Wenn plötzlich die Lippe schwillt

Angioödem durch ACE-Hemmer: Kann das auch nach Jahren auftreten?

Du nimmst deinen Blutdrucksenker seit Jahren. Jeden Morgen die gleiche Tablette. Du verträgst sie gut und denkst eigentlich gar nicht mehr darüber nach.

Lippen Schwellung als Zeichen des Angioödems

Und dann stehst du eines Morgens vor dem Spiegel.

Eine Lippe ist angeschwollen. Vielleicht das Kinn oder ein Teil des Gesichts.

Was würdest du denken?

An eine Allergie vielleicht. An etwas, das du gegessen hast. Vielleicht an einen Insektenstich.

Aber an die Blutdrucktablette, die du seit Jahren einnimmst?

Wahrscheinlich eher nicht.

Und genau darin liegt das Problem: Auch ein Medikament, das lange gut vertragen wurde, kann möglicherweise später noch eine Nebenwirkung verursachen.

Ein Beispiel dafür ist das Angioödem.

Was ist ein Angioödem?

Bei einem Angioödem werden kleine Blutgefäße durchlässiger. Flüssigkeit aus dem Blut tritt in das umliegende Gewebe aus.

Dadurch entsteht eine Schwellung.

Besonders auffällig kann das im Gesicht sein. Betroffen sein können beispielsweise die Lippen, das Kinn oder die Zunge. Auch der Rachen und andere Schleimhäute können beteiligt sein.

Sogar Schleimhäute im Magen-Darm-Bereich können betroffen sein. Dann können beispielsweise Bauchbeschwerden auftreten.

Aber Angioödem ist nicht gleich Angioödem.

Histamin oder Bradykinin?

Viele Schwellungen entstehen im Zusammenhang mit einer allergischen Reaktion.

Dabei spielt Histamin eine wichtige Rolle.

Du kennst das vielleicht von einem Wespenstich. Der Körper reagiert auf das Wespengift und setzt unter anderem Histamin frei. Das gehört zunächst zu einer sinnvollen Abwehrreaktion des Körpers.

Es gibt aber noch einen anderen Mechanismus.

Und der ist für bestimmte Blutdruckmedikamente besonders interessant.

Dabei geht es um Bradykinin.

Was ist Bradykinin?

Bradykinin ist eine Substanz, die dein Körper selbst bildet.

Sie kann unter anderem dazu führen, dass sich Blutgefäße erweitern.

Und genau hier kommen bestimmte Blutdruckmedikamente ins Spiel.

ACE-Hemmer greifen in einen Stoffwechselweg ein, der nicht nur für die Regulation des Blutdrucks wichtig ist. Das ACE ist auch am Abbau von Bradykinin beteiligt.

Wird dieses Enzym gehemmt, kann mehr Bradykinin zur Verfügung stehen.

Bei wenigen Menschen kann die Bradykinin-Wirkung so ausgeprägt sein, dass ein Angioödem entsteht.

Warum können ACE-Hemmer ein Angioödem verursachen?

ACE-Hemmer gehören für mich zu den wichtigen Medikamenten in der Behandlung des Bluthochdrucks.

Sie beeinflussen das Renin-Angiotensin-System und haben positive Wirkungen auf Blutdruck, Herz, Gefäße und Nieren.

Gleichzeitig vermindern sie den Abbau von Bradykinin.

Bei den allermeisten Menschen ist das kein Problem.

Bei wenigen kann es jedoch zu einer überschießenden Bradykinin-Wirkung kommen. Dann können plötzlich Lippen, Gesicht oder Zunge anschwellen.

Und das Überraschende ist:

Das muss nicht unmittelbar nach Beginn der Behandlung passieren.

Kann die Nebenwirkung erst nach Jahren auftreten?

Ja.

Genau das wird meiner Erfahrung nach manchmal übersehen.

Wenn du am Montag ein neues Medikament bekommst und am Dienstag plötzlich eine ungewöhnliche Reaktion auftritt, ist der Gedanke an das neue Medikament naheliegend.

Aber was ist mit der Tablette, die du seit fünf oder zehn Jahren einnimmst?

Die wird schnell aus den Überlegungen ausgeschlossen.

Schließlich hast du sie doch immer vertragen.

Aber eine Nebenwirkung kann auch nach längerer Einnahme auftreten.

Deshalb gehört für mich bei neu auftretenden Beschwerden immer auch die Frage dazu:

Welche Medikamente nimmt dieser Mensch eigentlich?

Und was ist mit AT1-Rezeptorblockern?

AT1-Rezeptorblocker greifen an einer anderen Stelle in das Renin-Angiotensin-System ein.

Sie blockieren den AT1-Rezeptor.

Nach meiner klinischen Erfahrung sollte man auch bei diesen Medikamenten einen Zusammenhang mit Bradykinin-vermittelten Beschwerden nicht grundsätzlich ausschließen.

Ich habe in meiner ärztlichen Praxis sowohl entsprechende Schwellungen als auch Husten unter AT1-Rezeptorblockern erlebt.

Das ist selten.

Aber gerade deshalb kann der Zusammenhang übersehen werden.

Solltest du ACE-Hemmer oder AT1-Rezeptorblocker deshalb absetzen?

Nein – jedenfalls nicht eigenmächtig.

Das ist mir bei diesem Thema besonders wichtig.

Diese Folge soll keine Angst vor ACE-Hemmern oder AT1-Rezeptorblockern erzeugen.

Im Gegenteil.

Beide Medikamentengruppen haben die Behandlung des Bluthochdrucks wesentlich verbessert. Sie spielen für viele Menschen auch beim Schutz von Herz und Nieren eine wichtige Rolle.

Wenn du sie gut verträgst und dein Blutdruck damit gut behandelt wird, gibt es keinen Grund, aufgrund dieser Folge plötzlich Angst vor deiner Tablette zu bekommen.

Es geht um etwas anderes:

Du solltest wissen, welche Medikamente du einnimmst und welche Nebenwirkungen grundsätzlich möglich sind.

Was solltest du bei einer Schwellung tun?

Wenn plötzlich eine Lippe oder ein Teil des Gesichts anschwillt, solltest du das nicht einfach ignorieren.

Besprich die Situation mit deinem Arzt und lass überprüfen, ob eines deiner Medikamente möglicherweise eine Rolle spielt.

Möglicherweise muss die Medikation verändert werden.

Aber diese Entscheidung gehört gemeinsam mit deinem Arzt getroffen.

Wann ist ein Angioödem ein Notfall?

Hier gibt es eine klare Grenze.

Wenn dein Gesicht stark anschwillt, insbesondere wenn deine Zunge oder dein Rachen betroffen sind oder du Luftnot bekommst, solltest du nicht auf den nächsten Arzttermin warten.

Dann rufst du sofort 112.

Denn eine zunehmende Schwellung im Bereich der Atemwege kann gefährlich werden und muss unmittelbar medizinisch behandelt werden.

Medikamente kennen statt Medikamente fürchten

Vielleicht ist das der wichtigste Gedanke dieser Folge.

Ein gutes Medikament kann Nebenwirkungen haben.

Das macht es nicht automatisch zu einem schlechten Medikament.

Und das Wissen um mögliche Nebenwirkungen ist kein Grund, eine notwendige Behandlung abzulehnen.

Für mich gehört etwas anderes zur Eigenverantwortung:

Du solltest wissen, was du einnimmst.

Du solltest wissen, warum du es einnimmst.

Und du solltest ungewöhnliche Veränderungen deines Körpers wahrnehmen und mit deinem Arzt besprechen.

Das gilt auch dann, wenn die Tablette schon seit Jahren auf deinem Frühstückstisch liegt.

In der aktuellen Folge meines Podcasts „Runter mit dem Blutdruck“ erkläre ich dir ausführlich, was hinter einem Angioödem steckt, welche Rolle Bradykinin spielt und warum eine Nebenwirkung manchmal erst nach Jahren auffallen kann.

FAQ

1. Kann ein ACE-Hemmer auch nach Jahren noch ein Angioödem verursachen?

Ja. In der Podcastfolge wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Angioödem auch nach jahrelanger Einnahme auftreten kann. Gerade deshalb wird ein Zusammenhang mit dem Medikament manchmal nicht sofort erkannt. 

2. Wie erkenne ich ein Angioödem?

Typisch sind plötzlich auftretende Schwellungen, beispielsweise im Gesicht, an den Lippen oder an der Zunge. Auch Rachen und andere Schleimhäute können betroffen sein. 

3. Welche Rolle spielt Bradykinin bei ACE-Hemmern?

ACE ist am Abbau von Bradykinin beteiligt. Durch die Hemmung des Enzyms kann mehr Bradykinin zur Verfügung stehen. Bei wenigen Menschen kann eine verstärkte Bradykinin-Wirkung mit einem Angioödem verbunden sein. 

4. Können auch AT1-Rezeptorblocker ein Angioödem verursachen?

In der Folge schildert Dr. Harald Messner aus seiner klinischen Erfahrung, dass Angioödeme auch unter AT1-Rezeptorblockern auftreten können, allerdings sehr selten. 

5. Wann muss ich bei einem Angioödem 112 anrufen?

Wenn das Gesicht stark anschwillt, die Zunge oder der Rachen betroffen sind oder Luftnot auftritt, sollte sofort 112 angerufen werden. 

Wenn dir die Folge gefallen hat, dann kannst du mir eine Freude machen!
Gib mir eine positive Bewertung bei Apple Podacast bei Spotify oder bei YouTube!
Vielleicht möchtest Du den Podcast dort auch abonnieren, um keine Folge mehr zu verpassen.

Transkript

00:00:00 – 00:00:23 
Kann ein Medikament, das du seit Jahren nimmst, dir so spät neue Nebenwirkungen machen? Das ist die Frage, ja, und da will ich zuerst mal genau schildern, was da wirklich passiert. In deinem Gesicht schwillt es plötzlich an, hier am Kinn, oder die Lippen schwellen plötzlich an? Was passiert da?

00:00:24 – 00:00:51 
Da stellen sich die kleinen Gefäße, die sozusagen deine Hautdurchblutung regulieren, weit, und die werden durchlässig. Und der Wasseranteil deines Blutes geht aus dem Gefäß raus und geht in das Gewebe hinein. Das nennt man immer eine Wassereinlagerung, und das nennt man eben halt unter den Medizinern eben halt ein Ödem, und die meisten Menschen wissen schon, was ein Ödem ist.

00:00:51 – 00:01:35 
Aber dieses Ödem entsteht plötzlich in deinem Gesicht, in der Zunge, und es kann auch im Rachen entstehen. Und alle Schleimhäute können betroffen sein, einschließlich der Schleimhäute, die sich in deinem Magen-Darm-Trakt befinden. Also, das kann dann auch zu irgendwelchen Durchfällen oder Bauchschmerzen oder ähnlichen Situationen kommen. Das nennt man Angioödem, weil eben halt aufgrund einer Durchlässigkeit der Gefäße und einer Weitstellung der Gefäße quasi das Wasser raustritt, und das Wasser befindet sich außerhalb der Gefäße, und das nennt man dann ein Ödem.

00:01:36 – 00:02:20 
Dieses Ödem hat in 80 % der Fälle ursächlich etwas mit deiner Histaminreaktion zu tun. Diese 80 % sind dann allergische Geschichten. Du kennst das, wenn dann so eine Wespe kommt und die haut ihren Stachel in deine Haut rein, lustig, also sie sticht dich, und das führt dann zu einer Reaktion des Körpers. Und der setzt erst mal Histamin frei, was ja sinnvoll ist, denn wenn die Freisetzung zu Histamin ermöglicht es den entzündungskämpfenden Zellen, dorthin zu kommen, wo die Wespe gerade ihren Stachel mit dem entsprechenden Wespengift hineinversetzt hat. Also, das ist sinnvoll.

00:02:20 – 00:02:50 
Da gehen also dann die Entzündungszellen hin und versuchen, das, was die Wespe da fälschlicherweise in deiner Haut, in deinem Körper reingespritzt hat, zu behandeln und wegzuschaffen. Das ist also eine sinnvolle Reaktion. Nicht mehr sinnvoll ist die Reaktion, wenn das dann eine größere Fläche betrifft, wenn also dann eine vermehrte Histaminreaktion in deinem Körper auftritt. Das sind aber alles allergische Geschehen.

00:02:50 – 00:03:34 
Und dann gibt es aber auch ein Geschehen, das durch das Bradykinin vermittelt wird. Bradykinin ist eine Substanz, die führt dazu, dass in deinem Körper Gefäße weitgestellt werden. Und Bradykinin bildest du selber. Und ein wichtiger Effekt auch der Wirkung gewisser Blutdruckmedikamente, nämlich der ACE-Hemmer und der AT1-Rezeptorblocker, besteht darin, dass sie eben halt den Bradykinin-Stoffwechsel positiv beeinflussen. Das ist zum Beispiel erst mal dieses Bradykinin. Es kann also deinen Blutdruck senken.

00:03:35 – 00:04:17 
Der ACE-Hemmer tut das, indem er einfach im Prinzip dieses Enzym hemmt, was das Bradykinin in deinem Körper abbaut. Das führt dazu, dass vermehrt Bradykinin in deinem Blut und in deinem Körper zur Verfügung steht. Und der AT1-Rezeptorblocker, der macht das noch fitter. Der geht nämlich her, der blockiert ja den AT1-Rezeptor, deswegen sinkt auch dein Blutdruck. Aber das Angiotensin II, was da dran gehen muss, das geht auch an den AT2-Rezeptor. Und der AD2-Rezeptor, der führt dazu, dass die Bradykinin-Wirkung in deinem Körper erhöht ist.

00:04:17 – 00:04:57 
Das heißt, was passiert jetzt dann, wenn du einen ACE-Hemmer nimmst? Dann ist es bei ganz wenigen Menschen so, dass dann die Bradykinin-Wirkung so stark einsetzt, dass neben der Blutdruckregulation auch dann das Gesicht oder dieses Angioödem entstehen kann. Das ist super selten. Das ist, so würde man sagen, 0,17 % derer, die das Medikament nehmen, bekommen das. Aber diese Situation ist eben halt da, und die ist unangenehm.

00:04:57 – 00:05:22 
Das Gesicht kann anschwellen, und die Zunge kann anschwellen, und es kann im ganzen Körper auch solche Reaktionen geben. Wenn es das unter ACE-Hemmern, die du möglicherweise seit Jahren lang nimmst, auftritt, dann ist das nicht banal. Dann solltest du mit deinem Arzt reden und möglicherweise diesen ACE-Hemmer absetzen.

00:05:23 – 00:05:48 
Da dieser ACE-Hemmer aber so eine supergute Substanz für seinen Blutdruck ist, ist es einfach blöd, zu sagen, man wird jetzt hergehen und auf diese Wirkung dieser Beeinflussung des Angiotensin-Stoffwechsels, das macht ja der ACE-Hemmer, zu verzichten. Weil das ist an der Niere positiv, das ist am Herzen positiv, das ist überall in deinen Gefäßen auch positiv.

00:05:48 – 00:06:21 
Deswegen wird dein Hausarzt dann hergehen und wird sagen: „Komm, wir setzen den ACE-Hemmer ab, dann, wenn du diese Nebenwirkung hast, um dann diesen durch einen AT1-Rezeptorblocker zu ersetzen.“ Das ist in der Regel so, dass dann quasi diese Substanzen gut vertragen werden. Aber ganz, ganz selten tritt dieses Angioödem auch dann auf, wenn du den AT1-Rezeptorblocker nimmst. Aber ganz, ganz selten.

00:06:21 – 00:06:58 
Vielfach wird das übersehen, auch deswegen, weil du diese Medikamente ja schon jahrelang einnimmst, und plötzlich tritt es irgendwann auf. Deswegen denken auch viele Ärzte, aber auch viele Patienten nicht, dass das damit zu tun haben könnte. Aber noch mal: ACE-Hemmer und AT1-Rezeptorblocker sind die wichtigsten Blutdruckmedikamente, die die Prognose derer, die an einem hohen Blutdruck leiden, in den letzten 30 Jahren wirklich superpositiv beeinflusst haben.

00:06:59 – 00:07:30 
Also, es sind viel, viel weniger Leute an die Dialyse gekommen, haben viel, viel weniger Leute Infarkt bekommen und haben viel, viel weniger Leute Herzminderleistung bekommen, seitdem es diese wirksame Medikamentengruppe der ACE-Hemmer und der AT1-Rezeptorblocker gibt. Deswegen: Absetzen? Nein, nicht alleine, sondern zu deinem Hausarzt gehen und sofort was mit ihm besprechen, wie du auf diese Nebenwirkung reagieren sollst.

00:07:31 – 00:08:09 
Dann gibt es aber auch noch eine mega seltene Erkrankung. Das ist das eigentliche angioneurotische Ödem, und das ist nicht ganz ungefährlich. Es wirkt auch ähnlich über das Bradykinin, aber dem liegt sozusagen eine erbliche Erkrankung zugrunde. Das ist ein C1-Esterase-Inhibitor-Mangel. Vergiss das wieder. Das ist eine Sache, die du nicht behalten musst, aber die tritt viel, viel häufiger auf, in der Kindheit bereits. Denn diese Bradykinin-Wirkung gibt es ja dein ganzes Leben lang.

00:08:09 – 00:08:38 
Und diese C1-Esterase-Inhibitor-Mangel, der führt einfach dazu, dass diese Wirkung unglaublich gesteigert wird, und dann tritt man bereits in der Kindheit dieses angioneurotische Ödem auf. Und dieses angioneurotische Ödem mit dem C1-Esterase-Inhibitor-Mangel, das ist nicht zu vernachlässigen. Das kann so schwer werden, dass im Prinzip deine Zunge anschwellt, der Rachen anschwellt, und du hinterher Luftnot bekommst.

00:08:38 – 00:09:05 
Wenn du also merkst, dass dein Gesicht stark anschwillt, deine Zunge anschwillt und du vielleicht sogar Luftnot bekommst, dann bitte sofort 112 anrufen, denn da muss man sofort reagieren. Das gilt auch bei schweren allergischen Reaktionen. Das gilt aber nicht für die Einnahme des ACE-Hemmers oder des AT1-Rezeptorblockers.

00:09:05 – 00:09:34 
Natürlich kannst du beide Erkrankungen auch haben. Du kannst sowohl den C1-Esterase-Inhibitor-Mangel haben, aber du kannst auch natürlich diese Reaktion auf den ACE-Hemmer und den AT1-Rezeptorblocker haben. Aber wenn du seit der Kindheit solche Themen nicht hattest, ist das sehr, sehr unwahrscheinlich. Also, in der Regel kannst du morgens zu deinem Arzt gehen, wenn du dann aufgewacht bist, und kannst ihm das zeigen, und er wird dann deine Medikation entsprechend verändern.

00:09:35 – 00:09:54 
Aber noch mal: Weder ACE-Hemmer noch AT1-Rezeptorblocker sind Medikamente, auf die wir verzichten können, sondern das sind gute Medikamente. Aber wenn du beide nicht verträgst, dann gibt es einen Haufen andere Pillen, die dir bei der Therapie deines Blutdruckes helfen.

00:09:54 – 00:10:27 
Also, was hat uns die Folge gesagt? Ja, du kannst auch Jahre nach dem erfolgreichen Einnahme eines Blutdruckmedikamentes Nebenwirkungen bekommen, die auf das Blutdruckmedikament zurückzuführen sind. Und deswegen bedeutsam ist es also auch, wenn du längere Zeit Medikamente nimmst, immer zu wissen, was kann sich hinter dieser Situation verstecken, was kann sozusagen eine Nebenwirkung des Medikaments sein, was wieder auftritt.

00:10:28 – 00:11:01 
Auch aus diesem Grunde allein sage ich immer: „Oh, da gibt es ja noch neben den vielen Medikamenten, die man nehmen kann, auch Dinge, die man selbst tun kann, um den Blutdruck zu senken.“ Einmal vielleicht drüber nachdenken: Was stresst mich in meinem Leben? Was macht mir Druck in meinem Leben, dass sozusagen der Druck so steigt, dass ich eben halt nicht mehr zufrieden bin mit meinem Leben, dass ich eine innere Unruhe habe. All diese Dinge, die sind, sich mal ehrlich beantworten, die sind wichtig.

00:11:02 – 00:11:34 
Ja, ich kann mit dem Salz sparen, ich kann das Kalium erhöhen, ich kann eine DASH-Diät machen. Die sind die Möglichkeiten, viele. Und mal ganz ehrlich, die meisten, die ich gefragt habe, die haben gesagt: „Ja, habe ich alles schon gemacht.“ Ja, aber für zwei Tage, und dann war Schluss. Nein, du musst oder darfst diese Dinge langsam selber umsetzen. Und da lade ich dich zu ein, mal die Podcast-Folgen, die ich gemacht habe, mal anzuhören, gucken, was es da alles für verschiedene Möglichkeiten gibt, wie du dein Leben und deinen Blutdruck positiv beeinflussen kannst.

00:11:34 – 00:12:09 
Ach ja, und dann, wo wir beim Bradykinin sind, möchte ich noch erzählen: Bradykinin ist auch die Ursache dieses Hustenreizes, der sowohl beim ACE-Hemmer als auch beim AT1-Rezeptorblocker auftreten kann. Da gibt es auch viele Studien zu: „Wow, da gibt es viele.“ Ja, das kann alles beim AT1-Rezeptorblocker nicht passieren. Alles Quatsch. Ich habe das erlebt, vielfach, dass auch beim AT1-Rezeptorblocker Husten als Nebenwirkung auftritt. Und dann muss man ihn absetzen, denn das ist sehr unangenehm.

00:12:10 – 00:12:54 
Übrigens, Betablocker können auch Husten machen. Das heißt also, auch da sollte man mal vorsichtig gucken, warum habe ich diesen Husten. Aber das kann dein Hausarzt oder kannst du mit deinem Hausarzt gut klären. Also, du sollst niemals Angst haben vor irgendwelchen Medikamenten. Du sollst nur wissen, welche Medikamente du nimmst und was für Nebenwirkungen sie machen können. Das heißt nicht, du lehnst sie ab oder setzt sie ab. Nein, wenn du keine Nebenwirkungen hast, nimm das Zeug. Und wenn dein Blutdruck auch noch sinkt, ist es noch viel besser. Also, das Zeug sollst du nehmen, wenn davon dein Blutdruck sinkt. Das ist der entscheidende Punkt. Sonst musst du was anderes machen.

00:12:54 – 00:13:10 
Also, hergeher und sei dir bewusst, dass Medikamente auch langfristig Nebenwirkungen machen, die einfach da sind, aber die nicht unbedingt schaden, aber die du einordnen solltest. Und dann soll die Medikation entsprechend verändert werden.

00:13:10 – 00:13:53 
Das war wieder eine Medikamenten-Durchlauffolge. Ich würde mich freuen, wenn du eine Bemerkung unter der Folge hinterlässt, wenn du vielleicht sogar den Daumen hoch machst, den Kanal abonnierst, damit immer mehr Menschen in der Lage sind, diese wirklich ganz guten Tipps aus meiner 40-jährigen Blutdrucktherapie-Praxis zu hören, ja, vielleicht auch zu sehen, mit dem AT1-Rezeptorblocker und dem ACE-Hemmer heute. Ich freue mich darauf, denn immer mehr Menschen können dann den Podcast hören. Ich glaube, das habe ich jetzt zweimal gesagt, das macht aber nichts.

00:13:53 – 00:14:50 
Ich glaube, es ist so wichtig, dass wir das immer weiter verbreiten, damit du selber in die Prävention kommst. Denn es ist mein Ziel, dich hier mit diesem Podcast in irgendeiner Folge aufmerksam zu erregen, sondern ich will hergehen mit dieser Podcast-Folge, erreichen, dass vor deiner Tür in deinem Leben niemals der Notarztwagen stehen muss. Und das ist das, was ich Prävention nenne. Das ist kardiovaskuläre Prävention. Und wenn du mich dabei unterstützt, da wäre ich dir sehr, sehr dankbar, indem du das Häkchen irgendwo machst, dass es dir gefällt, vielleicht einen Kommentar hinterlässt. Das kostet dich nichts, aber es bringt viele, viele Menschen dazu, dass sie eben halt länger gesund bleiben. Einen schönen Tag, und ich freue mich bei dir auf die nächste oder mit dir auf die nächste Folge.