer zu Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Aber was wäre, wenn du dich mal intensiver mit dir selbst beschäftigst, bevor du zur nächsten Pille greifst? Selbstbetrachtung könnte dir dabei helfen, die Ursachen deines Befindens zu verstehen – und oft ist das der erste Schritt zur Heilung.

Frag dich zunächst: Wie bin ich eigentlich? Nimm dir Zeit, um dein Verhalten zu analysieren. Denk darüber nach, wie du mit Essen, Trinken und deinen Gewohnheiten umgehst.

Warum habe ich bestimmte Gewohnheiten? Was steckt dahinter? Manchmal lenken uns diese Gewohnheiten von tieferliegenden Themen ab. Überlege, ob deine Routinen wirklich guttun oder ob sie nur kurzfristige Ablenkung bieten.

Schau auch auf die Dinge, die dich im Alltag stressen: Was regt dich auf? Worüber ärgerst du dich immer wieder? Vielleicht erkennst du dabei Muster, die du verändern kannst. Was würdest du gerne sofort abschaffen, weil es dir einfach nicht guttut?

Und schließlich: Womit entspannst du dich? Schaffst du dir bewusst Zeit zur Erholung? Oft vergessen wir, wie wichtig Entspannung für Körper und Geist ist. Nimmst du dir regelmäßig Zeit für Selbstbetrachtung? Das kann ein wertvolles Werkzeug sein, um tiefere Erkenntnisse über dich selbst zu gewinnen und deinen Alltag nachhaltig zu verbessern.

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Drei von sieben Wegen zur inneren Ruhe

Das Leben hält immer wieder Herausforderungen für dich bereit. Sie können dich aus der Bahn werfen und sicher damit auch deinen Blutdruck erhöhen. Natürlich weißt du, dass du an den Herausforderungen wächst. Nur zu dem Zeitpunkt, an dem sie bei dir aufschlagen, da spürst du zunächst diese innere Spannung und diese überwältigende Unruhe.
Sieben wichtige Verhaltensweisen, die dir helfen, dein Gleichgewicht zu erhalten, werde ich dir in dieser und der nächsten Podcastfolge vorstellen.


In dieser Podcastfolge werde ich dir daher drei wichtige Tips geben, die die Anspannung deutlich verringern helfen.

Tip 1:
Achte auf ausreichenden Nachtschlaf! 7-8 Stunden

Tip 2:
Beschäftige dich mindestens einmal täglich mit einer Entspannungstechnik, die dir gefällt!

Tip 3:
Pflege dein soziales Netzwerk am besten mit richtigen Treffen oder Telefonaten!

Vier weitere wichtige Tips für deine innere Ruhe hörst du in der nächsten Podcastfolge.

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