Nobelpreis Medizin 2023 und mein Blutdruck

Nobelpreis Medizin 2023 und mein Blutdruck

Was macht denn das Nobelpreiskomitee da?

Das habe ich mich gefragt, als ich hörte, dass der Preis für das Jahr 2023 an die Forscher Drew Weisman und Katalin Karikó vergeben wird, weil Ihre wissenschaftliche Forschung die Impfung gegen Corona erst möglich gemacht haben soll. 

Was haben Weissman und Karikó geleistet?

Die mRNA besteht natürlicherweise aus vier Basen: Adenosin, Cytosin, Guanin und Uracil. Sie haben die mRNA in eine modifizierte RNA (modRNA) umgewandelt, indem sie das Uracil durch 1-Methylpseudouridine ersetzt haben. Dadurch wird der Abbau der verimpften RNA verringert und die Bildung des Proteins, das die modRNA codiert, erhöht. Also entsteht mehr Spike Protein z. B. bei der Impfung.

Was ist aber der entscheidende Schritt bei der Verabreichung von mRNA?

Wenn wir mRNA in den Muskel spritzen, wird sie sofort durch das Immunsystem vernichtet und ist wirkungslos. Das gilt insbesondere auch für die modRNA. Wird mRNA in die Vene gespritzt, entstehen schwere systemische Immunreaktionen, Thrombosen, Gefäßverschlüsse und Gerinnungsstörungen.

Es ist also erforderlich, die mRNA vor dem Immunsystem zu schützen und sie molekular einzupacken. Egal ob es Weissmans und Karikós modRNA oder normale RNA ist. 

Wer hat der mRNA erfolgreich den Weg in die Zelle gebahnt?

Robert Malone gelang das bereits im Jahr 1990 ( Science. 1990; 247: 1465-1468 ). Aus meiner Sicht wäre er der würdige Empfänger des Nobelpreises für Medizin gewesen. 

Warum hat Robert Malone den Nobelpreis nicht bekommen?

Robert Malone hat vor der modRNA Impfung gewarnt, weil die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus seiner Sicht mit dieser Methode noch im experimentellen Stadium waren und gegen einen Einsatz außerhalb einer kontrollierten Studie sprachen. 

Und Weissman?

In seiner Publikation im renommierten Magazin   Nature (Nat Rev Drug Discov 17, 261–279 (2018) sieht er in der mRNA Immunisierung einen deutlichen Fortschritt (A new era of vaccination). Am Ende kommt er aber zu dem Schluss, dass vor dem allgemeinen Einsatz noch wesentliche Nebenwirkungen ausgeschlossen werden sollten:

Potential safety concerns that are likely to be evaluated in future preclinical and clinical studies include local and systemic inflammation, the biodistribution and persistence of expressed immunogen, stimulation of auto-reactive antibodies and potential toxic effects of any non-native nucleotides and delivery system components. A possible concern could be that some mRNA-based vaccine platforms54,166induce potent type I interferon responses, which have been associated not only with inflammation but also potentially with autoimmunity167,168. Thus, identification of individuals at an increased risk of autoimmune reactions before mRNA vaccination may allow reasonable precautions to be taken.

 Another potential safety issue could derive from the presence of extracellular RNA during mRNA vaccination. Extracellular naked RNA has been shown to increase the permeability of tightly packed endothelial cells and may thus contribute to oedema169. Another study showed that extracellular RNA promoted blood coagulation and pathological thrombus formation170. Safety will therefore need continued evaluation as different mRNA modalities and delivery systems are utilized for the first time in humans and are tested in larger patient populations.

Übersetzung:

Mögliche Sicherheitsprobleme, die in der Zukunft in präklinischen und klinischen Studien untersucht werden sollten, wie lokale und systemischer Entzündung, die Verteilung im Körper, die  Aktivierung des Immunsystems, die Stimulierung von Autoantikörpern (Antikörper gegen die eigenen Zellen), und die toxischen Effekte nicht körpereigener Nukleotide und anderer Bestandteile des Impfstoffes. Besonders zur Sorge könnte die Aktivierung der Typ I Interferon Antwort sein, die nicht nur Entzündung sondern auch Autoimmunität hervorrufen kann. Dazu sei es erforderlich, im Vorfeld die Menschen von der Impfung auszuschließen, die dazu neigen. 

Ein weiteres Sicherheitsproblem ist die Anwesenheit extrazellulärer RNA während der Impfung. Native RNA erhöht die Durchlässigkeit der Innenhaut der Gefäße, was zu Wassereinlagerungen führt. Eine Studie zeigte die Förderung der Gerinnung und Thrombusbildung. Um die Sicherheit zu gewährleisten, ist die kontinuierliche Bewertung unterschiedlicher mRNA, ihre Verteilung im Körper und der Übertragungswege erforderlich, bevor die Methode erstmalig beim Menschen angewandt wird und in größeren Studien untersucht wird

Was macht Weissman hiermit?

2018 beschreibt Weissman in dieser Publikation die Nebenwirkungen der modRNA Therapie, die wir seit 2021 erleben. Die Corona Erkrankungen 2020 haben ihn bewogen diese Bedenken, die wissenschaftlich nicht ausgelöscht werden konnten, einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Eine explizite Warnung vor den möglichen Nebenwirkungen hat er im Angesicht der Corona Lage nicht mehr ausgesprochen.

Meine Schlussfolgerung:

Das Nobelpreiskomitee ehrt also ein Forscherpaar, das nur einen marginal kleinen Baustein der Erkenntnis geliefert hat und dem es nicht gelingt, seine wissenschaftlichen Ergebnisse unter ethischen Gesichtspunkten einzuordnen. Während der Erfinder des mRNA Transfers in die Zelle Robert Malone leer ausgeht, weil er zum Zeitpunkt der Pandemie vor dem unkontrollierten Einsatz der Technologie gewarnt und damit bewiesen hat, dass er die Auswirkung seiner Entdeckung in den aktuellen Kenntnisstand ethisch einordnen kann.

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Autor: HarMes

Arzt für Innere Medizin Nephrologie, Podcaster, Archetypen Coach